Übersichtskarte

Istanbul im Schnelldurchgang

Mittwoch, 09.04.2025

Da ich noch etwas Istanbul ansehen will, stehe ich zeitig auf und mache mich wieder auf den Weg. Es ist noch immer sehr frisch. Ich schaue mir die Moscheen noch im Tageslicht an, gehe aber nicht rein, weil der Eintritt einfach mal fast 30€ ist, was ich ein bisschen übertrieben finde, zumal ich mein Gepäck bei habe. Nach ein bisschen bummeln durch die Straßen, entscheide mich also für den großen Basar um wieder aufzuwärmen. Womit ich nicht gerechnet habe, dass in Istanbul auch innen noch geraucht werden darf. Also laufe ich schnell durch. Wie wäre es mit einem Baklava und türkischen Kaffee als Snack? Ich suche mir einen Wolf nach einem Café, scheint nicht so typisch zu sein. Dafür ist es schnuckelig und ein bisschen rustikal eingerichtet. Da der Weg zurück zum Flughafen weit ist und mir eh kalt, entscheide ich mich zeitig wieder aufzubrechen. Reicht mir für eine kurze Stippvisite. Auch der Rückflug läuft problemlos und ich komme abends gut in Nürnberg an.

Bangkok - Istanbul - 30° Temperaturunterschied

Dienstag, 08.04.2025

Wenn man im Hostel aufwacht und es gibt kein Wasser, heißt das dann der Tag startet schlecht?? Zum Glück kann der Hausmeister noch rechtzeitig die Leitung reparieren, denn so gut wie jede hier (reines Frauenhostel) will ja zum Flughafen und hat einen langen Tag vor sich. Der Empfang ist so lieb und winkt mir innerhalb von Sekunden ein Taxi ran, so schnell kann ich kaum auf den Fußweg überqueren. Am Flughafen hole ich mir ein Frühstück am flughafeneigenen 7/11 und tausche das Geld um, da ich am Ende doch mehr Thai Baht habe als gedacht. Ich fliege vormittags in Bangkok ab und durch die Zeitverschiebung komme ich auf den Nachmittag in Istanbul an. Wie bei vielen arabischen Fluglinien, bekommt man auch bei Turkish Airlines eine Übernachtung, wenn man einen langen Zwischenstopp hat. In meinem Fall 22h. Dafür kann ich aber direkt wieder nach Nürnberg fliegen. Womit ich natürlich nicht rechne ist das Wetter bzw. vor allem die Temperaturen. Es ist einfach mal 30° kälter in Istanbul als in Bangkok und frischer Seewind. Ich bin froh, dass ich mir mein „großes“ Gepäck habe nicht direkt durchleiten lassen, sondern es in Istanbul abhole. Erstaunlicherweise bin ich eine der ganz wenigen am Gepäckband. Scheint tatsächlich ein typischer Anschlussflieger für Europa zu sein ;) Der Flughafen ist super weit von der Innenstadt entfernt und ich brauche fast 4h von der Landung zum Hotel. Im Zimmer ziehe ich alles an was ich bei habe und gehe direkt gegenüber ins Restaurant, die zum Glück Heizstrahler haben. Ich wusste, dass es in Istanbul viele Straßenkatzen gibt, restauranteigene Katzen hatte ich nicht erwartet. Sie sitzen brav neben den Gästen und „warten“ das was runter fällt. Eine ist etwas aufdringlicher und fragt per Pfötchen mal an. Als ich fertig bin und ihr meinen letzten Bissen gebe, scheint sie genau zu wissen, dass ich fertig bin und springt mir auf den Schoß und macht es sich bequem. Ist das die Strategie um die Gäste länger im Restaurant zu halten? Ein Weilchen genieße ich noch das Mietzchen bevor ich mich aufmache zur nahe gelegenen Hagia Sophia. Angestrahlt in der Dunkelheit sehen sowohl Blaue Moschee als auch Hagia Sophia schön aus. Es ist mir nur zu kalt draußen.

Istanbul

...und das Höchste zum Schluss

Montag, 07.04.2025

Morgens packe ich mein letztes Gepäck und darf es in meiner Unterkunft zwischenlagern. Die Mädels dort waren so gut und haben mir für den Nachmittag einen Shuttlebus zum Flughafen organisiert und ich mache heute einen letzten Ausflug zu einem Buddha auf einem Felsen. Ich muss ein bisschen passen, wie das mit der Buße tun im Buddhismus ist. Um diesen steilen Felsen zu besteigen, ist eindeutig einiges nötig. Hochsteigen ist ja das eine, aber wie haben sie das Ganze Material für den Buddha da hoch bekommen? Die Stufen sind steil und schmal. Manchmal nur einen halben Fuß breit, dafür aber locker mehr als doppelt so hoch wie normale Stufen. Es dämmert mir, dass ich das ja auch wieder runter muss. Die Aussicht vom Gipfel entschädigt für alle Mühen. Es ist phantastisch so weit über die Felder gucken zu können. Am Gipfel gibt es eine Formation im Fels, natürlich benannt als Buddhas Fußabdruck. Wie vermutet ist der Weg runter, trotz Stufen, viel schlimmer als bergauf. Zurück in Ao Nang habe ich noch reichlich Zeit und entscheide mich spontan für eine Thaimassage. Ich stelle meinen Roller ab und gehe in den erstbesten Salon der ansprechend aussieht. Schuhe wie immer draußen stehen lassen (erwische mich jedes Mal, dass ich das in Frage stelle, weil was wenn die jemand mal mitnimmt). Ich entscheide mich für eine Rücken/Nacken Massage. Ich bin nicht unbedingt der allergrößte Fan von Thaimassage, da ich danach grundsätzlich Muskelkater habe, aber die ist super. Ich spreche kein Thai und die Masseurin nur wenig Englisch, aber ich verstehe ganz eindeutig, dass sie nicht zufrieden ist, wie verspannt mein Rücken ist :D ich drehe ein paar letzte Runden an der Strandpromenade und verbringe den restlichen Nachmittag in meiner Unterkunft und unterhalte mich mit den Eigentümerinnen, bevor mich der Shuttle zum Flughafen bringt. Und schon wieder schafft es ein thailändischer Flughafen kurz vor knapp das Gate zu ändern, aber die Anzeige nicht anzupassen. Komme natürlich dennoch gut in Bangkok an, wo ich ein Taxi nehme zur Unterkunft, die nur etwa 10min Fahrt vom Flughafen weg ist. Ein letzter Snack vom 7/11 und dann ab ins Bett.

das lohnt sich zu besteigenThailand von obender Buddha hat Aussicht

Ausflüge in Krabi

Sonntag, 06.04.2025

Trotz meiner späten Rückkehr, geht es heute morgens gegen 5:45 aus dem Haus. Ich will zu einem Sonnenaufgangsausguck. Klar, ist das kein Geheimtipp mehr und bereits unterwegs ist mir bei jedem Roller mit Nicht-Einheimischen drauf klar, wo die hinwollen. Entsprechend voll ist am kleinen Parkplatz und lohnenswert für die lokale Familie „Eintritt“ zu verlangen. Nicht zum ersten Mal bin ich froh, die Rollerfahrstunden genommen zu haben. Hierhin wäre ich ohne Roller um die Uhrzeit nicht wirklich gekommen. Doch zunächst muss noch ein etwa 10-15 min langer und steiler Weg erklommen werden. Oben, wer hätte es gedacht, gibt es ein Café mit Veranda. Die Touristen stapeln sich, weil natürlich jeder in der ersten Reihe stehen möchte. Der Sonnenaufgang, über der noch leicht nebligen Ebene, eingerahmt von den Kalksteinfelsen, eingebettet in das saftige Grün der Bäume ist es sowas von Wert, zeitig aufzusehen. Und selbst der überdrehteste Influencer hält mal für ein paar Minuten sein Schnabel und genießt den Anblick. Ich bleibe bis alle anderen schon wieder runter gestiegen sind, gönne mir einen frisch gepressten Saft und einen lokalen Roti-Pfannkuchen. Es ist noch nicht mal 8Uhr morgens als ich mich wieder auf den Roller schwinge. Durch das grüne Hinterland fahre ich etwas abgelegener zu einem Kajak-Verleih in den Mangroven Wäldern. Zwar ist nicht optimaler Wasserstand, aber es gibt einen alternativen Weg um dennoch Mangroven aus der Nähe zu sehen. Ich bin noch nie Kajak gefahren und schon gar nicht allein. Nun bin ich aber einmal hier, also auf geht es! Ausgestattet mit Kajak, Paddel, Weste, einem wasserfesten Beutel und Tipps vom Verleih wo ich entlang fahren soll, geht es los. Durch den niedrigen Wasserstand liegt eine Sandbank auf dem Weg, die weitläufig umschippert hätte werden müssen, ich entscheide mich für drüber laufen und das Kajak zu ziehen um Strecke zu sparen und die Arme zu schonen. Hoffentlich zerstöre ich damit nicht einen Lebensraum… Die frühe Uhrzeit gibt mir die Chance fast allein zu sein. Nur ein weiteres Pärchen, die ich bereits morgens auf dem Roller, auf dem Weg zum Sonnenaufgang überholt hatte, ist ebenfalls dort. Sie biegen ab zu einem kleinen Strand, ich paddle weiter, tiefer hinein in den Wald und zwischen die Felsen. Das Wasser ist keinen Meter tief. Ich bin allein und lasse mich treiben. Ausgestreckt im Kajak in den Himmel sehen umgeben von Mangroven und Wald und Vögel in den Bäumen, schon wieder ein Highlight für mich! Lange währt die Ruhe natürlich nicht. Die nächsten Gruppen Paddler kommen nach und nach auch an und ihre Stimmen schallen von den Felsen. Ich paddle zurück, ahne ich doch schon, dass es hart werden wird, so untrainiert. Wieder in der Flussmündung ist das Wasser etwa hüfthoch. Noch ist nicht die Flut zurück. Es treibt mich relativ weit ab von der Sandbank die ich umpaddeln will. Die Arme werden schwer entgegen der Strömung. Kurzerhand steige ich aus, binde das Paddel fest und wate durch das Wasser, das Kajak hinter mir herziehend. Trocknen werde ich später schon wieder. Bald erreiche ich die Sandbank und muss nicht mehr durch so tiefes Wasser waten. Das letzte Stück durch die Fahrrinne der Boote paddle ich dann wieder und finde nach ein bisschen Suchen auch den Anleger wieder, wo ich hin muss. Ich gönne mir noch ein kleines Päuschen um zu trocknen bevor es auf dem Roller weiter geht. Ein richtiges Ziel habe ich eigentlich nicht, entdecke allerdings einen „Garten“ in der Karte. Hab ja Zeit und einen Roller. Nun sollte man nicht erwarten, dass Straßen tatsächlich immer Straßen sind in Thailand. Ist mehr eine Sandpiste, tief ausgewaschen vom Regen. Lernt man gleich mal noch was Neues beim vorsichtig drüber fahren. Ich finde den Garten und entdecke direkt ein Restaurant am Eingang. Da es sich auf Mittag neigt, gönne ich mir was ich auf der Karte entziffern kann und werfe die Bedenken bezüglich der Hygiene über Bord. Der „Garten“ ist ein kleiner Wanderweg, teils auf Stegen, durch ein weiteres Mangroven- und Waldgebiet, entlang eines kleinen Flusslaufes, zu dem man sich hätte auch ein Kajak ausleihen können. Auf der halben Strecke steht ein Café Häuschen und bietet Smoothies und Eiskaffee an, wie immer für mich ein Rätsel wie sie das so scheinbar abgelegen hinbekommen so leckeres zu zaubern. Entlang des Weges gibt es auch noch eine Badestelle und ganze Familien erfreuen sich am kühlen Nass. Für mich hat der Ausflug den Vorteil, dass ich mir den für den Folgetag geplanten Ausflug „sparen“ kann zu den „Emerald Pools“, die aufgrund ihrer Popularität natürlich sehr viel überlaufender sind. Nicht minder schön sind das Wäldchen und der Flusslauf hier. Auf dem Weg zurück gerate ich einen typischen Regenschauer in den Tropen. Trotz anhalten und Regencape überwerfen, werde ich super nass, die Schuhe werde ich später „ausschütten“ können. So ist das nun mal in den Tropen. Auf dem Weg zurück entdecke ich einen Wochenmarkt und bin erneut erstaunt, was so alles roh und ungekühlt angeboten wird. Meeresfrüchte und Fleisch … und nicht zum ersten Mal frage ich mich wo eigentlich die Restaurants einkaufen gehen, wenn sie für die europäischen Gäste kochen…. ich schau mich noch etwas nach Souvenirs in der langen Einkaufsstraße um und schaue mir einen letzten Sonnenuntergang am Hafen an. Abends packe ich noch etwas vor, da es morgen Abend zurück nach Bangkok geht.

Sonnenaufgangzeitig aufstehen lohnt sichKajak fahrenMangrovenkleine Wanderung

Affenpfad, Quallenschar, Planktonleuchten

Samstag, 05.04.2025

Der heutige Tag wird ganz im Zeichen von Meer und Ozean stehen. Zeitig fahre ich mit meinem Roller los von ruhig in einer Seitenstraße gelegenen Unterkunft, parke meinen Roller neben den gefühlten 200 anderen in der Nähe vom Strand (und mache ein Foto um ihn wieder zu finden später) und gönne mir einen frischen Smoothie zum Frühstück. Am Strand liegen sehr fotogen 2 Thai-Bote vor Anker, die Bucht mit ihren Felsen gibt den optimalen optischen Rahmen. Am Ende des Strandes gibt es einen mit Holzplanken am Felsen entlangführenden Pfad zur nächsten Bucht, den Affenpfad. Große Hinweisschilder warnen davor, dass die Affen frech sind, Handys und Sonnenbrillen klauen, Krankheiten übertragen können und nicht zu füttern sind. In kleinen Grüppchen sitzen sie zusammen, jung bis alt und zumindest bei mir hat sich jeder benommen. Die nächste Bucht, gehört zu einer Hotelanlage und man muss sich mit Name und Uhrzeit der Ankunft anmelden. Ich schaue mich nur kurz um denn ich habe heute ja noch eine Bootstour vor mir. So trage ich mich ganze 6 Minuten nach meiner Ankunft wieder aus. Als ich wieder zurück bin auf der Seite vom Ao Nang Strand gibt es Gekreische und Geschrei. Eine Touristin hat sich mit einem vollen Becher Mango Smoothie auf den Weg machen wollen. Keine gute Idee. Gleich mehrere Äffchen fallen sie an um ihr den Becher zu entwenden. Sie klettern an ihr hoch und greifen nach dem Becher. Nachdem sie bereits überall mit Smoothie eingesaut ist, macht es sich der erfolgreiche Affe in einer Astgabel bequem, nimmt den Deckel ab und schlabbert gemütlich seinen Siegerpreis.

Ich mache mich auf den Weg zurück zur Hauptstraße, wo ich ein weiteres fantastisches veganes Thaiessen zum Mittag habe, Papaya Salat und Pilz-„Nuggets“. Kurz nach Mittag ist Treffen für meine heutige Boots- und Schnorchel Tour. Mit den Longtail-Thaiboten werden wir direkt vom Strand, vorbei an der hübschen Bucht von Railay Beach zum mindestens ebenso pittoresken Boot eines australischen Auswanderers gebracht. Zwar hat es ein großes, rotes Segel, genutzt wird jedoch hauptsächlich der Motor. Wir fahren raus in die Bucht, an deren unteren Ende die berühmten Phi Phi Inseln liegen und auf der anderen Seite der Bucht Phuket. Aber so weit fahren wir gar nicht, unterwegs gibt es weitere Felsen, Schnorchel Plätze und kleine Strände. Begleitet vom Kapitän selbst und der Crew gehen wir schnorcheln, wer sich nicht ins Wasser traut, wird sogar mit dem Paddle-Board von der Crew herumgefahren. Die Korallen sind leider sehr kaputt, Klimawandel und weniger strenge Vorgaben für Ausflugsboote tragen ihren Teil bei. Ich trage wie immer meine lange Badekleidung und es gucken nur ein Mini-Stück Hals, ein Stück an den Füßen, bevor die Flossen kommen und die Hände raus… vermutlich Quallen-Bruchstücke (denn an eine der etwa Fußball-großen, gut sichtbaren, bin ich nicht gekommen) oder das was vom Kapitän als See-Läuse beschrieben worden sind, setzen mir sehr zu. Nicht zum ersten Mal bin ich froh lange Badeklamotten zu haben, am ganzen Körper hätte ich die Schmerzen nicht haben wollen :D selbst bereit gestelltes Essig hilft nur so semi. Wir ankern erneut in der Nähe zweier Inseln, die mit einer Sandbank verbunden sind. Vom Kapitän selbst werde ich auf dem Paddle-Board rüber geschippert, ich passe lieber noch mal ins Wasser zu gehen in der Nähe der Quallen. Der kleine Strand hat seinen eigenen Charme und natürlich haben die Thais sogar auf einer winzigen Insel eine Strandbar aufgestellt. Als letztes fahren wir in den Schatten von einem der Kalksteinfelsen. Da es hier keine Quallen gibt und ich das Paddle-Board mal ausprobieren will, geht es wieder ins Wasser. Ist tatsächlich schwerer als ich gedacht hätte, vor allem da ich ja direkt im metertiefen Wasser bin und nicht in Ufernähe. Kurz vor Sonnenuntergang geht am Horizont ein weiteres Gewitter runter, so dass die Sonne teilweise verdeckt ist, aber wann schwimmt man schon mal zum Sonnenuntergang im Wasser. Nach dem Abendessen an Bord, es ist mittlerweile stockduster geworden, wartet das letzte Highlight. Wer sich traut, darf in das völlig dunkle Wasser und mit Taucherbrille ausgerüstet, das leuchtende Plankton ansehen. Es sieht sehr anders aus, als was man von den Videos im Internet kennt, eher wie Glühwürmchen, die man im Wasser aufwühlt, aber wann kann man sowas schon mal sehen? Das Wetterleuchten am Horizont ist ebenfalls noch da und ein US-Pärchen, die auf Guam leben und ich wollen gar nicht mehr raus. Wir lassen uns treiben mit dem Blick auf den Horizont, um uns herum nichts als Schwärze. Mega cool. Wenn man abends an einem Strand  stehen würde, hinter sich die beleuchtete Uferpromenade, niemand würde auf die Idee kommen ins dunkle Meer zu laufen, aber hier, in der Nähe des Bootes, wo die Crew uns im Blick hat, fühlt es sich belebend und friedlich zugleich an. 

Zurück am Strand von Ao Nang, der keinen Anleger hat, man also wirklich direkt vom Boot ins Wasser ein- und aussteigt, bin ich froh ein Foto von meinem Roller gemacht zu haben, denn in dem Gewusel und eng geparkt, sehen die alle gleich aus.

Cliché Bild Thailand :DAffenbandekleine Wanderung Affenpfadauf zum Schnorchelausflug - das Boot wartet schonausgesetzt auf der InselRegenbogen

...geht es noch schöner?

Freitag, 04.04.2025

Direkt zum Sonnenaufgang um 06:30h sollen wir uns wieder am Bootsanleger einfinden, denn es ist eine Morgen-Tour geplant. Die Sonne scheint halb durch die Bäume und wirft ein magisches Licht auf den See. Zu dieser frühen Stunde sind nicht nur die kleinen Affen unterwegs, sondern man kann auch die Gibbons in den Bäumen hören. Wenn auch schwer zu sehen. Aber sie sind da. Es ist so unglaublich schön mit dem Licht, den Farben und dem leichten Spiel des Windes in den Bäumen. Ist der Motor aus, ist es so friedlich und still und nur die Tiere des Waldes sind zu hören. Für mich absolut paradiesisch! Unser Guide entdeckt eine Schlange in der Sonne am Ufer und wir lassen das Boot näher ran treiben, es soll wohl eine Königskobra sein. In der Elefantenbucht ist auch heute Morgen leider kein Elefant am Ufer und wir werden zum Bootshaus zurück gebracht, wo es Frühstück gibt. Wer möchte springt noch mal ins Wasser. Aber auch der schönste Ausflug muss zu Ende gehen. Wir werden zum belebte Anleger zurück gefahren und von dort zum Hotel, wo unsere Rucksäcke auf uns warten. Wir gönnen uns noch ein super leckeres Essen im Hotelrestaurant. Wo ich die Gelegenheit bekomme, die Suppe Kao Soi Suppe, die ich in Chiang Mai nicht geschafft habe aufzuessen, in nicht scharf zu bestellen und die ist soooo lecker. Was nicht ganz funktioniert ist, dass ich das Dessert direkt mit bestelle, so dass sie es nach der Suppe bringen könnten…. also esse ich abwechselnd Suppe und Kokos Eis :D 

Im offenen Foyer gibt es ein paar Holz-Regale. In einem schläft sonst eine Katze, so unbeweglich und reinpassend, dass ich schon davon überzeugt war, dass sie Deko ist. Nachdem sie heute Mittag leider nicht da ist, ist es wohl doch eine echte Katze :D Mit einem Van werde ich abgeholt und muss diesen magischen Ort verlassen. Die Fahrt nach Ao Nang zieht sich, auch wegen dem starken Sommerregen zwischendurch. Der Fahrer lässt jeden einzeln an seinem Hotel raus, meines hätte zwar zuerst gelegen, aber da er es nicht kennt, werde ich durch den ganzen Ort kutschiert, immerhin, bekomme ich dadurch die Gelegenheit das Meer noch mal bei Tageslicht zu sehen. Ja, endlich das Meer! Seit meiner Ankunft in Thailand vor nun fast 2 Wochen habe ich noch nicht einmal den Ozean gesehen :D endlich komme ich an meinem Hotel, oder besser B&B an, die Eigentümerinnen, eine Mama und ihre Tochter sind erneut unglaublich herzliche Thais. Als ich nach einem Waschsalon frage (die Sachen vom See sind teilweise noch klamm), werden sie mir in der Unterkunft selbst gewaschen, aufgehangen und in einem Wäschekörbchen zum Zimmer gebracht. Auch bekomme ich Tipps für einen Rollerverleih und welche seltenen Früchte gerade Saison haben, die man unbedingt probieren müsste (Spoiler, ich kaufe aus Versehen die falschen auf dem Markt). Ich gehe mir einen Roller leihen und erkunde ich Hauptstraße. Ao Nang soll anders als das nahe gelegene Phuket weniger voll mit Touristen sein. Ich finde, es sind eindeutig ausreichen! Viele Touristen haben natürlich auch den Vorteil, dass es viele Geschäfte gibt mit auch sehr schönen Souvenirs, Schmuck und Kleidung. Die Region Krabi ist berühmt fürs Kick-Boxen und hat eine erstaunlich große Event-Halle für die regelmäßigen Shows. Unermüdlich fährt den ganzen Tag ein Lautsprecherwagen die Küstenstraße auf und ab um zu werben (so laut, ob der Fahrer Ohrenschützer trägt? abgesehen davon, dass der die immer gleiche Durchsage sicherlich nicht mehr erhören kann). Ich interessiere mich allerdings mehr für den neben der Halle liegenden Abendmarkt, der unzählige Stände Essen in vielerlei Variationen anbietet. 

aufwachen im Regenwaldist das nicht magisch?!

Khao Sok Nationalpark - der schönste Ort auf Erden

Donnerstag, 03.04.2025

Heute geht es direkt nach dem Frühstück los zum Stausee der inmitten des Nationalparks liegt und worauf ich mich am meisten freue: direkt auf dem See im Regenwald übernachten umgeben von der Natur. Den Großteil des Gepäckes lässt man im Hotel, auf die Kanus dürfen nur Tagesrucksäcke mit kleinen Übernachtungssachen mitgenommen werden. Mit einem Van werden wir zum Anleger gebracht, dort geht es weiter mit den typischen Thai-Booten. Das Wasser hat eine unglaubliche, hellblaue Farbe und der saftig grüne Regenwald reicht bis ans Ufer. Die typischen Kalkstein-Klippen ragen dazwischen auf. Wir werden zum Bootshaus gebracht, wo wir übernachten werden. Schwimmend, in der Nähe des Ufers, gibt es sind die einzelnen Häuschen mit Stegen verbunden, dazwischen das ebenfalls schwimmende Restaurant und die Gemeinschaftswaschräume. Und wer hätte es gedacht, es gibt Telefon- und Internetempfang, im Nationalpark, auf einem See!! Wenn man das in DE wüsste…. Wir bekommen ein reichliches Mittagessen, sogar in vegetarisch/vegan. Dann dürfen wir ins Wasser. Oder man leiht sich ein Kanu aus. Man darf nur mit Rettungsweste aufs und ins Wasser, das schränkt etwas ein, aber direkt vom Zimmer aus ins Wasser springen können, wann macht man das schon mal?! Und natürlich auch hier, zum Nachmittag ein heftiger Regenschauer. Meine Zimmernachbarin und ich sind schon besorgt ob wir dann überhaupt die für später geplante Tour machen können, aber ich bin mir sicher, dass der Regen jetzt zum Mittag durchzieht und es später besser wird. Wird es! Mit dem Boot fahren wir die verschiedenen kleinen Buchten. Direkt 2 Buchten weiter wohnt wohl ein Elefant, den man beim Trinken und Baden sehen kann, wenn er denn da ist. Zwar sieht man Spuren, aber gerade ist keiner da. Weiter geht es zu besonders schönen Felsformationen am See, wie gemacht für die perfekten Fotos. Weil wir übernachten und nachmittags hier sind, ist es relativ leer, wenn Tagestouristen da sind, stehen hier die Boote wohl Schlange, sagt unser Guide. Wir fahren weiter zu einer Anlegestelle mitten im Nirgendwo. 2 Ranger sitzen dort und nehmen die Touristen entgegen. Es geht auf zu einer Wanderung zu einer Karsthöhle. Natürlich legt der Ranger, der das wahrscheinlich mehrfach am Tag macht, ein unglaubliches Tempo bergauf vor, mit meiner immer noch leichten Erkältung komme ich kaum hinterher…. in der Höhle sehen wir Fledermäuse, Spinnen, andere Insekten und sogar Schlangen. Bis auf die Fledermäuse sind die Tiere tatsächlich komplett weiß. In einer dunklen Höhle brauchen sie ja auch keine Tarnfarbe. Die Spinnen funkeln sogar wie kleine Edelsteine im Scheinwerferlicht. Der Weg zurück ist, bergab auf dem noch regennassen Boden, noch fieser. Am Ufer bringt uns unser Guide einen Cashew-Apfel. Zwar wusste ich, dass Cashews außerhalb der Frucht wachsen, aber dass man den „Apfel“ essen kann, wusste ich nicht. Er ist leicht säuerlich, aber saftig, Konsistenz wie Pfirsich etwa. Auf dem Weg zurück halten wir noch mal an der Bucht, wo der Elefant wohnt. Zwar zeigt er sich nicht, aber nur wenige Meter weg vom Ufer, im dichten Gebüsch, hört man eindeutig einen Elefanten Äste brechen und Essen und die Sträucher wackeln. Eigentlich darf man abends nach 18h nicht mehr ins Wasser, aber nach unserer schweißtreibenden Wanderung gewährt uns unser Guide eine Ausnahme und wir springen alle ins erfrischende Nass, bevor es zum Abendessen geht. Zwischen den Planken sind an mehreren Stellen Netze gespannt in denen Fische gehalten werden. Bereits mittags hatte ich gesehen, dass sie mit den Resten vom Mittag gefüttert werden. Und abends gibt es sie frisch gegrillt. Ich passe, wie auch meine Zimmernachbarin, die 3er Gruppe junger, sehr lustiger Briten freut sich über das mehr an Fisch. Schnell wird es dunkel abends und wir unterhalten uns noch eine Weile über dies und das. Zwar ist der Himmel hier im Süden viel klarer als im Norden, aber ein bisschen diesig ist es noch. Zwar sieht man Sterne, sehr viele sogar, ganz perfekt ist es allerdings nicht. Dafür entfernt wieder Wetterleuchten. Im Zimmer, das wirklich sehr einfach gehalten ist, lasse ich die Schiebetüren zum See komplett offen und erfreue mich daran in meinem geliebten Regenwald zu übernachten.

Stausee im NationalparkFelsen

Aufwachen im Regenwald

Mittwoch, 02.04.2025

Meine leichte Erkältung hat mich nicht sonderlich gut schlafen lassen. Zeitig werde ich wach und da ich ja auch morgens noch einchecken muss, schaue ich zur Rezeption. Der Ausblick im Tageslicht direkt von meiner Veranda lässt mich allerdings sofort alle Unannehmlichkeiten vergessen. Perfekt vom Regenwald eingerahmte Klippen und dazu ein kleiner Bach. Und endlich blauer Himmel! Viel schöner kann man nicht aufwachen. Als ich zur Rezeption komme und meinen Namen nenne, kommt direkt die Chefin, eine Schottin mit dem putzigsten Akzent überhaupt, und nimmt sich meiner missglückten Anreise an. Mit einer Engelsgeduld entschuldigt sie sich und empfiehlt mir 2 Touren für den Tag. Eine kleine Wanderung im Nationalpark und eine Nacht-Kanu Tour, die besser sein soll als eine Nachtwanderung. Mein Ärger des Abends war ja bereits mehr als verflogen von der Aussicht und ich bin gespannt auf die Touren. Nach einem Frühstück im offenen Restaurant mit Blick auf den Regenwald, mache ich einen kleinen Spaziergang übers Gelände der Hotelanlage, die wunderbar eingebettet ist in die Landschaft, die einzelnen Zimmerhütten aus Holz und Bambus. Unter Gesang der Vögelchen mache ich vormittags ein Nickerchen, das tut auch meiner Erkältung gut. Zum Mittag geht dann meine Regenwaldtour los. Mit einem Guide sind wir nur 2 Mädels und sehen Spinnen, Schlangen und Äffchen mit Nachwuchs in den Bäumen. Der kleine Fluss schlängelt sich durch den Wald und ein kräftiger Regenschauer lässt erinnern, dass wir im Regenwald sind. Der Guide zeigt uns auch die Pfade der lokalen Elefanten, die am Fluss trinken. Ich liebe den Regenwald einfach! 

Abends holt mich ein weiterer Guide ab und unterwegs sammeln wir im Pick-Up noch weitere Kanu Gäste ein. Als dann auch noch die Kanus auf den Truck kommen, wird es spannend, 2 junge Dänen werden zusammen mit den Kanus verladen, oben drauf sitzt einer der Guides, also Ladungssicherung sieht doch anders aus :D wir anderen werden auf der Rückbank des Pick-ups verladen. Die niederländische Familie erzählt mir, sie haben ein Haus geerbt in Phuket, sicherlich auch nicht der schlechteste Ort. Es ist bereits völlig dunkel als wir in die Kanus steigen, der Fluss ist zum Ende der Trockenzeit nur wenige handbreit tief und öfters müssen die Guides durchs Wasser waten. So spannend die abendlichen Tiere im Wald zu hören, Frösche, Schlagen (sogar in den Bäumen) und sich treiben zu lassen und über sich das schwarze Blätterdach und der Himmel. Unterwegs sammeln die Guides frisches Bambusrohr und binden es ans Kanu. Später werden wir noch anlegen und bekommen jeder einen aus Bambus frisch geschnitzten Becher und im Bambus Rohr wird Wasser gekocht, dadurch dass es noch grün ist, verbrennt es dabei selbst nicht. Wir bekommen Tee oder Kaffee. Mein Guide, den ich im Kanu ganz allein habe, versucht sich mehrfach im Scherz, dass ich die Schlangen und Frösche einpacken soll, wahrscheinlich hat er eher mit einem „ieehhh“ statt einem „jaaaa bitte“ als Antwort gerechnet :D Auf dem Rückweg werden wir wieder tetrisartig eingestapelt und zurück zum Hotel gebracht. Auch diese Guides kann ich bitten, noch mal am kleinen Supermarkt zu halten, damit ich mich mit weiteren Taschentüchern eindecken kann, durch die man hier schneller durch ist als durch Klorollen :D

ohne Worte schönHütte im RegenwaldWandern im Regen im Regenwald

Elefant zum Frühstück und Reise zum schönsten Ort, den ich je gesehen habe

Dienstag, 01.04.2025

Zum Frühstück hat man ich in dieser Lodge etwas ganz Besonderes ausgedacht, Elefanten füttern. Die Hütten sind leicht erhöht gebaut, so dass das wunderbar drapierte Frühstück auf einer Etagere sehr perfekt für Fotos mit Elefanten eingenommen werden kann. Oder besser gesagt, eigentlich füttert man ja die Elefanten. Natürlich mit dem vorher erworbenen Körbchen Bananen und Zuckerrohr. Das ist mal eine spannende Sache! Eine Einheimische kommt mit hübschen Kettchen und Anhängern wobei, es werden Fotos gemacht, die dann ausgedruckt und gerahmt ebenfalls angeboten werden. Dennoch wunderschön in der Kulisse.

Nach dem Frühstück kann man noch Tagestouren in die Region unternehmen oder man lässt sich die Tiere auf dem Gelände zeigen. Da ich abends zum Flughafen muss, nehme ich die Elefantentour. In kleinen Gruppen, wir waren 3 Touristen, werden uns auf einem weitläufigen Gelände einige Elefanten vorgestellt, man darf Fragen stellen und natürlich wieder füttern. Es gibt zwar jeweils einen Zaun, aber ich habe mehr das Gefühl, der ist, damit die Elefanten vor den Touristen geschützt sind. Die Elefanten wissen genau was sie dürfen und wo sie stehen müssen. Es sind übrigens alles Weibchen. Ich wusste schon aus unseren heimischen Tierparksendungen, dass männliche Elefanten schwer zu halten sind, spätestens wenn sie in der Musth sind, eine hormonelle Phase in der sie eher aggressiv sind. Aber auch die Weibchen, da sie nicht als Familien aufgewachsen sind, sondern zusammengewürfelt sind, verstehen sich nicht immer untereinander. So passen ihre Pfleger auf, welche sie zusammen als Grüppchen halten, da sie ja doch sehr soziale Tiere sind. Wir Touristen dürfen neben Füttern auch eine Art Medizin herstellen, bestimmte Pflanzen, die wir mit einem übergroßen Stößel matschen und verrühren dürfen. Es gibt auch eine kleine Wanderung durch den angrenzenden Wald. Eine unserer Elefanten Damen hat anscheinend ein paar Mückenstiche, sie schnappt sich in aller Ruhe ein paar Büschel Blätter und klopft sich ab und schubbert sich an den Bäumen. Der Mahut lässt sie gewähren und wir warten halt bis sie zufrieden ist mit der Körperpflege und weiter gehen möchte. Ein „Highlight“ ist die Möglichkeit mit den Elefanten baden zu gehen. Auch hier wusste ich aus unseren Tiersendungen, dass Elefanten durchaus gerne ins Wasser machen. Unser Guide ist verwundert als ich gar nicht mit reingehen will und als ich ihm sage, dass ich weiß, dass sie ins Wasser machen, lacht er, denn gerade in dem Moment passiert es. 

Ein Wort zur ethischen Vertretbarkeit: selbstverständlich brauchen Elefanten keine Touristen die sie füttern und baden. Und mit Sicherheit sind auch nicht alle dieser Elefanten früher Arbeitselefanten gewesen. Schließlich werden ja auch Jungtiere gezogen, um Touristen zu erfreuen. Aber, ich hatte wirklich den Eindruck, dass man sich gut um die Tiere kümmert und kein Zwang ausgeübt wird. Jahrhundertealte Tradition, also der Umgang von Mensch mit Arbeitstier, wird man nicht so schnell abstellen können. Die Menschen müssen ja auch von etwas leben. Durch den Menschen sind die Wälder auch nicht mehr groß genug, dass alle Elefanten frei leben könnten. Hier bekommen sie wenigstens Futter und Versorgung. Ein sanfterer Umgang ist definitiv besser als das frühere Reiten für Touristen und der Einsatz als Arbeitselefanten. Dennoch appelliere ich an jeden Leser: Bitte informiert euch vorab welche Elefanten Touren ihr anseht. Im Internet recherchieren! Nicht jede die „öko“ oder „ethisch“ heißt, ist es auch. Das gilt auch für Touren zu den Karen Hill Tribes und anderen Einheimischen. Informiert euch, sprecht mit den Menschen, sie sind meist stolz auf ihre Arbeit und ihren Lebensstil. In einer besseren Welt, dürfen alle Elefanten frei leben und die Menschen haben genügend Auskommen um im Einklang mit der Natur leben zu können. Bis dahin freue ich mich darüber, dass es zumindest den Anschein macht, dass man sich dort bemüht und sich gut kümmert.

Nach einem letzten Besuch bei einem Elefantenbaby mit Mama und älterer Schwester, werden wir an der Lobby abgesetzt. Regelmäßig gehen Fahrten zurück nach Chiang Mai. Ein paar Amerikaner und Kanadier und ich werden auf die überdachte Ladefläche eines Pick-Ups geladen. Gerade die etwas älteren Amis sind erst verwirrt, unterwegs stellen wir aber fest, dass es im Pick-Up luftiger ist als in den Kleinbussen, wo die Klimaanlage nur mäßig funktioniert. Ich werde am Flughafen abgesetzt, wo ich mich erst mal mit Taschentüchern eindecke, denn irgendwie haben die Klimaanlagen es nun doch geschafft, dass mir die Nase läuft. Thai-Taschentücher sind allerdings mehr so zum Einmalgebrauch. Mein Flug nach Surat Thani verläuft problemlos und während andere Inlandflüge ähnlich wie bei uns kein Essen anbieten, bekommt man bei Thaiairways einen erstaunlich guten Snack. Am Flughafen werde ich von meinem eigenen Fahrer mit Abholschild abgeholt :) Ich frage ihn ob wir unterwegs an einem 7/11 vorbeikommen, da ich im Flug meine Taschentücher bereits verbraucht habe. Und ich frage ihn, ob es am Hotel noch Essen gibt, weil wir spät ankommen werden. Es gäbe noch Essen ja, und am 7/11 kauft er direkt selbst noch Katzenfutter ein. Nach 21h komme ich in der Regenwald Lodge an. Ich hatte bereits vor Monaten und noch mal vor ein paar Tagen nach Tagestouren gefragt und immer wieder hieß es, ich soll beim Einchecken fragen und - Überraschung - es ist keine Rezeption mehr da und auch kein Restaurant. Der Barkeeper soll mir das Zimmer geben. Da ich nun keine Touren buchen kann und auch kein Essen mehr bekommen würde, kommt ein Mitarbeiter, der eigentlich schon frei hat und kümmert sich. Zwar kann er mir keine Touren mehr buchen, verspricht mir aber, dass man mir morgens noch welche spontan anbieten kann. Er bestellt mir sogar Essen und bringt es mir persönlich. Ich habe natürlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass er auf der Veranda vor der Glastür wartet bis ich mit Duschen fertig bin, bin ich froh, dass ich ausnahmsweise mal ein Handtuch um habe, der arme Kerl! Richtig rührend, wie er sich ein Bein ausreißt, quasi, um mir die etwas schief gelaufene Anreise angenehmer zu gestalten.

Elefanten zum FrühstückElefant bei der Körperpflege

Im Nationalpark Doi Inthanon

Montag, 31.03.2025

Heute werde ich bereits zeitig am Hotel abgeholt. Meine nächste Nacht werde ich in einem Elefanten „Sanctuary“ verbringen und wollte den Anreisetag gerne noch mit einem Ausflug nutzen. Man schickt mir meinen persönlichen Guide, der mich fährt und mir alle Fragen geduldig beantwortet. Er hält sogar an Coffeeshops für einen Snack. Zunächst einmal fährt er mich allerdings zu einem der Wasserfälle im Nationalpark, der auch jetzt in der Trockenzeit beeindruckend ist. Dann lässt er mich an einem Sammelpunkt raus, an dem eine einheimische Führerin mich entgegen nimmt. Ihr English ist gebrochen, aber mit Händen und Füßen können wir uns verständigen. Sie zeigt mir einheimische Pflanzen und Tiere und die Felder auf denen früher Opium angebaut wurde, heute aber Erdbeeren und Rosen. Sie ist ziemlich flink unterwegs und ich bin froh, dass man mir am Eingang einen Bambusstock als Wanderstock gegeben hat. Der Weg verläuft teilweise über Holzplanken und unterwegs kommen wir an einer Stelle vorbei an der ein Feuer schwelt. Zu meinem Erstaunen hat sie Handyempfang mitten im Dschungel und ruft ihre Kollegen an. Sie versucht so gut wie möglich es mit ihrer Wasserflasche zu löschen. Da Thais anscheinend wohl immer zuerst an den Gast denken, bringt sie mich jedoch erst mal zu einem nahe gelegenen wunderschönen Wasserfall, an dem sie bittet nicht ins Wasser zu fallen und mich zurücklässt, damit ich da die Aussicht genießen kann. Sie eilt zurück zum Feuer, will sich wohl vergewissern, dass sie es löschen konnte. Als sie nach einiger Zeit nicht zurück ist, gehe ich ihr nach. Einer meiner Wasserflaschen fülle ich noch am Wasserfall auf zum ggf. weiteren Löschen. Tatsächlich ist sie noch dort und hat sogar versucht mit ihrem eigenen Jäckchen, welches sie ins Wasser getaucht hatte, das letzte Schwelen zu löschen. Meine Wasserflasche ist eine willkommene Unterstützung für ihre Mühen. Nach mehreren Gängen zum Wasser holen und Löschen scheint sie halbwegs beruhigt zu sein. Von den Planken sind nur wenige Stellen verkohlt und der Weg ist noch benutzbar. Wir können weiter ziehen. Sie zeigt mir die traditionellen Reisfelder, die zu dieser Jahreszeit trocken sind. Vom Wasserfall haben sie einen Graben entlang des Weges, mit denen sie die Felder dann wässern können. Jetzt im März grasen Rinder die letzten Stängel ab und hinterlassen zeitgleich Dünger. Das würde ich wirklich gerne eines Tages mal in vollem Grün sehen. An Ende des Weges, erhalte ich einen traditionellen Kaffee und ein Mittag in einem Dorf des lokalen Bergvolkes. Ich bin froh zu sehen, dass sie nicht verkleidet mit bunten Kostümen oder gar dem Hals verlängernden Schmuck für Touristen ihrem Broterwerb nachgehen, sondern für mich relativ entspannt und nicht genötigt wirken. Mein Guide sammelt mich wieder ein und wir fahren weiter zum höchsten Gipfel Thailands, dem Doi Inthanon mit 2.565m. Und wer hätte es gedacht, es geht eine Straße bis zum Gipfel! Es ist merklich kühler als im Tal und endlich sehe ich wieder blauen Himmel, wir sind über dem Smoke der Felderverbrennung. Hier oben sehe ich auch die einzigen „Einschränkungen“ vom Erdbeben, das Klohäuschen ist gesperrt, weil man es erst ansehen will. Aber Schäden kann ich von außen keine erkennen. Und natürlich gibt es am Gipfel einen Tempel. Und ein Observatorium. Und ein Stückchen weg vom Gipfel noch einen neuen und großen Tempel, zu Ehren des Königspaares, ein bisschen überdimensioniert. Aber auch Buddhas Geschichte wird erzählt. Auf dem Weg zum Elefanten Resort hält mein Guide erneut an einem perfekt gelegenen Coffeeshop, direkt neben einem Aussichtpunkt über die Wälder und Felder der Region, sogar mit Glamping Plätzen und wie er mir erzählt, übernachten dort auch die Einheimischen gerne. Die kurvenreiche Straße bringt mich allerdings an meine Grenzen… Am Nachmittag werde ich an der Lodge abgesetzt und befinde mich mitten zwischen teilweise frei umher laufenden Elefanten. Zwar lerne ich später, dass sie alle ihren eigenen Mahut – Führer – haben, da sie aber wirklich gut erzogen sind, laufen sie mehr oder weniger frei zwischen den Hütten herum ohne aufdringlich zu sein. Bereits zum Abendessen kaufe ich 2 Körbchen mit Bananen und Zuckerrohr und freue mich auf eine Nacht in einer Bambushütte am Fluss. Die Hütte ist zwar offen, aber durch das Fliegengitter habe ich keine Probleme mit Insekten. Es gibt sogar eine warme Dusche und Strom zum Handy laden. Was ich allerdings unterschätzt habe, so romantisch „Hütte am Wasserfall“ klingt, das rauschende Wasser ist lauter als die ohnehin schon lauten Zikaden. Ich habe teilweise nur mit Ohropax schlafen können. 

WasserfallWasserfallWanderweg mit Einheimischernoch ein Wasserfallhier wurde wohl sogar mal ein Film gedrehtflink unterwegs mein Guideim NationalparkAussicht und blauer HimmelHütte am FlussAbendstimmung bei den Elefanten

Morgenmarkt und Rollerausflug

Sonntag, 30.03.2025

Chiang Mai ist auch berühmt für seine Märkte. Und sonntags gibt es einen der bereits ab 6:30h beginnt und neben wirklich schönen Souvenirs, Kleidung und Schmuck, einen Gemüsemarkt und Frühstücksstände hat. Bereits um 7:15 bin ich mit dem Roller dort. Wie ich um 8h an einem Stand mit ungefähr 50 verschiedenen kleinen Gerichten anstehe für ein Brunch-artiges Frühstück kommt eine Durchsage, die ich natürlich nicht verstehe. Sekunden später steht jeder Thai still als auch noch Musik gespielt wird. Ich vermute mal die Nationalhymne. Damit hatte ich auch nicht gerechnet. Für den restlichen Tag habe ich eine Roller-Tour geplant, die einmal ab Chiang Mai durchs Hinterland geht. Zwar ist es noch immer ziemlich diesig durch den Rauch, aber ansonsten hatte ich alles andere angesehen. Also düse ich los. Vorbei an Tempeln, Wäldern, kleinen Örtchen, einem Wanderweg zu einem Wasserfall, der leider für 2 Monate geschlossen ist jetzt in der Trockenzeit. Zwar fällt es mir mit meiner eh schon lädierten Hand (Karpaltunnel und so) schwer das Gas so lange zu halten, finde es aber dennoch super spannend abseits der Stadt unterwegs zu sein. Verkehr ist kaum und ich komme gut durch. In einem kleinen Örtchen am Weg hole ich mir Wasser und einen Snack vom 7/11 und entdecke den royalen botanischen Garten, der zu einem Besuch einlädt. Während wir zuhause Tropenhallen haben, fragt man sich, was sie wohl hier in den Gewächshäusern anpflanzen. Tatsächlich gar nicht so unähnlich den unseren, ein Gewächshaus für Fleischfressende Pflanzen (ja unbeschadet überlebt), eines für Kakteen (mit so sinnigen Schildern wie „Kinder festhalten“) und ein Haus nur für Lotusblumen (in unglaublicher Farbvielfalt). Und natürlich ein Outdoor-Bananengarten. Zurück in Chiang Mai muss ich den Roller leider wieder abgeben, denn morgen geht es weiter. Aber abends gehe ich noch auf den night market, bei dem sogar mehrere Straßen gesperrt werden. Ich glaube ich war noch nie auf einem so großen mobilen Markt wie diesem. Sogar die Tempelanlagen hatten teilweise Stände. Es gibt alles Mögliche an Essen und Souvenirs, ich sehe Thai Tänzerinnen und natürlich Thai Massage. Aber nicht nur 3-4 Plätze, teilweise gleich mal 20-30 Liegen. So spannend und schön und das in lauer Sommerluft.

Brunch auf dem MorgenmarktBananenblüteTempel am AbendTempelbild

Tempelpilgerpfad – zu Fuß den Berg hinauf

Samstag, 29.03.2025

Chiang Mai hat auch außerhalb der Stadt besondere Tempel. Einer davon auf den umgebenden Bergen, die Ausläufer des nahegelegenen höchsten Gipfels Thailands sind. Natürlich könnte man die äußerst kurvenreiche Straße nehmen, per Roller oder überteuertem Pick-up-Truck. Oder man wandert. Darauf hatte ich mich schon daheim gefreut. Also fahre ich mit dem Roller etwas aus der Stadt raus zum Beginn des Wanderweges und ich bin tatsächlich erst der 2. Roller am Wanderparkplatz. Es ist morgens um 8h und schon gut warm. Noch später will man das doch wirklich nicht mehr machen. Es geht bergan durch den Wald, Tempelfahnen weisen den Weg. Schon früher wurde der Weg wohl von den Einheimischen genutzt. Auf halben Weg zum Gipfel liegt noch ein kleinerer Tempel. Geschmiegt zwischen eine Quelle, dem Berg und dem Wald sind mehrere kleine Schreine verteilt. Sie passen so unglaublich gut in die Natur, als seien sie mit ihr erschaffen worden. Ein schlauer Tempelhund geht von Tourist zu Tourist und holt sich Streicheleinheiten ab. Ganz was seltenes, die meisten Hunde in Thailand haben sich nicht streicheln lassen wollen. Nun habe ich aber noch nicht mal die Hälfte des Weges geschafft, also muss ich weiter. Und es wird tatsächlich schlimmer. Ein völlig ausgewaschener steiler Pfad. Dann kommt auch noch ein Schild, das den Weg im März und April als gesperrt ausweißt. Ein einheimisches Pärchen meint aber trocken, es sein kein Problem, ich solle weiter gehen. Kurz vor dem Erreichen des oberen Tempels kommen die üblichen Souvenir- und Snackstände, die übrigens auch die Einheimischen gerne nutzen. 2 junge Thais quatschen die Touris an und preisen ihre kalten Getränke an, ich glaube ich war noch nie so froh auf einen Stand zu treffen und ich gönne mir einen sehr großen Becher frischen Eiskaffee und eine neue Flasche Wasser, nachdem ich meine beiden bereits gut gelehrt hatte. Wer nun dachte, dass man angekommen ist, irrt. Es geht weiterte 309 Stufen müssen überwunden werden, bis man oben ist. Selbst die Touristen, die mit dem Auto gekommen sind, haben zu kämpfen. Die Stupa und weitere Teile des Tempels sind vergoldet und leuchten dadurch wunderschön. Es gibt auch eine Aussichtsplattform nach Chiang Mai, aber durch den Dunst war die Stadt leider kaum zu erkennen bzw. nicht gut genug für Fotos. Wie komme ich jetzt wieder runter? Der 2. Teil des Weges war so unglaublich schlecht, dass ich den wirklich nicht wieder runter gehen möchte. Eines der teuren Taxis wollte ich auch nicht nehmen, da mein Roller am Wanderweg steht, welcher ein Stück weg von der Straße in die Stadt beginnt. Also rufe ich mir ein „uber“ bzw. „grab“ wie es in Thailand heißt und beschließe mich auf der halben Höhe beim kleineren Tempel absetzen zu lassen. Und in der Tat ist diese Fahrt teurer als jede Fahrt vom Flughafen zum Hotel oder sonstige Fahrten, wenn ich mal ein Tuk tuk genommen habe. Touri-Falle halt. Der Weg vom mittleren Tempel nach unten läuft sich dafür sehr angenehm und alsbald bin ich zurück bei meinem Roller. Ich fahre noch weitere etwas abseits gelegene Tempel an, darunter einer mit überdimensionierten Statuen, ebenfalls auf einem Berg du schon von weitem aus Chiang Mai sichtbar und schaffe es tatsächlich, dass ich keine Tempel mehr ersehen kann (zumindest nicht für ein paar Tage). 

Tempelpfad - DschungeltempelTempelpfadBergtempelTempel auf dem Berg in Chiang MaiBergtempelStadttempel

Vögel, Tempel, Erdbeben

Freitag, 28.03.2025

Ich werde morgens um 6h (außer von meinem Wecker) von dem wunderschönen Ruf eines Asien-Koels-Vogels geweckt, und das mitten in der Stadt! Ich liebe Chiang Mai jetzt schon! Ich wollte unbedingt nach Chiang Mai weil der Stadt ein exzellenter Ruf einer optimalen Stadt für Digitale Nomaden vorauseilt, und nachdem ich meine Bachelorarbeit zu dem Thema geschrieben habe, musste ich das sehen und erleben. Die Innenstadt ist umgeben von einem Wassergraben, wie eine alte, rechteckige Zitadelle, es gibt Tempel an jeder Ecke und eine unglaublich relaxte Stimmung in der Stadt. Zunächst mache ich mich zu Fuß auf um mir die verschiedenen Tempel, die verteilt über die Stadt sind, anzusehen. Zum Mittagessen gehe ich in einen ebenerdigen Imbiss um eine lokale Spezialität zu probieren, eine Kao Soi Suppe, dazu einen Eiskaffee. Womit ich natürlich nicht gerechnet habe, dass die Suppe scharf ist. Sehr lecker, aber leider zu scharf für was ich vertrage, bevor ich Migräne bekomme. Ich esse also so viel wie ich runter bekomme, bevor ich aufgeben muss. Zum „kühlen“ meines Mundes bestelle ich mir ein Eis. Und da geht es auch schon los, ich beginne zu schwanken und frage mich, ob ich die Suppe tatsächlich nicht vertrage. Komischerweise schwanke nicht nur ich, sondern auch die Ventilatoren an der Decke. Und die Lampe. Wie ich noch mit meinem Gefühl kämpfe, dass es mir gerade den Kreislauf raus haut, sehe ich, dass die anderen Gäste aufstehen und nach draußen laufen. Das Schwanken bin nicht ich, es ist ein Erdbeben! Zwar wackelt alles, aber nicht so, dass Gegenstände aus den Regalen fallen würden oder die Suppen auskippen. Als ich endlich den Mut fasse auch nach draußen zu gehen, weil ich mir sicher bin, dass es nicht mein Kreislauf ist, der mich gleich zu Boden gehen lässt, ist es auch schon vorbei. Zwar fällt in diesem Moment der Strom aus, aber Schäden sind keine zu sehen und Panik hat auch niemand. (Wo sind eigentlich die beiden Mädels hin, die eben noch neben mir gerade erst ist Essen bekommen haben?). Der Kellner bringt mir mein Eis. Ein Gast beschwert sich, dass nun kein Ventilator mehr geht und beim leichteren Nachbeben 6min später steht schon niemand mehr auf um auf die Straße zu gehen. Ich schaue auf den Seiten der Erdbebenstellen nach und sehe, dass das Erdbeben im benachbarten Myanmar sein Epizentrum hat. Ich unterhalte mich mit den Kellnern und sie versichern mir, dass sie sowas auch noch nicht erlebt haben. Allerdings zeigen sie mir das Video des Hochhauses in Bangkok. Erst wenige Tage zuvor war ich auf dem Markt in der Nähe und stürzt dort ein Hochhaus einfach ein. Später werde ich in den Nachrichten lesen, dass Bangkok wohl einen besonderen Boden hat, der Schockwellen leider besonders gut überträgt und sehe die Videos der schwankenden Hochhäuser und überschwappenden Pools. So schlimm sah es in Chiang Mai wirklich nicht aus, obwohl näher dran. Heute weiß man auch, dass das betroffene Hochhaus Baupfusch hatte und die Arbeiter vermeidbar ihr Leben verloren haben. Abends leihe ich mir noch einen Roller aus und schaue mir einen der großen Tempel im warmen Abendlicht der untergehenden Sonne an. Richtiggehend magisch. 

Chiang MaiTempel in Chiang MaiAbendsonne in Chiang MaiElefantentempel in Abendsonne in Chiang Mai

Weißer Tempel, blauer Tempel, Bus nach Chiang Mai

Donnerstag, 27.03.2025

Der weiße Tempel Chiang Rais liegt etwas außerhalb der Stadt und ist außer mit einer Tour eigentlich nur mit dem Roller (oder Auto) sinnvoll zu erreichen. Die Straße aus der Stadt gleicht einem Highway, am Rand ist allerdings immer ein breiter Seitenstreifen auf dem die langsamen Roller relativ sicher fahren können. Der Eingang zum Tempelkomplex liegt auf der hinteren Seite von der Straße aus und ich bin mehr als überrascht, dass auf der Vorderseite, wo man den Tempel selbst mit seinem tollen Eingang sieht, keine Mauer oder Zaun ist und man sich quasi kostenfrei den Tempel von außen ansehen kann. Nun besteht der Tempelkomplex aus mehreren Teilen und der Eintritt ist nun wirklich nicht teuer mit 100 Baht (ca 2,70€). Der Tempel selbst ist noch relativ neu (ca 30 Jahre) und auch noch nicht komplett fertig gestellt. Beziehungsweise ist ein Neubau eines an dieser Stelle stehenden Tempels, der renovierungsbedürftig war. Anders als die meisten anderen Tempel ist dieser fast komplett weiß und silbern. Einige Gebäude auch golden. Es gibt Spiegelscherben die zusätzlich das Licht reflektieren. Der Künstler selbst ist auch noch ein Pop-Art Fan, und neben der mehr oder weniger traditionellen Bemalung im Inneren gibt es moderne Superhelden, westliche Idole und Großereignisse. Leider dürfen innen keine Fotos gemacht werden. Sonst hätte ich euch auch den bewegungslosen Mönch vorm Altar fotografiert, bei dem ich Tage später noch gerätselt habe ob der echt und extrem stillsitzend war oder eine unglaublich realistische Wachsfigur…. Neben den wunderschönen Gebäuden selbst gibt es auch noch Gärten. Richtig magisch, vor allem im morgendlichen Licht. Auf dem Weg zurück nach Chiang Rai habe ich noch an einem Tempel mit einer riesigen weißen Buddha Statue halt gemacht, die man kilometerweit sehen kann, bevor ich zum „blauen Tempel“ gefahren bin. Auch dieser Tempel entstand an einer Stelle eines alten, verlassenen Tempels und wurde von einem Schüler des Künstlers des weißen Tempels geschafften und ist ebenfalls noch im Bau. Auch dieser Tempel ist extrem farbig, in tiefem blau und gold. Zwar kleiner als der weiße, aber dennoch genauso auffallend (und weil später am Tag, überladen mit Touristen). Noch weiß ich ja nicht, dass ich es in meinem nächsten Ort Chiang Mai fertig bringen werde mich gefühlt an Tempeln zu überglotzen, aber wenn wir ehrlich sind, sind alle Tempel einzigartig und gleichen sich nur auf den ersten Blick. Um nach so viel Farbenpracht noch etwas traditionelleres zu sehen, fahre ich noch mal zu dem kleinen, begrünten Tempel und schaue den Nachwuchsmönchen bei ihrer Gartenarbeit zu. Leider habe ich den Mönch vom Vortag nicht noch mal gesehen um ihm zu sagen, dass sein Tempel mindestens mit den berühmten Chiang Rais mithalten kann. Bevor es Zeit ist den Bus zu nehmen, gebe ich natürlich noch den Roller ab, der mir so gute Dienste geleistet hat. Der Busbahnhof ist wie jeder andere auch, allerdings überrascht mich der Reisebus. Statt 4 Sitzen, gibt es nur 3 je Reihe und unglaublich bequem zum Zurücklehnen mit Beinfreiheit. Leider werden die Vorhänge zugezogen, so dass ich unterwegs nicht raussehen kann. Dann eben ein Nickerchen auf der gut 4h Fahrt. Abends komme ich in Chiang Mai an, checke in mein zauberhaftes B&B ein, und erkunde noch ein bisschen die nähere Umgebung bevor ich mir vom Nachtmarkt direkt vorm Hotel etwas zu essen hole und vom Balkon der Livemusik lausche.

Weißer Tempel 1Weißer Tempel 2Weißer Tempel 3Weißer Tempel 4goldener Tempel beim weißen Tempelblauer Tempel 1blauer Tempel 2

Auf nach Chiang Rai

Mittwoch, 26.03.2025

Thailand hat natürlich noch viel mehr zu bieten als Bangkok, also geht es für mich in den Norden. Zurück zum Flughafen und nach Chiang Rai. Zwar ist Chiang Rai eher klein, aber es gibt 2 ganz berühmte Tempel, die man gesehen haben muss und ein paar kleinere. Mein Hostel mit dem erneut unglaublich hilfsbereiten Personal liegt direkt am Abend-Markt und in der Nähe des Busbahnhofes. Man organisiert mir einen Roller, der direkt zum Hostel gebracht wird und ich hole mir für den nächsten Tag schon mal ein Busticket nach Chiang Mai. Ich bin kaum zurück, ist auch schon der Bote mit dem Roller da. Papiere ausfüllen, Kaution hinterlegen (50€ plus 6,50€ Miete für 24h), Fotos machen vom Zählerstand und bereits vorhandenen Kratzern. Und schon kann es losgehen. Erst rolle ich noch mal etwas durch die Seitenstraßen um ein Gefühl zu bekommen, bevor ich mich auf meine Route zu den Tempeln wage. Mein Fahrlehrer hatte mir noch gesagt, dass man an der Tankstelle einfach sagt wieviel man möchte und es wird aufgefüllt vom Tankwart. Das ist eine spannende Sache, Benzin ist ja relativ günstig und es gibt keine Cent Münzen in Thailand, also muss der Tankwart auf glatte Beträge füllen können, auch wenn die Anzeigen der Zapfsäulen wie bei uns Nachkommastellen haben. Ganz ehrlich, gut, dass ich das nicht selbst machen muss :D Ich schaue mir einen kleineren Tempel an, der viele Bäume und Pflanzen hat. Ich hatte gelesen, dass Mönche ein spezielles Ritual machen müssen, wenn sie von einer Frau angesprochen werden, darum war ich auch bereits in Bangkok darauf bedacht lediglich zu lächeln und der thailändischen Verbeugung zur Ehrerbietung zu folgen. In dem Tempel spricht mich tatsächlich ein Mönch an. Er hat eine Eintrittskarte in der Hand von dem berühmten weißen Tempel der Stadt, ob ich dort schon gewesen sei und was ich für seinen Tempel an Eintritt zahlen würde. Ich bin so perplex, dass er mich anspricht, dass ich es nur schaffe zu sagen, dass ich gerade erst angekommen bin und ich sicherlich das gleiche zahlen würde… nun ist sein Tempel viel älter und kleiner, aber ehrlich gesagt, auch dieser Tempel ist wunderschön und vielleicht sogar noch schöner durch seine traditionelle Erhabenheit. Ich mache noch einen Abstecher zu einem Tempel auf einem Hügel auf dem man einen tollen Blick über Chiang Rai hätte, wenn nicht wie überall im Norden noch Feuersaison wäre, bei dem die Felder abgebrannt werden vor der nächsten Regensaison und dem entsprechenden Dunst. Ich habe seit meiner Ankunft in Thailand noch keinen blauen Himmel gesehen und werde auch noch weitere Tage keinen sehen. Abends esse ich noch auf dem Nachtmarkt bevor ich schlafen gehe, denn am nächsten Morgen möchte ich zeitig los zum berühmtesten Tempel der Stadt bevor die Touristenmassen eintreffen.

Chiang Rai TempelChiang Rai Tempel 2Blick über Chiang Rai

Tagesausflug, oder auch nicht, und Alternativplan

Dienstag, 25.03.2025

Eine Bestätigung per Email hatte ich vom Buchungsportal erhalten, einen Abholort (an einem anderen Hotel) hatte ich auch erhalten, also bin ich zur angegebenen Uhrzeit zeitig morgens dort. Vor einem fremden Hotel sitzend (vorher noch dem Security erklärt was ich da tue) warte ich also. Und warte. Natürlich werde ich nicht abgeholt. Tourenportal und Tourenanbieter hatten wohl ein Kommunikationsproblem und ich bin umsonst um 5Uhr aufgestanden. Was nun tun mit dem angefangenen Tag? In Bangkok gibt es zwar Metro und Busse, aber nicht das ganze Stadtgebiet ist angeschlossen, so dass weite Strecken auch mal zu Fuß gegangen werden müssen. Zunächst laufe ich zurück zu einem Stadtpark in dem freilebende Warane in den Teichen leben. Mitten im Stadtgebiet. Da ist es erst 8 Uhr morgens. Dort genieße ich die etwas bessere Luft und etwas ruhigere Gegend ein bisschen abseits des allgegenwärtigen Verkehrs und Trubels. Ich überlege mir, dass ich in den kleineren Städten Thailands besser einen Roller leihe um von Tempel zu Tempel zu kommen. Aber ich kann nicht Roller fahren. Also suche ich mir spontan eine Fahrschule. Diese ist relativ nah am Stadtpark, nur eine 1h laufen und ich gehe hin um nach einem Termin am heutigen Tag zu fragen. Ich habe Glück und bekomme einen Termin für nachmittags angeboten. Um die Zeit bis dahin tot zu schlagen, erfrische ich mich im Hotel, esse wieder lecker vegan zum Mittag, schaue mir China-Town an und laufe wieder zurück. Ein Thai-Fahrlehrer erklärt mir in Trockenübung wie das Anfahren funktioniert ehe er mich auf einer komplett ruhigen Seitenstraße 45min nur auf und ab fahren lässt. Erst dachte ich mir, wie langweilig, aber mir fällt auf, dass das wirklich sinnvoll und nötig so ist, anrollen, abbremsen, wenden, blinken, andere Verkehrsteilnehmer beachten. Nach einem kleinen Anrempler zwischen Straßenschild und Mauer, bei dem der Roller einen Kratzer bekommt und ich eine Beule, bin ich froh noch ein Weilchen einfach nur auf und ab zu fahren. Die zweite Stunde geht es dann in den Straßenverkehr. Ich muss dem Fahrlehrer hinterherfahren. Zum Glück wählt er ebenso ruhige Seitenstraßen, wenn auch mit einigen Malen Abbiegen. Zu meinem Schreck wählt er nach ein paar Mal die kleinen Straßen plötzlich eine Hauptverkehrsstraße…. Aber auch das geht erstaunlich gut ☺ zurück in der Fahrschule frage ich noch nach ein paar Verkehrsregeln. Zwar sind die theoretisch wie in DE, also z. B. Halten, wenn jemand am Zebrastreifen steht, aber die Thais legen das etwas weniger strickt aus, habe eigentlich fast nie jemanden halten sehen, wenn die Fußgänger nicht von selbst direkt auf die Straße gelaufen sind…. Nach 2h habe ich es geschafft. Und ich muss sagen, ich bin froh es gemacht zu haben, denn für meine späteren Reiseziele brauche ich wirklich einen Roller um flexibler zu sein. Abends bin ich dann noch in eines der größten Shopping-Center Bangkoks gefahren, die haben 10 oder sogar 12 Etagen, ihren eigenen Bootsanleger und Flagshipstores sogar von Automarken im Center. Allein der Foodcourt im Erdgeschoss ist größer als manches Center bei uns und alles mega frisch und mit viel Auswahl. Ich habe allein 12 japanische Restaurants und Imbisse gezählt. Ich hole mir super frisches Sushi für einen günstigen Preis und gefühlt eine Tonne frisches Obst. Von der Dachterrasse hat man einen tollen Blick über Bangkok. Das Ding ist so groß, dass man ewig braucht um wieder heraus zu finden, so dass ich die letzte Fähre und den letzten Bus verpasst habe. Also laufen zur Metro. Am Ende des Tages habe ich 24,5km auf der Uhr :D

Bangkok bei Nacht - König an HausfassadeStadtparkbewohner in Bangkok

Alte Hauptstadt Ayutthaya

Montag, 24.03.2025

Heute gehe ich bereits morgens los um mit den örtlichen Zügen nach Ayutthaya, der alten Hauptstadt nördlich von Bangkok zu fahren. Mit Händen und Füßen und Thais, die erstens immer hilfsbereit sind und wahrscheinlich auch an Touristen und deren typische Fragen gewöhnt sind, kaufe ich mir ein Ticket. Sogar mit Sitzplatznummer. Allerdings passt der klapprige, alte Zug dazu so gar nicht zum modernen und überdimensionierten Bahnhof. Auch Einheimische nutzen ihn. An einer Station steigt eine Frau ein mit einem Körbchen voll geschältem und eingepacktem Obst. Ich greife zu und nehme bereits gepuhlte Pomelo. Die Fenster im Zug sind offen und es ist während der Fahrt ohrenbetäubend laut. Witzigerweise sind die Deckenventilatoren dennoch eingeschaltet. Draußen nimmt das Stadtgebiet Bangkoks ab und weicht Feldern und Dörfern, dazwischen eine Neubautrasse, wobei ich mir nicht sicher bin ob für Zug oder Autobahn. In Ayutthaya sind es vom Bahnhof ca 5km zur alten Tempelanlage. Eigentlich wollte ich laufen und die überteuerten TukTuks meiden. Entscheide mich dann aber doch für eines und die Fahrt von nicht mal 10Minuten kostet mehr wie die Zugfahrkarte von 2h (1,75 und 2,90). Nachdem der Weg nur an einer vielbefahrenen Hauptstraße entlang geht, bin ich dann doch froh nicht gelaufen zu sein. Die alte Tempel und Palastanlage ist weitläufig, aber auch Bäume und Seen und anders als die herausgeputzten Tempel in Bangkok besteht sie aus rotbraunen Ziegeln. Die Buddha-Statuen sind teilweise zufällig zusammengesetzt, die Rümpfe passen nicht zu den Beinen, dennoch hat es was und sieht insgesamt dem berühmten Angkor Wat im benachbarten Kambodscha nicht unähnlich. In der Tempelanlage gibt es natürlich auch 2-3 Touristengeschäfte mit Souvenirs und den berühmten Thai-Hosen (die übrigens auch verkauft werden, damit die Touristen – Männer wie Frauen – ihre Beine bedecken können, da Knie zeigen im Tempel nicht erlaubt ist) und natürlich ein Café mit dem allgegenwärtigen Eiskaffees und leckeren einheimischen Süßigkeiten. Das TukTuk zurück zum Bahnhof ist gleich mal noch teurer und es bestätigt sich mein Eindruck, dass Touristen natürlich mehr bezahlen… Leider hat der nächste Zug nach Bangkok viel Verspätung, so dass ich 2h am hübschen Regionalbahnhof verbringe. Es gibt einen kleinen Schrein, einen Snackstand der auch frisches anbietet, Toiletten, der ganze Bahnhof wird andauernd gefegt und es gibt sogar kostenlose Steckdosen um das Handy zu laden. Apropos Steckdosen: Daheim konnte ich das Rätsel nicht lösen welche Art Steckdosen Thailand hat und habe sicherheitshalber den Multistecker mitgenommen. Thailand, wie unglaublich clever, überall die Universalsteckdosen, in die europäische und amerikanische Stecker passen und auch die Geräte, die es zu kaufen gibt haben entweder europäische oder amerikanische Stecker. Züge nach Norden hatten keine Verspätung, so konnte ich beobachten wie ein Zugalltag so aussieht. Bahnhofspersonal achtet darauf, dass niemand auf die Gleise läuft, wenn der Zug einfährt und nehmen die Paket-Sendungen entgegen, die teilweise auch per Zug ankommen. Sehr gut organisiert. Nachdem ich am Vortag bereits alles gesehen hatte, was ich in Bangkok sehen wollte, entschied ich mich abends dazu spontan für den Folgetag einen Tagesausflug zu buchen. Und ich habe in meinem Hostel das Zimmer gewechselt zu einem eigenen Hotelzimmer, weil es im Hostelzimmer einfach zu warm und stickig war. Normal müsste man ja morgens auschecken, die hilfsbereiten Thais haben mir das sogar abends noch ermöglicht und obwohl mein Hostelzimmer nicht erstattungsfähig war, haben sie mir den Preis verrechnet und noch Rabatt gegeben für die Umstände, dass das Zimmer müffelig war. Man muss sie einfach lieben. 

AyutthayaAyutthaya Buddha

Tempel in Bangkok

Sonntag, 23.03.2025

Bereits vor kurz nach 7Uhr bin ich wieder unterwegs. Die Tempel sollen morgens noch halbwegs leer sein. Nachdem das mit dem Bus abends gut geklappt hat, nehme ich morgens eine andere Linie. Schnell noch einen Snack von 7/11 und los geht es. Gefahren wird rasant, aber es wirkt nicht gefährlich. Offene Fenster sorgen für kühlenden Fahrtwind. Natürlich ist man, selbst man zeitig losgeht, nicht die erste Person am Tempel, aber die Anlagen sind weitläufig und es verläuft sich. Mir fällt direkt auf, dass die Tempel noch aktiv von Gläubigen genutzt werden. Es gibt 2 Eingänge, einen für Thais und einen für Touristen, der an den Kassen vorbeiführt. Der Große Palast (Königspalast), und der Tempel mit liegendem Buddha nebenan, sind wunderschön und prunkvoll. Schreine und Tempel dürfen nur ohne Schuhe betreten werden, es gibt Schuhregale vor den sauberen Marmorstufen um die Schuhe abzustellen. Innen wachen Wärter, dass keiner die Fußsohlen gen Buddha richtet. Alles ist ruhig und gesittet. Selbst die Touristen schaffen es zum großen Teil respektvoll leise sich zu bewegen. (Thais selbst sind nicht laut und wollen Mitmenschen kein Unbehagen durch ihr Benehmen machen). Im Tempel Wat Pho wird immer noch die traditionelle Thaimassage unterrichtet. Mittags gönne ich mir ein leckeres veganes Gericht und einen iced Matcha. Vegetarisches und sogar veganes gibt es in Thailand relativ viel. Mit einem Schiff setze ich über den städtischen Fluss über, auf dem Neben den Verkehrsschiffen, die zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gehören, auch große, schwer beladene Transportschiffe unterwegs sind. Im Wat Arun Tempel bekommt man zum Eintrittsgeld eine Flasche Wasser mit dem Bild des Tempels aufgedruckt. Einheimische mit Werbungsschildern locken Touristinnen (und Touristen) zu Läden in denen sie traditionelle Kleidung leihen können um im Tempel stilecht Fotos machen zu können. Man kommt nur wenige Schritte ohne in eine Gruppe Touris zu geraten, die fürs perfekte Bild posieren. Dennoch ist auch dieser Tempel wunderschön mit seinen Keramik-Fliesen. Nachmittags schlendere ich über den Chatuchak Wochenend-Markt, der mit 15.000 Ständen der größte Asiens sein soll und auch für Einheimische. Wenn man ein bisschen darauf achtet, was und wo man isst, ist auch für Westler Essen auf dem Markt hygienisch problemlos möglich. In einem Shoppingcenter entdecke ich im Supermarkt einen Kühlschrank voll mit Törtchen und Pralinen, die alle lecker aussehen, allerdings handelt es sich um Hunde und Katzen Futter… :D 

Tempel in BangkokTempelTempelüber den FlussTempelFliesenkunstTempel mit Grün

Willkommen in Bangkok

Samstag, 22.03.2025

Nach einer zumindest etwas gedösten Nacht im Flieger (mit der Durchsage: „ist ein Arzt an Bord?“) erreiche ich am Samstagnachmittag Bangkok. Eine eSim fürs Handy hatte ich mir bereits daheim organisiert, also freischalten und dann ab in die Metro nach Bangkok Innenstadt. Eigentlich hätte ich um mein Hostel zu erreichen noch mal umsteigen müssen, dachte mir aber, gesessen habe ich lange genug, also bin ich die letzten Stationen gelaufen. Wann kommt man schon mal dazu auch abseits der Touristenpfade in einer Stadt zu laufen. Nach einer guten Stunde Laufen bin ich dann auch schon im Hotel. Mein großer Rucksack ist nicht sonderlich schwer, man muss ja eh waschen und der kleine macht es auch nicht viel schwerer. Das Hostel hat viel Grün, eine Dachterrasse und die Etagen sind offen, so dass immer ein Windchen durchweht. Gepäck ablegen und wieder los was angucken. Nur wenige Metrostationen entfernt liegen die großen Tempelanlagen und die berühmt, berüchtigte Khao San Road mit dem ausgeflippten Nachleben. Wie ich so in Richtung der Tempel laufe, fällt mir auf, dass die Straßen gesperrt sind. Zufall? Immer so nahe der Tempel? Als ich dann auch noch an einer Gruppe Soldaten vorbeikomme, die eine Blaskapelle bilden, bin ich völlig ratlos. Und wie es der Zufall so will, fährt die königliche Autokolonne an mir vorbei, daher auch die Blaskapelle. Die Tempelanlagen sind abends zwar schon geschlossen, aber schön beleuchtet. Zumindest anteilig, denn es war Earth Hour und dann abgeschaltet. Da ich noch Abendessen brauchte, bin ich weiter zur Khao San Road. Dort gibt es neben Smoothies und den thailändischen Crêpes, genannt Roti, auch Insekten… oder für die scheuen auch 7/11-Fertiggerichte ;) Eine Schale Maden frittiert gönne ich mir dann doch, Käfer kleben doch nur zwischen den Zähnen :D Schmeckt wie Hühnchen…! So ein Roti mit Mango ist dann doch leckerer. Die Straße selbst ist kürzer als ich gedacht hätte. Es wimmelt von Touristen. Es gibt auch Markstände mit Klamotten, Schmuck und Fake-Taschen. Und bunt beworben Joints und generell Gras. Die Bars spielen ohrenbetäubend laute Musik, aber mit Alkohol habe ich es ja eh nicht so. Da ich gelesen hatte, dass TukTuks, gerade an Touristenattraktionen, überteuert sind, entschließe ich mich für eine Rückfahrt mit dem Linienbus. Da wo der laut maps fahren soll, steht der nicht am Busschild dran und überhaupt, kann man sich auf die Fahrzeiten laut maps verlassen? Und tatsächlich kommt ein relativ klappriger alter Bus angerast, der um auf sich aufmerksam zu machen hupt. Liniennummer stimmt. Busfahrer spricht natürlich kein Englisch. Ein anderer Fahrgast hilft mir zu bestätigen, dass ich in der richtigen Linie bin, aber wie bezahlen? Ich soll mich erst mal setzen. Ein paar Stationen später steigt eine Schaffnerin ein mit einem langen Metallstab. Darin Wechselgeld und Fahrkarten. Egal wie weit, es kostet wohl immer das Gleiche. Geld hin, Ticket und Wechselgeld erhalten, läuft. Und tatsächlich komme ich an der richtigen Haltestelle nahe meinem Hostel an. Dort gehe ich direkt schlafen, denn schließlich will ich mir morgen noch mehr ansehen.

Insekten auf der Khao San Road

Thailand Regenwald und Tempel

Freitag, 21.03.2025

Hallo liebe Alle,

ich möchte meinen Thailand-Bericht noch nachreichen ☺

Ich bin ja ein totaler Tropen Fan, Regenwald und warme Nächte, und gerade wenn der graue Winter in Europa herrscht, fällt es mir schwer zu widerstehen was zu buchen. 

So also Thailand, weil es sonnig und warm ist, Natur und Tempel hat, und nicht soo teuer sein soll…

Im März waren noch Prüfungen und direkt abends nach der letzten ging es in den Flieger. Wenn man schon mal direkt von Nürnberg fliegen kann (mit nur 1x Umsteigen) ☺

Neuerung: aufgrund des Wunsches einer enzelnen Dame, werden nun die "Bereisten Orte" Verlinkungen zu den Stationen haben... gute Idee übrigens 👍

Aktuell ist am Browser am PC die Karte defekt und lässt sich nicht zu den Orten in Asien und Australien bewegen. Ich hoffe, es kann gelöst werden.

Ferien in Australien :) No. 3

Samstag, 20.04.2024

Hallo liebe Alle,

ich bin wieder gut zuhause angekommen.

Habe leider meinen Rückflug nicht verpasst :D

An den letzten Tagen in Sydney habe ich mich noch mit meiner ehemaligen „Gast-Mutti“ und ihrer Tochter getroffen, bei denen ich mal für ein paar Monate gewohnt habe Ende 2016. Spannend, Menschen wieder zu treffen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Ich habe letzte Einkäufe gemacht, Duschgel, Kekse und Vegemite was ich mit nach Deutschland nehmen wollte (alles hat es sicher überlebt). Und ich bin noch mal eine der schönen Nationalpark-Wanderstrecken gewandert (Spit-Bridge to Manly), entlang von Buchten, Stränden und im Wald. Wirklich erstaunlich was sich alles so im Stadtgebiet an Natur finden lässt. Ein lecker Kaffee und Brownie zum Frühstück in einer kleinen Bucht mit Blick auf die Boote, fand ich einen gelungenen und passenden Abschied aus Sydney.

Abends ging mein Flieger. Ein Nachtflug. Entgegen der Erdrotation und damit eine Verlängerung der Nacht…. Da ich leider Probleme hatte beim online einchecken, habe ich nur noch einen Mittelplatz abbekommen. Aber diesmal war ich zumindest so schlau und habe mich mit Snacks eingedeckt um die nun mehr als 15h dauernde Nacht zu überstehen. Schlafen geht ja immer so semi-gut.

Zwischenstopp war wieder Doha, Katar. Diesmal allerdings 9h. Viel zu lang um am Flughafen rum zu hängen, auch wenn es ein relativ spannender und mega großer Flughafen ist. Also hinaus in die Stadt! Katar ist, wie die Emirate, reich vom Erdöl und entsprechend modern und übergroß gebaut. Die vollautomatische-futuristische Metro fährt vom Flughafen bis in die Stadt in wenigen Minuten. Das Tagesticket kostet keine 1,60€! Zwar bin ich bereits um 4:30Uhr nachts gelandet und war gegen 5:30Uhr an der U-Bahn (Passkontrolle hat ein bisschen gedauert, der Herr guckte nebenbei Videos aufm Handy….), aber da war die Sonne gerade aufgegangen. Und um 6Uhr war ich an der Hafen-Promenade, die ihre eigene Bahnstation hat. Überall stehen in Katar Sicherheitsleute bzw. Ordner rum und irgendwer ist auch immer am Putzen. Und es ist um 6Uhr bereits gut warm! Am Ufer bin ich etwas entlang geschlendert, bevor ich mit der Metro zum Souq Waqif gefahren bin, einem tatsächlich noch relativ traditionellem Markt. Zwar sind die Gebäude recht neu und mit modernen Toiletten ausgestattet (nach einem Brand vor einigen Jahren würde alles neu errichtet), aber die Gassen sind eng und der Baustil und die Geschäfte nicht primär für Touristen. Außer vll entlang des Hauptweges, da gab es Nippes. Weiter im Inneren, Geschäfte spezialisiert auf alles Mögliche. Einer hatte nur Geschirr, einer nur Besen und Reinigungsutensilien, einer nur Gewürze, einer Elektrozeug, einer Parfüm und Cremes und so weiter. Und es gab einen Vogelmarkt. Singvögel aller Art, Wellensittiche, Papageien, Enten und Hühner (alles lebend) sowie alle Arten an Käfigen gab es dort zu kaufen. Oh und einen Kamelmarkt gibt es auch (den habe ich etwas abseits gelegen allerdings nicht selbst gesehen). Etwas, was wir uns gar nicht vorstellen können. Ich war noch etwas früh dran, zwar sollten die Geschäfte gegen 8h öffnen, aber im arabischen Raum ist der Abend ja die wichtigste Zeit, so dass sie sich morgens halt Zeit lassen alles aufzubauen. Dennoch konnte ich dem Treiben der Arbeitenden dort zusehen. Und wie sie im Teehaus erst noch beieinander saßen. Würde sagen, im Vergleich zu Dubai tatsächlich mehr Einheimische zu sehen. An einer Seite gab es eine größere Freifläche mit Brunnen und einem umzäunten offenen Gehege mit Sandboden, ganz offensichtlich für Tauben. Geharkt und gekehrt. Und auf dem Steinboden ringsherum haben arbeiten mit Sand und einer Steinrolle jeden einzelnen Kothaufen aufgefegt. Ich sag ja, einer ist immer am Putzen. Ebenfalls faszinierend, die arabische Variante des Heizpilzes… die Terrassen der Cafés hatten statt der uns bekannten Heizpilze Klimaanlagen zwischen den Sitzreihen. Außen! Darauf muss man wirklich erst mal kommen. Bei der Hitze dort, irgendwie nachvollziehbar, ich fand es heißer und drückender als in Cairns oder Sydney. Aus diesem Grund bin ich mit der (klimatisierten) Metro auch noch in ein Shopping-Center gefahren, welches im Stile Venedigs gebaut ist. Ein Kanal in der Mitte, mit Gondolieri, die Geschäfte wie Palazzi mit ital. Designergeschäften und das Dach bemalt wie ein Sommerhimmel. Ich schaue mich ja gerne in den örtlichen Supermärkten um was so lokale Speisen und Angebote sind. Hier waren dann erstaunlich viele Westler einkaufen, vermute wie in den Emiraten, Angestellte der großen Firmensitze, und das Angebot entsprechend zusätzlich auch mit westlichen Produkten. Lebensmittelpreise relativ günstig. Mein Anschlussflug ging ja mittags, also habe ich mich rechtzeitig wieder auf den Rückweg gemacht (nicht, dass Passkontrolle wieder ewig dauert…). Auch der Flug nach Frankfurt problemlos. Bei der Landung schien die Sonne noch schön ins Flugzeug, aber ich wusste vom Wetterbericht bereits, dass es nur wenige Grad Plus waren, DAS ist mega fies, wenn man nach 3 Wochen Tropen zurückkommt! :D Rückfahrt mit dem ICE nach Hause, wie sollte es anders sein, kam mit Verspätung in Nürnberg an. Aber immerhin angekommen :)

Könnte ich eigentlich direkt gleich wieder machen, Australien besuchen :) ist wie Heimkommen gewesen...

Souq WaqifVogel-VerkaufDoha Promenade

Ferien in Australien :) No. 2

Donnerstag, 11.04.2024

Hello again,

unglaublich wie schnell die Zeit hier vergeht!

Ich habe mir so viel angesehen und erlebt, dass ich nicht mal genügend geschlafen habe… :D aber ich bin ja nicht im Urlaub zum Schlafen, sondern zum Erleben. Schlafen kann ich auf dem 22h Rückflug…. Und ich bin diesmal ja nur 3 Wochen hier und nicht 2 Jahre….


Ich bin letzte Woche in mein geliebtes Cairns im Norden Australiens zwischen Regenwald und Great Barrier Riff geflogen. Nicht weit von dort hatte ich damals in Georgetown gearbeitet und Cairns ist die nächste größere Stadt, auch wenn es selbst nicht sehr groß ist. Aufgrund der Lage vor allem Ausgangspunkt vieler Touren.

Aktuell ist es Ende der Regenzeit und man kann Glück haben mit dem Wetter oder Pech und richtig viel Regen, ich hatte tatsächlich beides :D

Ich wollte so viel wie möglich anschauen, also habe ich mir Touren zum Schnorcheln, zu Fitzroy Island, zu einer Aboriginal Community, eine Abend und Nacht-Tour zu den Waldtieren, Seilbahn-Fahrt in den Regenwald mit Schmetterlingshaus, Leihauto nach Paronella Park und Babinda Boulders.

Nachdem ich mir in Sydney eine kleine Erkältung eingefangen hatte (erst heiser, dann Nase zu), Klimaanlagen laufen hier häufig auf mega kalt, hatte ich schon befürchtet, dass es mir nicht gut gehen wird. Bei meinen Freunden in Sydney hatte ich extra einen 3 in 1 Corona und Grippe Test gemacht, weil ich ja auch meine Freundin nicht anstecken wollte in ihrer Schwangerschaft. Aber alles negativ. Dennoch fliegt es sich mit Kopfweh echt schlecht. Etwa 3h dauert der Flug und überraschenderweise sobald ich in Cairns aussteige geht es mir komplett wieder gut, der Regenwald ist halt meine Klimazone. Abends bin ich direkt noch mit meiner Mitbewohnerin aus dem AirBNB auf die „Nacht Märkte“ gegangen, also eher Abend-Märkte, mit Ständen, Massagen, Essen. Ganz typisch für die Tropen.

Am ersten Tag bin ich dann morgens zur Marina, also der Hafenanlage, wo es wie in einem Flughafen ein Check-in Center gibt für die vielen vielen Touren zum Riff und den Inseln hinaus. Auf dem Katamaran habe ich mir einen Platz auf dem obersten offenem Deck gesichert, da mir ja nach wie vor „nur“ schlecht wird, also seekrank, wenn ich auf einem Boot innen bin, kann der Wellengang auch noch so schlimm sein, solange ich außen bin und frische Luft habe, kein Problem. Man wird etwa 2h weit ins Meer raus gefahren zu verschiedenen Schnorchelstellen. Zwar ist die Korallenbleiche auch in diesem Jahr wieder schlimm, aber ein paar sind immer farbig da und natürlich viele viele Fische in allen möglichen Farben des Regenbogens, Seesterne, Seegurken und große Muscheln. Ein Fisch war mind 1,5m lang und nein kein Hai ;) Auf dem Rückweg gab es dann noch einen Vortrag von einem der Meeresbiologen die an Bord sind, weil der drinnen stattfand konnte ich dem leider nur zur Hälfte lauschen, bis mir übel wurde. Aber gut. So ist es zum Beispiel normal dass wenn man selbst schnorchelt oder taucht, dass alles einfarbig aussieht, weil das Meer ziemlich schnell das Licht absorbiert. Sehr bunte Bilder von Korallen entstehen immer mit ganz viel Licht/Blitz.

Am nächsten Tag habe ich die Fähre nach Fitzroy Island genommen, einer kleinen Insel etwa 1h von Cairns entfernt und in Sichtweite des Festlandes. Die ganze Insel ist Nationalpark, es gibt ein Hotel-Resort, Strände und Wanderwege. Die Schildkröten Rettungsstation hat leider nur einmal die Woche Touren. Also bin ich den Rundweg über die Insel gewandert. Wanderwege sind in Australien meist richtig gut ausgebaut, also Treppen angelegt, teilweise sogar geebnet. Trotz dessen, dass die Insel klein ist, geht es ganz schön hoch, was bei tropischen Temperaturen natürlich gut warm ist. Aber die Aussicht ist es sowas von wert :) den restlichen Tag habe ich mich an den Strand gelegt, was ja normal überhaupt nicht meines ist. Aber ich habe eine Stelle unter einem Baum gefunden etwas abgelegen, das war schön.

Am nächsten Tag habe ich etwas ganz besonderes gemacht, eine Tour mit Aboriginal People. Das Land um Cairns gehört ehemals ihnen und diese Nation hat „Glück“ denn Captain Cook hat damals in sein Tagebuch geschrieben, dass er Menschen sieht. Damit konnten die Aboriginal People nachweisen, dass sie schon vor den Siedlern da waren und haben einen großen Teil Land zurück erhalten. Dieses verwalten sie nun selbst. Ein großer Teil ist ein Mangroven Wald, direkt gegenüber des Hafens. Diese Landfläche wurde einst von den Siedlern mit Chemikalien abgeholzt um Obst anzubauen. Nun ist der Boden vergiftet. Mit dem uraltem Wissen der Ureinwohner und Hilfe von Wissenschaftlern konnte die Chemikalie zu großen Teilen unschädlich gemacht werden und wieder Mangroven angepflanzt werden. Diese sind Teil der Nahrungskette der Aboriginal People, so sammeln sie zB Blätter der Mangroven und gewinnen daraus Salz. Etwas weiter Inland haben sie eine kleine Station auf der sie Kulturgüter und ihre Anwendung zeigen, Rauch-Zeremonien und Körperbemalung vornehmen und auf einem Pfad Pflanzen des Regenwaldes zeigen und ihre Verwendung. Super spannend was sie alles machen können. Seifenpflanzen, die schäumen, Nahrungspflanzen, die giftig sind ohne Verarbeitung, Heilpflanzen und so weiter. Besonders interessant fand ich eine Pflanze, deren Früchte zwar roh gegessen werden können, aber Blindheit verursachen können. Da hat man wohl besser keinen Jieper drauf ;) Eine Tour mit den Ureinwohnern des Landes empfinde ich als was ganz besonderes und freue mich, dass ich teilnehmen konnte.

Den restlichen Tag war ich im Botanischen Garten von Cairns, der ebenfalls diverse Pflanzen vorstellt und deren Anwendung, sowie Wanderwege verschiedener Länge enthält. Aufgrund der Zeit habe ich „nur“ den kurzen gemacht. Erstaunlich, dass es mitten in Cairns Regenwald-Touren gibt. Ich habe ein kleines Wallaby gesehen :)

Am Samstag begann meine Tour erst am Nachmittag, also war ich morgens an der Strand Promenade spazieren. Die Tour war eine Regenwald-Tour um ebenfalls Pflanzen und seltene Tiere zu sehen, vor allem während der Nacht. Zumindest ein Ratten-Känguru und Possums haben wir gesehen. Schnabeltiere und das Baum-Känguru was mir noch fehlt auf meiner Liste, haben wir leider nicht gesehen. Da abends der Regen begann auch leider nicht die Milchstraße auf dem abgelegenen Waldweg.

Am Sonntag bin ich mit der Seilbahn nach Kuranda ins Regenwald-Dorf hochgefahren. Eine Tour, die ich besonders liebe und tatsächlich gehören deren Live-Web-Cams zu meinen liebsten zum nebenbei laufen lassen, wenn ich im Home Office arbeite. An den Zwischenhalten der Seilbahn gibt es auch eine kurze Regenwald Tour mit den Rangern und einen Wasserfall zu bewundern, der aufgrund des vielen Regens gut gefüllt war.

Am Montag habe ich mir gleich morgens ein Leihauto gemietet und habe eine ganz nette Kanadierin eingesammelt, die ich beim Schnorcheln getroffen habe. Gemeinsam sind wir nach Paronella Park gefahren, die Parkanlage, die vor 100 Jahren von einem Spanier angelegt wurde, weil er immer ein eigenes Schloss haben wollte. Und auf dem Rückweg Babinda Boulders, wo wir eigentlich baden gehen wollten. Aber am Montag war das Wetter alles andere als nett, es hat wie aus Eimern geregnet, so dass die Badestelle nur sediment-braunes Wasser hatte und auch die Boulders leider kein hübsches blau-grünes Wasser. Wir sind noch zu einem kleinen Strand in der Nähe gefahren, an dem es Cassowarys geben soll. Auch die hatten wohl keinen Bock auf Regen am Strand und haben sich nicht gezeigt. Aber auf dem Rückweg stand eines auf der Straße :) also haben wir angehalten bis es weiter gezogen ist.

Am Dienstag hatte ich das Leihauto noch bis nachmittags bevor es zurück zum Flughafen ging. Das Wetter machte es wirklich unmöglich sich was anzusehen, Regen sogar mit Flutwarnung. Also bin ich einfach rumgefahren auf meinen alten Strecken bis hoch nach Atherton. Bis Georgetown hätte ich es nicht geschafft. Aber auch schön, wie früher die Strecken abzufahren :)

Abends bin ich dann wieder in Sydney gelandet, wo ich bis Freitag Abend nun noch bei meinen Freunden bleibe.

Cairns bleibt weiterhin mein Lieblingsort, trotz des Regens :)

Bilder reiche ich nach.

Liebe Grüße

Paronella ParkBarron FallsRegenwald bei KurandaAborigine TourFitzroy Island wandernFitzroy Island Strandauf dem Schnorchelbootauf zur Schnorcheltour, Cairns im Hintergrund

Ferien in Australien :)

Donnerstag, 04.04.2024

Hallo zusammen aus Sydney!

Ich bin nach einem langen Flug gut angekommen. Wie das immer so ist, die Bahn nach Frankfurt hatte natürlich Verspätung, aber am Flughafen am Schalter nicht viel los, so dass ich da schnell Gepäck abgeben konnte. Gefürchtet sind ja die Sicherheitskontrollen in Frankfurt…. Aber, was ich auch nicht wusste, es gibt ein Gate, ganz an der Außenseite vom Flughafen, das hat seine eigene Abfertigung. Nur für meinen Zubringerflieger. Als ich dort hinkam stand tatsächlich einfach mal niemand an. Ich glaube das hatte ich noch nie! :D Flug nach Doha/Qatar prima. Der Flughafen dort ist mega, einfach mal eine Art botanischen Garten im Flughafen! Und jede Art Luxus-Marke als Shop. Und sogar einen Snackladen mit bio und veganen, erstaunlich frischen Sachen. Flug nach Sydney dann über Nacht und den kompletten nächsten Tag, mega lang. Allerdings hatte ich richtig Glück, dass der Sitz neben mir frei blieb. Mehr Platz also. Wobei ich den Platz im A380 eigentlich so schon gut finde platzmäßig, nur die Sitze sind relativ hart. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, das Bordprogramm ist je nach Flugzeugtyp verschieden. Beide Flüge waren ja mit Qatar Airways.

In Sydney bin ich gut angekommen und mit U-Bahn und Fähre zu meinen Freunden nach Manly gefahren. Wie schön, direkt am Opernhaus und der Harbour-Bridge vorbei zu kommen :)

Bei meinen Freunden habe ein Bett und bekomme lecker selbst gemachtes Essen. Aber das allerbeste, sie wohnen gleich in der Nähe eines Strand-Spazierganges, an dem ich morgens entlang bis zum Manly Beach joggen kann. Herrlich. Das geht übrigens auch bei Regen, da es wie ein warmer Sommer-Regen ist und ich auch im T-Shirt weiter joggen kann.

Meine Freunde haben mir auch schon ihre Schnorchel-Sachen ausgeliehen und ich bin am nahe gelegenen Strand geschnorchelt, wo sich zwischen langem und großen Seegrasblättern verschiedene Fische verstecken.

Stadtteil Manly selbst ist ja schon hübsch. Dazu geht von hier ein weiterer Küstenspaziergang ab, der direkt durch einen Nationalpark führt mit abwechslungsreicher Flora und Fauna, Stränden zum Schnorcheln und phantastischen Blick auf die Buchten Sydneys und die Skyline. Gerade die Vögel sind allgegenwärtig es klingt immer „tropisch“.

Mit der Fähre kann man in 30 min in die Innenstadt, zum Opernhaus und der Brücke fahren und von da in die weiteren Stadtteile. In den letzten Jahren hat Sydney sogar eine Straßenbahn bekommen, die die stets volle George Street in eine reine Straßenbahnstrecke mit ebenerdigem Bett verwandelt hat, so dass in der Innenstadt Touristen und vor allem die Einheimischen aus den Büros bequemer und sicherer über die Straße kommen.

Meinen geliebten Bondi nach Coogee Spaziergang direkt an der Küste entlang habe ich auch schon gemacht.

Und ich war in den Blue Mountains. Diesmal bin ich einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Hauptbahnhof bis nach Katoomba gefahren, dort kann man durch den Ort bis an den Rand der großen Schlucht einfach laufen. Auch hier wurde viel gebaut und die örtlichen Wanderwege im Nationalpark erweitert. Auf vielen mit Stufen und teilweise sogar rollstuhl- und kinderwagengerechten ausgebauten Wegen kann man viele Kilometer wandern. Wenn man sich ein Stück von den Seilbahnen und dem Besucherzentrum weg bewegt, entkommt man auch einem großen Teil der Touristenströme mit ihren Reisebussen ;)

Im Prinzip kann ich euch gar nichts neues berichten, weil ich das alles damals schon gemacht habe, Bondi to Coogee, Blue Mountains und Manly.

Da ich in meinen -relativ gesehenen- Ferien möglichst viel erleben will, bin ich viel unterwegs und schaffe es abends nicht zu schreiben. Auch Familienhund Kevin freut sich über Aufmerksamkeit :)

(PS: Fotos muss ich nachreichen, aktuell kann ich keine einfügen, da hier im Stadtteil das Internet relativ schlecht ist.)

Hafen SydneyBondi BeachWasserfall KatoombaThree Sisters - Blue MountainsSydney Hafen IIManly to Spit Walk IManly to Spit Walk II

here we go ....again!

Donnerstag, 28.03.2024

......Sydney! Ich komme!

Endlich ist es soweit, ich werde Ende März für Urlaub nach Australien fliegen und ein bisschen Down Under ansehen 🙂

Wenn ich es zeitlich schaffe, werde ich berichten, was ich so erlebe.

Liebe Grüße

Mallorca - kurz und sonnig

Sonntag, 08.10.2023

Zwar fehlt der Text Inhalt, aber zumindest ein paar Impressionen aus 4 Tage Mallorca vom Herbst 2023.

Palma de MallorcaBergdorf ValdemossaBucht - Cala FalcóBotanischer GartenBotanischer Garten - Jardins d'Alfàbia

Dominikanische Republik

Dienstag, 01.03.2022

Liebe Alle,

jetzt wird es aber Zeit, dass ich mal noch meinen Blogeintrag von meiner diesjährigen Reise nachhole!

Da ich noch nicht in der Karibik war und da ja bekanntlich Sonne und Meer zu jeder Jahreszeit sind, war das ein ideales Reiseziel für Anfang März, wenn man nur eine gute Woche Zeit hat. Via Paris gab es auch eine echt gute Verbindung, mittags hier los und dank Zeitverschiebung abends in Punta Cana. Aber ist ja nicht so, dass das immer so klappt. Air France hat mir meinen Zubringerflug storniert und mich auf einen über 6h früheren Flug gebucht, so dass ich über 9h Aufenthalt in Paris haben würde. Super Start in meinen Urlaub, zumal ich bis abends noch für die Uni geschrieben habe und entsprechend eigentlich gar nicht geschlafen habe… naja, hab ja viele Stunden Flug vor mir zum Schlaf nachholen… da ich bereits vor 2Jahren das Erlebnis hatte 6h am Flughafen in Paris Aufenthalt zu haben, wollte ich diesmal auf keinen Fall wieder am Flughafen versauern, der nun wirklich nicht schön ist (Korrektur: es wird, es gibt in der Zwischenzeit auch Bereiche die prima sind). Also habe ich mich mit einem Tagesticket nach Paris Innenstadt aufgemacht. Anfang März ist in Paris auch noch nicht unbedingt warm und da ich nur mit Handgepäck gereist bin, hatte ich a) meinen großen Rucksack immer bei und b) keinen Platz für eine Winterjacke. Also wie wäre es mit Museum? Dummerweise haben in Paris dienstags alle Museum geschlossen (außer ein paar kleine). Also doch Sightseeing. Da ab und an die Sonne hinter den Wolken hervorkam ließ es sich auch ganz gut aushalten und ich habe mir ein paar Wahrzeichen der Stadt angeguckt, das geschlossene Louvre, den weiträumig von gläsernen Mauern umgegeben Eiffelturm an dessen Fuß man nicht mal kommt ohne Eintritt zu zahlen und die in Bauplanen eingehüllte Notre Dame. Klingt langweilig? Immer noch besser als am Flughafen sitzen… :D nach einem Croissant und einem Cappuccino bin ich zurück zum Flughafen um meine eigentliche Reise anzutreten. Erstaunlicher voller Ferienflieger, mit vielen Kindern. Und Franzosen bechern Flaschenweise Wein im Flugzeug, sicherlich schmeckt der Fusel auf 10 000 Metern Höhe besser… würde das mal wie bei Tomatensaft bewerten, der wird ja auch fast nur im Flugzeug getrunken. Der Flug ging ja Richtung Westen und somit dem Sonnenuntergang entgegen, so dass dieser viele Stunden lang war, das ist auch mal spannend. Wie ich über dem Atlantik so aus dem Fenster schaue strahlt mich ein Licht an und ich denke noch „ah ein Flugzeug unterwegs in die andere Richtung“ und plötzlich explodiert das Objekt. Da der 1. März ja nur kurz nach Kriegsbeginn war und man im Flugzeug ja keine aktuellen Nachrichten hat, habe ich mich wirklich kurz gefragt ob da ein Flugzeug explodiert ist oder Geschosse über den Atlantik fliegen. Da aber der Kapitän keine Durchsage gemacht hat (englisch sprechende Franzosen versteht man eh nicht) und auch keine weiteren Erscheinungen am Himmel waren, tippe ich mal auf eine Sternschnuppe oder verglühenden Weltraumschrott. Gefühlt auf Augenhöhe weil man nicht am Boden ist, ist das auch mal spannend.

In Punta Cana angekommen habe ich schon im nur teilweise klimatisierten Flughafen das absolute Urlaubsgefühl bekommen: laue, schwüle Sommernacht! Mein absolutes Lieblingswetter! Einreise und Passkontrolle dank vorheriger Online-Anmeldung fix durch und schon steht man draußen. Da ich im Reiseland erst Geld hole wollte ich am Flughafen noch Geld holen, konnte aber keine Automaten finden. Da mein AirBNB in fuß-weite erreichbar war und ich sowieso an einer kleinen Einkaufpassage vorbei kam unterwegs, habe ich die Taxifahrer stehen lassen und bin losgelaufen. Teilweise sind mir sogar Autos nachgefahren, weil sie nicht verstehen konnten, dass ich laufe. Womit ich nicht gerechnet habe, dass an 4 verschiedenen Geldautomaten, direkt in Banken kein Bargeld vorhanden war! Ein Pförtner/Wachmann saß gelangweilt rum, aber kein Geld. Da ich leider kein Spanisch spreche, konnte ich den auch nicht fragen wo es Geld gibt. In dieser kleinen Einkaufsstraße sollte es eigentlich einen Lebensmittelladen geben, den konnte ich nicht finden. Da wusste ich noch nicht, dass „Supermarkt“ in der DomRep eigentlich nur ein Tante Emma Laden ist. Ich habe dann eine Apotheke gefunden, diese verkaufen auch ein paar Snacks und Wasser, denn das war mein Hauptproblem, man kann das Leitungswasser in der DomRep nicht trinken. Zum Glück war in der Apotheke ein Pärchen die Englisch sprachen und die haben mir erzählt, dass Apotheken prima Orte in der DomRep sind, denn es gibt Süßigkeiten, Chips, Wasser, Drogerieartikel, Medikamente und Zigaretten(!) und zu meiner Rettung Geldautomaten in ihnen! Wer hätte das gedacht. Allerdings sind die meisten Automaten in der DomRep auf ein Maximum Geldausgabe gedeckelt, so dass ich nur etwa 50€ abheben konnte. Aber immerhin konnte ich mir ein Wasser kaufen. Mein AirBNB lag weitere 15min zu Fuß entfernt in der wirklich schönen und gepflegten Neubausiedlung, in die man nur mit registrierten Autos fahren darf und für unsere Begriffe das schon Villen mit Pool sind. Die nette Hausbesitzerin hat mir noch alles gezeigt und endlich konnte ich ins Bett fallen, welches die gleiche Bettwäsche hatte wie zuhause.

Am nächsten Morgen bin ich wieder zu der kleinen Einkaufspassage zurückgelaufen in der Hoffnung noch mehr Geld holen zu können, weil ich direkt mit den öffentlichen Bussen zu meinem eigentlichen Ort fahren wollte. Leider waren die Automaten noch nicht wieder aufgefüllt, Taxis konnte ich keine finden und Uber hat nicht funktioniert… was nun? Ich bin dann in das einzige Hotel in der Nähe marschiert, ich war ja noch immer in der Nähe des Flughafens und dort war neben europäischen Touristen auch das Flugpersonal einquartiert. Hoffnung darauf, dass das Personal Englisch spricht. Glück gehabt, eine super nette Empfangsdame hat sich meiner angenommen, obwohl ich dort ja nicht Gast war, hat mich kurzerhand in einen Taxi zur Haltestelle des öffentlichen Linienbusses in die Hauptstadt gesetzt und dem Fahrer sogar gesagt, er soll mir ein Ticket am Schalter holen. Sie hatte diesen Shuttle für ein Pärchen Deutsche gerade gebucht, die auch nach Santo Domingo wollten. Eigentlich wollte ich die Nordroute an der Küste entlang mit den Bussen nehmen, aber nach meinen Startschwierigkeiten in der DomRep wollte ich lieber kein Risiko eingehen und lieber via der Hauptstadt zu meinem Ziel Samana fahren, da dort wesentlich mehr Busse unterwegs sind. In der DomRep fahren in den Orten selbst entweder Motorroller oder heruntergekommene Autos als Taxis, um von Ort zu Ort zu kommen, nimmt man den Linienbus. Das sind verschiedene Busgesellschaften die die vielen Orte auch entlang der Route anfahren, und auch alles Mögliche transportieren. So saß ich also mit dem Pärchen im Taxi zur regionalen Haltestelle. Dort drücke uns der Fahrer je unser Ticket in die Hand und mit Händen und Füßen konnte ich noch 10 Minuten verstehen. Und da kam tatsächlich ein Reisebus, Gepäck wurde unten verstaut und oben hat man sich einfach einen Sitz genommen. zustand des Busses, ganz passabel, Mitreisende, tatsächlich jedes Alter, vom Kleinkind bis zum Greis. 10 min nach Abfahrt kam ein Angestellter rum und hat die Tickets eingesammelt und ein Video wurde eingeschaltet. Die Sitze hatten sogar schon USB-Stecker zum Laden der Handys. Ich nahm an, dass ich bis nach Santo Domingo reinfahren würde und dort dann Umsteigen. Zum Glück bekam ich mit wie an einer Haltestelle „Samana“ ausgerufen wurde, also schnell raus, denn da wollte ich hin. Der Bus hielt direkt auf dem Highway und die Umsteigenden mussten über die Betonabsperrung in der Mitte klettern und über die andere Fahrbahn rennen. Dort war ein kleiner Imbiss mit Parkplatz… der Umsteigepunkt! Ein Mitarbeiter half beim Gepäck über den Highway tragen.Tafeln an der Wand zeigten die Abfahrzeiten der Busse und ihr Ziel, unterwegs wird in jedem Dorf gehalten und auch unterwegs, wenn man dem Fahrer Bescheid sagt. Erstaunlicherweise sind die Abfahrtszeiten korrekt, macht zwar nicht den Anschein, aber das klappt tatsächlich. Nun ja, die Einheimischen sind ja auf diese Busse angewiesen. Mit Zeigen habe ich mir was zum Essen bestellt (gebackene Maniok) und der netten Dame einfach Geld hingehalten, umgerechnet 2€ in etwa schien mir angemessen fürs Essen. Der nächste Bus war bereits knacken voll, ebenso das Gepäckfach. Da der Mitarbeiter der uns Touris bereits aus dem anderen Bus geholfen hatte, wusste, dass wir nach Samana wollten und kein/wenig Spanisch konnten (es waren noch 3 andere Deutsche da, mit riesigen Koffern) hat er dafür gesorgt, dass wir Platz finden im Bus und da er dachte wir gehören zusammen, hat er sogar andere Fahrgäste aufgescheucht und umgesetzt. Der Bus war ein wenig älter, aber ganz ok, Vorhänge an den Fenstern hielten die brennende Sonne draußen, denn die Klimaanlage war nicht mehr die fitteste. Der Highway nach Norden ist noch relativ neu und es gibt sogar mehrere Mautstationen unterwegs. Mein Ticket hat jeweils etwa 5€ gekostet, für eine Fahrt von 2,5 und 4h ok, finde ich. Unterwegs konnte ich dann auch herausfinden warum das Gepäckfach unten so voll war. Neben Gepäck und dem einen oder anderen Großeinkauf den die Menschen aus der Hauptstadt mit in die Dörfer nehmen, waren da auch ein Fernseher und ein Motorroller drin! Angekommen in Samana Stadt (eigentlich Santa Bárbara de Samaná, denn die Halbinsel heißt ebenfalls Samaná, aber jeder sagt nur Samana) wurde ich direkt wieder belagert von Motorrollern, die mir eine Fahrt anbieten wollten. Da ich aber nach Taxi, Mittag und Bus schon kaum mehr Geld hatte wollte ich zuerst in die Bank, die hatte ich unterwegs schon mit recherchiert. Die hatte, wie sollte es auch anders sein, geschlossen wegen Bauarbeiten! Der Bauarbeiter verstand ein bisschen Englisch und dachte wohl, dass ich direkt zu dieser Bankgesellschaft will, denn er nannte mir den über eine 1h entfernten, mit einem Linienbus zu erreichenden, nächsten Ort als Ersatz. Mein nächster Schreck. Auch in der kleinen Apotheke die ich fand um Wasser zu kaufen, leider kein Geldautomat. Im Tante Emma Laden in dem ich mir ein Müsli und eine Mandelmilch gekauft habe, verstand man meine Frage leider auch nicht. Ich hatte zwar meine Übersetzer App genutzt, war aber noch nicht auf die Idee gekommen, die App es vorlesen zu lassen, denn die Einheimischen können häufig nicht richtig lesen, da es erst seit Mitte der 90er überhaupt Schulpflicht gibt. Auch auf dem örtlichen Markt, der Meterhoch mit Ananas und Papayas und Kürbis befüllt war, kein Geldautomat. Ich hoffte nun auf meine Vermieterin in der Ferienwohnung. Navi sei Dank habe ich mich in den verschlungenen Straßen zurechtgefunden und da ich relativ offensichtlich nach Touristin aussehe hat mich meine Vermieterin auf der Straße entdeckt, denn die letzten 200m hätte ich nie gefunden. Meine Ferienwohnung lag direkt im Wohnviertel der Einheimischen und die sind verschachtelt gebaut. Ich habe dort tatsächlich eine gesamte Wohnung mit Balkon für mich alleine bekommen! 3 verschiedene Türen, davon 2 als Gitter mit Vorhängeschlössern gesichert, ebenso der Balkon komplett mit einem verziertem Gitter. Da alle Straßenzüge so aussehen, nehme ich an das ist normal. Auch meine Vermieterin wusste keinen Rat warum die Bank geschlossen hatte, und da auch sie kein Englisch sprach haben wir uns mit Händen und Füßen und mit der Handy App verständigt, leider ist die Übersetzung ist nicht immer akkurat. Jedenfalls versprach sie mir, mir zu helfen und nachdem ich schon fast dachte, sie hat mich vergessen, rief sie von der Straße unten nach mir. Ein Bekannter mit einer Motorradrikscha stand dort und fuhr mich bis zur Hafen-Promenade direkt zu einer Bank. Meine Rettung. Diese Bank war nur etwa 500m weiter als die geschlossene, aber da ich schon so wenig Vertrauen hatte in die Angaben bei google (die häufig nicht passen in der DomRep) war ich darauf natürlich nicht gekommen. Meine leichte Anspannung war schlagartig weg als der Automat mir brav ohne zu Meckern und ohne Maximum Geld ausspuckte. Jetzt wusste ich, ich kann im Urlaub entspannen! So konnte ich auch direkt meine ohnehin geplanten Tagestouren bezahlen. Den Abend habe ich bei einem Spaziergang zum Wahrzeichen Samanas verbracht: der Brücke ins Nirgendwo. In der Bucht von Samana liegen 2 kleine Inseln, am Ende der 2 sollte in den 70ern mal ein Restaurant gebaut werden, hat natürlich nicht geklappt, aber die Brücke ist noch da. Wunderschön, tolle Aussicht auf die Stadt und den Hafen und die kleinen Inseln sind bewachsen von dichtem Grün. Mag die Brücke auch keinen Zweck haben, einmalig ist sie dadurch schon.

Am nächsten Morgen habe ich mich zeitig aufgemacht, denn ich wollte zu einer Wal-Tour. Von Dezember bis März ist Walsaison in der Bucht von Samana, dann kommt etwa jeder der ca 15 000 Nordatlantischen Buckelwale zur Paarung und zum Kalben hier her in die ruhigen tropischen Gewässer. Eine ehemalige Surflehrerin hat sich zur Lebensaufgabe gemacht die Tiere zu schützen und hat die ersten Touren organisiert, den Nationalpark mit initialisiert und führt noch heute, 40 Jahre später, selbst die Touren. Mit an Bord sind auch mehrere Meeresbiologen die durch ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere leisten und für alle Fragen offen sind. Wie es der Zufall so wollte, saß ich auch direkt neben Kim persönlich, ich wusste ja nicht, wie sie aussah und könnte beobachten wie auch sie Notizen zu den gesichteten Walen macht. Sie hat unglaublich viel erzählt, von den Tieren. So wusste ich zB nicht, dass Nordatlantische und Südatlantische sich nie treffen. Sie sind zwar eine Art und sollte mal ein Tier über den Äquator schwimmen, können sie sich weiterhin paaren, aber das tun sie nicht. Sie migrieren jeweils zu den Tropen zur Paarung und Geburt und zum Fressen schwimmen sie zu ihren jeweiligen Polen. Natürlich haben wir auch Wale gesichtet, die Bucht ist ja voll davon. Allerdings ist es fast unmöglich Wale zu fotografieren auf einem schwankendem Schiff, daher an dieser Stelle keine Bilder. Auf dem Weg zurück konnte, wer wollte auf der Cayo Levantado Insel abgesetzt werden, besser bekannt als „Bacardi Island“, denn hier wurde in den 70ern die erste Bacardi-Werbung gedreht. Entsprechend überlaufen ist die Insel natürlich, voller Souvenirstände und völlig überteuertem Touristen-Essen, aber optisch wirklich schön! So wie man sich eine tropische Insel vorstellt. Ein Boot hat die Tagesgäste abends wieder eingesammelt und zurück nach Samana gebracht. Dort habe ich mir eine weitere mega leckere frische Papaya und eine reife Avocado zum Abendessen gegönnt. Was braucht man mehr?!

Für den nächsten Tag hatte ich mir eine Bootstour zu den Mangrovenwäldern und Höhlen von Einheimischen gebucht. Nachdem ich am Tag zuvor mit einem relativ großen Boot unterwegs war, war das Miniboot, auf das wirklich nur 8 Mann gepasst haben, ein anderes Kaliber. Mag die Bucht auch relativ geschützt sein, jede Welle hat man gespürt und ist hart aufgeschlagen auf dem Wasser. Auch wenn es schon Spaß macht, übers Wasser zu fliegen, meine wie ich immer dachte gute Polsterung hat nicht ausgereicht. Unser Guide, der zum Glück relativ verständlich Englisch sprach, fuhr direkt mit uns in die Mangrovenwälder. Selbst der Wind und der Regen konnten der Schönheit der Natur an dem Tag nichts anhaben. Mangroven stehen tatsächlich einfach im flachen Salzwasser, ca 50cm tief und wachsen dort problemlos und bieten allerlei Vögeln Rast- und Brutplatz. Die Höhlen der Ureinwohner sind Karsthöhlen direkt an der Küste, durch den dichten Bewuchs von außen nicht zu erkennen, aber durch Felsenmalerei (zB Wale) und in den Kalkstein geritzte Wächter eindeutige Zeichen einer vermutlich ausgestorbenen Zivilisation. Bzw laut Forschern tragen die heutigen Einheimischen, die ja meist aus Spanien kamen oder verschleppte Sklaven waren, Gene der Ureinwohner in sich. Auch am Ende dieser Tour wurden wir auf Bacardi Island abgeladen. So funktioniert die Wirtschaft nun mal in der DomRep, die Touris bringen das Geld und möglichst viele sollen davon profitieren. Zum Glück war ich am Tag davor schon im Wasser, denn an diesem Tage waren durch den vielen Regen Quallen im Wasser und so gut wie jeder Tourist hatte eine unangenehme Begegnung mit den Fangarmen. Abends in meiner Unterkunft habe ich noch mal die Aussicht auf die Stadt und den Hafen genossen und mich erneut über die Einheimischen gefreut, die tatsächlich jeden Abend eine Straßenparty feiern. Da wird das Leben genossen!

Am heutigen Tag sollte es weiter nach Las Terrenas gehen. So habe ich mich also von meiner Vermieterin und ihrem Untermieter verabschiedet, der mich noch aus den vielen Gittern wieder raus gelassen hat. Das war ein älterer Herr, auch er konnte nicht lesen, aber er hat sich bedankt für den Tipp sich in der Übersetzer App die Sachen vorlesen zu lassen und sogar reinsprechen und es tippt mit, übersetzt und liest wieder vor. Praktische Sache. Wie in den Tropen so üblich, kann es natürlich jederzeit regnen und so ein Tag war der heutige. Bereits nass angekommen an der örtlichen Bushaltestelle erkannten die Fahrer mich natürlich mal wieder als Tourist und als hätten sie geahnt wohin ich will, fragten sie nur „Las Terrenas? Las Terrenas?“ So wurde ich kurzerhand auf die überdachte Ladefläche eines Pick-Ups verladen. An den Rändern jeweils ein Holzbrett und das Gepäck wird unter den Sitz geschoben. Immerhin überdacht. Weitere Einheimische nahmen noch auf der Rückbank der Fahrerkabine Platz und los ging die Fahrt. Zum signalisieren, dass man Aussteigen will klopft man einfach gegen die Außenseite vom Truck, der Fahrer hält, man gibt ihm das Geld und schon geht’s weiter. Unterwegs, es war ein Samstag, stieg ein Priester im Anzug ein, die Bibel vergoldetet Seiten fest an sich gedrückt auf das sie nicht allzu nass werde. Im nächsten Dorf stieg er aus und eilte zur nächsten Kirche, vor der bereits Menschen warteten, alle schick angezogen für die Messe. Die Straßen im Hinterland waren zum Glück auch relativ neu und nur ein kleiner Abschnitt war ungeteert, einfach eine Sandpiste mit super tiefen Löchern, will lieber nicht wissen, wie die Fahrt gewesen wäre, wenn sie komplett über Sand gegangen wäre, bei dem Wetter. Unterwegs trifft man auch allerlei Gefährte, Menschen auf Eseln oder Pferden und Motorroller die ein halbes Haus transportieren. Am Straßenrand immer mal kleine Verkaufsbuden, an denen auch mal ein frisches Huhn oder ein paar Schnitzel ungekühlt zum Verkauf ausliegen und mindestens 2 Lottoläden je Dort und sei es noch so klein. In Las Terrenas hatte der Regen leider noch nicht aufgehört, so dass ich froh war, dass die örtliche Touristenmeile teilweise überdacht war. Dort wollte ich in ein Sightseeing-Büro, denn ich hatte für die nächsten Tage bereits Touren gebucht und wollte noch mal sicherstellen, dass alles wie geplant klappt. Die nette Dame hat mir noch ein Restaurant nebenan empfohlen und mir verraten, wie man an Taxis kommt in der DomRep. Mein mittag war ein Cocktail in einer ausgehölten Ananas, leider hat mir die Kellnerin mit statt ohne Alkohol gebracht und Garnelen in Knoblauchsauce. Also ich liebe ja Knoblauch, aber da war sooo viel drin, dass auch ich fast aufgegeben habe, aber soooo lecker. Für die Taxis muss man wissen, dass kleine Läden, wie die Tante Emma Läden mehrfachen Nutzen haben, und in dem einen oder anderen organisiert jemand auch die Taxis und Motorroller vor Ort. Man geht einfach rein und sagt wohin man will. Normal würde man ja einen Roller nehmen, aber wegen dem Regen wollte ich nicht die 20 min bis zum Hotel auf einem Roller hocken. Der Herr hat kurz gelacht und mir dann aber doch ein Taxi organisiert. Preis wurde vorher mit dem Fahrer ausgehandelt und auch der Vermittler bekommt ein Trinkgeld und dann geht’s los. Das Hotel lag relativ weit außerhalb, direkt am Strand. Der Empfang und das Restaurant nur überdacht und auch die „Flure“ alles tropisch offen, wunderschön! Das unglaublich nette Personal versorgt einen 24/7 mit Essen und Wasser. Ich war vorher ja noch in keiner „Hotelanlage“ und war entsprechend skeptisch und wurde nicht enttäuscht. Nur der Regen… naja, wenn man ins Wasser gehen würde, würde man ja auch nass werden, warum dann also nicht einfach in den Pool gehen oder am Strand entlang spazieren? Nur der Wind hat es ein bisschen fies gemacht. Aber wann hat man schon mal einen Pool für sich alleine, weil die anderen Gäste sich vorm Regen in den Zimmern verstecken. Es gab 3 „a la carte“ Restaurants und ein Buffet. Viel Auswahl und frische Zutaten, sogar einheimisches Essen und jeden Abend ein anderer Themenabend. Die beiden Hotelkatzen wussten natürlich wann Essenszeit ist und haben sich von Hotelgästen füttern lassen ohne aufdringlich zu sein. Wer ihnen nichts gegeben hat, sind die einfach weiter gegangen und nirgends hochgesprungen. Clevere Viecher. Leider erhielt ich am Abend noch die Absage für meine beiden Touren für die nächsten beiden Tage. Der Regen und Sturm war einfach zu stark, so dass meine Bootstour und die Regenwaldwanderung ausfallen mussten. Was sollte ich nun 2 Tage in einer Hotelanlage??

Am nächsten Morgen schien widererwartend die Sonne, so dass mir ein Tag in der Hotelanlage schon nicht mehr so schlimm vorkam. Ich habe mir im Wellness eine Massage gebucht und im hoteleigenen Tourenbüro gab mir die junge Dame einen Tipp für eine Tour, die auch bei Regen stattfindet und zumindest einen der drei geplanten Strände die ich unbedingt sehen wollte anfährt. Also habe ich die für den nächsten Tag gebucht. Nach einer Joggingrunde am Strand, ein paar Versuchen trotz heftigem Wellengang ins Meer zu gehen (das Nachbarhotel hatte seinen Strand sogar gesperrt) und einer weiteren Runde im Pool habe ich mir eine prima Massage gegönnt in einer Hütte aus Palmwedeln. Abends wollte ich dann mal das „a la carte“ ausprobieren, ein Fusion-Restaurant, europäisch angehauchte Speisen. Schon bei der Vorspeise musste ich lachen: Ziegenkäse mit Walnüssen und Birnen. Der Käse war normaler Käse wie Gouda, die Walnüsse waren Erdnüsse und bei den Birnen habe ich überlegt ob es Mango gewesen sein könnte. Halt europäisch angehaucht. Nicht so dolle. Da war das Buffet eindeutig besser, aber immerhin nett angerichtet.

Am nächsten Tag hatte ich dann die Tour gebucht als Ersatz. Auch wenn der Tag zunächst sonnig losging, regnete es vor allem auf dem Hinweg dermaßen, dass alle Gäste auf dem offenen Tourenbus durchgeweicht und halb erfroren waren, von Regen und Fahrtwind kühlt man auch in den Tropen aus. Unterwegs flog mir mitten auf der Straße sogar mein Hut davon. Da wir mitten im Verkehr waren habe ich noch gedacht „naja Pech gehabt“. Wenig später fuhr uns ein hupendes Auto nach. Der Truck hielt an und der Fahrer brachte mir meinen Hut, der nur wenig durchgeweicht war. Hab ich mich gefreut meinen verloren geglaubten Hut zurück zu bekommen. Immerhin hat der Fahrer zur Aufmunterung eine 2Liter Flasche Schnaps an die Touristen verteilt. Unterwegs sind wir an Blowholes vorbeigekommen, so wie ich sie in Australien bereits erlebt habe, wegen dem Regen wollte aber keiner aussteigen und aus meiner hinteren Reihe kam ich nicht ohne weiteres raus bei dem vollen Bus. Angekommen am Playa Rincon hatte das Wetter ein Einsehen und der Regen hörte mal auf und die Sonne kam heraus, allerdings noch immer sehr windig. Was für ein schöner Strand! Heller Sand, Türkises Wasser, eine Bucht auf der anderen Seite. Und am anderen Ende noch eine Lagune des Flusses der aus den Bergen kommt. Zum Mittag wurden wir bei Einheimischen in einem Café abgesetzt und danach wurden uns einheimische Farmen gezeigt. Kaffee, Kakao, Papaya, vieles wird noch immer von Handarbeit auf kleinen Farmen hergestellt. Wann sieht man schon mal wie Papayas wachsen? Vor einem der Häuser stand ein Strauch mit wunderschönen roten Blättern, der mir irgendwie bekannt vorkam. Das war ein Weihnachtsstern als Strauch. Etwa 1m hoch, unten schon herausgewachsenes Holz, oben saftige grüne und rote Blätter. Eine Mitreisende meinte, sie hat seit Jahren einen Weihnachtsstern, den sie „nicht tot bekommt“, sie will den jetzt zuhause in DE im Garten einpflanzen, auf dass dieser auch dort zum Strauch wird :D Allerdings leider auch dort auf den Feldern, wie überall in der DomRep liegt Müll, achtlos fortgeworfen. Natürlich wird man mit dem Touribus noch am Tourisshop abgeliefert wo man Allerlei Tand verkauft, leider nichts wirklich Hübsches dabei. Immerhin wurde man auf der Rückfahrt nicht erneut komplett durchgeweicht vom Regen!

Am nächsten Tag habe ich morgens noch eine Joggingrunde am Strand gemacht bevor es für mich weiter ging nach Santo Domingo. Beim Auschecken wollten zufällig auch 2 Mädels in die Stadt, so dass wir uns ein Taxi nach Las Terrenas geteilt haben. Leider war mein Linienbus gerade weg und der nächste erst in 3h. An dem Imbiss wollte ich solange nun nicht rumsitzen, also habe ich einen der Motorroller herangewunken und mich zum Strand fahren lassen. Mit einem Reiserucksack ist das eine ganz schön wackelige Angelegenheit, Helm bekommt man ja auch keinen und alle 200m gibt es in den Teer betonierte Huckel, damit keiner rast. Aber da die Einheimischen ja auch zu 3. oder 4. auf so einem Roller Platz finden, geht das irgendwie. Am Strand habe ich noch was gegessen (Merke: Salat und Seewind ist keine gute Kombi) und zurück mit dem Roller. Mit dem Linienbus ging es dann in die Großstadt Santo Domingo. Sowas wie Filter haben die Abgase nicht in der DomRep. In den kleineren Orten ging das grad noch so auszuhalten, weil der Wind die Abgase davon trägt, aber in Santo Domingo war alles voller Abgase. Richtig ungewohnt, kennen wir in DE so gar nicht mehr. Santo Domingo hat eine alte Innenstadt, die noch aus der Zeit Columbus‘ stammt. Die habe ich mir zu Fuß angeschaut und das Larimar-Museum, ein Halbedelstein den es nur in der DomRep gibt. Meine Unterkunft war in einem alten Kloster, ebenfalls in dem alten Kolonialstil erhalten. Allerdings jetzt ein reines Wohngebäude und nichts erinnert mehr an ein Kloster.

Am nächsten Tag musste ich ja schon wieder zurück nach Punta Cana, wo spät abends mein Flug zurück ging. Zum Angucken hatte ich mich für einen Nationalpark mitten in der Stadt entschieden. Eine Grünanlage mit Karstgestein und Höhlen in die man hinabsteigen konnte und die erstaunlich blau und klar waren. Sogar eine Schildkröte habe ich gesehen. Erstaunlich wie ein paar Bäume ringsherum die Lautstärke der Großstadt vergessen lassen. Mein Rückweg war in einem neuen Reisebus, ein Doppelstockbus und ich hatte beim Ticketkauf sogar den Fenstersitz ganz vorne oben abbekommen. In Punta Cana hatte ich dann noch Zeit zum Totschlagen und konnte sogar noch das Rätsel um die Geldautomaten am Flughafen lösen. Die stehen in Punta Cana in der Abflughalle statt in der Ankunftshalle… muss man auch erst mal drauf kommen… (wer braucht denn bei der Abreise noch Pesos?) :D Witziger weise wollte man mir aus dem Handgepäck meine Nagelschere wegnehmen, in Paris im Check-in war die kein Problem, auf der Rückreise schon?? Ich kann nicht zählen, wie oft die mit mir schon im Handgepäck war, und keinen störte es, aber da war sie auf einmal zu spitz. Konnte die Sicherheitsmenschen aber noch überzeugen, dass ich immer damit Reise und es noch nie jemanden gestört hat :D

Nach einer weiteren Nacht im Flugzeug und nicht so dolle Flugzeugessen (Air France hat nicht so drauf) und zum Glück nicht wieder solange Aufenthalt in Paris, bin ich nachmittags wieder gut zuhause angekommen.

Fazit: die DomRep lohnt eine Reise. Die Tage in Samana bleiben mir als die schönsten in Erinnerung, Wohnung inmitten der Viertel der Einheimischen, Wale, tropische Strände und Mangroven ♥

Brücke ins NirgendwoStraße in SamanaBlick über SamanaMangrovenHöhlewer genau hinsieht findet die FelsenritzungenPlaya RinconHotelstrandPlaya Rincon 2Hotelstrand 2altes KlosterWasserloch in Santo Domingo "Tres Ojos"

 

 

Der Weg ist das Ziel!

Montag, 23.08.2021

... blöd nur, wenn die Elemente da was gegen haben...

Liebe Alle,

es wird Zeit für einen neuen Reiseeintrag bzw. eine neue Reise! Nachdem ich im letzten Jahr mit Erstaunen festgestellt habe, dass man die Zugspitze zu Fuß begehen kann, sogar Normalsterbliche, nicht nur Trailrunner und Kletterer, wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren... es gibt mehrere Wege nach oben, mit und ohne Klettern und sogar 3-Tages Touren raus und über Österreich wieder runter mit Übernachtung in den Berghütten, die nur zu Fuß oder Helikopter (der kommt aber auch nur 4x im Jahr für Lieferungen Essen usw) erreichbar sind. So wurde ich Anfang 2021 Mitglied im Alpenverein (man darf auch ohne hoch) und plante meinen 3-Tages-Aufstieg für Anfang Juni. Also 2 Nächte Hütten und davor und danach Hotel im Tal. Nun ist dieser Sommer ja so ganz anders als die letzten, die Natur dankt es, aber dadurch war Anfang Juni der Schnee noch nicht weit genug geschmolzen, so dass eine der Hütten noch nicht geöffnet hat. Also habe ich eben umgebucht. Sollte dazu sagen, dass ich Ende Mai als Tagesausflug auf der Zugspitze war und dort einen einzelnen Wanderer getroffen habe der in etwa die Tour gemacht hat, die ich machen wollte. Nun war der Typ so ein richtiger Bergsteiger-Typ, mit Eispickel und mega großen Schuheisen und Helm und so... na das wäre ja was geworden... gut, dass ich auf August gewartet habe, wo der Weg so gut wie eis- und schneefrei ist.

Also bin ich an einem viel zu heißen Tag zum Autofahren gen Süden aufgebrochen. Für abends waren Unwetter und Temperatursturz angesagt und es folgte ein relativ kurzer Regenguss der eigentlich nur Schwüle, aber keine Abkühlung brachte. Am nächsten Morgen, frohen Mutes sollte es los gehen. Kofferchen und Auto beim Hotel gelassen und nur den Tourenrucksack mitgenommen mit Schlafsack, Hüttenklamotten und Handtüchern. Das Wetter konnte sich morgens schon nicht entscheiden was es will und ich bin echt ungelogen 500m gegangen, hörte es auf zu regnen. Also alles wieder ausgepellt. Weitere 500m später, wieder starker Regen, wieder alles angepellt. So ging das den ganzen Weg in Garmisch-Partenkirchen, vorbei an den Sprungschanzen und bis zum Eingang zum Tal welches ich hinauf wollte. Das Tal beginnt mit der Klamm, einer engen Schlucht durch die das Wasser schießt und die ich bereits im letzten Jahr besichtigt hatte. Durch die Unwetter vor einigen Wochen waren Teile des Weges noch gesperrt, so dass man nicht hindurchgehen konnte um den Aufstieg zu beginnen, sondern den steilen Wanderweg an den Hängen der Klamm nehmen musste. Nun hatte die Sonne doch ein Einsehen und kam heraus, was in der feuchten Klamm erst Recht erneut für Schwüle sorgte... so gar nicht mein Wetter... und ich war ja erst am Anfang der Tour. Nach gekraxel durch die Klamm und erneuten Abstieg hinunter zum Fluss kommt man am Ende (oder Beginn?) der Klamm an und kann endlich den geplanten Wanderweg nehmen der entlang des Flusses führt. Malerisch zwischen Bäumen und Felsen schlängelt sich der Fluss, wobei der Wanderweg schon gut aufwärts führt. Immerhin kann man sich im Prinzip nicht verlaufen, da der Weg nur nach oben führt. Unterwegs kommt man an einer bewirtschafteten Hütte vorbei, an der man sich mit Brotzeit und Bier und Buttermilch und Kuchen stärken kann. Erstaunlich wie lecker alles schmeckt, wenn man kaum Auswahl hat und hungrig ist vom Wandern. Auf der Strecke trifft man schon weitere Wanderer, von denen man ahnt, dass man sie oben in der ersten Hütte zum Übernachten wieder treffen wird, denn wo sonst wollen sie denn hin :D Auch diese Hütte wird überwiegend zu Fuß versorgt, die Wanderwege sind zu schmal für Autos. An einer Stelle weiter unten, wo der breitere Weg endete gab es eine Art "Vorsorungshütte" in die Lieferungen gebracht werden. Aber eben nur was die Mitarbeiter auch weiter tragen können oder evtl auf einem Quad transportieren. Übrigens kommen auch die Mitarbeiter nur zu Fuß nach einer kilometerweiten Wanderung zur Arbeit. Da ist nichts mit jeden Abend zuhause sein. Die bleiben für länger dort oben und übernachten auf den Hütten. Wie ich von der Rast weitergehe zieht es sich wieder zu. Es war auch Gewitter angesagt. So wie auch den Tag zuvor... nun hat man auf den Wanderwegen meist keinen Handyempfang in dem engen Tal, so dass man nicht nachsehen konnte was neu gemeldet wird. Soo weit ist es ja nicht mehr...  und da war es dann auch schon, das Gewitter. Regen, Hagel, Blitz und Donner! Die Blitze haben mich nicht so gestört. Der Hagel war fies, denn den habe ich sogar durch die Kapuze durch gespürt, aber der Regen erst. Der war so heftig, dass innerhalb kürzester Zeit meine Regenjacke durchgeweicht war, ich konnte fühlen wie mir das Wasser den Rücken runter lief. Und noch krasser, und das hätte ich nie gedacht, dass das geht. Der Regen war so heftig, dass das Wasser an meinen Beinen hinunter lief direkt in die Schuhe! Keine 10Minuten später waren die Innen so nass, dass ich sie ausschütten konnte. Nun saugen sich so dicke Wanderschuhe ja auch so richtig schön voll. Mein Versuch mich unter einer Tanne vorm Hagel zu schützen misslang (wäre ja auch zu einfach gewesen), auf dem Wanderweg floss bereits etwa 5cm tief Wasser hinab. Da kamen 2 weitere Wanderer an mir vorbei, denen habe ich mich kurzentschlossen angeschlossen um das nicht alleine zu gehen. Und welch Glück, etwa 200m weiter war eine Art Hütte, die zwar verschlossen war, aber zumindest ein Vordach hatte und eine Bank. Dort saß bereits ein Pärchen, die gerade an der Hütte war, wie der Regen losging und somit relativ trocken. Wir haben so gelacht, also ich tatsächlich erst mal Wasser aus meinen Schuhen gegossen habe und in Flipflops dort stand. Von dem Unterstand hatte man einen tollen Blick ins Tal, so weit man wegen dem Regen gucken konnte und wir konnten sehen, wie das Wasser immer heftiger die Steinhänge hinabgeschossen kam und das Flussbett, was zu zwei Dritteln leer war, sich füllte. Gut, dass wir bereits etwa 30m über dem Fluss waren, so dass wir nicht befürchten mussten, dass der Fluss den Weg beschädigt. Dachten wir. So langsam ließ der Regen etwas nach, so dass wir uns weiter trauten. Wo mit natürlich keiner gerechnet hat, dass auf der Talseite des Wanderweges ja auch Steilhänge sind an denen das Wasser wie Wasserfälle hinunterschoss. Teilweise waren die Wege dadurch überspült und man watete durchs Wasser. Da meine Schuhe eh schon quasi bis oben voll Wasser waren, machte mir das nichts aus. Das Pärchen und die beiden anderen Wanderer waren allerdings viel schneller als ich, so dass ich bald den Anschluss verlor. Hinter mir war noch eine Dreiergruppe, die hatte ich bereits zur Brotzeit in der Hütte getroffen. An einer Stelle wo der Weg mal wieder überspült war, war bereits ein Betonbett angelegt, über das wohl mal Holzbohlen gingen, denn diese lagen im Wasser. Ein Metallgitter gab es auch noch. Zum Springen für mich mit Rucksack zu weit. Also über das Gitter. Da wusste ich noch nicht, dass da auch Quads drüber fahren können. Wie ich da drauf trete bog sich das unschön durch, so dass ich mich da nicht drüber getraut habe. Da hatten mich dann auch schon die drei anderen Wanderer eingeholt, 2 Mädels und ein Kerl, die Mädels haben sich auch nicht getraut. Aber gemeinsam haben wir uns da rüber geholfen, in dem auf einer Seite einer stehen blieb um Gewicht auf das Gitter auszuüben, dass es nicht so sehr durchbiegen möge. Wir ahnten noch nicht, dass es noch schlimmer kommen würde.... um jede Biegung die man kam wurde man überrascht mit einem neuen Sturzbach mit neuer Tiefe und Breite. Bis zur Hütte konnte es nicht mehr weit sein, vielleicht noch ein Kilometer, wie schlimm kann es noch werden? Es kann! Vor uns lag ein 30Meter breiter Sturzbach, der an einigen Stellen definitv tiefer als knietief war und eine reißende Strömung vom Wasser von den Hängen. Teilweise waren Sandbänke, bzw Kies oder Schotter-Bänke zwischen den "Armen des Flusses", zum Springen aber an allen Stellen zu weit. Weiter oben wurde es zwar schmaler aber dafür tiefer und reißender, weiter unten, in Richtung eigentlichen Fluss "etwas" flacher und dafür breiter. Also unten lang. Nachdem wir alle es geschafft hatten auf den Kiesbänken weg zu rutschen und ins Wasser zu fallen waren wir endgültig komplett nass. Mit den Wanderstöcken haben wir zunächst die Tiefe getestest und sind dann so schnell wie möglich Stück für Stück da durch. Als wir auf der anderen Seite waren, wo der Wanderweg weiter ging, haben wir weiter oben am Hang das Pärchen gesehen, sie haben ihr Glück bergein versucht, sie hofften auf eine Stelle an der sie hätten springen können. Zum Glück haben sie uns gesehen und sind unserem Winken gefolgt und mit Handzeichen konnten wir sie zu der Stelle lotsen durch die wir auch sind. Rüberrufen ging nicht, denn das Wasser war zu laut. Auch die beiden sind noch ins Wasser geplumst, aber immerhin auf dem Weg angekommen. Sie waren so stolz, dass sie noch trockene Schuhe hatten, bis zu dem Sturzbach... zum Glück war die Hütte auf der wir Übernachten wollten nun tatsächlich gleich um die Ecke. Auf der überdachten Veranda hingen bereits Kleidungsstücke in endloser Zahl und im "Trockenraum" innen, in dem man normal seine Schuhe trocknen kann, zumindest wenn sie bloß feucht sind und nicht komplett getränkt, gab es keinen freien Platz mehr.- Durch das Unwetter waren auch weitere Wanderer die eigentlich weiter hoch wollten in dieser Hütte gestrandet, dadurch war die Hütte sehr voll und wir bekamen keinen Platz mehr drinnen. Die lieben Angestellten brachten uns jedoch Decken raus und Abendessen sollte es auch bald geben. Allerdings gerade keinen heißen Tee, da durch den Regen die Wasserpumpen nicht mehr hinterherkamen und somit kein fließendes Wasser da war... die Zeit zum Abendessen habe ich genutzt um wenigstens meine trockenen langen Schlafklamotten aus dem Rucksack anzuziehen. Leider fiel mir da noch nicht auf, dass durch den Fall ins Wasser mein Schlafsack, der unten im Rucksack lag, ebenfalls nass war. Normal ist mein Rucksack sehr gut geschützt vor Regenwasser, hat ja auch ein extra Regenmäntelchen. Das Wasser musste durch den Frontreißverschluss rein sein. Aber erst mal essen. Eingepackt in dicke Decken gab es lecker Suppe und einen Rinderbraten und sogar Kuchen mit Sahne zum Nachtisch. Da wurde einem gleich warm! Zwei der Mitarbeiter haben sich mit Handschuhen und einer sogar im Ganzkörperregenanzug (den Mitarbeiter hatte ich nachmittags sogar erst hochwandern sehen) auf den Weg gemacht, wir dachten, sie gehen vll die Brücken reparieren bzw die Bretter wieder hinlegen und schauen ob noch jmd Hilfe braucht. Haben sie sicher auch, aber später kehrten sie mit je einem riesen Rucksack Zutaten für Essen zurück, Gemüse zB. Das Essen kommt also tatsächlich zu Fuß da hoch! Ein bisschen Handyempfang hat man auf der Veranda, so dass wir die Nachrichten lesen konnten vom Unglück im Nachbartal. Da wurde uns erst bewusst, dass wir wirklich Glück hatten! Die Wanderer die wegen des Regens dort gestrandet waren, bekamen die Notfall-Winterhütte zugeteilt als Schlafplatz und so wurde in der warmen Gaststube endlich Platz, dass auch wir uns aufwärmen konnten. Meine drei Begleiter zogen aus ihrem Rucksack tatsächlich trocken gebliebene Kartenspiele und Würfel heraus (während zB der Impfausweis komplett durchgeweicht war). So haben wir uns die Zeit vertrieben bis zur Hütten-Ruhe um 22h. Geschlafen wird in hostelähnlichen Räumen, auf Etagenbetten die die gesamte Breite des Raumes einnehmen. Allerdings zum Glück nicht eng an eng, so dass ich auf meiner unteren Etage, nur am anderen Ende 2 weitere Leute hatte und viel Platz. Der beste Platz bringt nur leider nichts, wenn der Schlafsack nass ist.... nicht komplett, aber genug um echt unangenehm zu sein. Selbst mit Mütze und Schal konnte ich nicht richtig einschlafen und war mir sicher, den morgigen Tag nirgens hin zu gehen, außer wieder ins Tal! Irgendwann musste ich eingeschlafen sein und wie ich aufgewacht bin, war ich wieder frohen Mutes, doch noch nach oben zu gehen. Auch die kalte Dusche konnte mich nicht schrecken, die Mitarbeiter haben übernacht die Pumpen wieder zum Laufen gebracht, aber nicht das warme Duschwasser. Nur die harten kommen in den Garten, gell? Kalt, und ich meine gebirgswasserkalt, das geht schon mal :D Das Frühstück war mega lecker! Der Chef selbst stand morgens in der Küche und hat Milch aufgefüllt und Brot geschnitten. Einer der Mitarbeiter ging rum und hat Autokennzeichen notiert, die Polizei im Tal hatte angerufen und wollte sicher stellen, dass nicht noch mehr Menschen verunglückt waren. Auch meine drei Weggefährten haben nun geplant, weiter gehen oder wieder runter? Nasse Klamotten und das Wissen, dass es nachts ein wenig geschneit hatte auf dem Gipfel, machte nicht gerade Mut. Außerdem regnete es mal wieder leicht. Wieder runter gehen ist sicher nicht die dümmste Idee. So habe ich mich auch überzeugen lassen und wir wollten wieder runter gehen. Beim Anziehen der noch immer klitschnassen Kleidung (man kann ja nicht unbegrenzt viel in so einen Rucksack packen) und den nicht ein bisschen trockenen Schuhen war das definitiv die richtige Entscheidung. Also liefen wir los. Erstaunt standen wir vor dem Rest des gestern noch 30 Meter breiten Sturzbaches. Morgens waren es zwei 30 Zentimenter breite Rinnsale! Bereits nach noch nicht mal einem Kilometer hatte ich meine Wanderhose gefühlt trocken gelaufen und bereute meine Entscheidung den Weg nach unten gehen zu wollen. Also bin ich umgedreht! Ich habe mich von meinen drei "Rettern" verabschiedet, mit denen ich zwar gerne weiter gegangen wäre, aber ich wollte ja hoch. Der leichte Regen hatte plötzlich auch aufgehört, so dass ich es wagen wollte. Ich wusste von ein paar anderen Wanderern auf der Hütte, dass sie ebenfalls nach oben gehen würden, so wusste ich, dass ich wieder nette Menschen treffen würde. Wie friedlich das Tal nun dalag, malerisch der Fluss, der jetzt wieder ein normaler Bach war und Wolken die sich alle Mühe gaben aufzureißen. Am Ende des Tales waren auf allen Seiten nur noch steile Wände, da hieß es jetzt hoch. Da man auf der Route nicht klettern muss, musste es ja einen Weg geben. Den gab es auch, steil, mit vielen Kehrungen über Wurzeln und Geröll, über nackten Feld und Wiesen. Da dort auch Schafe gemütlich grasten, konnte es ja nicht so schlimm sein :D Weiter oben, in etwa nach der Baumgrenze sollte die 2. Hütte sein. Allerdings haben es 700Höhenmeter auf gerade mal ca 2,5km Länge ganz schön in sich. Um jede Biegung die man kommt, hofft man es geschafft zu haben. Stattdessen sitzt da ein weiterer Wanderer der geschafft guckt und meint: nee, das geht noch weiter! Endlich kommt sie in Sicht, die 2. Hütte. Theoretisch lässt man dort das Gepäck und geht bis zum Gipfel nur mit Wasser und evtl Snacks weiter und kommt zu der 2. Hütte wieder zurück. Da meine Klamotten und der Schlafsack allerdings noch immer klamm und teilweise nass waren, war das keine Option für mich. Trotz Buchung zur Übernachtung hätte man erst später in den Trockenraum gekonnt und dann wäre mein Schlafsack wieder nicht trocken geworden. Ich entschied mich für weiter gehen bis zum Gipfel und dann mit der Seilbahn ins Tal. Geplant war eigentlich nach der 2. Nacht via Österreich wieder zu Fuß runter zu steigen. Aber runter ist nicht so meines und nass schon gar nicht. Also habe ich mir ein mega leckeres Stück Kuchen gegönnt (ernsthaft, wie machen die das, dass es so lecker ist auf 2000m Höhe??!) und weiter gehts! Mit vollem Gepäck war ich natürlich nicht so schnell wie meine Weggefährten die ihr Gepäck dort gelassen haben. Ich wusste, dass die letzte Seilbahn nicht allzu spät runter fahren würde, die musste ich unbedingt erreichen. Die Baumgrenze war schon längst passiert und die Schafe noch immer zufrieden mit dem Gras was da halt so wächst. Geröll und nackter Feld auch auf dem Abschnitt und tatsächlich auch ein Eisfeld, vll 30x60Meter groß. Das hatte sich noch gehalten in diesem kühlen Sommer. Denn durch den Klimawandel hat die Zugspitze fast alle ihre Gletscher verloren und der letzte wird sich nicht mehr lange halten. Auf dem Weg nach oben kommt man durch die Wolken durch, die aussehen wie begrenzter Nebel, sich aber irgendwie tatsächlich anfühlen wie eine Wolke, weich umringt es einen, allerdings eher kühl statt kuschelig ;) Auf dieser Seite der Zugspitze geht eine Seilbahn die letzten etwa 400Höhenmeter hoch und oben kann man dann die große Seilbahn nehmen die ins Tal führt. Da ich die nicht verpassen wollte, habe ich etwas geschummelt und die Seilbahn für die letzten extrem steilen 400Höhenmeter genommen... nun habe ich einen Grund mehr, diese Wanderung erneut in Angriff zu nehmen!! :)  Ein trockenes Bett und eine warme Dusche sind allerdings unschlagbar, wenn man fast nur nassen Klamotten im Rucksack hat...

Im Hotel hat man mir kurzfristig, weil ich ja eigl noch eine Nacht Hütte gehabt hätte, zum Glück noch ein Notfall-Zimmer anbieten können. Das war halt einfach noch unrenoviert, mir aber egal, denn Bett und Dusche waren sauber und ausreichend. Aufgeschlafen sah die Welt schon ganz anders aus, also wollte ich unbedingt noch mehr wandern. Ich entschied mich für eine "kurze" nur etwa 10km Strecke vom Eibsee über die Bergkette nach Österreich. Auf der österreichischen Seite wurde ich richtig überrascht, während auf deutscher Seite bergauf Waldweg und Geröll war, war der Weg auf der anderen betoniert und ausgebaut. Richtig "gemütlich" zu gehen. Zurück ging es mit der Regionalbahn. Am Bahnhof wartend kam ein weiterer Wanderer und der hat mir erzählt, dass er die Strecke die für drei Tage angelegt ist (vom Alpenverein selbst), an einem Tag gemacht hat! Respekt!

Was also tun mit meinem weiteren Tag? Ich hatte im Internet gesehen, dass es auf der österreichischen Seite zwei wunderschöne Bergseen gibt. Da musste ich hin! Allerdings habe ich einen Teil der Strecke wieder die Seilbahn genommen, übertreiben wollte ich es nicht, da ca 15km vor mir lagen ;) und wer hätte das gedacht, die beiden Seen sind sehr beliebt und unglaublich viele Wanderer jeden Alters waren dahin unterwegs. Und die Aussicht und der Anblick sind den Weg so was von Wert! Entspannte Kühe durch deren Feld der Weg führte ließen sich von den Touri-Scharen nicht im geringsten stören und das Wetter spielte auch mit. Sonnig, aber nicht zu heiß. Auf dem Weg gibt es gleich zwei Hütten mit Brotzeit, so dass da keiner zu kurz kommt. Was man hoch geht, muss man allerdings auch wieder runter, und runter ist ja wie gesagt nicht so meines. Aber irgendwie gehts dann doch und nach einem Ausrutscher auf Matsch habe ich es doch wieder zurück geschafft. Da steig ich (fast) die ganze Zugspitze hoch ohne Blessuren und rutsche auf ner Touri-Strecke aus! :D

Nach den tollen Tagen in den Bergen wollte ich eigentlich noch ans Meer... nun ist das ja naturgemäß von den Alpen etwas weiter weg, also entschied ich mich für den Bodensee. Nach einer kurzen Fahrt via Österreich (warum ist das Benzin eigl über 30 Cent billiger in Österreich??) und einem Navi was mich durch Apfelplantagen geschickt hat, habe ich einen ausflug auf die Insel Mainau gemacht, die wie zu erwarten war, ebenfalls voller Touristen war. Hätte nicht gedacht, dass ich mich mal an die Stille in den Bergen, wo man teilweise gar nichts hört, gewöhne. Am nächsten Tag habe ich dann noch eine unglaublich abwechslungsreiche Wanderung nahe dem Bodensee gemacht, durch Obstplantagen, durch kleine Schluchten mit Wasserlauf (heißt da Tobel), entlang des Ufers des Bodensees, durch urigen Wald mit Burgruine, zum Wanderweg mit toller Aussicht auf den See! Und das alles auf gerade mal 17km. Toller Abschluss einer Wanderwoche Urlaub!

Vor allem der erste Tag meiner Reise nimmt einen großen Platz ein, vermutlich weil es der intensivste ist. Die anderen Tage waren dennoch ebenso spannend. Hab mir vorgenommen, diese Woche zu hause mal nicht zu wandern. Vermutlich juckt es mich am WE aber schon wieder in den Fingern :D

Eure Chocolat

 Hütte in SichtÜber den Wolkenkönnte auch MacchuDrachenseeBodensee

Kurzentschlossen verreist es sich am Besten!

Samstag, 08.08.2020

Hallo liebe Alle,

nun muss ich Euch mal wieder an meinen Ausflügen teilnehmen lassen.... eigentlich müsste ich ja für die Uni eine Hausarbeit schreiben, aber bei über 30° macht das auch keinen Spaß! Was also tun? 2 Tage uneffektiv vor dem Computer sitzen ist nicht so meines und eigentlich wollte ich auch schon länger mal wieder "raus" hier... also habe ich spontan einen Kurztrip (einen Tag vorher) gebucht. Ich war noch nie auf der Zugspitze und da oben soll es ja auch weniger heiß sein....

Am Samstag morgen, nach einer vor Hitze mehr gedösten als geschlafenen Nacht, bin ich um 3:30h aufgestanden, hab mir einen Beutel Gemüse geschnippelt als Wegzehrung und bin um 4:45h los gefahren gen Süden! Ich hatte zum Glück noch gesehen, dass genau an diesem Tag die Zufahrtsstraße zur Zugspitze vormittags gesperrt sein würde und ich wollte vorher da sein, also bin ich quasi durchgebrettert. Interessanterweise muss man ja auf dem Weg dort hin durch ganz München gurken, Stadt"autobahn" begrenzt auf Tempo 40, mit mind 4 Blitzern....   nach München allerdings wieder top Autobahn bis kurz vor Garmisch-Partenkirchen, danach weiter als Landstraße und da hat man dann bereits zur frühen Stunde gemerkt, dass noch mehr Menschen das Wochenende zum Ausflüge machen nutzen. Bereits unterwegs konnte man die massiven Felsen der Alpen sehen, total schön. Mit Almen hab ich es ja nicht so, aber die Berge :) gegen 7:45 stand ich dann auf dem Parkplatz zu Füßen des Gipfels, direkt neben der Seilbahn. Bereits da unten, auf etwa 998m Höhe, war es merklich kühler als in München oder Nürnberg. Allerdings konnte man die Sonne bereits am Gipfel sehen. Also Jäckchen an und ab nach oben! Die Seilbahn ist riesig!! Es passen wohl bis zu 120 Personen rein, wobei es um die Uhrzeit nicht ganz so viele Waren, aber bestimmt 50. Ringsherum verglast und sogar im Boden eine Stelle mit Scheibe zum nach unten gucken. Bei der nur wenigen Minuten dauernden Fahrt hat man bereits Bergsteiger in den Felsen gesehen und Berghölen in den Fels gehauen. Oben angekommen war es dann super sonnig und gut frisch, so etwa 10°. Tolle Aussicht in alle Richtungen. Nach Norden ins Grüne und am Horizont das "Flachland" sichtbar, nach Süden auf die steinigen Gipfel Österreichs. Apropos, nach Österreich und deren Aussichtsplattform konnte man natürlich problemlos gehen, der Grenzübergang ist quasi direkt auf dem Gipfel. Nach ausgiebigem Stauen in alle Richtungen, habe ich dann doch beschlossen noch näher zum Gipfel zu klettern. Dieser erhebt sich etwa 15m entfernt von der Hauptplattform zu erreichen über einen Kletterpfad eher für Bergsteiger. Es steht sogar extra ein Schild dort, dass es gefährlich ist. Vor allem war es gut voll, viele Touris wollten da hoch und auch entsprechend wieder runter. Nach dem ersten Kletterpunkt mit steiler Leiter, die von der Plattform aus gar nicht so fies aussah, war wieder "Stau", die letzten 5m nach oben war mir dann doch zu beengt und stressig, also blieb ich einfach mal da etwas abseits sitzen und habe das Treiben beochbachtet und meine Aussicht ohne andere Menschen im Bild genossen. Wie ich da so sitze, fällt mir auf, dass da auch ein Pfad den Gipfel hinauf geht, da kommen nämlich Menschen hoch gelaufen! Die haben dann erzählt sie seien morgens um 5h bei einer Hütte losgelaufen (auf dem Bild mit meinen Schuhen im Grünen mittig zu sehen) und nun nach 6h oben angekommen! Mega krass oder?

Auf der anderen Seite des Gipfels gibt es natürlich auch einen Gletscher, wenn natürlich viel kleiner als früher, aber ein wenig ist noch da. Im Winter liegt dort auf den kahlen Felsen natürlich Schnee und man kann Ski fahren. Mit einer kleineren Seilbahn ging es also etwa 1000m wieder abwärts zum Gletscher. Dort konnte man sogar auf einem kleinen Hand Schlitten fahren! Super cool! Es sind 35° in der Stadt, die Sonne knallt so auf den Schnee, dass man selbst mit Sonnenbrille kaum gucken kann, aber Schlitten fahren! Juhu! Um wieder ins Tal zu kommen, kann man entweder wieder rauf auf den Gipfel fahren und von dort mit der großen Seilbahn hinunter oder man nimmt von der Zwischenstation, wo auch die Wetterstation steht, die Zahnradbahn durch den Berg ins Tal. Da ich neugierig auf die Bahn war bin ich mit der gemütlich nach unten gezuckelt. Im Tunnel war es sogar richtig gehend kalt, sobald man allerdings aus dem Tunnel kam, auch wenn bereits unterhalb der Baumgrenze, war es bereits mega warm.

Nun ist die Zugspitze dort ja nicht das einzige Highlight. Es gibt noch den Eibsee! Und der sollte mein Ziel für den Nachmittag werden! Nach einem Salat und dafür ein Dessert (für schwere bayrische Heimatküche war es einfach zu heiß) bin ich also los gelaufen. Und ich gebe zu, solche Farben hätte ich niemals in Deutschland bei Wasser gedacht! Mega schön! Bedingt durch das Wetter natürlich an jeden freien Felsen (kein Sandstrand) ein Badegast zur Abkühlung. Etwas merh als 7km geht der Weg einmal um den See herum. Immer wieder die Sicht auf die mega tolle Farbe des Sees und die Berge dahinter, hier und da ein Wasserfall der aus den sehr steilen Bergen herunterkommt und eine Bank zum Verweilen und Staunen! Ich kann mich nur Wiederholen, so eine Farbe hätte ich nie in Deutschland erwartet. Etwa 2,5h habe ich mit Fotos machen und die Füße ins Wasser tauchen rum gebraucht. Konnte mich kaum lösen. Allerdings musste ich abends noch nach Bad Tölz, denn was näheres habe ich nicht gefunden als bezahlbare Übernachtung.... dort wollte ich mich auch nicht lang aufhalten ;) bin abends tatsächlich direkt ins Bett und das einzige was ich in Erinnerung habe, dass ich Kühe mit großen Glocken auf der anderen Straßenseite gehört habe, obwohl es gar nicht so "dorfig" in Bad Tölz war. Am nächsten Morgen bin ich eine halbe Stunde durch den hauseigenen Pool gehüpft und dann nach Garmisch-Partenkirchen gefahren zum Partnachklamm, einer Schlucht und einem in den Fels gehauenen Wanderweg. Allerdings habe ich die Menschenmassen im sonntag unterschätzt und muss etwas außerhalb parken, da der Großparkplatz bereits 10h völlig überfüllt war. Durch den Fußmarsch nach Garmisch rein, konnte ich allerdings die große Sprungschanze ausgiebig bewundern. Besonders interessant fand ich die im Halbrund angelegte Besuchertribüne, wie ein Stadion aus alten Zeiten, das war mir beim Skispringen im Fernsehen noch nie aufgefallen. Als ich mich nun endlich auf den Weg zur Schlucht machen konnte waren natürlich noch mehr Menschenmassen dazu gekommen und alle wollten in die kühle Schlucht. Man musste anstehen ;) Direkt neben die Schlucht wurde ein Wanderweg in den Fels gehauen, bereits um 1910, teilweise direkt am Abgrund, teilweise im Fels mit "Sichtfenstern" in die Schlucht. Allerdings konnte man durch die vielen Menschen kaum stehen bleiben und verweilen oder gemütlich Fotos machen und den Anblick genießen, weil man dann auch den schmalen Weg versperrt hätte. Wie kommt man nun eigentlich wieder am Ende der Schlucht nach draußen? Den Weg konnte man ja nur in eine Richtung laufen..... da bleibt nur eines, Wanderweg hoch die Klippen und durch den Wald nutzen, dort war eine Brücke auf die andere Seite und dort wieder hinunter, was im übrigen anstrengender als rauf ist :D

Nun hatte ich noch einen Nachmittag Zeit... nach hause fahren? Nee, schade um die Zeit, wäre eh doller Rückreisestau gewesen. Also bin ich noch mal zurück zum Eibsee gefahren und habe dort noch mal meine Runde gedreht. Wie gesagt, ich wiederhole mich gerne erneut, der hat mich einfach umgehauen der See! :) Gegen 19h wurde es dann aber doch Zeit mal die Heimreise anzutreten, hatte ja noch 3h vor mir, wieder durch München zuckeln, nun allerdings mit weiteren Tagestouristen im Stau...   als Tagesausflug, ohne Übernachtung, werde ich so einen Ausflug zur Zugspizte und zum Eibsee mit Sicherheit mal wieder machen, dafür war es da einfach viel zu schön!! :)

PS: Wer sich überlegt zur Zugspitze zu fahren, sollte das Wetter im auge behalten. An beiden heißen Sommertagen war es vormittags klar und nachmittags zog eine Wolke zum Gipfel die sich da auch nicht mehr weg bewegt hat, so dass man wahrscheinlich kaum Sicht hatte...

Am Gipfelauf dem Gipfel, mit Blick ins TalEibseeEibsee mit ZugspitzePartnachklamm

Abu Dhabi / Dubai für Kurzentschlossene

Dienstag, 25.02.2020

Hallo liebe Alle!

Es wird nun wirklich mal Zeit, dass ich mal wieder etwas in den Blog schreibe. Es wird ja noch ein wenig dauern bis ich mal wieder länger auf Reisen gehen kann bzw bis ich im besten Fall wieder auswandern kann ;) erst mal wird das Studium abgeschlossen!

Aber bis dahin kann man ja mal einen Urlaub machen... :)

Da ich in den letzten Monaten ein paar Mal die Filiale auf Arbeit gewechselt habe und für die Uni auch noch eine Hausarbeit schreiben musste, wusste ich nicht ob ich in meinen Mini-Semester-Ferien von 2 Wochen nun Urlaub nehmen durfte oder nicht. Aber ich hatte Glück, ich habe noch Urlaub genehmigt bekommen. Was also tun mit so „kurzfristig“ Urlaub? Mir war nach Sonne, warm und was zum Erleben. Erst dachte ich an Istanbul, da ist es im Februar allerdings noch kalt, ähnlich wie bei uns, also fiel mir Abu Dhabi ein. Nach meinem Kurzbesuch als Stopp Over in 2016 wollte ich ja immer mal wieder hin, warum also nicht? Gebucht und los!

Mein Abflug in Nürnberg war um 6h morgens, da ich nur mit Handgepäck reisen wollte, wollte ich so gegen 5h am Flughafen sein, also zuhause Abfahrt so gegen 4:20h. Problem, um die Uhrzeit fährt bei mir noch keine Straßenbahn! Ok also denke ich mir, dass ich vor laufe bis zur U-Bahn und von dort zum Flughafen. Nun wollte ich ja direkt in den Sommerklamotten in den Urlaub und nicht erst eine Winterjacke mitschleppen. Und es ist tatsächlich einfach mal Sturm mit Schneeregen bei 3°C! Bereits nachts wurde ich vom Strum geweckt, so dass ich mir doch lieber ein Taxi für die Fahrt zur U-Bahn bestellt habe. Das hat auch problemlos geklappt und für die 5min Fahrt gleich mal 13€! Seit wann ist Taxi fahren eigl. soo teuer in D? Gut, dass ich nicht gleich bis zum Flughafen gefahren bin. Es war so ein Sturm, dass es die Taxi-Tür direkt wieder zugeweht hat...! Also mal lieber schnell in den U-Bahnhof ins windgeschützte. Nun lass ich mir ja immer sagen, Nürnberg sei so eine Metropole und was stellt man fest? Der Bahnhof hat geschlossen bis etwa 2 min bevor die erste Bahn fährt! Meine U-Bahn zum Flughafen ist eine der ersten, also musste ich tatsächlich draußen warten… Am Flughafen war erwartungsgemäß mega viel los, Sicherheitskontrolle dauerte über eine halbe Stunde, so dass der Flug bereits zum Einstieg ausgerufen wurde, als ich gerade durch war. Umsteigen in Amsterdam problemlos. Verhungern tut man in Schiphol schon mal nicht, es gibt Käse, Kiloweise Käse in den Souvenirshops :D Auch der Flug nach Abu Dhabi problemlos, über den Alpen noch ein wenig Schnee gesehen und über dem Irak die Sanddünen bewundert, samt kreisrunden bewässerten Plantagen und brennenden Ölfackeln in den Ölfeldern. Am Flughafen in Abu Dhabi über eine Stunde an der Passkontrolle angestanden, die haben halt die Ruhe weg. Dafür haben sich die Mitarbeiter gefreut über einen Deutschen reisenden, „Bayern München“ können sie alle sagen :P

Das Taxi zum Hotel hat für die mehr als 30min Fahrt gerade mal 22€ gekostet, nur mal zum Vergleich zu meiner morgendlichen Taxifahrt. Das Hotel direkt umgeben vom Yachthafen (einem der vielen in Abu Dhabi) und mein Zimmer mit Blick auf die Etihad Towers. Na der langen Reise bin ich allerdings direkt ins Bett, durch die Zeitverschiebung war ich ja auch erst gegen 23h im Hotel. Am nächsten Morgen habe ich mir erst mal ein lecker Frühstück mit Blick auf den Pool gegönnt. Wenn man den deutschen Winter gewöhnt ist, sind die 22° und volle Sonne auf der Außenterrasse schon fast zu viel… also wohl als erstes an die Wärme gewöhnen und wo geht das besser als am Pool in einem der Separees mit Sonnenliegen. Bewaffnet mit Buch und Sonnenbrille lässt es sich so aushalten :) der Pool vermutlich sogar extra beheizt, denn das Wasser war gefühlt wärmer als die Luft, allerdings nur mal 1,20 tief. Einen Pool mit direkten Blick aufs Meer kann ich dennoch empfehlen (auch wenn es an der Stelle mehr mit Blick auf den Kanal ist). Da nur am Pool rumliegen nichts für mich ist bin ich nachmittags noch spazieren gegangen bis zum „Heritage Village“, ein nach alter Bautradition gebautes Dorf für die Touristen mit kleinen Feldern und Souvenirshops. Abu Dhabi ist viel größer als es aussieht und die Häuserblocks ziehen sich, so dass ich mir im ungewohnten Schuhwerk Flip-Flops natürlich an der Sohle gleich mal eine Blase gelaufen habe :D Das hing mir leider die folgenden Tage auch noch nach. Abends habe ich mir mit nächtlicher Beleuchtung noch das „Founders Memorial“ angesehen, eine riesige Skulptur die den Gründervater Abu Dhabis zeigt als 3D Model, wobei die Gesichtskonturen durch geometrische Figuren die an Fäden aufgespannt sind gebildet werden. Lässt sich echt schwer beschreiben, wie aus „Perlenketten“ eine Silhouette wird, richtig coole Sache!

Am Sonntag habe ich mir die Innenstadt von Abu Dhabi angesehen, neben den Hochhäusern auch das renovierte alte Fort welches sogar schon Kanonen aus Frankreich und England aus dem 18. Jh. hatte, lange vor der modernen Großstadt, als die Emirate noch Fischerdörfer und Nomadenstämme waren. Vom Shoppingcenter mit „traditionellen“ Souq (Markt) bin ich noch bis zur Strandpromenade gelaufen. Überall in Abu Dhabi sieht man Katzen, so auch hier, da die Tiere gemütlich an der Promenade schlafen und auf die Arbeiter Abu Dhabis warten (80% der Einwohner sind ja keine Einheimischen sondern Arbeiter aus zB Asien) die dort angeln und den Katzen immer wieder auch mal ein Stück Fisch zuwerfen. Für späteren Nachmittag hatte ich einen Besuch in der großen Moschee geplant, die ich im Sonnenlicht, Sonnenuntergang und bei Nacht fotografieren wollte. Als ich vor einigen Jahren in der Moschee war, war ich dort ja mit einem Guide. Wir sind damals durch eine Sicherheitskontrolle an der Seite der Moschee rein und konnten und mehr oder weniger frei bewegen. Ich war total überrascht wie ich diesmal dort bin, dass es einen weiter entfernten Eingang gibt der unterirdisch ein kleines Einkaufszentrum hat und verbunden durch einen endlos langen Tunnel mit der Moschee ist. Clever eigentlich, so kann man die Touristen von den Gläubigen trennen, die weiterhin an der Moschee einen Eingang haben, kann gleich Souvenirs und Snacks verkaufen und nicht zu vergessen die Sichtkontrolle für die Frauen ob man anständig genug gekleidet ist und im Zweifel eine Leih-Abaya bekommt. Das ganze Prozedere hat nun viel länger gedauert als geplant, so dass ich „leider“ das Tageslicht für die Fotos verpasst habe, dafür um so schöner die Nachtaufnahmen :) In der Moschee selbst gibt es feste Laufwege und vorgegebene Foto-Stopps, damit alles schön gleichmäßig läuft ;) Allerdings hat man den Weg schon so gelegt, dass man wirklich alles wichtige sehen und fotografieren kann. Ich liebe diese Moschee einfach, so wunderschön! :)

Für Montag und Dienstag hatte ich mir vorgenommen nach Dubai zu fahren. Dubai liegt etwa 100km nordöstlich von Abu Dhabi und die Städte sind mit einem Linienbus verbunden der etwa alle 20 min fährt. Man könnte auch das Taxi nehmen, die würden einen auch rüber fahren, das kostet aber ca 50€ je Fahrt, der Linienbus ca 8€ je Strecke. Der fährt langsamer, kommt aber auch an, ist relativ gemütlich wie ein Reisebus, für Frauen gibt es sogar extra Sitze in den vorderen Reihen. Es gibt theoretisch 2 Zwischenstopps unterwegs, dort wird allerdings fast nie gehalten, so dass man in 90 min in Dubai ist. Dort hält der Bus an einer Metrostation, so dass man problemlos nach Dubai rein fahren kann. Am Rande Abu Dhabis kommt man an der Formel 1 Rennstrecke vorbei, einigen Kilometern Wüste, fast überall mit einem Zaun von der Straße abgetrennt, einem Ikea und dann den weiten Ausläufern Dubais. Es ist unterwegs weniger Wüste als man vermuten würde, die Emirate wachsen maga schnell. Oh und natürlich alle(!!) 2-5 km ein Blitzer! Kein Witz! So viele Blitzer habe ich noch nie gesehen. Auf der Autobahn ist an vielen Stellen 140km/h erlaubt, manchmal auch nur 120km/h und das im autoverrückten Abu Dhabi :D

Wenn man Abu Dhabi als groß bezeichnen würde, ist Dubai gigantisch groß! Jedes freie Eckchen wird bebaut und sogar Land im Meer aufgeschüttet und das nicht nur für die Hotels auf den Palmen Inseln von denen es in der Zwischenzeit mehrere gibt. Die Stadt-Autobahn überwiegend 3-spurig, teilweise so gar 4 oder 5 und nicht nur im Berufsverkehr brechend voll. Parallel zur Autobahn verläuft die voll automatisch betriebene überirdische Metro, alle paar Minuten eine Bahn und auch diese immer voll. Zum Glück gibt es auch hier reine Frauen Abteile, da ist es ein klein wenig weniger voll ;) Witzig ist, dass man sich als große Firma wohl die Namen der Haltestellen kaufen kann, denn sie tragen die Namen einer Bank oder Telefongesellschaft. Super modern die Metro in jedem Fall. Es gibt aufladbare Chipkarten als Fahrkarte (die ich schon von der Busfahrt her hatte) und elektronische Gates durch die man geht und die beim Aussteigen die entsprechende Fahrpreis-Summe von der Karte abziehen. Die Bahnhöfe mit Sicherheitstüren die sich erst öffnen, wenn die Bahn eingefahren ist, dass keiner auf Gleich laufen kann.

Um mich erst mal zu orientieren und bin ich zuerst zur Burj Khalifa/Dubai Mall gefahren. Eines der größten Shoppingcenter der Welt und natürlich das größte Gebäude der Welt. Ich frage mich noch immer warum das nicht einfach in den Wüstenboden einsinkt :D Von dort bin ich mit dem Taxi zu einem weiteren renovierten historischen Stadtviertel gefahren mit dem Flair vergangener Tage. Eingestiegen bin ich in der Mall, die Einkaufscenter haben alle gleich eingebaut eine Taxiwartespur, da stehen immer Taxis bereit. Der, ich nenne ihn mal Taxiportier hat erst noch versucht mich auszunutzen in dem er mich in ein extra teures Taxi gesetzt hat, ich habe es zum Glück noch gemerkt als der Fahrer mir einen dreimal höheren Preis vor der Fahrt nannte als es für die Strecke zu erwarten gewesen wäre. Ich lauf da ja nun nicht im Prada-Kostüm rum, aber irgendwie witzig, dass ich da für eine reiche Touristin gehalten worden bin mit meinem Cowgirl-Hut :D Das historische Viertel „al-Bastakiyya“ ist natürlich auch ein wenig für die Touristen gedacht, was man an den vielen Mitarbeitern vor den Restaurant besonders merkt die einen unablässig anquatschen ob man denn nicht reinkommen möchte… da lobe ich mir doch das altehrwürdige Starbucks ;) es gibt neben einigen süßen Lädchen die auch traditionelles Kunsthandwerk anbieten wie Kupfergeschirr und Malerei auch Kamele und Falken zu bestaunen, die den ganzen Tag (?!) mit Augenkappe auf dem Arm des Herrchens hocken. Sie mögen ihre Falken ja verehren in den Emiraten, aber mir tun die Tiere einfach nur leid. Das historische Viertel liegt am Wasser, dem Dubai Creek und um auf die andere Seite zu gelangen nimmt man einfach die Fähre die mit zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln zählt. Auf der anderen Uferseite liegen mehrere Restaurantbote und Schiffe die man im ganzen mieten kann und auch Schiffe die beladen worden mit Klimaanlagen oder Kühlschränken in unvorstellbarer Anzahl. Die Schiffe waren ja nicht groß, vll 20m lang, aber höher beladen als lang, was dazu wohl deutsche Transportsicherheitsfachmenschen sagen würden :D Auf der anderen Uferseite liegt auch der Gold Souq, der Gold-Markt. Laut Reiseführer wird der Goldpreis täglich auch auf dem Markt an den schwankenden Weltmarkt angepasst und man zahlt für den Schmuck nur den Wert des Goldes und der Edelsteine, nicht der Arbeit die darin steckt. Im Arabischen Raum werden Frauen ja mindestens zur Hochzeit mit Tonnenweise Gold beschenkt und entsprechend sahen die Stücke auch aus, groß klobig, Hauptsache „teuer“, nicht so als ob man es täglich tragen würde wollen. Das Angequatsche ist natürlich nervig, soll aber wohl teil des „Spaßes“ sein wie das über den Preis handeln… naja, nicht so meines, wenn ich mir nur was angucken will, muss ich mich nicht antatschen lassen, auch wenn es wahrscheinlich keiner der Verkäufer böse oder anstößig meint. Das ist auch einer der Gründe warum ich kein schönes Souvenir gefunden habe, einen Schal oder eine Lampe hätte ich mir gerne gekauft, aber dieses aufdringliche hat mich sehr gestört. Abends nach Sonnenuntergang habe ich mir dann noch die Wasserspiele zu Musik am Fuße des Burj Khalifa angesehen, eine Show die etwa alle 30 min für die Touris stattfindet, schön süß gemacht. Lange konnte ich ja nicht bleiben, da ich abends ja noch zurück nach Dubai musste, wobei die Busse bis spät fahren. Am nächsten Tag bin ich ja noch mal nach Dubai. Diesmal zuerst in die Mall of the Emirates, ein Shoppingcenter mit eigener Ski- und Winterwelt! Das Kempinski Hotel nebenan hat sogar Zimmer in alpiner Einrichtung mit Blick auf die Winterwelt! :D Ist schon witzig in Sommerkleidung in die Schneelandschaft zu gucken. Da ich nicht für europäisches Winterwetter in Dubai bin ging es weiter zum „Souq Medinat“ ein traditioneller Markt in der Hotelanlage die zum Burj al Arab gehört, da berühmte Hotel in Form eines Segels. Dort konnte man den Sandflächen-Souvenir-Machern bei der Arbeit zusehen und sich Henna-Tattoos machen lassen :) Die meisten Strände gehören zu Hotelanlagen, in der Nähe des Burj al Arab gibt es einen öffentlichen Strand, nur schade, dass der von allen Seiten von den ewigen Bauarbeiten Dubais umgeben ist, so dass die Aussicht weniger schön war :D

Eigentlich wollte ich auch noch in ein weiteres Emirat, nach Schardscha, dessen Hauptstadt Sharja mit dem Stadtgebiet von Dubai verwachsen ist, aber nachmittags war der Verkehr so schlimm, dass selbst die Taxifahrer, die sonst jeden Dirham einheimsen wollen vor dem Stau gewarnt haben. Selbst die öffentlichen Busse hätten über eine Stunde gebraucht, das was mir dann doch zu lang, so dass ich lieber wieder zurück nach Abu Dhabi bin, ich muss mir ja auch noch was aufheben, wenn ich mal wieder in die Emirate fahre ;)

An meinem letzten Tag hatte ein wenig Pech. Ich wollte vormittags noch mal zur Moschee, mittags zu den Märkten, nachmittags zum Louvre Museum. Mein Gepäck durfte ich im Hotel lassen, da mein Flug ja erst nachts ging. In der Moschee war es wunderschön und ich konnte noch meine Fotos bei Tageslicht machen, wenn auch mit sehr diesigem Himmel, da ein Sandsturm unterwegs war. Der Fischmarkt und der Dattelmarkt waren interessant. Bei einem Zwischenstopp im Shoppingcenter um Mittag zu essen und noch etwas Geld zu holen, hat mir kein Geldautomat mehr Geld ausgespuckt, obwohl noch Geld auf dem Uralubskonto drauf war. Ich vermute, dass das Hotel einen Betrag geblockt hat, falls ich die Hotelbar leergesoffen hätte. Eigentlich hätten sie nichts weiter blocken dürfen als die Zimmerkosten, aber anders kann ich es mir nicht erklären. Zum Glück hatte genau noch genügend Dirham übrig um zurück zum Hotel zu fahren um meinen Koffer zu holen und um zum Flughafen zu fahren. War dann ein sehr sehr langweiliger Nachmittag/Abend in der Hotellobby, nicht so spannend wie das Louvre wahrscheinlich, aber dann habe ich noch was, was ich mir mal noch ansehen kann :) Immerhin hat eine Harfenspielerin moderne Popsongs gespielt und ich konnte die Lichtshow am Hotelpool ansehen, wusste ich nicht mal, dass es eine gab im Hotel ;)

Rückflug problemlos. Hatte in Paris ja fast 6h Aufenthalt und wollte eigl mal schnell in die Stadt fahren um die Zeit rum zu bekommen, aber eine liebe Freundin die schon in Paris gewohnt hat, hat mir davon abgeraten wegen der ggf unzuverlässigen Verkehrsmittel. Außerdem war auch in Paris bestes Regen-Sturm-Schmuddelwetter, so dass man mit Sommerhose und Übergangsjacke nicht ganz passend angezogen war :D

Alles in allem, vor allem für so kurzfristig, ein ganz toller Urlaub, ich war super entspannt, wie lange nicht mehr :)

al-BataGold-Souq

New York

Dienstag, 25.09.2018

Hallo liebe Alle!

Hier nun endlich mein Bericht zu New York!

Am Sonntag ging es los mit problemlosem Zubringerflug nach Frankfurt. Dort waren ca 2h Umsteigezeit geplant, wovon ich schon mal alleine 1h von einem zum anderen Gate unterwegs war! Weiter ging es mit einem A380, der total überbucht war. Am Gate hing ein Monitor wieviele noch auf der Warteliste standen und wer nach und nach noch reingebucht wurde. Das hat alles ziemlich lange gedauert und dann standen wir auch noch beim Abflug im Stau auf dem Rollfeld. Auch beim Anflug und auf dem Rollfeld in New York hatten wir Stau. Bei der Passkontrolle hatten wir richtig viel Glück, dass es gerade nicht so voll war und wir vll 20 Min gewartet haben. Dafür mussten wir umso länger auf das Gepäck warten. Dann ab zum Skytrain und zur nächstgelegenen Metrostation. Die New Yorker U-Bahn ist tatsächlich super laut und veraltet, dafür aber die Wagen klimatisiert. Was allerdings zu Lasten der Wärmeentwicklung in den Bahnhöfen geht. Auf den Bahnhöfen herrschen locker 30°C! Weil die U-Bahn so alt ist und viel zu schmal gebaut, kann man wohl auch nicht nachträglich mehr Belüftung einbauen. Unser Hotel lag in der Nähe zur Grand Central Station, so dass wir fix unser Gepäck abstellen konnten und wieder los konnten zum Sightseeing ("jede Minute nutzen"). Als erstes ging es zu den United Nations, die quasi um die Ecke lagen. Dann noch mal die Grand Central Station angucken, die ein wunderschöner alter Bahnhof ist, sollte eigentlich abgerissen werden, wurde aber von Jaqueline Kennedy mit einer Spendensammlung erhalten und renoviert. Weiter zum Trump Tower.... viele Straßen in New York sind gesperrt, wegen anwesender Prominenz in den Hotels, so dass man ganze Blocks außen rum laufen muss. Über die sonntagabendliche 5th Avenue zurück zum Hotel, da es morgens wieder zeitig losgehen sollte. Montag morgen sind wir als erstes nach Südmanhattan zur Staten Island Ferry gefahren, eine kostenlose Fähre die rund um die Uhr nach Staten Island fährt und dabei immer schön vorbei an der Freiheitsstatur und mit einem tollen Blick auf Manhattan. Auf Staten Island selbst gibt es nicht viel zu sehen, so dass man mit der nächsten Fähre gleich wieder zurück fahren kann. Wieder mit einem tollen Blick auf NY. Dort angekommen ging es zur Wall Street und dem bronzenen Bullen im Finanzdistrikt. Die Wall Street selbst ist kleiner und unscheinbarer als gedacht. Vorbei an der "alten" Trinity Church, die umringt von Wolkenkratzern ganz in der Nähe vom alten World Trade Center, den damaligen Einsturz überstanden hat und nach wie vor ein merkwürdiges Bild abgibt, traditionelle Kirche in Mitten von Wolkenkratzern. An der 9/11 Gedenkstelle sind die Brunnen die die Standorte der Hochhäuser nachbilden. Da wir noch reichlich Zeit an diesem Tag hatten, haben wir einen kurzen Ausflug nach Brooklyn gemacht bevor wir späten Nachmittag nach Jersy City gefahren sind, auf der anderen Seite des Hudson Rivers, von wo aus man einen tollen Blick auf die Skyline von Manhattan hat. Späten Abend sind wir dann an den Fuß der Brooklyn Brigde gefahren um von der Brooklyn Seite aus Bilder der Skyline Manhattans zu machen. Am Dienstag morgen ging es zeitig los nach Brooklyn um über die Brooklyn Brigde nach Manhattan zu laufen. Leider hatten wir an diesem Tag richtig schlechtes Wetter, so dass es nicht viele Bilder wegem dem strömenden Regen und von den wolkenverhangenen Hochhäusern gibt. Aber dennoch ist der Gang über die Brücke super cool. Weiter ging es durch China Town und Little Italy nach SoHo (gepflegtes Viertel mit tyoisch New Yorker Baustil) zum Washington Square Park mit Triumpf-Bogen. Wenn man schon mal in NY muss man natürlich auch bekannte Filmdrehorte angucken, wie zB das Carrie Bradshaw Haus in Chelsea ;) von dort ging es weiter in den Chelsea Market eine Markthalle mit Imbiss, Restaurant und Geschäften, wo ich mir einen traditionellen Burger gegönnt habe. Wusste gar nicht, dass man das Burgerfleisch auch in raw, medium oder well done wählen kann. Super lecker und rauchig vom Grill. Weiter zum High Line Park, einen Park auf einer erhöhten alten Eisenbahnstrecke auf der früher Waren tranportiert wurden. Statt es abzureißen hat man einen Park mit Kunst darauf gebaut, der bis nach Midtown Manhattan hoch führt. Da das Wetter nach wie vor relativ schlecht war, habe ich kurzerhand den Plan geändert und wir sind ins bekannte Macy´s Einkaufscenter gegangen, sowas wie ein Kaufhof, mit richtig langer Tradition in NY. Am Mittwoch morgen war eigentlich geplant auf die Aussichtsplattform vom Rockefeller Center zu gehen. Durch den Regen vom Vortag war es allerdings super neblig und die Sicht gleich Null. Die Zeitfenster Tickets hatte ich schon vor Wochen online gebucht. Netterweise durften wir die Tickets problemlos umtauschen zu einem späteren Zeitpunkt. Da wir sowieso Tickets hatten mit denen wir zweimal hinauf durften, habe ich die Tickets erst mal auf den Abend gelegt. Also sind wir weiter gelaufen in der Stadt, am Times Square Werbeschilder gucken und dann den ganzen Broadway entlang zum Flat Iron Building, dem spitzen Eckhaus. Zwischendurch haben wir uns ein Eis gönnen wollen, an einem der vielen Imbisswagen am Straßenrand, mit $10 für ein Softeis mit Erdbeersoße und $12 für ein Milchshake waren wir dabei!!! :D Danach stand der Central Park auf dem Plan. Durch das schwüle Wetter und einen mich etwas quälenden Rücken haben wir leider nur einen kleinen Teil des Parkes besichtigt, obwohl es soviele sehenswerte Ecken gibt. Die John Lennon Gedenktstätte, Strawberry Fields, fand ich da am wichtigsten, leider von Touristen überlaufen. Um meinen Rücken und unsere Füße etwas zu schonen haben wir uns dann dafür entschieden noch mal nach Staten Island zu fahren per Bahn und Fähre, bevor es abends zum Rockefeller Center ging. Zum Glück hatte sich der Nebel verzogen, so dass man eine tolle Sicht auf Manhattan bei Nacht hatte ♥ ca 2 Minuten nachdem wir wieder untern waren, fing es erneut an in Strömen zu regnen... der Donnerstag war dann auch schon unser letzter Tag. Da wir ja Tickets hatten mit denen wir zweimal innerhalb von 24h hoch durften wollten wir uns nun die Stadt auch noch im Tageslicht angucken. Ebenfalls wunderschön :) Auf dem Weg zurück zum Hotel haben wir noch bei ber New Yorker Bibliothek gehalten um wenigstens ein bisschen Kultur einzubauen, bevor es wir Sachen gepackt und ausgecheckt haben. Zum Glück konnten wir das Gepäck im Hotel lassen bis wir abends zum Flughafen mussten. Da das Wetter am Donnerstag wunderschön wurde, sind wir kurzer Hand nach Coney Island raus gefahren an den Strand mit Freizeitpark. Dort haben wir mit Blick auf´s Meer unser mitgebrachtes Essen genossen. Und dann war es auch schon Zeit zum Flughafen zu Fahren um über Nacht zurück nach Deutschland zu fliegen. Ich bin ein wenig überrascht über die schlechte Ausstattung der Lufthansa Maschine, jedenfalls in der Holzklasse war die Technik und die Einrichtung super veraltet und auch das Essen nicht sonderlich. Bin wohl Ethihad und Cathay verwöhnt :D

Über New York kann ich zusammenenfassend sagen: super!! Laut, dreckig, es stinkt und ist überteuert, aber hat irgendwie Stil. Die New Yorker sind immer super schick und modern angezogen. Die alten Wolkenkratzer haben Klasse und sind nicht einfach nur stahlblaue Glasfassaden. Selbst nachts ist immer Stau und ständig ist irgendwo ein Einsatzfahrzeug zu hören. An jeder Ecke stehen Polizisten die den Verkehr regeln, anscheinend hält sich niemand an die Ampelschaltung. Durch die Polizisten geht es in den chronisch verstopften Straßen wenigstens etwas voran. Es müffelt, weil sich der Müll täglich in den Straßen stapelt, auch wenn dieser täglich abgeholt wird. 4 Tage sind natürlich nicht viel Zeit um sich alles anzugucken, auch wenn man täglich ca 20-22km läuft, aber für einen ersten Eindruck super und ich danke meiner Reisebegleitung, dass ich mit durfte: Danke Danke Danke :)

Liebe Grüße

Grand Central Station Freiheitsstatur Manhattan von Fähre Manhattan von Jersy City Manhattan und Brooklyn Bridge bei Nacht Brooklyn Bridge Times Square Manhattan bei Nacht Manhattan bei Tag Manhattan Panorama Straßenzug

Es wird weiter gehen :D

Montag, 26.03.2018

Hallo Liebe Alle!

Nach fast einem Jahr Pause habe ich beschlossen diesen Blog weiterhin zu schreiben wenn es ins Ausland geht. Denn nächste Woche beginnt mein Studium für das ein Auslandsaufenthalt (bestenfalls auch wieder Australien) geplant ist :)

Bis dahin wird es zumindest dieses Jahr ein update beim Reisen geben, da ich die dolmetschende Begleitung für einen Verwandten sein werde der eine Woche New York gewonnen hat! Danke, dass ich mitkommen darf!! ♥ Juhu! ♥ New York ♥ ich komme!

Beste Grüße

Da bin ich wieder

Donnerstag, 11.05.2017

Hallo liebe Alle....

hatte ich leider nicht so viel Zeit was zu schreiben, wie das immer so ist, die letzten Tage vergehen super schnell. Und nun bin ich auch schon wieder zurück in Deutschland 😮

Am Wochenende hatte ich mich in Tokio noch mit Bella getroffen, der Tochter meiner japanischen Gastfamilie in Sydney. Bella ist gerade für ein paar Monate in Tokio um dort an der Uni in ihrem Studienfach zu forschen und so bot es sich natürlich an, dass wir uns treffen. Wir sind nach Roppongi Hill gefahren, einem Hochhaus mit Aussichtsplattform, bei weitem nicht die höchste in Tokio, aber wir hofften dadurch nicht so überlaufen :D Wir wollten so in etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang dort sein, damit wir die Stadt bei Tag und bei Nacht ansehen können. Und Tokio ist natürlich riesen groß! In Berlin sieht man vom Fernsehturm aus das "Ende" Berlins, da wo es ins brandenburgische Grüne geht. In Tokio sieht man es nicht, nicht mal ansatzweise. Nur ganz am Entfernten Horizont kann der Mt. Fuji durchblicken, der durch seine Höhe hervorsticht. Wenn es mal wieder nicht wolkig ist. Aber das kenne ich ja schon. Immer dann wenn ich die Möglichkeit hätte den Berg mal zu fotografieren, habe ich ihn nicht gesehen :D Und der Blick über die Stadt ist atemberaubend. Häuser dicht an dicht, Autobahnen die sich auf Brücken durch die Stadt winden, in der Ferne die Bucht mit ihren großen Brücken. Und ganz selten dazwischen auch mal ein bisschen grün, wovon die japanischen Großstädte ja nicht so viel haben.

Die letzen beiden Tage in Tokio habe ich dann mit bummeln und Souveniers kaufen verbracht. Ich hatte im Prinzip alles angeschaut was man sehen muss und da mein Rail Pass abgelaufen war, konnte ich auch eine entfernteren Ziele mehr als Tagestouren machen, denn ohne diesen Pass sind die Zugfahrten nicht billig. Zum Tokio Skytree bin ich auch noch gegangen, dem höchsten Turm der Welt und dem zweitgrößten Gebäude der Welt. War leider ziemlich diesig, so dass sich ein Hochfahren zur Aussichtsplatform nicht gelohnt hätte, aber eines der Nebengebäude hat im 31. Stockwerk Restaurants. Das war als Aussicht auch gut genug und Essen muss man ja auch ab und an :D

Mit dem Rückflug hat dann auch alles prima geklappt, habe sogar einen Platz am Notausgang ergattert, das ist ja fast Luxus :D

Nun geht es bei mir ans wieder ankommen, Arbeit und Wohnung suchen, anmelden und so was. Aber bevor ich wieder arbeite, hoffe ich, dass ich so viele wie möglich von Euch besuchen kommen kann.

Bis bald!

Ausblick Ausblick bei Nacht

Kyudo und Shibuya

Freitag, 05.05.2017

Hallo liebe Alle!

Heute habe ich mich mal im japanischen Bogenschießen, dem Kyudo versucht. Heute ist das keine Kampfart mehr sondern wird als Kunst praktiziert, mehr so als Konzentration und Medition. Und ist sehr schwer zu lernen.... Da heute noch ein Feiertag in Japan ist, hatte die Sportschule sowas wie Tag der offenen Tür. Und durch Zufall hatte ich im Internet gefunden, dass es einen "Verein" gibt der japanische Traditionen für Ausländer in Japan zugänglich machen will. Man bietet auch Kochkurse und Karate zB an und eben auch Kyudo. Zunächst haben die Profis gezeigt wie die "Zeromonie" normal aussieht, wie sie ihre Kunst praktizieren. Wie sie kunstvoll des Raum mit Pfeilen und Bogen in der Hand den Raum betreten und in einer Choreographie niederknien, nacheinder schießen, wieder niederknien und erneut nacheinander schießen bevor sie den Raum wieder verlassen. Eine sehr langsame Ausführung ist wichtig und jeder Griff ist bedeutungsvoll. Die Ziele, runde Zielscheiben stehen in etwa 30m Entfernung. Und keiner der Profis hat mit seinen zwei Pfeilen getroffen... Wenn die Profis schon nicht treffen wie sollen dann erst wir Laien treffen??? Da man dort nett ist zu den Neulingen, durften wir aus ungefähr 10m Entfernung schießen. Geduldig haben die Profis trotz kaum Englischkenntnis die Haltung überprüft und ggf verbessert. Man steht komplett seitlich zum Ziel und nur der Kopf schaut in die Richtung. Die Kinder durften natürlich zu erst und gleich das erste vielleicht 5 jährige Mädchen haut den Pfeil in die Mitte. Wow ist es doch "so" einfach? Haha nein, absolut nicht. Von allen Teilnehmern, sicher um die 60 Leute und jeder hat mindestens 5-10 Mal probiert, haben vielleicht 15 Pfeile das Ziel getroffen! Der Rest ging in den Sandwall. Der Bogen zieht erstaunlich stark zur Seite und durch unsere Unerfahrenheit, bzw mangelende Stärke die Sehne zu spannen, fliegt der Pfeil ziemlich schnell nach unten :D und wie gesagt wir standen nur ca 10m entfernt ;) Es dauert wohl mindestens einen Monat tägliches Training bis man es einigermaßen kann, alles andere sind eher "Glückstreffer" :D Auf den anderen Etagen der Sportschule wurde auch noch mehr angeboten, so haben kleine Kinder Karate geübt und Männer in Kriegerkleidung eine Art Gegenüberstellung mit einem Schwert. Wobei sie sich erst ein Weilchen nur mit der Speerspitze "abgetastet" haben bevor sie aufeinander mit lautem Gebrüll zugestürmt sind und dann war der Kampf vorbei, Reaktionschnelle gefragt. Im Innenhof stand auch noch ein Erdbeben-Übungswagen. Ein kleiner LKW mit beweglichem Boden und fest eingebautem Tisch. Die Kinder durften zu zweit oder Dritt hinein, ein Mitarbeiter hat kurz erklärt was zu tun ist (als ob sie das nicht aus ihren regelmäßigen Übungen in der Schule kennen) und dann schaltet ein anderer Mitarbeiter draußen auch schon das Erdbeben ein. Die Kinder sollen dann natürlich so schnell wie möglich unter den Tisch krabbeln wo sie verhältnismäßig sicher sind. Ich frage mich ob der Mitarbeiter der mit drinnen sitzt abends eine Gehirnerschütterung oder sowas hat, bei den vielen Malen die er tagsüber durchgeschüttelt wird....

Nachmittags bin ich dann noch zu der berühmten Tokioer Kreuzung in Shibuya gefahren wo mit jeder Ampelschaltung hunderte Menschen aus allen Richtungen über die Kreuzung laufen. Wegen der Feiertage war meiner Meinung nach nicht sooo viel los, oder zumindest kam es mir nicht so voll vor? :D Aber vll schaffe ich es die Tage noch mal hin :)

Kyudo Kyudo Darth Vader beim Training? :DShibuya

Kamakura und Endoshima

Donnerstag, 04.05.2017

Es ist Feiertagswoche in Japan und weil da mehrere Feiertage nacheinander liegen haben viele Japaner auch mal frei und unternehmen was. Wenn man davon ausgeht, dass von 127Mio Japanern auch nur die Hälfte frei hat (Ärtze, Schwestern, Bus-und Bahnfahrer, Servicekräfte u.a. arbeiten ja nach wie vor) sind das immer noch 63Mio Menschen die jetzt reisen.... au weia. Und das merkt man auch :D Alles ist extrem überlaufen. So war ich gestern in Nikko, was wohl eine sehr interessante Tempelanlage hat, aber ich bin nicht mal bis zum Tempel gekommen vor Menschenmassen :D Und ca eine Stunde anstellen um das was zu sehen was total überlaufen ist, weiß nicht recht.... Und heute? Heute bin ich nach Kamakura gefahren, was ebenfalls in Tagesausflugsreichweite von Tokio liegt. Die Bahn dort hin natürlich bereits gut voll. Zum Glück gibt es in Kamakura mehr als ein Heiligtum zu besichtigen, so dass sich die Menschen hoffentlich verteilen.... ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich genügend der großen Tempelanlagen gesehen habe, zumal viele diesen etwas schweren massiven chinesischen Stil haben, den ich nicht sooo super schön finde. Zumal man im Internet heutzutage ja vorher gucken kann ;) Dann lieber etwas weiter laufen zu dem entfernteren großen Bronze Buddha und dem Hase-Dera Tempel. Und meine Entscheidung habe ich nicht bereut. Einfach schön! Der Bronzebuddha ist einer der ältesten Buddhas aus Bronze überhaupt und auch sehr groß. Für 15Cent (!!!, zum Vergleich Eintritt kostet auch nicht mal 2€) extra hätte man auch noch hineinklettern dürfen um sich den Aufbau von Innen anzuschauen, aber da waren mir die Schlangen zu lang. Auf dem Weg zum anderen Heiligtum noch schnell ein lecker Softeis gegönnt, diesmal die Mischung Matcha (lecker, ein bisschen herb, nicht so süß) und lila Süßkartoffel (schmeckte nach Vanille...). Der Hase-Dera Tempel ist glaube ich einer meiner absoluten Favoriten. Landschaftlich super schön. Zwar sehr klein und natürlich voller Touristen, aber bietet alles was ich persönlich hübsch finde. Kleine Gärten, viele Buddhas, Teiche mit Kois, Bambuswäldchen, Schreine und sogar einen Zen-Steingarten. Und auch noch Aussicht auf die Bucht vor Kamakura. Da ich gerne mal noch etwas Seeluft schnuppern wollte, ging es weiter nach Endoshima. Mit einem straßenbahnänlichen Zug ging es von Kamakura nach Endoshima. Aufgrund der Menschenmengen wurde man in der Station in die Bahn gedrückt!! So wie man sich das vorstellt, dass die Bahnhofsmitarbeiter nachschieben :D Wenigstens sind die Japaner so nett und haben Ventilatoren in der Bahn, so dass es nicht so heiß wird. Was mich eben auf die Erklärung bringt warum der Stromverbrauch in Japan so hoch ist, so ziemlich jede Toilette in Japan hat Stromanschluss!! Für die Spülung und die beheizten (!!!) Klobrillen. Wobei... die traditionellen Toiletten in Japan sind Stehklos!! Gibt es auch noch sehr häufig. Fragt man sich wo da der evolutionäre Zwischenschritt ist: vom Stehklo direkt zum Hightech Klo? Zurück zum Thema Endoshima: Natürlich war es auch in Endoshima voll von Menschen... und jeder war auf dem Weg zur Insel gleich vor der Küste. Eine Brücke führt hinüber und man kann es laufen. Auf der Insel haben sie die Wege dann viel viel zu schmal angelegt. Jedenfalls für diese Massen. Ein schmaler Weg führt den Berg hinauf, links und rechts Geschäfte und Restaurants. Und der gleiche Weg führt auch hinunter. So schob sich alles im Schneckentempo nach oben. Nach der Gasse mit den Geschäften kann man entweder durch einen Tempel gehen oder direkt den Inselrundweg. Ganz oben auf der Insel gibt es einen Aussichtsturm und damit die müden Touristen nicht so viele Treppen steigen müssen, haben die schlauen Japaner Rolltreppen in den Berg gehauen!!! Für eine kleine extra Gebühr ein wohl seltenes Erlebnis. Aber auch ohne den Aussichtsturm hat man eine prima Rundsicht und theoretisch sogar bis Mt. Fuji. Aber natürlich, wenn ich schon mal die Möglichkeit hätte Bilder zu machen, versteckt sich der Berg in den Wolken. Kann man sich eigentlich irgendwo deswegen beschweren? ;) Der Strand von Endoshima ist übrigens fast schwarz vom Vulkangestein :)

Kotoku-in im Hase-dera Tempel Andachtsstelle Zen-Gärtchen

Matsumoto

Dienstag, 02.05.2017

Hallo liebe Alle,

heute ging es nach Matsumoto. Einem kleinen Ort in den Bergen nahe Nagano. Schon der morgendliche Tokio´er Berufsverkehr ist eine Herausforderung für sich. Bloß nicht stehen bleiben, sonst blockiert man jeden. Die Gänge sind teilweise super eng und natürlich sind auch so ein paar mehr Leutchen unterwegs als zB in Berlin. Das Örtchen Matsumoto ist vor allem bekannt durch seine Burganlage und hat nebenbei auch noch ein paar schöne kleine Straßen zum bummeln. Die Stadtplaner von Matsumoto waren sehr clever als sie den Zugang zur Besichtigung der Burg angelegt haben.... man kann nicht über die schöne rote Brücke laufen, sondern nimmt einen extra Eingang, was super ist um die Burg mit Brücke hübsch zu fotografieren ;) die Burg selbst ist die älteste Holzburg in Japan, aber noch gut in Schuss. Hatte ich Euch von den steilen Treppen in Himeji erzählt? Die hier sind schlimmer! Einige hatten eine Steigung von 61° und eine Stufenhöhe von 40cm. Und das gemeine hier, nur eine schmale Treppe für hoch und runter, entsprechend eng wurde es :D bei abwärtsgehen blieb man dann auch noch fast stecken an den Balken. Ich frage mich wie die Herrscher und Krieger von Einst da hoch und runter sind. Mit dem ganzen Geschmeide was sie getragen haben und dann vielleicht auch noch flink wenn ein Angriff statt fand. Auch wenn die Japaner nicht sehr groß sind, aber soo klein?? :D Da Matsumoto in den Bergen liegt konnte man auch noch ein paar schneebedeckte Hänge bewundern und auf meinem Weg zurück mit dem Zug habe ich den Mt. Fuji tatsächlich ein oder zweimal am Horizont durchblicken sehen. Super klare Sicht, trotz meiner größeren Entfernung. Aber natürlich immer nur so kurz zu sehen, dass ich so schnell keine Kamera bzw das Handy parat hatte. Der will sich einfach nicht fotografieren lassen! Zurück in Tokio bin ich dann natürlich wieder in den Feierabendverkehr geraten... :D Auch der Imbiss wo ich mir eine Nudelsuppe gönnen wollte hatte eine Schlange draußen anstehen. Für eine Nudelsuppe, im Fastfood-Stil. Soll wohl einer der besten Nudelsuppenläden hier sein... Also jedenfalls anstellen, an der Tür einen Zettel mit der Bestellung ausfüllen, hinter der Tür an einem Automaten bezahlen, und warten bis das Personal einem eine Essensbuchse zuweist. Dazu hat sie ein Bord mit Blinklichtern um zu wissen wo wer sitzt. Und dann bekommt man tatsächlich eine Buchse. Die Tische sind im Prinzip einer Tresen, aber abgeteilt durch Trennwände in vll 50cm breite Kästchen für jeden Gast eine. Vor einem sieht man durch einen Spalt das Küchenpersonal laufen. Die dann den Bestellzettel und die kleinen Kassenbons aus der Bezahl-Maschine einsammeln. Da es im Prinzip nur eine Art Suppe gibt und man ggf extra Einlagen dazu bestellen kann, kommt die Suppe recht schnell. Dann wird der Spalt auch noch zugeklappt. In einer Wahlkabine ist definitiv mehr Platz und da esse ich auch keine Suppe. Na wie auch immer, war echt lecker :)

Bis denne!

Matsumoto Burg mit Berg Fähnchen im Wind Straße in Tokio Suppe in der Box

Tokio

Montag, 01.05.2017

Heute bin ich nun wieder zurück nach Tokio gefahren, wo ich meine letzte Woche Japan verbringen werde. Ein paar Tagesausflüge sind schon noch geplant, aber übernachten werde ich nur noch in Tokio. In einem Kapselhotel. Und dieses hier ist echt cool, jeder hat seine eigene Box mit Vorhang und sogar abschließbarer Staufläche unter dem Bett. Jede Box ist etwas 1x2m groß, genau so groß wie die Matratze und so hoch, dass ich sogar fast drin stehen kann. Fühlt sich überhaupt nicht beengt an :) abends bin ich wenigstens kurz in die Hauptverkehrsstraße meines Viertels Asakusa gelaufen, wo ein großer Schrein das Geschehen dominiert. Dahinter blickt schon der Skytree durch, Japans höchstes Bauwerk und weltweit das zweihöchste. Da trifft Tradition die Moderne! Und mir ist aufgefallen wie sehr ich auf meiner Rundreise auch in weiter entfernte Regionen bis her verwöhnt war von relativ unauffälligen Touristen, hier in Tokio stapeln sich die Touristen wieder :P

Asakusa Schrein und Skytree Tokyo Skytree

Die Kirschblüten von Hirosaki

Sonntag, 30.04.2017

Heute habe ich endlich mal ausgeschlafen, sonst bin ich ja meist 6:30h schon aufgestanden um möglichst viel aus dem Tag zu machen. Aber da ich hier in Hirosaki ja "nur" die Kirschblüten betrachten wollte, habe ich die Gelegenheit mal genutzt. Ich fürchte, wenn ich wieder in Deutschland bin werde ich erst mal Schlaf nachholen müssen...

Die Kirschblüten von Hirosaki sind auf dem Gelände der Burg, es sollen wohl 5.000 sein. Da mein Hotel nicht weit weg von der Anlage ist, hatte ich es nicht weit. Aber schon auf den Straßen dorthin eine Menge Menschen unterwegs. In Japan ist seit gestern "Goldene Woche", dabei fallen mehrere Feiertage zusammen, so dass viele Japaner, die ja nicht viel Urlaub haben, jetzt frei machen und Ausflüge machen. Und so war das gesamte Burggelände ein Volksfest, mit Fressbuden, kandiertem Obst, Luftballons, Glücksspielen und dem traditionellen Kirschblüten schauen "Hanami". Dabei sitzen Familien oder Kollegen zusammen auf großen blauen Plastikplanen unter den Bäumen und bewundern die Blüten. Wegen der vielen Besucher war es natürlich nicht leicht Bilder zu machen, denn überall wo es toll aussieht haben sich die Leute gestapelt :D und dann auch noch das: au Schreck, die Burg ist weg!! Kein Witz! Normal sollte das Burggebäude auf einem Sockel an einer Ecke der Burgmauer in der Nähe einer roten Brücke stehen. Siehe hier: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/db/Hirosaki_castle.jpg Aber dort stand es nicht. Die haben die gesamte Burg umgesetzt um den Pfeiler zu renovieren :D Nachmittags ist dann leider ein ziemlich starker Wind aufgekommen, der die Blüten weggeweht hat, quasi perfektes Timing meine Reise so zu planen. Da die Kirschblüten eh nur ca eine Woche lang in vollter Blüte sind. Trotz der vielen Menschen ist es wahrlich wunderschön so eine volle Dröhnung Kirschblüten anzusehen :)

Kirschbaum Kirschbaum mit Mt. Iwaki Kirschbaum und rote Brücke Hanami - Kirschblüten betrachten Kirschblüten am Wasser

Hirosaki

Samstag, 29.04.2017

Hallo liebe Alle,

heute ging es vom Mount Fuji wieder weg und für ungefähr eine Minute konnte ich aus dem Zugfenster doch noch mal Richtung Berg gucken, der heute nicht hinter Wolken versteckt war. Wie schade, dass ich heute eine lange Fahrt vor mir hatte, sonst hätte es sich sowas von gelohnt noch mal mit der Seilbahn zum Aussichtspunkt hochzufahren. Aber wie gesagt, dann eben nächstes Mal :)

Ich bin heute nach Hirosaki gefahren, ganz im Norden der Hauptinsel Honshu um die Kirschblüte, die hier oben wegen dem kühleren Wetter später ist, noch so richtig zu erleben. Die Strecke des Shinkansen Schnellzuges ging auch durch Fukushima Stadt.... Fukushima Stadt ist natürlich die Hauptstadt der Präfektur Fukushima in dem auch das verunglückte Atomkraftwerk liegt, allerdings rund 60km entfernt und vor allem außerhalb der Sperrzone. Da der Zug durch Fukushima nur durchrast bekommt man eigentlich auch gar nichts mit. Trotzdem irgendwie eine merkwürdige Vorstellung.

Hirosaki ist umgeben von Landwirtschaft und überall sieht man Apfelbäume und Weinstöckte stehen und in der Ferne schneebedeckte Berge. Wunderschön! Die Stadt selbst ist, naja, nicht wirklich schön. Und das Hotelzimmer aus den frühen 80ern! So was habe ich noch nicht gesehen :D auf dem Nachttisch ist etwas angebracht was sicher mal futuristisch ausgesehen hat, heute nur noch antik, soll wohl sowas wie ein all-in-one Gerät sein, mit Uhr, Radio, Lichtschaltern und den Knöpfen zum Heizen... ich lass mal lieber die Finger von :D (ist ja zum Glück auch nicht so kalt hier, dass man heizen muss) Warum ich in Hirosaki bin ist ja eh draußen: die Burganlage mit ihren hunderten blühenden Kirschbäumen. Nachdem ich abends endlich angekommen bin habe ich mir nur schnell noch etwas zu essen geholt und bin nur kurz am Burggraben entlanggelaufen um die Bäume zu bestaunen, mehr morgen dann :)

Zu den heutigen Bildern:

nein das ist nicht Mount Fuji! Das ist der Iwaki, einer der Berge die Hirosaki umgeben. Da ich vom Mt Fuji kein schönes Bild habe, das als Ersatz, da die Form dem Fuji ein bisschen ähnlich sieht.

ein Screenshot einer Geschwindigkeits-App: man beachte die erreichte Maximalgeschwindigkeit und die Durchschnittsgeschwindigkeit trotz Halten an Bahnhöfen.

Mount Iwaki Zug-Geschwindigkeit Kirschblüte bei Nacht - morgen mehr ;)

Von schwarzen Eiern und scheuen Bergen

Freitag, 28.04.2017

Hallo liebe Alle!

Heute ging es auf die Rundtour durch die Region Hakone um den Fuji zu sehen. Los ging es mit einer kleinen Eisenbahn die sich die Berge hochgewunden hat, allerdings nicht einfach in Serpentinen, diese Bahn hat unterwegs immer mal gehalten und die Richtung gewechselt! Die cleveren Japaner! So kommt man platzsparend ohne Kurven auch den Berg hoch! Weiter ging es mit einer Schienenseilbahn und dann noch mit einer Drahtseilbahn. Beim Einstieg zur Drahtseilbahn wurden "Schnüffel-Tücher" verteilt, weil man über einen Schwefelwolken ausstoßenden Vulkan fährt. Dicke Wolken kamen am Hauptspot aus dem Boden, der ringsherum bereits gelb vom Schwefel ist. Aber auch die umliegenden Berghänge hatten hier und da dampfende Stellen. Wie ein Hexenkessel ;) Der Geruch nach Schwefel bzw faulen Eiern ist gar nicht so sehr schlimm, aber es wehte auch ganz schön Wind. Und laut war es wo die Gase austreten. Erst vor zwei Jahren hat sich eine kleine Erruptin ereignet und es entstand ein neuer dampfender Krater. In einer der heißen Schwefelquellen, die man aufgrund der starken Gasaktivität leider im Moment nicht anschauen kann, werden Eier gekocht die dadurch total schwarz werden. Verkauft in Fünferpacks ein richtiger Verkaufsschlager für die Touristen! Denn jedes verzehrte Ei soll plus sieben Lebensjahre bringen. Und sie sehen natürlich auch cool aus! Innen sind sie allerdings ganz normal, sollen ein wenig würziger sein durch die Mineralien im "Kochwasser". Dadurch, dass diese Eier so berühmt sind, sind auch alle anderen "Leckereien" vom Berg in schwarz gehalten, schwarze Kekse und Mochi (Klebreiskuchen) und schwarzes Softeis! Der eigentliche Höhepunkt dort sollte allerdings ein super Ausblick auf dem Fuji sein, der natürlich trotz gar nicht so schlechtem Wettter hinter dicken Wolken sich fotoscheu versteckt. Weiter mit der Drahtseilbahn geht es zu einem Kratersee auf dem Piratenschiffe als Fähren fahren. Auch von hier soll man einen super Blick auf den Fuji haben, wenn er nicht gerade hinter Wolken versteckt ist. Zurück geht es dann eigentlich mit dem Bus. Da ich auf die Kurvenstraßen allerdings wenig Lust hatte im Linienbus, habe ich die Strecke See, Seilbahnen, Zug zurück genommen und gehofft auf dem "Hexenkessel"-Aussichtspunkt doch noch einen Blick auf den Fuji zu erhaschen. Leider nein. An nur einem von drei Tagen kann man den Fuji sehen, soweit ich weiß. Das ist das wohl ein Grund noch mal wieder zu kommen nach Japan um den Fuji doch noch mal zu sehen :)

Schwefelausstoß schwarze Eier am Vulkan ja das ist der Fuji hinter den Wolken!

Koyasan II

Donnerstag, 27.04.2017

So da bin ich wieder. Jetzt wieder mit Internet. Und jetzt bereits aus Hakone vom Fuße des in Regenwolken gehüllten Fujis.

In Koyasan im Tempeldorf war es toll. Mal was ganz anderes. Das ganze Dorf ist voller Schreine und Tempel und Sitz eines Zweiges des Buddhismus´. Viele der Tempel bieten Übernachtungen an. In meinem Tempel waren das Zimmer in klassischen japanischen Stil, mit Bodenmatten, niedrigen Tischchen und Futon zum Schlafen. Dafür mit Blick auf den Teich im Innenhof. Duschen durfte man nur abends, da das Gemeinschaftsbad (Männlein und Weiblein getrennt) nur abends angewärmt wurde. Das meine ich tatsächlich so. Dort wo die Duschen waren, gab es auch eine große Wanne mit heißem Wasser. Traditionelles japanisches Baden. Erst mit Seife abduschen, dabei nicht ins Badewasser spritzen, dann abspülen und dann im Badebottich relaxen. Dann noch mal abduschen und fertig. Davon gibt es natürlich keine Bilder :P Um 17:30 gab es Abendessen auf der Bodenmatte. Viele kleine Schälchen mit verschiedenen vegetarischen Köstlichkeiten auf kleinen Tischchen lecker angerichtet. Sieht erst mal aus wie zum nicht Satt werden, wird man aber mehr als reichlich, ohne sich überfressen zu fühlen. Morgens um 6:15 ging es zur Morgenandacht, wo man hinter den Mönchen im Tempel, zum Glück auf Stühlen sitzend, zuschauen durfte. Bzw auch Mitmachen durfte und Räucherkügelchen in eine Schale werfen durfte und sich bei Buddha was wünschen bzw beten. Danach gab es Frühstück. Wieder diese kleinen Tischchen auf dem Boden, diesmal aber nur eine ganz kleine Mahlzeit. Naja war ja auch erst 7:15 morgens. Der Tag stand dann zur freien Verfügung. Was man in Koyasan mit Meditieren, Wandern, Tempelgucken und "bestaunen" des 1000 Jahre alten Friedhofes füllen kann. Dieser Friedhof ist einer der heiligsten Orte im Dorf, dort wurde der Gründer dieses Zweiges des Buddhismus´ beerdigt, und viele Anhänger wollen in seiner Nähe beerdigt werden. So stehen da über 200.000 Grabsteine, von kleinen Stehlen bis zu großen Grabanlagen, teilweise mit Moos und anderem bewachsen, dicht gedrängt bei einander. So unwirklich es scheint, es ist super schön. Und da Koyasan hoch in den Bergen liegt und es dort um einies kühler ist als in zB Osaka haben auch noch die Kirschbäume geblühlt. Koyasan ist eine merkwürdige Mischung aus Touristendorf und tradioneller Lebensweise der Mönche, denn die Angestellten des Klosters sind fast alles Mönche und sprechen fast alle auch kein Englisch. Klar, man sollte kein Sternehotel erwarten, dafür aber mal ein ganz besonderes Erlebnis.

Zimmer im Tempel kleine Schälchen zum Abendessen Kirschbaum vorm Tempel Eingang zu einem Tempel Friedhof Friedhof

Koyasan

Dienstag, 25.04.2017

Hallo liebe Alle!

Nur ganz kurz, da meine kleine Wlan-Box hier oben in den Bergen nicht so recht möchte und das "Hotel"-Internet nicht das Beste ist.

Ich bin für die nächsten zwei Tage auf Tempelbesuch in Koyasan, einem buddhistischen Dorf. Das "Hotel" ist Teil eines der Tempel (dieser hier hat Weltkulturerbestatus!!) und man darf am Morgengebet teilnehmen. Das Zimmer ist ein typisches japanisches Zimmer, geschlafen wird auf der Bodenmatte! :D Bilder reiche ich nach. Ich genieße jetzt erst mal meinen grünen Tee und die kleine Süßigkeit und den entspannten Blick auf den Innenhof mit Garten und Teich ;)

Bis die Tage!

Kyoto II

Montag, 24.04.2017

Heute war es dann mal an der Zeit mir noch den Rest von Kyoto anzugucken bevor es morgen schon wieder weiter geht. Natürlich darf in Kyoto der goldene Pavillon Kinkaku-ji nicht fehlen. Ein Tempel-Pavillon ganz mit Gold verkleidet! Leider natürlich total überlaufen von Touristen :D Da das Gebäude an einem See steht und die Aussichtsplattform am anderen Ufer ist, hat man trotzdem die Chance ein Foto ohne jede Menge Menschen zu schießen, quasi die Illusion der Ruhe :D schön ist er trotzdem. Sicher noch beeindruckender mit Kirschblüten oder Herbstlaub, aber auch so schon nicht schlecht. Weil ich wenig Lust hatte noch mehr mit vielen Touristen im Stadtbus und an Tempeln festzustecken (zumal ich Busfahren ja auch nicht mehr gut vertrage), habe ich mir die anderen beiden großen Stadt-Tempel die eigentlich auf dem Plan standen kurz bei google angeschaut (hach was würden wir heutzutage nur ohne Internet machen?!) und entschieden, dass ich die nicht sooo schön finde um unbedingt hin zu müssen. So entschied ich mich ans andere Ende der Stadt zu fahren wo eine Tempelanlage ist von der ich ein Bild gesehen habe und die aufgrund der Entfernung zur Innenstadt hoffentlich nicht so überlaufen ist. Und das war sie auch wirklich nicht. Das ist jetzt schon die mindestens 6. Weltkulturerbe Stätte die ich im Großraum Kyoto besuche, nicht zu fassen wieviel Kultur die hier haben! Die Tempelanlage ist sehr groß und weitläufig, sowie vielfältig, alte Teehäuser und Statuensammlungen (durfte jeweils nicht fotografiert werden), Tore und Pagoden und Pavillons. Der kleine Tempel auf dessen Suche ich war war ganz am Ende versteckt und sie Strecke definitiv wert! Sehr fotogen! Sicher noch besser mit Herbstlaub! Und abends habe ich mir dann mal noch das alte Kyoto im Schein der Laternen angesehen :)

Kinkaku-ji Kinkaku-ji Daigo-ji Tempellaternen Straßen Kyotos

Osaka

Sonntag, 23.04.2017

Hallo liebe Alle!

Für heute habe ich mir mal vorgenommen, den Tag nicht so lang werden zu lassen um die Füße etwas zu schonen und um abends mal noch etwas Wäsche zu machen.... am Ende waren es dann doch wieder 18km Strecke. Ich laufe halt einfach viele Strecken um nicht jedes Mal ein Ticket für die U-Bahn oder den Bus zu kaufen :D

Heute ging es als Tagesausflug nach Osaka, was ja gerade mal 35km von Kobe entfernt liegt, mit den ganzen Ortschaften dazwischen könnte man fast schon sagen: Zusammengewachsen. Osaka ist die drittgrößte Stadt Japans und entsprechend viel könnte man besichtigen, aber ich hatte mir nur die bildschöne Burg und einen Schrein vorgenommen, denn vieles sieht in Osaka wohl erst richtig toll aus mit Einbruch der Dunkelheit... Zum "Stadt-Gucken" habe ich ja auch noch ein paar Tage Tokio vor mir :)

Die Burg von Osaka ist der Hammer! Gefällt mir fast noch einen Tick besser als Himeji (aber nur fast). Wieder dieses türkiesgrüne Dach wie schon in Nagoya und dazu goldene Bilder an den Wänden. Auch diese Burg ist ein Nachbau aus den 1930er Jahren und später erneut renoviert, darum war ich auf das Innere nicht so sehr gespannt. Habe sie lieber von Außen mehr bewundert. Leider ist in Osaka die Kirschblüte schon rum, sonst hätte man eine traumhafte Kulisse mit Kirschblüten und Burg. Aber auch so wunderschön. Der Schrein den ich mir noch ansehen wollte, war leider nicht so sehr beeinruckend, darum habe ich mir den Schrein bei mir ums Eck von Hostel vorgenommen. Dieser hatte morgens wenn ich los bin immer noch geschlossen und abends wenn ich wieder zurück war noch nicht auf, aber heute durch meine Rückkehr "schon" um 16h hatte ich mal Glück. Und so typisch für Kyoto, hier ist einfach alles mit Geschichte hübsch! Mehrere Bereiche mit verschiedenen kleinen Tempeln und Schreinen und Laternen. Sogar ein paar Priester habe ich ihre Gebete singen hören, allerdings habe ich aus Respekt durch die ein wenig geöffnete Seitentür nun auch keine Fotos geschossen :D 

Geschichten des Tages von heute: 1.) in Osaka gibt es bei der Stadtbahn "nur Frauen" Abteile in die nur Frauen einsteigen dürfen. Gekennzeichnet durch rosa Schilder am Bahnhof wo der Wagen halten wird, an den Türen und im Abteil. Wurde wohl eingeführt weil es in den Berufspendler Zeiten wohl durchaus auch mal zum Grapschen kommt, und das im stocksteifen Japan... ;) und

2.) ein Neuseeländer meinte heute zu mir er könne in meinem Englisch einen australischen Akzent hören! Ahja. Und das bei meinem krassen deutschen Akzent... (den konnte er auch heraushören...) :P

Liebe Grüße in die Heimat!

Osaka Castle Osaka Castle To-ji Kyoto Tor im To-ji

Nagoya

Samstag, 22.04.2017

Mein heutiger Tagesausflug ging nach Nagoya. Mit dem Shinkansen ist ja alles echt fix zu erreichen, so dass es sich fast schon nicht mehr lohnt ein Nickerchen im Zug zu machen :D Im Zweiten Weltkrieg wurde in Nagoya viel durch Luftangriffe zerstört, da hier die japanischen Kriegsflügzeuge hergestellt wurden und so ist die Burg Nagoyas ein moderner Nachbau, samt Fahrstuhl! Von außen schaut die Burg aus wie eine jahrhunderte alte, erst wenn man wirklich genau hinsieht erkennt man an den Fenstern, dass das neu ist. Auf dem Burggelände gibt es allerdings noch ein weiteren Nachbau, dieser sogar erst wenige Jahre alt: die traditionelle Residenz des Herrschers. Ein Haus im klassischen japanischen Baustil mit papierbespannten Schiebetüren, als Raumtrenner und verschiebbare Wände und selbst die Außenwände sind im Prinzip Schiebetüren. Innen sind einige Wände dann kunstvoll bemalt, mit Szenen des täglichen "traditionellen" Lebens oder aus der Tierwelt. Wobei die Basisfarbe der Wände Gold ist. Nur leider (noch) keine traditionellen Möbel darin. Die Burg selbst ist weiß mit einem Dach aus Kupfer das wunderschön türkies grün schimmert und einen tollen farblichen Kontrast zu den goldenen Wächtern auf dem Dach bildet, Karpfen mit Löwenkopf. Innen fährt der Fahrstuhl bis in die vorletze Etage und oben ist eine Aussichtsfläche wie schon in Himeji, hier allerdings nicht mit Schrein sondern mit Souvenier Kiosk! Auf den unteren Etagen sind Samurai Schwerter und einige Orginal Bauteile der Burg bevor sie niederbrannte. Mein anderes Ziel in Nagoya war der Wissenschaftsmuseum, das eines der größten Planetarien der Welt beherrbergt. Wie so vieles in Japan was mit Bildung zu tun hat, hat auch hier der Eintritt noch nicht mal 7€ gekostet (Burgen sind oft kostenlos, oder nicht mal 4,50€). Wobei Museum eigentlich nicht ganz der richtige Begriff ist, eher Mitmach-Experimente, vor allem für die Kleinen. Da die Beschriftung nur auf japanisch ist, konnte ich natürlich nicht viel Lesen, aber vieles kennt man ja. Spiegel und optische Täuschungen, aber auch ein Seismograph auf dem man durch Hüpfen selbst das Erdbeben ist, eine Tornado Maschine und eine Kälte- und eine Wärmekammer in der unterschiedliches Klima dargestellt werden soll sowie eine begehbare Tiefkühltruhe! Bzw Kältekammer mit minus 30 Grad, öhm ja, die spinnen die Japaner! Da waren echt Leute drinnen... :D Einige Austellungsgegenstände zum Themal Weltall und dessen Erforung, aber ich konnte es ja leider nicht lesen. Die Vorführung im Planetarium war auch auf japanisch, aber live! Eine junge Dame hat selbst durch die Darstellungen geführt und mit einem kleinem Pfeil-Laserpointer gezeigt und erklärt. Es ging um die Geschichte der Erforschung des Weltalls, Sternenbilder und um Jupiter und seine Monde, und die einzigen Worte die ich verstanden habe waren die Namen seiner Monde ;) die Sessel waren sehr bequem und die einige Leute haben echt gepennt und geschnarcht! :D Technisch denke ich, hätte das Planetarium sicher mehr gekonnt, aber auch so war sehr interssant die Projektionen auf der Kuppel zu betrachten.

Nagoya Castle Wächter auf dem Dach Residenz Residenz Residenz

Nara

Freitag, 21.04.2017

Da habe ich echt tolle Schuhe (eigentlich meine Laufschuhe) und schaffe es, weil ich ein Krümel in der Socke hatte mit ne Blase zu laufen... nach den 20km gestern ging es meinen Füßen heute morgen eigentlich wieder gut, aber Blase unter der vorletzen Zehe zwang mich heute zu einem etwas komsichen Laufen was natürlich insgesamt mehr die Füße belastet hat. Da ich mir das heute morgen schon gedacht habe, dass das nichts wird, habe ich mir von meinen geplanten Zielen hier in und um Kyoto die kleine Stadt Nara ausgesucht, bekannt durch ihre freilaufenden Rehe, in der Hoffnung nicht so weit laufen zu müssen ;) mit dem Vorortzug ging es vom Hauptbahnhof Kyoto nach Nara. Dort habe ich mir dann den Luxus des Stadtbusses zum Rehe-Park gegönnt. In Japan sind die Busse lustig. In manchen Orten steigt man hinten ein und zahlt beim Aussteigen vorne beim Fahrer. In anderen Orten steigt man vorne ein und zahlt gleich und steigt hinten aus. In Nara gibt es beide Varianten... also immer schön gucken was an welcher Tür dran steht :D zum Glück bin ich wenigstens an den Linksverkehr "gewöhnt" und dadurch nicht komplett verloren. Der Park mit den freilaufenden Rehen beherbergt auch den wichtigsten Tempel Naras, also sammeln sich alle Touristen dort. Die Rehe laufen tatsächlich völlig frei und seelenruhig im Park herum. Dieser hat auch keine Zäune, so dass die Tiere im Prinzip durch die ganze Stadt laufen können, was zu riesen großen Warnschildern auf den Straßen führt. Allerdings bevorzugen sie wohl den Park, auch wegen dem Gras. An den Ständen kann man auch Reh-Kekse kaufen ("für Menschen schrecklich" stand wörtlich dran) mit denen man die Rehe füttern kann. Allerdings fressen sie den Touristen auch durchaus anderes Essen weg, sowie Kleidung und Stadtpläne. Meiner musste auch dran glauben, weil ich meine Hand gar nicht so schnell hochreißen konnte wie das Reh ihn im Maul hatte. Normal sind die Tiere allerdings erstaunlich friedlich und lassen einen schnell in Ruhe wenn sie merken man hat nichts. Allerdings machen sie, richtig niedlich, eine kleine Verbeugung vor einem mit dem sie wohl um Futter bitten :) Leider muss man beim Laufen auch auch jede Menge Tretminen achten, da sie natürlich überall hin machen wo sie gerade stehen, naja ist ja ihr Park und Zuhause. Außerdem war heute entweder wieder Wandertag oder Japan hat einfach viele Schüler... eine ganze Armada an Schülern die heute im Park war, war auch noch bestückt mit Fragebogen und sie mussten -wahrscheinlich- die Touristen ausfragen woher sie kommen, wielange sie bleiben, was sie an Japan mögen... Dabei fiel mir auf, dass die Jungen viel forcher auf einen zugestürmt kamen und die Mädels ganz scheu geguckt und gehofft haben, dass einer stehen bleibt. Es haben mich bestimmt 6 oder 7 Gruppen von Schülern so 13/14 Jahre alt angesprochen, die in unterschiedlicher Qualität auf Englisch gefragt haben. Nach der 2. Gruppe kannte ich die Fragen ja schon und konnte ihnen helfen. Denn sie selbst haben auf Rückfragen nicht antworten können, wird das Englisch wohl noch nicht gut genug gewesen sein. Allerdings kam von allen ein staunendes Ohh, als sie gehört haben, dass ich aus Germany komme und viele konnten sogar Deutschland sagen ;) Richtig niedlich waren die kleineren Schüler (vielleicht 10 Jahre alt) von denen ich auch eine Gruppe erwischt habe (man konnte diesen Scharen einfach nicht ausweichen...), die wussten überhaupt nicht was sie fragen sollten und haben mir ihren Bogen hingehalten. Sie hatten auch nur die eine Frage (die stand auf Englisch auf dem Bogen), Herkunftsland. Also habe ich ihnen das hingeschrieben. In Englisch. Hoffe sie können es lesen, da ich auf die schnelle nicht so klug war meine Übersetzungs-App aufzumachen. Und ich hoffe auch, dass nicht alle die mich befragt haben aus einer Klasse kamen, sonst haben sie ja alle die gleichen Antworten ;)

Im Park von Nara gibt es neben den Rehen auch noch eine Weltkultur-Erbe Stätte und einen der weltweit größten Holzbuddhas mit fast 15 Metern! Selbst eine Hand ist größer als ein Mensch! Der Tempel selbst ist von 750 rum, allerdings leider bereits zweimal abgebrannt in Kriegen, zuletzt 1567, so dass der heutige Bau aus dem frühen 17Jh. stammt. Obwohl es schon um ca 33% kleiner ist als die Vorgänger, ist es noch immer eines der größten Holzgebäude der Welt mit HxBxT 49x57x50 in Metern.

Leider auch in Nara viele Baustellen und Tempelrekonstruktionen, so dass man nicht alles besichtigen kann. Wobei das ja eigentlich was gutes ist, weil so diese hübsche Kultur noch länger erhalten bleibt.

Außerdem gibt es in Nara noch weitere Tempelanlagen übers Stadtgebiet verstreut, die alle auch sehr hübsch sind und dazwischen die Rehe ;)

Tondai-ji großer Buddha Laternen mit Rehen Gib mir Kekse! Oder Stadtpläne! fünfstöckige Pagode

Kyoto I

Donnerstag, 20.04.2017

Herzliche Grüße aus der alten ehrwürdigen Kaiserstadt Kyoto!

Gestern abend bin ich in diesem unglaublich schicken Hostel angekommen wo ich ein Bett in einer Box habe. Also eigentlich ist es ein 12er Frauenschlafsaal, aber da jedes Bett wie ein Regal in die Wand gebaut ist und einen Vorhang hat, fühlt man sich wie in einer eigenen kleinen (Hunde-)Hütte. Auch überhaupt ist das Hostel toll, eine Wahnsinns-Dusche, mit normalem Duschkopf und Regendusche, besser als in den meisten Hotels ;) Und Frühstück bekomme ich auch! Zwei kleine Toast mit Käse überbacken, aber sehr lecker und einen guten Orangensaft dazu. Und das für gerade mal 23€ pro Nacht, einfach super! Heute morgen habe ich mich dann mal aufgemacht die Highlights Kyotos zu erkunden, was bei über 2000 Schreinen und Tempeln in der Stadt ja kaum machbar ist. Da Kyoto bei Japan-Reisenden zu den Höhepunkten zählt, sind natürlich auch entsprechend viele Touristen hier. Also dachte ich mir, ich bin schlau wenn ich gleich morgens zu den Fushimi Inari Torii gehe, das sind die scharlachroten Tore zu tausenden aufgereiht. Denkste, auch andere hatten diese Idee des zeitigen losgehens um den Berg durch die Tore hochzusteigen. Und irgendwie muss auch Wandertag gewesen sein, denn jede Menge Schülerinnen und Schüler waren unterwegs, zu erkennen an ihren Uniformen. Da sich die Tore bergan durch den Wald schlängeln und bei Weitem nicht alle Touris bis nach oben krauchen, wurde es mit zunehmender Höhe ruhiger und auch mal möglich ein Bild zu machen ohne 20 andere Menschen drauf zu haben :D Nein, ich habe die Tore übrigens nicht gezählt und konnte auch keine Zahl finden. Aber ich vermute mal, das schwankt eh ab und zu, denn von einigen Toren sah man nur noch die Sockel und ich habe auch Bauarbeiter ein neues Tor aufsetzen sehen. Per Hand natürlich bei der Durchfahrshöhe und -breite kommt ja kein LKW den Weg hoch, auch nicht die super winzigen wendigen japanischen Mini-LKW. Ich habe sogar einen älteren Herren gesehen, der zwei große Kartons kleine Wasserflaschen, den Berg hochgeschleppt hat, mit denen seine Frau einen Getränkeautomaten an den kleinen Kiosken unterwegs befüllt hat. Wie auch sonst sollte die Ware da hoch kommen? Nach gefühlten 2h (mit Päuschen und Fotos machen) habe ich es dann auch bis nach oben geschafft. Runter geht naturgemäß viel leichter, ist aber irgendwie anstrengender für die Beine.

Danach habe ich mir überlegt wie ich die vielen vielen Tempel und Schreine Kyotos am besten bewältige und habe mich entschieden heute die Ostseite abzulaufen (ich habe ja noch einen weiteren Tag für Kyoto Stadt). Angefangen beim silbernen Pavillon (Ginkaku-ji) im Norden über den Philosophen-Weg bis zum Chion-in südlich. Jeder Tempel hat seine eigenen Besonderheiten :) je weiter ich nach Goin gekommen bin in dessen Nähe der Chion-in liegt um so mehr Mädels (komischerweise fast alle Asiatinnen) habe ich in Leih-Kimonos rumlaufen sehen. Einmal wie eine Geisha fühlen! In dem Stadtbezirk gibt es tatsächlich reihenweise Leihgeschäfte für Kimonos und Hochsteckfrisur, samt Blumendeko und passendem Täschchen ;) Goin und Higashiyama sind auch zwei der "alten" und "traditionellen" Bezirke in Kyoto, wo man was tolles um jede Straßenecke entdecken kann. Man möchte gar nicht aufhören zu laufen und zu erkunden. Aber nach so 20km Tagesleistung haben meine Füße dann beschlossen, dass sie zurück ins Hostel wollen :D

Teil zwei von Kyoto folgt noch morgen oder die nächsten Tage ;)

Torii Inari Torii Inari Torii Inari Silberner Pavillon Straßenzug Straßenzug altes Kyoto Paar im Leih-Kimono

Himeji

Mittwoch, 19.04.2017

Heute morgen ging es wieder weg aus Hiroshima weiter nach Kyoto. Allerdings habe ich als Zwischenstopp noch in Himeji gehalten. Dort habe ich meinen großen Rucksack in ein Schließfach am Bahnhof gestellt und bin in Richtung Himeji Castle gelaufen. Bereits vom Bahnhof aus kann man die eindrucksvolle Burg sehen, das die Stadt überthront. Die 600 Jahre alte Himeji Castle ist eine der wenigen orginal erhalten Burgen Japans, die meisten anderen sind Nachbauten aus Beton. Allerdings wurde sie natürlich mehrfach, auch erst kürzlich orginalgetreu renoviert und ist sogar ein Weltkulturerbe. Wie eine Burg so ist, gibt es einen großen Vorplatz auf dem man Angreifer leicht ausmachen kann, und jede Menge kleine Öffnungen in der Burgmauer um Pfeile abzuschießen oder Steine und heißes Öl (!) heraus zu werfen bzw schütten. Wie immer haben mich die Japaner begeistert mit ihrer Logik und Planung des Laufstromes der Besucher. Anhand der Absperrbänder (solche wie am Flughafen) konnte man sehen, dass es durchaus lange Staus geben kann aufgrund der Masse an Besuchern. Ich hatte heute Glück, ging alles recht flüssig... Also die klugen Planer haben eine Laufrichtung vorgegeben, in der Burg selbst und auch in der Wehrmauer die man besichtigen kann. In der Mauer gibt es einen Eingang. An dem man seine Straßenschuhe ausziehen muss und in eine bereitgestellte Platiktüte packt, dann geht es in einer Richtung durch den Wehrgang wo auch einige Unterkünfte der Bewohner gelegen sind. Ausstellungsstücke wie Möbel oder Deko oder Kleider gibt es keine. Allerdings ein paar erhaltene Dachziegel um diese auch mal aus der Nähe zu sehen. Am anderen Ende des Wehrganges zieht man seine Schuhe wieder an und gibt die Plastiktüte wieder ab. Durch den Garten der Burganlage wird man mit Schildern in Richtung Hauptgebäude geleitet. Dort trennt sich bereits der Weg für Hin- und Zurück. Am Eingang dann wieder Schuhe abgeben und in eine Plastiktüte stecken und dem freundlich den wegweisenden Angestellten Folge leisten. Und man wird tatsächlich nach ganz oben geleitet. Fünf Stockwerke, alle aus Holz mit jeder Etage in der Fläche kleiner werdend und verbunden mit richtig steilen Holztreppen. An alle die Oma Johanne´s Holztreppe kennen... so wie die nur noch viel viel steiler! Und das mit Socken auf glatten Holzdielen.... aber wenn man erst mal drinnen ist gibt es kein zurück mehr, immer schön dem Weg folgen. An den Wänden sieht man noch die Halterungen für die Waffen, Speere zumeist und Haken für die Munitionsbeutel. Ganz oben befindet sich dann ein kleiner Schrein an dem viele Gläubige auch kurz gebetet haben. Natürlich ist die Aussicht über die Stadt auch nicht schlecht. Wer dachte hoch die Treppen war kompliziert, hat runter nicht bedacht, die gleichen steilen glatten Stufen! :D Unterwegs kommt man dann noch an eingezogenen Wänden vorbei die wie Außenmauern aussehen, aber Soldatenvertecke enthalten und an Toiletten! Auch in einer Burg muss man ja mal. Allerdings gibt es wohl keine Anzeichen, dass diese Toiletten jemals benutzt wurden, aber es gab ja auch keinen Belagerungskrieg an der Burg. Und dann ist man auch schon wieder draußen, geschickt geleitet von den Wegweisern. Um die Burg selbst gibt es natürlich auch noch einen Burggraben und unbemerkt von den meisten Besuchern kann man am Fußweg daneben die ganze Burg umwandern. Jede Menge Koi Karpfen leben ungestört im Burggraben. Neben dem Burggelände gibt es noch eine Gartenanlage in der man japansiche Gartenbaukunst gewundern kann. Bonsai Bäumchen, steinerene Brücklein über Teiche und noch mehr Kois. Himeji trägt zurecht einen Weltkulturerbe Status! Es ist einfach malerisch die Burg mit den Bäumen davor und der einen oder anderen spätblühenden Kirsche (in den Hauptreiseteilen Japans ist die Kirschblüte nämlich schon rum). Auf dem Rückweg zum Bahnhof habe ich mir dann eine Nudelsuppe gegönnt. Im Shoppingcenter habe ich im Untergeschoss das Gourmet-Paradies entdeckt. Wieder mit sündhaft teurem Obst und jeder Menge liebevoll einzeln verpackter und in hübsche Geschenkkartons verpacke Süßigkeiten. Die Plastik-Ansichtsmodelle sind schon eine Kunst für sich. Alles ist vielzu hübsch verpackt um es überhaupt zu öffnen geschweige denn zu essen. Meine Suppe habe ich bei einem Einheimischen Suppenladen bestellt, zum Glück gibt es ja auch da die Dekosuppe im Schaukasten und so habe ich einfach drauf gezeigt. Um mich herum saßen nur ältere Japaner.... die haben mich total verwirrt angesehen :D Abends bin ich dann in Kyoto angekommen, das für die nächsten 6 Nächte meine Basis ist.

Himeji Castle Himeji Castle Hauptturm Himeji Kirschblüte im Garten im Garten Bonsai

Kobe

Dienstag, 18.04.2017

Hallo liebe Alle!

Heute morgen bin ich mit dem Zug nach Kobe gereist. Das geht ja immer sehr fix und da die Züge so bequem sind kann man auch noch ein Nickerchen einbauen. Heute morgen waren alle Sitze mal schon ausgebucht und ich musste hoffen noch einen Platz im nicht reservierten Abteil zu bekommen. Aber selbst dort sind die Sitzplätze super bequem und viel Platz. Japaner haben ja den Ruf mit Morgengymnastik in den Arbeitstag zu starten und tatsächlich habe ich die Bauarbeiter am Bahnhof bei der Morgengymnastik gesehen, da macht der Chef noch vor und die Mitarbeiter mit! In Kobe bin ich gleich hinter dem Bahnhof einen Wanderweg mit Wasserfall hochgeklettert und im Anschluss durch den botanischen Garten spaziert. Der, welch Überraschung, europäisch gestaltet ist. Also nichts zu sehen was man nicht schon von zuhause kennt. Für die Japaner ist das natürlich spannender als für uns. Anschließend bin ich noch etwas durch die Stadt gebummelt und die Einkaufspassagen. Und natürlich am Schrein vorbei gelaufen, dieser hat das große Erdbeben von 1995 wohl gut überstanden und diente vielen als Notunterkunft. Und wieder ein Beispiel japanischer Verkehr am Laufen halten Planung: Eine Große Kreuzung in Kobe und an allen vier ecken Treppen zu einer Fußgänger-Brücke rauf die die gesamte Kreuzung überspannt. Gar keine Fußgänger-Ampeln unten. Zwar nicht wirklich barrierefrei, aber selbst die wirklich alten Japaner und Japanerinnen sind noch gut dabei und die wenigsten nutzen einen Gehstock. Und ich glaube ich entwickle langsam eine Vorliebe für die traditionellen japanischen Toiletten... das Loch im Boden: man braucht sich nicht komplett auspellen (Jacke zB), hat nicht das Problem wo man den Rucksack hinstellt (einfach auflassen) und muss nicht erst alles mit Klopapier aus hygenischen Gründen auspolstern... :D

Kobe von Oben Schrein Schrein Kirsch Blüte

Nanzo-in

Montag, 17.04.2017

Hallo liebe Alle!

Heute habe ich mich morgens in fast 200km entfernte Fukuoka aufgemacht. Mit dem Schnellzug hat das gerade mal eine Stunde gedauert (die Eifrigen können jetzt die Geschwindigkeit des Zuges ausrechnen...) Dort am Bahnhof gibt es ein "Shopping-Center" und ich habe endlich mal einen Obst und Gemüse Laden entdeckt. Das Essen in Japan ist ja eigentlich nicht sehr teuer, aber Obst und Gemüse schon. So kostet ein(!), ok zugegeben großer, Apfel 4,35€, eine(!) gelbe Kiwi 1,70€ (die war im Angebot) und natürlich die Japanische Königin der Früchte, die Netzmelone pro Stück(!) 45€ !!! Ja sie sind hübsch mit Banderole hergerichtet und liegen oft in je einer eigenen Schachtel.... :D

Von Fukuoka aus, bzw Hakata (ist eine Doppelstadt, heißt heute allgemein Fukuoka, nur der Hauptbahnhof, der heißt Hakata, warum auch immer) bin ich dann mit dem Vorortzug nach Kidonanzoin-Mae gefahren wo sich in den Hängen gleich hinter dem Bahnhof ein wunderschöner buddhistischer Schrein versteckt. Der Schrein selbst hat mehrere Bereiche. Pfade in den Wald an deren Wegen und Enden kleine Schreine stehen, in Grüppchen aufgestellte Buddhas und einen riesigen bronzenen liegenden Buddha. Der wohl größte Bronze-Buddha überhaupt. Von wunderschöner gleichmäßiger türkieser Farbe und mit goldenen Verzierungen an Kopf und Füßen.

Leider leider hat es wie aus Eimern gegossen, so dass ich nicht ewig in diesem wirklich schönen Garten bleiben konnte :( allerdings war es in dem Wäldchen und wohl eher noch durch das kleine Bächlein, feucht genug, dass ich kleine Krebse über den Boden habe huschen sehen. Ich wusste gar nicht, dass Krebse nicht nur im Meer wohnen.

Zurück in Fukuoka, trotz Regenjacke völlig durchnässt, habe ich mir dann erst mal eine schöne heiße japanische Nudelsuppe gegönnt. Rein in den kleinen Straßenimbiss, die Verkäuferin spricht natürlich kein Englisch, also einfach auf ein Bild in der Karte zeigen was lecker aussieht und es wird einem an den Tisch gebracht. In dem Fall sogar noch mit einem Automaten an dem man bezahlt und die entsprechende Taste mit dem Gericht drückt und der Verkäuferin einen kleinen Zettel mit der Nummer reicht. Apropos Automaten. Es heißt ja in Japan gibt es prozentual zur Bevölkerung die meisten Automaten, meist Getränkeautomaten. Letztere stehen wirklich teilweise alle 200m. Heute habe ich mir das Angebot mal näher angesehen. Ich rate beim Einkaufen ja immer ein bisschen was es wohl sein wird. Neben Wasser und Sachen wie Tee mit Milch in Flaschen habe ich "heiße Schokolade" entdeckt. Heiß? Ja, heiß! Es kam tatsächlich eine Dose(!) heiße Schokolade aus dem Automaten. Faszinierend.

Überhaupt sind die Japaner ja auch sehr darauf bedacht, dass jeglicher Verkehr möglichst flüssig läuft, was Fußgänger und Fahrradfahrer mit einschließt. So hat jeder Bahnhof seine eigene Vorgabe auf welcher Seite der Treppe aufwärts und auf welcher Abwärts zu laufen ist. Normal herrscht in Japan ja Linksverkehr. Aber diese Vorgabe auf den Treppen hat sicher was mit der "Renn-Richtung" der Pendler zu tun, damit diese möglichst wenig die Laufrichtung anderer Fahrgäste kreuzen müssen beim Umsteigen. Bei meinem Hostel ums Eck ist ein Bahnübergang für die Vorortzüge (die Schnellzüge haben eigene Gleise auf Brücken damit sie niemals zu spät sein können) und manchmal ist dieser Bahnübergang, der übrigens noch je einen Mitarbeiter auf jeder Seite zum Bedienen des Schlagbaumes hat, für ne halbe Ewigkeit geschlossen. Also gibt es eine Fußgängerbrücke. Und ich hatte mich schon gefragt warum a) die Treppenstufen so flach sind und b) in der Mitte der Treppe eine schmale Schräge statt der Stufen ist. Kinderwagen habe ich in Japan eigentlich noch nie gesehen, aber diese Schräge ist damit man sein Fahrrad hochschieben kann und nicht tragen muss. Soo praktisch.

Liebe Grüße an alle :)

Nanzo in Tempelanlage Nanzo in Nanzo in Nanzo in Tempelanlage Bambuswald

 

Hiroshima 2

Sonntag, 16.04.2017

Heute bin ich mit dem Vorort-Zug nach Miyajima Island gefahren, berühmt für das rote schwimmende Tor. Praktischer Weise hält die Bahn direkt gegenüber der Fähranlage. Auf dem Weg dort hin kreuzt man eine Straße und um den Straßenverkehr mit den vielen Touristen nicht zu blockieren muss man die Unterführung nehmen, hach die Japaner und ihre Logik im Tranportwesen :) Die Insel vor der das Tor liegt ist eine "Touristeninsel", viele Souvenier Shops und Fressbuden. Da ich Obst und Gemüse in Japan bis jetzt ja noch nicht gefunden habe zum Kaufen.... oh mom, heute habe ich Bananen entdeckt die einzeln (!!!!) in kleine Pastikfolien eingeschweist waren.... habe ich mir also einen frischen Orangensaft gegönnt, in der Frucht! Dazu wird ein Loch in die Schale geschnitten, dann kommt ein Quirl rein und alles innen geschreddert. Mit einem Strohhalm versehen bekommt man dann die Orangenschale zum austrinken gereicht. Auf der Insel gibt es jede Menge freilebende Rehe, vor denen man sich in Acht nehmen soll, da sie auch Papier (Fahrkarten) und Kleidung mampfen... Abgesehen vom schwimmenenden Tor gibt es noch weitere Tempel und Schreine auf der Insel, so dass man einige Zeit damit verbringen kann alles anzusehen. Wer dann noch nicht genug hat, kann auch noch auf den Berg klettern. Abgesehen von den vielen Touristen eine süße kleine Insel und recht fotogen.

Nachmittags bin ich dann noch ins Atombomben Museum in Hiroshima gegangen. Dort sind die Kleidungsstücke von Menschen ausgestellt, die durch die Detonation einfach mal teilweise geschmolzen sind. Bzw auch Fotos von Menschen denen die Muster ihrer Kleidung in die Haut gebrannt wurden, da dunkle Teile die (Hitze-) Strahlung stärker annimmt als helle. Es sind metallene Brotboxen erhalten deren Inhalt verkohlt ist und Keramik-Geschirr was durch Hitze zusammengeschmolzen ist oder Glasflaschen die sich verformt haben. Es sind Dachziegel ausgestellt, sogar zum Anfassen (es steht dran: "sie sind sicher...") deren Oberfläche geschmolzen ist und Blasen geworfen hat. Und es ist eine Treppe (und andere Steindinge wie Pfeiler) ausgestellt, deren Oberfläche sich durch die Strahlung verfärbt hat. Und Bilder anderer Dinge, wie eine Metallwand wo die davorstehende Treppe einen Atomschatten in die Farbe gebrannt hat. Und im Fall der Steintreppe ein Mensch dort gesessen hat und sein Schatten zu sehen ist. Bewegend und Schockierend die Geschichte und am Ende der Austellung kann man eine Petition für eine Atomwaffenfreie Welt unterschreiben.

Torii Gate In der Tempelanlage Tempelbuddha Tempelbuddha

Hiroshima

Samstag, 15.04.2017

Heute morgen habe mich zeitig aufgemacht nach Hiroshima. Erst mal musste ich dazu in Tokyo zum Hauptbahnhof fahren und dort meinen Reservierung für einen drei Wochen Japan Rail Pass eintauschen. Als ich am Freitag in Narita angekommen war, waren mir die Schlangen einfach zu lang. Allerdings war es heute morgen am Bahnhof auch nicht besser. Erst mal musste man sich an einer Schlange anstellen wo die Kollegen das Ausfüllen den Passes und das Abgleichen der Daten im Reisepass übernommen hat. Und dann musste man sich noch an einer anderen Schlange anstellen, wo man dann endlich den Pass bekommen hat. Allerdings hat mir die Mitarbeiterin netterweise auch gleich ein Ticket ausgestellt, so dass ich mich nicht an noch einer Schlange anstellen musste. Dann noch eine Bento-Box (versch.Häppchen hüsch angerichtet in einer Box) gekauft und Mochi Reiskuchen für die Fahrt. Und dann ab in den Zug. Da ich meinen Pass für die erste Klasse gewählt habe, wegen der anstehenden Feiertage und der übervollen Züge, habe ich dort super bequeme Plätze mit viel Bewegungsfreiraum :) viel besser als bei uns! Sogar die Sitzreihen können gedreht werden, so dass man in jede Richtung vorwärts fährt! Unterwegs bin ich auch am Fuji vorbeigekommen, der allerdings super Wolken verhangen war. Nachmittags in Hiroshima habe ich dann noch einen Stadtspaziergang gemacht und mir schon mal den Friedenspark und das Atombomdendenkmal angesehen. Ins Museum gehe ich morgen (Sonntag). Das ist schon beeindruckend wenn man weiß, dass außer der alten Handelskammer nicht viel stehen geblieben ist. Und am "Hypocenter", also dort wo direkt darüber in ca 600m Höhe die Bombe explodiert ist, schaut man unwillkürlich nach oben...

Abendessen holt man sich in Japan im "Späti" (wie wir Berliner sagen), also dem Spätkauf. Gibt es auch an jeder Ecke. "Normale" Supermärkte habe ich hingegen noch nicht gefunden...? Dort gibt es dann ganze "Bausätze" an Essen. Also "frische" Suppen zB, mit extra verpackten Nudeln, extra verpackte Frühlingszwiebel-Deko, extra verpackte Brühe. Nur Essen mit echtem Gemüse oder gar Obst ist nicht so einfach zu finden...

Die Straßenbilder sind noch aus Tokio von heute morgen, als ich zum Bahnhof gelaufen bin.

Friedensdenkmal Hiroshima Hausgarten in Tokio Straßenecke in Asakusa/Tokio

Hello Tokyo!

Freitag, 14.04.2017

Hallo liebe Alle!

Herzliche Grüße aus Tokio!

Nach einem "nur" sieben ein halb Stunden Flug bin ich in Tokio angekommen. Da ich im Flieger auf der linken Seite saß und gerade Sonnenuntergang war, konne ich noch diesen kurzen Blick auf den Wolkenverhangenen Fuji werfen. Was mir als erstes in Japan auffiel, die Japaner sind unglaublich leise und geordnet. Aus der Reihe tanzen ist nicht, es wird sich ordentlich angestellt. Und gesprochen wird nur ganz leise. Am Flughafen habe ich mir dann erst mal eine mobile wlan Box organisiert um auch unterwegs zB google maps (argh Schleichwerbung) nutzen zu können und nicht verloren zu gehen. Und da normale Sim-Karten für Ausländer wohl schwieriger zu bekommen sind. Der Tokyoer Hauptflughafen Narita liegt um die 60km außerhalb Tokios und wird von mehreren Bahnliniengesellschaften angefahren. Also Ticket kaufen und ab in den Airport Express. Bereits in Shuttle-Service sind mir fast die Ohren weggeflogen wie schnell der gefahren ist, wie schnell fahren dann erst die richtigen Schnellzüge? In der Innenstadt musste ich dann noch mal umsteigen, und mir dann eine "Stadtfahrkarte" kaufen, bzw gleich eine prepaid Chip-Karte um alle Gesellschaften nutzen zu können. Auf den Bahnsteigen stehen tatsächlich diese Herren in Uniform und Handschuhen die bei einfahrenden Zügen rufen, Zeichen geben wenn nicht mehr eingestiegen werden darf und ja, ggf auch die Leute in die Waggons stopfen. Abends war es allerdings nicht mehr über voll, dass das nötig geworden wäre. Beschilderung ist in Japan ein Chaos, überall Schriftzeichen, und in bunt. Und trotzdem findet man den Weg. Wobei man durchaus auch gleich mal noch an einem Schrein o.ä. vorbei kommt. Der Stadtteil wo mein Hostel ist gehört noch zum "alten" Tokio und alles ist winzig klein und eng angelegt. Da ich nach dem langen Tag allerdings nur noch duschen und ins Bett wollte, habe ich mich gar nicht aufgehalten mit Bilder machen... hole ich nach. Morgen geht es dann erst mal nach Hiroshima mit dem Schnellzug :)

Bis denne!

Fuji

Bye Bye Australien

Freitag, 14.04.2017

Hallo liebe Alle!

Wie die Zeit vergeht! Ich habe es echt nicht geschafft noch mal was zu schreiben. Die letzten Wochen waren abgesehen von viel Arbeit angefüllt mit Packen und die Sachen aussortieren die per Paket nach Hause reisen. In Georgetown habe ich mir schon vor ein paar Tagen verabschiedet und meine Kollegen wollten mich wirklich nicht gehen lassen. Meine Chefin hätte mich am liebsten behalten :)

Dann bin ich mit meinem Van runter nach Brisbane gedüst um um ihn noch zu verkaufen. Unterwegs bin ich an den Gebieten durchgekommen die von dem Zyklon getroffen worden sind. Überall lagen noch umgeknickte Äste und Bäume herum, ist ja auch ein riesiges Gebiet zum Aufräumen. Straßenschilder waren einfach mal umgeknickt. Der Wald in dem Gebiet fast komplett entlaubt. Weiter südlich wo dann zwar kein Sturm mehr war aber noch sehr viel Regen runtergekommen war, sah man deutlich wo sich das Wasser zu Überflutungen gesammelt hatte, Gras und Sträucher abgesoffen und abgestorben. Ich habe ja nun nicht extra angehalten, vom Highway aus konnte ich jedenfalls keine schlimmen Schäden an den Häusern sehen.

In Brisbane hat mit dem Autoverkauf dann auch alles geklappt. War ganz schön knapp, so auf dem letzten Tag. Aber die Käuferin hatte mir eine Anzahlung gegeben, damit ich extra den weiten Weg fahre. Ich durfte sogar bei der Familie im Gästezimmer schlafen und wurde morgens zum Flughafen gefahren :)

Und nun sitze ich schon in Cairns auf dem Flughafen und warte auf mein Boarding nach Tokio. Melde mich, wenn ich angekommen bin :) hoffe, dass ich in Japan mehr Zeit habe, wieder was zu schreiben.

Liebe Grüße

Fern der (Gewitter-) Wolken

Dienstag, 28.03.2017

Hallo ihr Lieben,

nur als Info für alle die sich Sorgen gemacht haben, mir geht es gut! Der Zyklon ist ca 600km von hier weg an der Küste angekommen und zieht auch in eine andere Richtung als ich bin. Zwar sind wir hier indirekt auch betroffen, da zB die Kinder die auf den Oberschulen an der Küste sind, nach Hause geschickt wurden, auch bei uns evtl der Strom ausfallen könnte, wenn der Sturm das Kraftwerk an der Küste trifft oder der Haupthighway an der Küste gesperrt wird auf dem die Lebensmittel/Waren nach Norden transportiert werden. Aber ansonsten weht hier nicht mal ein Lüftchen!

Liebe Grüße aus dem Outback!

Eure Chocolat

Über den Wolken..... Teil 2

Montag, 13.03.2017

Da bin ich mal wieder!

Da hier in Georgetown bekanntermaßen außer Arbeiten nicht viel los ist, gibt es nicht so viel zu berichten :D

Ok vielleicht, dass meine Zeit in Australien sich dem Ende nähert! Ich kann es gar nicht glauben wie schnell die Zeit vergangen ist, zwei (!!) Jahre. Wird bestimmt sehr merkwürdig wieder in das gewohnte Leben zuhause zurück zu kehren und nicht mehr dieses zugegebenermaßen angenehme ungebundende Backpacker-Dasein zu führen. Zu Reisen wohin mich mein geliebtes Auto fährt, die Sonne und das Meer. Hach ja. Ich könnte ja hier bleiben wenn ich möchte! Meine Chefin findet sicher einen Weg mich mit einem Visa zu behalten und mein Chef möchte mich ja nach wie vor mit einem der Dorf-Singles verheiraten .... Aber irgendwie denke ich wird es auch schön wieder zurück zu sein in der deutschen Gründlichkeit und der viel besseren deutschen Lebensmittelqualität :D

Am 14.4. geht mein Flug von Cairns nach Tokyo und ich werde mich zum Abschluss noch mal 3,5 Wochen in Japan tummeln, Kirschblüten und Tempel angucken, bevor ich Anfang Mai in Deutschland lande. Ich bin schon super aufgeragt, Japan ist bestimmt noch mal ein Kulturschock für sich :D

Da ich ja gerne mit einem Helikopter fliege hat meine Kollegin aus dem Roadhouse einfach mal die hier ansässigen Piloten gefragt, ob sie mich vll mal mitnehmen können. Und so bekam ich gestern Vormittag einen Anruf in 15Minuten am Landeplatz zu sein... Pilot Daniel, der normalerweise mit seinem kleinen Heli Mustering macht, hat mich dann einmal ums Dorf geflogen :) Leider hat es ja diesen Sommer nicht soo sehr viel geregnet, oder sagen wir mal, nicht so viel wie die Farmer gerne gehabt hätten, für mich immer noch reichlich... und so hat unser Fluss nicht mehr Hochwasser, aber ich denke am Ausmaß des sonst staubtrockenen Flussbettes kann man sehen wie breit der Fluss werden kann. Und das nur vom Sommerregen. Daniel hatte übrigens die Türen ausgebaut! Er meinte die würden zu viel Sicht wegnehmen beim Mustern, wo er ja realtiv nah übern Boden fliegt und darauf achten muss in keine Bäume zu krachen und dass keines der Tiere ausbüchst. Einfach cool! Aber keine Sorge ich hatte natürlich einen Sicherheitsgurt und Daniel ist auch ganz brav geflogen, so dass man es gar nicht gemerkt hat :P

Meine einzige Sorge ist im Moment, ob ich das Auto noch verkauft bekomme! Ich habe es schon seit Wochen inseriert und kaum auch nur sinnvolle Anfragen gehabt. Mir wurde sogar schon empfohlen nach Sydney oder Melbourne zu fahren um das Auto zu einem sinnvollen Preis zu verkaufen... also wenn jemand jemanden kennt der jemanden kennt in dessen liebevolle Hände ich meine "Wanda" abgeben kann, gerne hier melden!

Liebe Grüße an alle!

Georgetown von oben

 

 

Trockene Flussbetten? Nicht in der Regenzeit!

Sonntag, 15.01.2017

Hallo liebe Alle!

Und noch ein Grund warum es sich gelohnt hat ins sonst relativ langweilige Georgetown zurück zu kommen. Es ist Regenzeit! Der Norden Australiens liegt ja in den Tropen und auch wenn das Outback eher trockenes Buschland ist zeigen die trockenen Flussbetten ja es scheint hier Regen zu geben. In 10 von 12 Monaten sind die Flussbetten allerdings wirklich trocken und sandig. Dann im Dezember geht es los, es regnet und hört bis Februar auch fast nicht mehr auf. Jeden Tag richtig kräftige Gewitter meist mit reichlich Regen. Wobei ich es vll nicht Regen nennen möchte, das ist monsunartig. Innerhalb weniger Minuten steht das Wasser zentimeterhoch auf der Straße und rauscht in Bächen kleinste Gefälle entlang. Und sammelt sich natürlich an allen tiefer gelegenen Bereichen, die irgendwann so viel Regen abbekommen haben, dass es ein paar Stunden dauert bis alles eingesickert ist. Wie zB unter meinem Personalhaus. Nun verstehe ich auch warum Häuser in Australien sehr häufig auf Stelzen stehen... Die Tage hat es mal wieder so stark geregnet, dass das Wasser am Ende der vier Stufen vor meiner Tür stand und zwar ein paar Zentimeter hoch, so dass ich zum Außenklo entweder nasse Füße bekommen habe oder Springen musste von der untersten Stufe zur Stufe vor der Toilettentür :D

Das interessante ist aber eigentlich die Temperatur im Moment. Während sich das jetzt ja Sommer nennt, finde ich, dass es im Prinzip "kälter" ist als im Winter. Im Moment, sofern es regnet selten mehr als 30°, wohingegen es im trockenen Winter meist 35° plus waren. ABER dafür ist die Luftfeuchte der Hammer, die haut einen auch bei "nur" 30° einfach um. Kennt ihr das wenn wir zuhause mal so einen schwülen Sommertag mit Hitze und Regen haben? Das haben wir hier jeden Tag!! Und viel schlimmer! :D Selbst wenn ich morgens um 6h aufstehe um bei 23° etwas Sport zu machen, die Luffeuchte ist ja nach wie vor da. Und wenn die einen nicht umbringt, dann eine der gefühlten 1.000 Mücken >.<

Unser trockenes Flussbett hier in Georgetown ist bestimmt 150 Meter breit und die Brücke in etwa 2-3 Meter über dem Flussbett, kaum zu glauben, dass das nicht ausreichen soll... heute morgen stand das Wasser fast an der Kante der Brücke und nach dem vielen Regen heute und dem angesagtem für die nächsten Tage wird die Brücke evtl noch überspült werden. Auf dem Weg ins 150km entfernte Nachbardorf gibt es eine Brücke die jetzt schon seit fast zwei Wochen immer mal wieder überspült ist, so dass der Haupthighway einfach mal gesperrt wird. Nichts kommt mehr durch, keine Autos, LKWs oder der Linienbus. Wir hatten bis jetzt Glück, aber wenn unsere Brücke auch mehr als 20cm unter Wasser steht, wird auch hier gesperrt.

Als Vergleichsbild mal noch mal mein Bild vom Mai 2016 im trockenen Zustand und eines von letzter Woche wo das Wasser noch nicht bis an die Brücke ranreicht. Heute morgen hatte ich keine Kamera dabei, aber ich schaue mal wie das Wasser morgen steht und reiche ggf ein aktuelleres Bild nach. PS: man beachte auch das saftige Grün :)

Liebe Grüße an alle!

Georgetown Georgetown in der Regenzeit

 

Happy New Year!

Sonntag, 01.01.2017

...Euch allen ein gesundes neues Jahr und einen guten Rusch hinein!

Ich hatte mich vom fernen Georgetown auf gemacht um an DER Silvesterparty der Südlichen Halbkugel teil zu nehmen! Meine Chefin hatte mir extra ein paar Tage frei gegeben und so bin ich nach Cairns mit dem Auto gefahren, habe auf dem Flughafen im Auto übernachtet und bin mit dem ersten Flieger morgens nach Sydney geflogen! :) Zu Silvester ist Sydney ja eine einzige Menschenmasse und selbst am 30. schon war die Stadt super voll mit Leuten. Zum Glück habe ich meine Freunde die in Manly wohnen und bei denen ich übernachten kann ansonsten würde man für die Unterkunft ein Vermögen ausgeben müssen. Rund um das Opernhaus und im Botanischen Garten kann man kostenlos das Feuerwerk anschauen, allerdings sind auch bereits am 30. (!) die ersten Leute da die sich anstellen um die besten Plätze zu bekommen... Erinerung hier ist heißer Sommer... ich hatte mir eine Karte für einen der zahlreichen kostenpflichtigen Aussichtspunkte schon vor ein paar Wochen gekauft und musste für eine tolle Sicht nicht früh um 5h da sein.... Ich habe mich mittags auf den Weg gemacht, auch um dem Verkehrschaos ein wenig vorzubeugen. Bereits einen Tag zuvor hatte ich mir den kleinen Nationalpark angesehen um die besten Plätze auszukundschaften. So konnte ich nachdem ich es endlich durch die Tore geschafft hatte zielstrebig zum Aussichtspunkt laufen... und es war niemand (!) dort. Die Parkbank mit Aussicht ganz für mich alleine! So habe ich meine Jacke um das Weggeländer gebunden um mir den besten Sichtplatz zu sichern (ja ich weiß typisch deutsch) und habe noch ein Nickerchen gemacht :D vor mir in der Bucht lagen schon die zahlreichen Boote und Jachten vertaut, denn auch dort füllen sich die Ankerplätze rasch. Erst gegen Abend haben sich ein paar andere Besucher zu mir gesellt. Bereits um 21h gibt es ein kleineres Kinderfeuerwerk am Hafen und dann um Mitternacht natürlich das große. Von meinem Standort aus konnte ich prima den ganzen Hafen, samt Oper und Brücke überblicken. Der Nationalpark in dem ich war zieht sich die ganze Halbinsel lang und an der Spitze gab es auch einen DJ und Essen zu kaufen, aber ich habe mich lieber in der etwas ruhigern Ecke mit nur Aussicht aufgehalten. Da es am Eingang nur kurze Sichtkontrollen der Taschen gab, weil ja ein Alkoholfreier Veranstaltungsort liefen bis spät in die Nacht Sicherheitsleute rum die gekonnt nach Alkoholreinschmugglern gesucht haben und zwar haben die das Erschnuppert! Kein Witz! Die Leute hatten zB Rotwein in Cranberrysaft-Flaschen bei oder Rum-Cola in Cola-Flaschen, was man beim nur gucken ja nicht gleich sieht. Und nach Einbruch der Dunkelheit haben die Leute ihre Flaschen rausgeholt und getrunken und der Ordner lief rum und haben gerochen wo jmd Wein oder sonstwas bei hatte. Nach kurzer relativ entspannter Verwarnung wurden die Getränke einfach weggeschüttet und die Ordner zogen weiter. Bevor ihr Euch fragt warum keine Suchhunde... Tiere sind im Nationalpark nicht erlaubt. Um Mitternacht gab es dann das große Feuerwerk bei dem der ganze Hafen erleuchtet wird <3 Mein zeitiges da sein hatte sich auf jeden Fall gelohnt ich konnte die Aussicht super genießen! :) Das muss man einfach mal gemacht haben, Silvesterfeuerwerk in Sydney! :) Und dann geht auch schon der große Strom nach Hause los und das erneute Verkehrschaos... eigentlich wollte ich mit der Fähre auch wieder zurückfahren, aber die Ordner meinten evtl kommt die nicht, also besser den Bus nehmen... da waren die Schlangen dann schon hunderte Meter lang... da ich eh unterwegs hätte umsteigen müssen bin ich dann mal eben 1,5km vorgelaufen zur Umsteigehaltestelle zu gelangen und um dem größten Chaos zu entgehen :D Ich kann auf jeden Fall Silvester in Sydney empfehlen, besonders wenn man wie ich etwas Glück mit der kostenlosen Unterkunft hat :D

Aussicht vom Nationalpark Feuerwerk Feuerwerk

Weihnachten gibt es hier auch....

Dienstag, 13.12.2016

bei 40°!! :D

Meine Kollegen haben ein bisschen dekoriert und wir haben einen Weihnachtsbaum im Laden mit "Geschenken" darunter. Einige Dorfbewohner haben auch ihre Häuser von außen dekoriert. Die Polizeistation unter anderem mit riesigen aufblasbaren Figuren, keine Ahnung vll als Abschreckung? :D Meine Kollegin und Nachbarin hat zum Glück nicht so einen Weihnachtsmann, dafür ewig viele Lichterketten am Haus. Fast alle solarbetrieben, da es hier tagsüber ja sonnig genug ist, damit das auflädt. Irgendwie fühlt es sich natürlich nach wie vor komisch an Weihnachten bei der Sommerhitze, das passt gar nicht zusammen. Dem entsprechend gibt es hier auch keinen Weihnachtsbraten, sondern eher Garnelen und Weihnachts-Schinken, das ist quasi Kochschinken am Stück der wohl überwiegend kalt aufgeschnitten wird. Allerdings wird zu Weihnachten das Dorf so gut wie leer sein, denn alle Einheimischen fahren zur Familie oder auf ihre Farmen oder an die Küste für ein paar Tage, so dass ich wahrscheinlich mehr oder weniger allein im Dorf sein werde! :D Ich habe zu unserem Postmenschen (dessen Filiale ja zum Roadhouse gehört) gesagt, dass wir "Zurückgelassenen" unsere eigene kleine Party machen. Mit den restlichen paar Dorfbewohnern die auch hier bleiben, was aber sicher nicht mehr als 5 sein werden :D Überhaupt sind jetzt ja auch große Sommerferien und die meisten Familien fahren an die Küste in den Urlaub oder zur Familie dort, so dass es bis bestimmt Ende Januar ruhiger hier zugeht. Es kommen ja auch weniger Touristen durchs Dorf, weil es hier einfach zu warm wird, wie im Rest Nord-Australiens und die Rumreisenden Touristen eher im Süden unterwegs sind. Oder auch die Einheimischen "grey normads", "graue Normaden", also die Renter mit ihren Wohnmobilen die immer dem schönen Wetter in Australien nachfahren im Jahresrhythmus, die sind jetzt im Sommer auch im Süden Australiens und kommen erst wieder vermehrt im Winter nach Nord-Australien. Da das hier Outback ist und relativ trockenes Rinder-Land ist es hier überwiegend heiß und trocken. Aber im Norden Australiens ist jetzt auch Regenzeit, was sich zB in Darwin und Cairns an der Küste mit super schwülem Wetter bemerkbar macht. Hier warten die Farmer auch auf Regen, so dass das Weideland genügend frisches Gras für die Rinder bereitstellen kann. Und die Buschfeuer gelöscht werden die sich im trockenen Gras ausbreiten, nicht unbedingt rasend schnell, dafür aber durchaus für Wochen brennen können. Und starker Wind treibt sie dabei für kilometerweit an, wenn sie sonst irgendwann einfach ausgegangen wären. Außerdem erzählen mir meine Kollegen, dass unser trockene Fluss (siehe Bild vom Mai) irgendwann jetzt im Sommer fließen wird. Ich bin gespannt ob es genügend regnet. Ich habe im trockenen Outback Australiens schon hunderte solcher trockenen Flüsse gesehen, aber noch keinen wirklich fließend.

Ansonsten, ja, die Arbeit "bekommt" mir wieder gut. Da außer mir nur noch meine zwei anderen Kolleginnen da sind die hier aus dem Dorf sind, bekomme ich viele Stunden zusammen, auch wenn es jetzt ruhiger ist als im Winter. Und das Personalhaus habe ich auch ganz für mich allein :)

Liebe sonnig-heiße Grüße aus dem Outback!

Polizeistation-Weihnachts-Deko Weihnachtsbaum

Projekt 3000

Freitag, 25.11.2016

Hallo liebe Alle!

Wie kommt man am Schnellsten von Sydney nach zurück Georgetown? Fliegen natürlich. Aber da ich ja mein Auto mitnehmen wollte und auch musste, da ich das ja nicht auf die Schnelle verkaufen wollte, fahren. Was in so fern auch eine prima Idee ist, weil ich mir mein Auto voll mit Essen gepackt habe was ich dort oben in Georgetown einfach nicht habe. Nüsse, Tofu, Getreide... sogar der Beifahrersitz war voll gestapelt :D Wenn man die reine Strecke nimmt, wäre der Inlandweg kürzer. Aber da kenne ich die Straßenverhältnisse nicht und ob es ggf Handysignal gibt. Ich wollte halt auf keinen Fall Schotterpiste fahren. Also habe ich mich für den längeren Küstenweg entschieden, der ungefähr 3.000km Strecke ist! Am Wochenende habe ich mich von meiner WG in Sydney verabschiedet, wo ich für die kurze Zeit gewohnt hatte und bin noch mal zu meinen Freunden nach Manly gefahren. Da die beiden tagsüber arbeite mussten habe ich mir eine Massage gegönnt und einen Haarschnitt und bin noch mal zum Bondi Beach gefahren. Von Manly aus braucht man dazu die Fähre die zum Herzen Sydneys fährt, zur Oper und der Hafenbrücke. Ich habe es mir also noch mal gut gehen lassen :) Am Montag morgen ging es dann los. Da ich innerhalb von 4 Tagen oben sein wollte, musste ich also jeden Tag ca 750km schaffen. An der Küste hoch bis Brisbane ist die Strecke schon ziemlich gut ausgebaut und hat teilweise sogar 2 Spuren in jede Richtung bzw es wird gerade gebaut und so bin ich erstaunlich gut vorangekommen. In der Nähe der dicht besiedelten Gold Coast bis nach Brisbane ist es sogar eine richtige Autobahn und ich habe die Gelegenheit genutzt auch noch nach Einbruch der Dunkelheit ein wenig zu fahren, lief grad so schön. 900km am ersten Tag, nicht schlecht. Am zweiten Tag hat mich dann als erstes der Verkehr in Brisbane ausgebremst. Der Berufsverkehr beginnt hier schon um 5Uhr und da in Australien die Hauptstraßen zwischen den Städten ja immer durch die Städte gehen musste ich also durch ganz Brisbane! Autobahn ging gar nicht, einfach nur mega-voll, so habe ich es mit Nebenstraßen versucht, auch das hat ewig gedauert. Und nach der Sunshine Coast wird der Highway ja auch wieder einspurig und zieht sich ewig land durch abgelegenere Landschaft, bisschen langweilig, vor allem da ich diesmal ja nicht an die hübschen Ort an der Küste gefahren bin. Am dritten Tag habe ich es dann tatsächlich hinbekommen mit meinem alten Auto einen Strafzettel zu bekommen! :O Ich habe noch nie in meinem Leben einen Strafzettel bekommen und bin auch nur einmal überhauüt von der Polizei angehalten worden. Letztes Jahr in West Australien, als mich der Polizist darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich zu langsam bin! In Australien ist die Höchst(!)geschwindigkeit auf den Highway und Autobahnen 110km/h. Außer ein paar Abschnitte in Northern Territory wo es 130 ist und ein paar ganz rare mit freigegeben im NT, aber eben nur da. Selbst auf der besser ausgebauten Autobahn bei Brisbane, 110 max. Ich meine auf dem was hier überwiegend die Lebensadern der Australier sind, die Highways, verstehe ich die 110 sogar, denn teilweise ist die Straße in einem grottenschlechten Zustand und man will gar nicht mehr fahren. Ungefähr so wie deutsche Landstraßen, eine sind prima, einige eher verbesserungswürdig. Es gibt hier aber auch sehr lange Abschnitte da ist die Höchstgeschwindigkeit 100! Wenn man sich brav an die angegebene Geschwindigkeit hält wird man von allen überholt! Und die dicken Roadtrains sitzen einem im Nacken. Überhaupt scheinen die Aussies sowas wie Sicherheitsabstand generell nicht zu kennen. So fahre ich also gemütlich vor mich hin, die 100er Strecke in einem guten Zustand und ich sause etwas mehr als erlaubt, da mein Autochen so prima mitmacht. Ich meine was sind denn schon 110km/h, das ist ja noch nicht mal deutsche Richtgeschwindigkeit auf den Autobahnen. Und da kam es, das Polizeiauto, mit Blaulicht auf der Gegenspur angerast, wendete hinter mir und fuhr mir nach. Erst dachte ich, oh ein Notfall irgendwo, werde mal seitlich fahren. Aber das Polizeiauto überholte mich nicht. Bin etwa ich gemeint??! Ich sei ihr schon auf in der Radarfalle aufgefallen und sie habe mich erneut gecheckt, ich war 111 und 113 km/h schnell! Also Alkoholtest morgens um noch nicht mal 8:30 und einen Strafzettel für zu schnell fahren! :D naja, was für die Erinnerungen, mein erster Strafzettel in meinem Leben, in Australien! :P Auf dem Weg nach Norden wurde es schon merklich heißer und am letzten Tag lag vor allem die Strecke von der Küste ins heiße Outback vor mir. Und das zieht sich dann ganz schön. Mir tut zwar alles weh vom vier Tage sitzen und sogar die Hände vom Steuer halten... Aber ich bin angekommen! Und wurde sehr herzlich empfangen, einige Kunden haben mich sogar schon wiedererkannt, obwohl ich noch in "Zivil" war. Ein Stammkunde und unser Postmeister haben beide gesagt: "Ich wusste Du würdest wiederkommen!" :) Allerdings habe ich erst mal das Personalhaus geputzt... die letzten Bewohner waren ein bisschen schlampig, naja. Abgesehen von meinen beiden Kolleginnen und der Chefin die ja Einheimische sind, werde ich alleine sein und hoffentlich wieder viele Arbeitsstunden zusammenbekommen. Besonders da meine Kolleginnen ja auch nacheinander in den Weihnachtsurlaub (Sommerurlaub) wollen. Hier mal noch eines meiner Lieblingsstraßenschilder in Australien. Seht Euch mal die Mega-Kuh im Größenvergleich zum Auto an! :D Es gibt aber auch so spannende Schilder die einem Ratespiele vorschlagen um sich beim Fahren wach zu halten, so gar mit Beispielen wie "Was ist das größte Lebewesen auf Erden?" Ach ja die Australier und ihr Humor!

Liebe Grüße an alle!

PS: Ich habe jetzt wieder 9h Zeitverschiebung zu Euch!

Riesen-Kühe

es geht doch wieder weg aus Sydney...

Sonntag, 13.11.2016

Hallo liebe Alle!

Nun wird es doch ein nicht so langer Aufenthalt in Sydney. Ich werde wieder zurück nach Georgetown in Queensland fahren und im Roadhouse arbeiten. Meine Chefin dort will mich so gerne zurück. Hier konnte ich einfach keinen Nebenjob finden, auch wenn die Shopping-Center voll hängen mit Weihnachtsaushilfen-Gesuchen.... als meinem Chef im Bioladen klar wurde, dass er mit mir ja eine Fachkraft verliert kam er dann plötzlich doch noch mit einem sehr gut bezahltem, mehr als Vollzeit-Jobangebot um die Ecke. Was ja angeblich erst nicht ging. Die Arbeit macht zwar Spaß und es ist sehr interessant in einem australischem Bioladen zu arbeiten, aber es laugt auch ziemlich aus und die Kollegen sind einfach nicht sehr organisiert, was mir, typisch deutsch, ein wenig fehlt. Nach ein paar Tagen gründlich überlegen habe ich mich dann doch für zurückfahren entschieden. Hier in Sydney verdiene ich zwar etwas mehr, gebe aber auch mehr wieder aus, Benzin und teurere Miete zB. Und da ich ja eh ziemlich weit draußen wohne habe ich sowieso nicht so viel von der Stadt. Dort oben im Outback ist das Leben und arbeiten einfach ruhiger und die Menschen sind herzlicher als die ein wenig arroganten Städter. Wahrscheinlich werde ich dort dann auch bis so ziemlich zum Ende des Visas bleiben und Geld sparen für meine Rückkehr. Das heißt leider auch, dass ich einen Teil Australiens auslassen muss, Tasmanien und alles von hier südlich bis nach Adelaide :( dann komme ich eben in ein paar Jahren zurück als "Tourist" :D

Liebe Grüße in die Heimat!

PS: Während bei Euch der Winter einkehrt wird es hier langsam heiß und sommerlich.... bin gespannt wie heiß es in Queensland wird :D

Hello Sydney!

Mittwoch, 26.10.2016

Hallo liebe Alle!

Hach ist das schön wieder in Sydney zu sein! Ich mag die Stadt einfach, mit ihren Hochhäusern, der Oper und der Hafenbrücke!

Als erstes bin ich zu meinen Freunden, die ich aus Coral Bay kenne, gefahren und habe mit den beiden ein paar tolle Tage mit Großstadtluft schnuppern verbracht. Sie wohnen, studieren und arbeiten in Manly, nur eine Straße vom Meer entfernt, wo man prima surfen und schnorcheln gehen kann und an der Uferpromenade flanieren und joggen. Einfach herrlich morgens zu joggen, wenn die Sonne übern Meer aufgeht! :) Wir waren auf dem Manly Wochenmarkt wo es Kunst, frische Lebensmittel und allerlei Schönes zu kaufen gibt. Und wir sind mit der Fähre in die Stadt gefahren um nach Bondi zur "Sculptures by the Sea" zu gehen. Das ist quasi eine Kunstausstellung am Meer. Bei Bondi beginnt ja mein geliebter Bondi to Coogee Walk und an dessen Strecke stehen die teils merkwürdigen, teils sehr schönen Kunstobjekte, die irgendwie auch noch so platziert sind, dass sie ziemlich gut "in die Landschaft" passen. Aber natürlich liege ich hier in Sydney nicht nur auf der faulen Haut, ich war und bin auch fleißig mit der Jobsuche beschäftigt. Ich würde ja gerne in einem Bioladen arbeiten um die Berufserfahrung vom anderen Ende der Welt mit nach Hause zu bringen :) Während an der Westküste so gut wie gar keine sind und an der Ostküste von Norden nach Süden leicht zunehmend, sind hier in Sydney so einige *freu* Und obwohl ich mich bei echt vielen beworben habe, kam (leider) nur von einem eine Antwort. Das Bewerbungsgespräch lief gut, das Probearbeiten auch und nun habe ich auf jeden Fall schon mal drei Schichten die Woche sicher! Yeah! Zwar keine Vollzeitstelle, aber schon mal ein Anfang. Da diese Filiale gerade mal ein halbes Jahr offen hat, wächst sie noch und evtl bekomme ich noch mehr Schichten. Und ich hab auch das ok mir ggf. noch einen Nebenjob zu suchen. Mein Chef freut sich total, dass ich Erfahrung habe und ich bin schon ganz stolz, dass die erfahrenen Kollegen mich bei Kundenfragen sogar auch schon gefragt haben was ich sagen würde. Das Team ist superlieb, der Laden superschick und für australische Verhältnisse ziemlich gut sortiert. Hauptsächlich bin ich für das Obst und Gemüse zuständig... ist zwar nicht ganz so mein Fachgebiet, aber ich denke, dass ich das Hinbekomme ;) Außerdem habe ich mir ein "WG"-Zimmer gesucht, da ich in Sydney leider nicht in meinem geliebten Auto schlafen darf. Der Bioladen ist ziemlich weit außerhalb... bzw Sydney ist einfach ziemlich weit ausgebreitet, da man in Australien ja eher weniger in Wohnblöcken wie bei uns wohnt sondern überwiegend in Einfamilienhäusern. Und irgendwo müssen die 4,6Mio Einwohner ja sein. So musste ich leider meine Freunde am tollen Strand in Manly wieder verlassen (hätte super gerne dort in der Nähe gewohnt) und bin in die Nähe der Arbeit gezogen. In ein Haus einer japanischen Mutter, die hier mit ihrer Tochter wohnt die in etwa in meinem Alter ist (also die Tochter). Es gibt einen Hund und eine Katze und ich habe ein kleines (mir völlig ausreichendes) Zimmer bekommen. Mein Autochen kann ich draußen prima parken und die nächste größere Straße hört man wenig. Und nun schau ich mal, ob ich noch irgendwo einen Nebenjob bekomme um zusätzlich noch etwas Geld zu sparen.

Also bis denne!

Mit Großstadtgrüßen in die Heimat!

Kunst am Meer

Port Macquarie

Dienstag, 18.10.2016

Und da bin ich schon wieder in New South Wales angekommen :D Direkt nach der Gold Coast ist die Grenze zwischen den Bundesstaaten Queensland und New South Wales. Was mir allerdings erst einen Tag später oder so aufgefallen ist, dass es auch eine Zeitumstellung gibt! Die beiden Bundesstaaten liegen so ziemlich genau auf einer "Höhe" und es gibt eine Stunde Zeitverschiebung... muss man nicht verstehen :D Wenn bei Euch bald Zeitumstellung ist, müssten wir dann 10h Zeitunterschied haben. Heute war ich im Koala Krankenhaus von Port Macquarie. Eines der Dinge das schon beim Planen meiner Reise auf der "unbedingt angucken Liste" stand. In dem kleinen von Spenden und Freiwilligen am Laufen gehaltenen Krankenhaus werden kranke und verletzte Koalas wieder gesund gepflegt und dann wieder in ihre Heimatwälder entlassen. Sofern sie dafür fit genug sind. Einige bleiben auch für immer in Pflege, weil sie zB auf Grund einer Bakterieninfektion erblindet sind, oder bei einem Unfall ein Bein verloren haben, oder durch Buschbrände ihre Krallen. Dann sind sie nicht fit genug um im Wald zu überleben. Allerdings haben die Besucher so ja auch etwas zum Anschauen und die Pfleger was zum Zeigen und Erzählen. So sind zB fast alle Männchen süchtig nach dem Vitamin-Brei den es zusätzlich zum Eukalyptus zu fressen gibt, aber die Mädels mögen ihn nicht besonders. Während die Männchen auch schon mal ihre Arme ausstrecken und dem Pfleger quasi winken mach mal hinne, klettern die Mädels von ihrem Schlafplatz eher sogar weg, höher in ihre Kletteräste um den Brei zu vermeiden :D

Die Tage war ich noch im "berühmten" Byron Bay was wohl ein richtig hippes Örtchen sein soll. Leider total überlaufen von Menschen :( Es gibt auch einen wunderschönen Leuchtturm, aber vor Menschenmassen kann man das gar nicht richtig genießen. Australien ist ja ziemlich groß und weitenteils menschenleer, aber irgendwo müssen die 26Mio Australier und die Hundertausenden Besucher ja sein :D Hab letztens gelesen, Australien sei das meist besuchte Land der Erde... in Byron Bay glaube ich das sofort!

Koala Byron Bay mit Leuchtturm

Gold Coast

Freitag, 14.10.2016

Hallo liebe Alle!

Es wird merklich kühler je weiter südlich ich komme. Man könnte auch sagen, das Wetter wird tagsüber gut auszuhalten und nachts frisch. Nur der starke Wind der macht es ein wenig ungemütlich. Die Hauptstadt Queenslands, Brisbane, habe ich bereits hinter mir gelassen. Sieht in der Innenstadt auch nicht anders aus als Perth oder Sydney. Dafür gibt es ab hier und ich vermute mal bis runter nach Sydney, was keine 900km mehr entfernt ist, Autobahnen! So richtige wie bei uns, mit mindestens zwei Spuren je Seite und ordentlichen Ausfahrten. Ein wahrer Kulturschock, wenn man über 25.000km bis jetzt auf einspurigen Highways zugebracht hat :D (Ok außer innerhalb Perth´ da gab es auch Autobahnen) Südlich von Brisbane erreicht man die Gold Coast und wenn man nicht weiß, was da auf einen zukommt, würde man sich wahrscheinlich die Augen reiben vor Verwunderung. Direkt hinter dem Strand ragen Hochhäuser auf und im Wasser tummeln sich Surfer und Kite-Surfer, das ist ein super cooler Anblick! Die Gold Coast ist auch insgesamt ganz anders als alles was ich bis jetzt erlebt habe, hier sind die Menschen hedonistisch, extrem sportlich und anscheinend auch wohlhabend. In den Shoppingcentern gibt es Prada und Channel und co und in den Supermärkten erstaunlich viel "gesundes Essen" und Snacks, wie Schokolade ohne Zucker (mehr noch als sonst schon in Australien). Im Gold Coast Hinterland (das heißt auch im Englischen hier tatsächlich so) gibt es den schönen Springbrook Nationalpark, der mit unglaublichen Aussichten auf die Küste, einem dichten unberührten Wald (fast wie ein Regenwald) und einer Naturbesonderheit aufwartet. Es gibt hier eine Glühwürmchen-Kolonie! :) Versteckt in einer Höhle neben einem Wasserfall, die tagsüber total unspektakulär aussieht beginnt nach Sonnenuntergang das fröhliche Glühen. Die Decke ist voll von ihnen. Hat was drolliges. Allerdings wird die Höhle nach Sonnenuntergang überrannt von asiatischen Reisegruppen, was das Erlebnis etwas trübt. Vielleicht haben sie einfach noch nie welche gesehen. Ich kann mich an Kindertage im Garten meiner Großeltern erinnern wo man in Sommernächten auch Glühwürmchen gesehen hat. Wenn man sich den Weg wieder hinauf zum Auto durch den Regenwald bahnt, leuten hier und da auch immer mal fliegende Glühwürmchen auf und leuten einem den Weg :)

An meinem letzten Abend in Hervey Bay hat mir der Campingplatz-Mitarbeiter noch die campingplatzeigenen Haustiere gezeigt, Possums! Normal würde ich ja keine Wildtiere füttern, aber er meinte das sei wohl ok... na klar er lockt sie natürlich an für die Touris. Also habe ich mal probiert was die Kleinen wohl so mögen. Nüsse waren nicht so der Reißer, aber Kiwi fanden sie super (hatte kein anderes Obst oder Gemüse mehr bei). Sie kommen auf Pfeifen also kopfüber den Baum runtergeklettert, wobei sie die Hinterbeine zum Halten um fast den ganzen Stamm wickeln und warten in der nächsten Astgabel auf die Leckerlies. Sofern ihnen das dargebotene nicht recht zusagt, versuchen sie auch mal in die Finger zu beißen, statt die Nuss zu nehmen. Dumme Touristen, können die nicht was hinhalten was lecker ist, wenn ich schon extra den Stamm bis nach unten klettere?!

Possum Glühwürmchenhöhle Wasserfall Gold Coast mit Sonnenuntergang

Die Buckel-Wale bei Fraser Island

Sonntag, 09.10.2016

Hallo liebe Alle!

Ich bin in der Zwischenzeit in Hervey Bay angekommen, welches sozusagen das Tor zu Fraser Island ist, der größten Sanddüne der Welt. Mit groß meine ich 120km lang und wohl tatsächlich keine normale Insel, sondern bestehend aus Sand. Allerdings schon ein paar Jahrhunderte alt und nicht mehr komplett in Bewegung sowie bewachsen. Da man auf die Insel entweder nur mit einer gebuchten Tour oder einem Allrad-Fahrzeug kommt, lasse ich sie einfach mal aus, man kann ja auch nicht alles mitmachen. Der Hauptgrund warum ich hier bin ist nämlich eh ein anderer. Buckelwale! Jedes Jahr im (australischen) Herbst ziehen die Tiere vom Südpolarmeer nach Norden bis fast nach Papua-Neuguinea um in den wärmeren Gewässern zu überwintern. Spätestens auf ihrem Weg zurück gebären die Weibchen außerdem die Jungen und füttern sie mit bis zu 600Liter Milch täglich damit sie eine schöne Speckschicht haben bevor sie im Sommer im Südpolar-Meer wieder ankommen. Dabei muss man dazu sagen, dass die Alttiere auf ihrer Reise entlang der australischen Küste nicht fressen! Das heißt die Mamas müssen selbst mit ihren Reserven klar kommen und die Milch produzieren die in etwa 42% Fett enthält. Nun ging es heute morgen also raus in die Bucht. Schon gestern war es hier sehr windig und es sollte auch auf dem offenen Meer nicht besser werden :D Es hat manchmal so gestürmt, dass man sich mit beiden Händen festhalten musste um nicht weg geweht zu werden und dazu hat das Boot so sehr geschwankt, dass man teilweise ungewollte Hüpfer von einen Meter beim Laufen gemacht hat. Wenn man das denn noch als Laufen bezeichnen konnte :D Der Kapitän (ein lustiger Scherzkeks mit viel Wissen) gab die Hinweise sich möglichst weit unten im Boot und möglichst draußen aufzuhalten und ein Bier trinken, das helfe... Da mir unten aufgrund der Nähe zum geschlossenen Deck übel wurde habe ich mich fast die ganze Zeit ganz oben aufgehalten, wo es zwar um so stärker geschwankt hat, aber ich mich interessanterweise viel besser gefühlt habe und die Aussicht war ebenfalls toll! Gleich den ersten Wal den wir gesehen haben war ein Jungtier, welches fröhlich durch das Wasser gehüpft ist, laut Kapitän um die 4-5 Wochen alt und ungefähr 4Tonnen schwer... Allerdings kann eine ausgewachsene Mama ungefähr 45t schwer sein. In der Bucht tummeln sich mehrere Gruppen von Tieren. Häufig Weibchen mit ihren Jungen und ggf ein begleitendes Männchen, das den beiden folgt, weil es auf eine Paarung hofft. Buckelwale sind im Gegensatz zu Delfinen und zB Orcas Einzelgänger. So hatten wir auch noch das Glück ein größeres Tier zu sehen wie es kunstvoll aus dem Wasser aufsteigt und mit einem großen Platsch wieder ins Wasser klattscht. Die Walsaison ist hier in der Küste nahezu vorüber und so waren nicht mehr allzu viele Tiere unterwegs. Mitter der Saison soll man wohl Wale sehen egal wo hin man schaut. Wir haben auch noch ein Weibchen gesehen, welches fast regungslos an der Wasseroberfläche geschwommen ist und das Jungtier um sie herum. Sie hat gerade ein Nickerchen gemacht :) Später haben wir auch noch eine Walmama mit Jungtier gesehen, was nur ein paar Tage alt gewesen sein muss, welches mit einer Gruppe Delfinen gespielt hat. Dabei hüpfen und schwimmen die Tiere fröhlich umeinander, das Kalb um einiges größer als die Delfine. Die kleinen Wale sind vom ersten Tag an mobil und munter. Welch wunderschöne und riesengroße Tiere! Unterwegs konnten wir auch immer wieder einen Blick auf die schöne Fraser Island werfen. Trotz dessen, dass mir diesmal nicht allzu schlecht auf dem Boot war, war ich doch froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und mir schwirrt noch immer der Kopf vom Wind :D

Bevor ich die Tage Airlie Beach verlassen habe, hatte ich übrigens noch eine "kleine" vogelspinnen-ähnliche Spinne in meinem T-Shirt sitzen welches über meinem Campingstuhl hing :D Die arme war wahrscheinlich mehr erschrocken als ich.

Alles Liebe in die Heimat!

Wal im Sprung Wal im Sprung 2 Wal im Sprung 3 Baby Schwanzflosse Fraser Island Spinne im Schlaf-t-shirt

Whitsunday Islands

Dienstag, 04.10.2016

Heute morgen ging es dann endlich auf den Rundflug über die Whitsundays auf den ich ja so gerne wollte. Und gleich schon mal vorne weg: natürlich musste das der einzige Morgen dieser Woche sein mit schlechtem Wetter was sich wieder negativ auf die Fotos ausgewirkt hat :D

Gestern abend hatte ich noch einen Anruf erhalten, dass heute früher gestartet wird, weil der Pilot starken Wind erwartete. Also hieß es um 6:30 heute morgen check inn, damit um 7h losgeflogen werden konnte. Ich wusste gar nicht, dass es Cessnas gibt die größer als die winzigen Viersitzer sind, diese Maschine hatte 10 Sitze plus Pilot. Reinquetschen musste man sich trotzdem :D Und da es ja ein Wasserflugzeug ist, hat es natürlich auch große "Schwimmfüße" gehabt. Nach dem Start ging es zuerst raus zum Außenriff, was hier Flugzeit ca 30 Minuten entfernt lag. Trotz des bewölkten Himmels konnte man die Riffe gut sehen. Hier bei den Whitsundays gibt es ja einige weltbekannte Naturschauspiele und so konnten wir schon mal das "Herz Riff" bewundern, ein Korallenriff in Herzform. Danach ging es weiter zur Lagune wo gelandet wird und per Glasbodenboden eine kleine Tour gemacht wird sowie geschnorchelt wird. Das Boot dafür liegt ständig hier vor Anker und die Seevögel nutzen es anscheinend gerne als Rastplatz. Trotz der ringsherum gespannten Netze war es voller Möwen und anderer Seevögel :D Leider war in diesem Riff die Korallenbleiche noch relativ stark sichtbar, so dass es nicht sehr farbenfroh zu ging. Allerdings hat mich die Form der Korallen sehr erstaunt. Die wachsen in etwa wie Plattformen hoch vom Meeresboden und bei einer bestimmten Höhe ist plötzlich Schluss, wie mit der Heckenschere geradegeschnitten. Das wird durch den Meeresspiegel beeinflusst. Denn hier draußen gibt es auch "Ebbe und Flut", oder besser eben unterschiedlich hohen Gezeitengang. Da die Korallen nicht außerhalb es Wasser wachsen wollen, obwohl sie zumindest eine Zeitlang auch oberhalb des Wasser überleben können, sind sie oben alle gerade gewachsen. Beim Schnorchelgang war steigender Wasserspiegel und so stand das Wasser in 30-40cm über den Korallen und sogar einige Fische tummelten sich darauf. Neben Fischen habe ich viele große Muschln gesehen, die ihre Öffnungen in die Strömung gehalten haben. Die Muscheln sind innen sehr schön bunt, meist blau und gelb und so gab es doch einige Farbtupfer zu sehen. Außerdem habe ich viele Fische gesehen und einen Riffhai :) Der angekündigte starke Wind kam dann auch noch auf. Was man im Wasser gar nicht so merkt. Ab und zu schaue ich auf um zu schauen ob ich noch in Bootsnähe bin und die Mitreisenden die nicht schnorcheln wollten wurden ganz schön durchgeweht. Und dannhat es auch noch geregnet, was sich beim Schnorcheln echt lustig anfühlt und es mal eine ganz andere Perspektive die Regentropfen von unter der Wasseroberfläche zu betrachten. Wellengang war kaum, war sicher an der Schützenden Wirkung uns umgebenden Riffe lag. Der Pilot, der auch der Kapitän war, hatte ganz schön zu tun das Boot gegen den Wind wieder zum Wasserflugzeug zu fahren. Starten auf dem Wasser ist sehr interessant, fühlt sich natürlich nicht so glatt an wie eine Start- und Landebahn, eher wie eine Sandpiste :D Zum Glück war das Wetter an unserem nächsten Ziel, dem Whitehaven Beach vie ruhiger, so dass wir nicht nur den berühmten Strand von oben sehen konnten, sondern auch landen konnten. Der Strand ist sehr weiß und ultra fein und quietscht beim Laufen. Da mindestens 10 verschiedene Touren zu dem berühmten Strand gleichzeitig unterwegs sind, war es dort natürlich alles andere als menschenleer, auch wenn die Whitsundays ja alle samt nur der Boot, Helikopter oder Wasserflugzeug zu erreichen sind. Auf jeden Fall ein nettes Stück Erde was sich lohnt mal näher anzugucken :)

Der Pfeil auf der Karte ist das Herz Riff :P

Herz Riff am Whitehaven Beach (Hill Inlet) Whitehaven Beach die Whitsunday Inseln

Kenne Deinen Feind....

Donnerstag, 29.09.2016

Hallo liebe Alle!

Ich reise nun also gemütlich an der Ostküste hinunter :)

Die Natur wird wieder trockener und der Regenwald geht wieder in australisches Buschland über je weiter südlich ich komme. Was allerdings den Vorteil hat, dass es nicht mehr so sehr schwül ist. Da die Ostküste dichter besiedelt ist als die Westküste gibt es häufiger kleine und größere Ortschaften und Supermärkte zum Einkaufen, und für mich besonders wichtig, mehr Bioläden und fast schon "Auswahl" an veganem Essen ♥ Und zu meinem Erstaunen auch hin und wieder kostenlose Campingplätze sogar mit Duschen! Allerdings gibt es hier auch irgendwie mehr Mücken und anderes stechendes Ungetier. So wurde ich die Tage auf einem Zeltplatz am Meer von etwas massakriert was man hier Sandfliegen nennt. Die Viecher sind winzig klein, nicht mal nen halber Millimeter. Erinnern ein bisschen an die kleinen schwarzen Käfer die man im Sommer in Deutschland manchmal auf der Haut kleben hat. Nur die hier sind nicht so harmlos. Da sie so klein sind, habe ich die Gefahr auch nicht gleich erkannt. Nun sind meine Beine also komplett mit richtig fiesen Bissen übersäht. Als ich es den nächsten Abend nicht mehr ausgehalten habe und mir auch ziemlich schlecht wurde, bin ich ins Krankenhaus gefahren, da natürlich alle normalen Ärzte schon geschlossen hatten. Die Ärztin hat mir Antihistamine verschrieben, da ich wegen der Masse an Bissen halt allergisch reagiere. Mit einem Tipp welche Creme ich mir in der Apotheke geben lassen soll und dem Hinweis nicht zu kratzen (!) wurde ich wieder entlassen. Versucht das mal, nicht kratzen, wenn beide Beine komplett zerstochen sind, so vll 200 Bisse je Bein...

Gestern bin ich dann in Airlie Beach angekommen, gelegen an den Whitsundays, einer Inselgruppe mit tollen Sandstränden und Schnorchelspots. Ich habe beschlossen hier erst mal eine Woche zu bleiben. Um meine Haut wieder heilen zu lassen, denn es tut sogar beim Laufen weh und weil die Tour die ich gerne buchen wollte erst nächste Woche verfügbar war. Dann fliege ich nämlich mit einem Wasserflugzeug über die Whitsunday Inseln und den Whitehaven Beach :)

Bis dahin :*

Paronella

Samstag, 24.09.2016

Noch immer fahre ich im grünen Norden Queenslands umher und kann mich kaum satt sehen an der Fülle der Grüntöne. So ungewohnt so viel Grün auf einmal zu sehen, da der Großteil Australiens ja relativ trocken ist. Selbst da wo es nicht so über trocken isr, ist es bei weitem nicht so grün wie hier.

Heute habe ich Paronella erreicht, eine verwunschene Parklandschaft im Regenwald. Der Erbauer hatte sein Leben lang den Wunsch ein Schloss zu bauen und hier hat er es sich erfüllt. Da der gute Mann äußerst geschäftstüchtig war, hat er schon damals in den 1930er Jahren eine Art Themenpark geschaffen. Mit Hilfe eines Wasserfalles auf dem Gelände konnte er Strom erzeugen und ua auch für die damalige Zeit eine Seltenheit in Australien Eis verkaufen. Er schuf neben der Parkanlage selbst, Terrassen, kleine Cafés, einen Ballsaal mit Kino, ein Museum mit seinen Sammlungen aus aller Welt,Tennisplätze, einen Naturpool und Springbrunnen angetrieben durch den Wasserfall. Da der Haupthighway damals noch direkt an der Straße verlief und die Menschen damals ja bei weiten nicht so weit gereist sind wie sie es heute tun, gab es immer Besucher. Leider hatte er kein Glück mit Naturkatastrophen, sowohl Wirbelstürme als auch häufigere Überschwemmungen durch den Wasserfall haben dem Gelände sehr zugesetzt. Außerdem verstarb er noch bevor er alle seine Träume erfüllen konnte und da auch die Familie wegen den Naturgewalten irgendwann aufgab, blieb das Gelände seit den 1960er Jahren viele Jahre ungenutzt und der Regenwald hat sich sein Reich langsam zurückgeholt. Mitter der 90er Jahre gelang es endlich einer Familie das Gelände wieder freizulegen und dauerhaft zu nutzen (einige andere waren schon gescheitert). Nun sind die Gebäude mit Moos bewachsen und stehen in Mitten eines dichten Waldes. Auch ist das Baumaterial nicht mehr in Bestem Zustand, aber es wird versucht so viel wie möglich naturgetreu zu pflegen, zu konservieren und teilweise auch zu rekonstruieren. Hoffentlich bleibt dieser süße kleine Traum noch lange erhalten!

Paranella Terrasse am Wasserfall man beachte die gemauerten Blumentöpfe am Geländer Eingang zum Ballsaal

Wo Regenwald auf Riff trifft

Donnerstag, 22.09.2016

So eine Schnorcheltour zum Great Barrier Riff ist wirklich was schönes. Ab 7:30h morgens kann man für seine Tour im Hafen-Terminal einchecken. Und während um diese Zeit die Stadt noch relativ ruhig ist, steppt dort der Bär. Von Cairns aus starten täglich mehrere Touren und die Tagestouren morgens alle in etwa 8:30h. Dementsprechend voll war es im "Terminal" was im Prinzip aussah wie im Flughafen. Schlangen an den jeweiligen Schaltern der Touranbieter. Auch am Kai ging es munter zu, dicht an dicht liegen dort die Ausflugsschiffe vor Anker. Leider leide ich anscheinend wirklich unter Reiseübelkeit, denn nicht nur beim Busfahren wird mir seit neustem schlecht, auch auf einem Boot kämpfe ich mit mir. So hab ich mir gleich erst mal eine von der Crew angebotene Tablette gegen Reiseübelkeit gegönnt und mich dann aufs Außendeck an die frische Luft verfrachtet, zur Sicherheit. In regelmäßigen Abständen kommen Crewmitglieder rum mit Spucktüten bewaffnet und schauen sich alle Passagiere genau an. Die kennen das anscheinend nur zu gut... Aber ich hatte Glück, mir war nur nicht allzu sehr übel. Wobei es immer wieder erstaunlich ist, wen es alles trifft und wen nicht. Drinnen saßen zwei riesengroße Kerle, richtige Muskelpakete und mussten sich gegenseitig stützen vor Reiseübelkeit... Meine Tour war eine der Touren die die äußeren Riffe anfahren, die weniger durch den Menschen beeinträchtigt sind. So ist man erst mal fast andert halb Stunden unterwegs hinaus, so um die 30-35km. Die Crew kennt ihre Schnorchelspots natürlich und hat an jedem eine kleine Einführung gegeben was es wo zu sehen gibt. "Nemo"-Fische oder auch ansässige Schildkröten. Das hintere Ende des Bootes konnte nach unten abgelassen werden, so dass man wie an einem Pool auf Treppen ins Wasser hinabsteigen konnte. Und rein ins Riff!! Auch die ebenfalls mitgereisten Taucher sind ins Wasser, so dass man als Schnorchler auch deren Treiben unter Wasser bewundern kann. Neben Korallen, allerlei bunten Fischen, Seeannemonen und Seesternen gibt es auch Seegurken. Die uns einer der Tourguides mal zum "Anfassen" hochgeholt hat, wobei er ohne Taucherausrüstung einfach mal 10 Meter tief getaucht ist. Das ist nämlich "ohne alles" gar nicht so einfach. So eine Seegurke fässt sich übrigens relativ samtig an :D Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. So gab es neben Morgen und Nachmittag Snack auch noch ein Buffet am Mittag. Nach jeweil ca 60-90Minuten je Tauchspot ist der Kapitän dann zum nächsten Riff weitergefahren wo die Tierwelt schon wieder etwas anders aussehen kann, weil ja auch die Korallen anders geformt sind. Nach drei Schnorchelausflügen bei denen man sich im eigentlich gar nicht mal allzu kaltem Wasser (an der Küste wirds wärmer) ja mehr oder weniger treiben lässt ist man trotzdem ganz schön groggy, so dass auf dem Rückweg die hälfte der Gäste in ein Ecken zusammengerollt geschlafen hat :D

Gestern habe ich mich dann mal auf nach Norden gemacht in Richtung Regenwald. Die Straße führt erst mal kilometerlang an wunderschönen palmengesäumten Stränden entlang und man will eigentlich überall anhalten und angucken. Passiert man den Daintree River mit der Fähre ist man drinnen im Nationalpark des Regenwaldes Nord-Queenslands. Und wie es sich für einen Regenwald gehört, hat es natürlich geregnet :D Die Luftfeuchte steigt noch mal um einiges an und gucken kann man ungefähr 4 Meter weit, dann ist zugewachsen. Es gibt verschiedene Wanderpfade die den Regenwald und die Mangrovenwälder erklären und natürlich "unberührte" Strände und Buchten :) Das Wetter wollte mir leider keine besonders schönen Bilder gönnen, aber die Strände sehen aus wie das was wir "Paradies" nennen würden :) soweit ich weiß kommen solch schönen Strände noch mals, dann hoffentlich mit besserem Wetter zum Fotografieren :P

Bis bald!

Küste nördlich von Cairns Regenwald bis zum Strand Bucht im Nationalpark

Über den Wolken....

Montag, 19.09.2016

Ok, na nicht nur....

Also ich bin wieder gut in Australien angekommen. Nach meinem Stopover in Abu Dhabi sollte sich die Länge der Reise und das damit verbundene anstrengende ja verbessern. Da ich allerdings schon einige Tage vor dem Flug nach Abu Dhabi nicht ausreichend geschlafen habe und in Abu Dhabi natürlich auch nicht, war dem leider nicht so. Im Flugzeug schlafen ist halt einfach nicht wirklich entspannend :P Am check inn Schalter in Abu Dhabi wurde mir versichert, dass mein Gepäck bis nach Cairns weitergeleitet wird, auch wenn ich in Sydney umsteige. Was ja eigentlich meistens so ist. ABER wenn man in Australien landet muss man ja zum Quarantäne Check mit gesamten Gepäck also was nun? Zum Glück ist mir noch aufgefallen, dass ich meinen Rucksack selbst vom Band holen muss, durch den Check gehe (in dessem Warteschlange munter die Suchhunde unterwegs waren) und wieder selbst einchecke. Nun sind das internationale Terminal und das nationale Terminal in Sydney ziemlich weit von einander getrennt. Auch wenn die Landebahnen zusammengelegt sind. Das heißt also nach dem wieder Eincheckcen einmal außen rum mit dem Shuttlebus, der natürlich im Stau stand. Und da denkt man noch, 2h Aufenthalt ist lang... nicht in Sydney am Flughafen, gerade so geschafft :) In Cairns am Flughafen hat mein Autochen auch ganz brav auf mich gewartet und ich bin wieder zum Campingplatz gefahren. Am Samstag war Check-Up Tag fürs Auto während ich im Botanischen Garten war und am Sonntag habe ich mal nur rumgegammelt, weil ich immer noch total groggy war. Mein Auto braucht noch ein Ersatzteil, weswegen es heute noch mal in die Werkstatt musste. Also bin ich in die Stadt gefahren und habe mich mal mit Schnorcheltouren und Rundflügen über DAS Great Barrier Reef befasst. Die Tagestouren hier zum Schnorcheln sind um einiges günstiger als am Ningaloo Reef im Westaustralien, aber hier sind ja auch keine Walhaie. Wenn man Glück hat sieht man noch allerdings Wale, die derzeit wieder gen Süden ziehen. Eigentlich wollte ich ja schon immer mal einen Fallschirmsprung machen, konnte mich aber noch nicht so recht durchringen, ob das was für mich ist. Und wie ich da so an der Uferprommenade entlanglaufe sehe ich einen Helikopter starten. Ui, das geht auch? Nicht weit entfernt ist auch das Büro und das nette Personal hat mir ganz viel erzählt, sehr verführerisch. Da ich allerdings schon immer mal in einem Helikopter fliegen wollte, fiel die Entscheidung schnell :) Ich wurde in eine Tour gebucht in einem der großen Helis, wo 7 Personen reinpassen. Und wie es der Zufall so wollte waren die anderen Gäste eine Gruppe, so dass mich das Bodenpersonal nach vorne zum Piloten gesetzt hat! Perfekt! :) Entgegen meiner Erwartungen fliegt so ein Helikopter viel viel sanfter als zB die Cessna von Sean auf der Farm. Auch wenn der Pilot noch meinte es herrsche an der Küste immer Wind und das "Schütteln" würde auf dem offenen Meer nachlassen. Nicht im geringsten. Ganz sanft gleitet man dahin :) vor Cairns liegt eine einzelne bewachsene Insel, die Green Island ("Grüne Insel") über die wir geflogen sind, weiter draußen beginnt dann das Riff welches man gut aus der Flughöhe von ca 150m sehen konnte. In allen Türkiestönen schimmert es :) Als Besonderheit im Riff gelten die kleinen Sandinseln die unbewachsen aus dem Wasser ragen. Je nach Wasserstand mehr oder weniger hoch oder auch wasserbedeckt. Das witzige an diesen Inseln ist, dass sie quasi täglich nach der Flut wenn sie wieder auftauchen aussehen wie unberührt, weil die Spuren der täglichen Besucher überspült werden. Diese Inseln sind winzig klein und es muss traumhaft sein vor einer mit einem Boot zu ankern um "an Land" zu gehen. Auch bei der Landund hat der Helicopter butterweich aufgesetzt. Das war ein super super tolles Erlebnis, definitiv eines meiner Highlights :) Oh und für alle die meine(n) Opal(e) gesehen haben, ja die Farbe kommt hin, das sieht genauso aus ♥

Great Barrier Reef kleine Sandinsel unberührter Sand die Farben des Riffes Das Gefährt

Abu Dhabi Nr 2

Mittwoch, 14.09.2016

Dieses Emirat ist einfach wunderschön! :)

Heute morgen ging es wieder zeitig aus den Federn, denn ich wollte auf eine Stadttour. Morgens ging es erst mal zum reichhaltigen Frühstücks-Buffet mit mindestens fünf verschiedenen nationalen Frühstücksangeboten. Am Nachbartisch in einem Bereich der sich mittels Vorhang auch in einen privaten Bereich umwandeln lässt, hat eine arabische Familie gespeist und die meisten der Frauen trugen auch einen Gesichtsschleier. Das heißt für sie also für jeden Bissen das Tuch anheben um essen zu können. Bewundernswert wie sie das hinbekommen ohne sich jedes Mal komplett einzusauen. Dann wurde ich auch schon vom Tourguide abgeholt. Nachdem wir noch ein autralisches Pärchen abgeholt haben ging es in die dritt größte Moschee der Welt und wahrscheinlich die schönste von allen. Gebaut aus weißem Marmor, Swarovski-Kristallen, Gold und Edelsteinen. Der Marmor ist nicht nur wunderschön sondern wird auch in der größten Hitze nicht heiß, so dass auch im offenen Bereich der Moschee gebetet werden kann ohne sich die Knie zu verbrennen. Die Säulen sind einzeln aus Marmor geschnitten und mit Edelsteinen in floralen Formen eingelegt. Die Kronleuchter sind aus Gold und Kristallen. Der Teppich der den gesamten Boden des inneren Gebetssaales bedeckt ist aus einem Stück gefertigt und wiegt allein 45t! Ein wunderer Ort! Weiter ging es zum Dattel-Markt wo es ca 50 der weltweit 100 verschiedenen Dattelarten zu kaufen gibt, in alles größen, Farben und Reifegraden. Lecker! Abu Dhabi befindet sich ja andauernd im Bau und so baut man gerade eine "Kultur-Insel", auf die ein neues Louvre Museum und ein Guggenheim kommen und weitere Museen und Opernhäuser. Und natürlich noch mehr Hotels! Unterwegs hat uns der Tourguide auch noch jede Menge Wissenswertes über Abu Dhabi erzählt zB welcher Bau wieviele Milliarden gekostet hat... :D irgendwann meinte er, dass seine Firma gerade angerufen hat und er auch noch eine Abendtour macht und er hätte noch einen Platz frei... ob ich denn nicht auch mitkommen will? Und da es soo viel zu sehen gibt konnte ich nicht widerstehen und habe diese Tour auch noch gebucht :) zum Ende der Morgentour hat mich der Guide wieder am Hotel abgesetzt wo ich mir erst mal ein tolles Mittag in einem japanischen Spitzenrestaurant gegönnt habe, und ja die japanische Küche hat mehr als nur Sushi zu bieten ;) nachmittags hat er mich dann wieder abgeholt. Und da ich die erste war, die er wieder eingesammelt hat, konnte ich wieder vorne sitzen, was sich später als praktisch herausstellen sollte. Diesmal ging es raus in die Wüste Abu Dhabis. Diese ist im Gegensatz zur Küste trocken und heiß und nicht schwül. Um auch die Wüste grün erscheinen lassen wurden kilometerlange Wasserschläuche ua am Straßenrand verlegt um die Bäume zu bewässern die sonst sofort eingehen würden. Dieses Wassersystem ist jetzt schon so lang wie 5mal um den Äquator der Erde gespannt. Wir haben eine traditionelle Kamelfarm besucht und während wir die Tiere gefüttert haben hat der Tourguide schon mal die Luft aus den Reifen gelassen, denn als nächstes ist er mit uns durch die Sanddünen gebraust. Ziemlich steil hoch und runter durch die Dünen. Gut, dass ich mich vorne wenigstens festhalten konnte! :D Dann sind wir bei einem Wüsten-Camp angekommen mit Abendprogramm. Traditioneller Kaffee und Tee, traditionelle Kleidung anprobieren, Hennatattoo aufmalen lassen, warmes Abendessen und eine Bauchtanzvorstellung. Was im übrigen schwerer ist als es aussieht :D Das war mal ein erlebnisreicher Tag! :) Ich muss unbedingt eines Tages wieder kommen um auch noch den Rest der Vereinigten Arabischen Emirate zu sehen! ♥ Morgen geht es dann wieder zurück nach Australien wo ich Freitag Nachmittag ankommen werde. Bis denne!

Moschee Moschee neuer royaler Palast Sanddünen-Tour

Abu Dhabi

Dienstag, 13.09.2016

Hallo Liebe Alle!

Und da ist der Kurzbesuch in Berlin auch schon wieder vorbei... war schön Euch alle zu sehen :)

Gestern Abend ging es dann wieder los, von Tegel nach Abu Dhabi. Auf dem Weg nach Australien wollte ich gerne einen Stopover einschieben. Heute morgen bin ich also in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelandet. Anstatt diesmal nur Umzusteigen durfte ich "aussteigen". Und draußen traf mich erst mal der Schlag... es ist nicht einfach nur heiß, bereits morgens 7h 32° sondern es ist Waschküchenwetter! Aber so richtig feuchte Luft. Man kann es sogar in der Luft sehen, es ist irgendwie diesig trotz der Hitze. Im Taxi dann wieder irre kalt. Unterwegs konnte ich schon mal einen Blick auf einige Sehenswürdigkeiten werfen und na klar die Skyline. Mich wunderte, dass die ewig breit angelegten Straßen so leer waren, aber der Taxifahrer meinte liege nur daran, dass gestern ein hoher muslimischer Feiertag war und nun zwei Tage alle "ausruhen". Also so in etwa wie bei uns Weihnachten. Am Hotel angekommen wieder ein Hitze- und dann ein Kälte-Schock beim aussteigen und in die Lobby gehen :D Und schon die Lobby des Jumeirah at Etihad Towers Hotels ist der Wahnsinn, sehr sehr schick. Da mein Zimmer im 56 (!) Stock liegt durfte ich den Fahrstuhl länger bewundern. Denn jeder ist an Boden und Wänden mit verschiedenen Mineralen ausgestattet, bis jetzt hatte ich einen aus Amethist und einen aus Achat :) Und natürlich ist die Aussicht vom Zimmer aus auch irre! Mittags habe ich eine Hafentour vom Yachthafen aus gemacht, bei der ich schon mal Abu Dhabi vom Wasser aus bewundern konnte. Einfach nur groß. Hochhaus an Hochhaus. Es gibt sogar noch "traditionelle" Fischer in Abu Dhabi. Die Holzboote wurden in der Zwischenzeit allerdings durch baugleiche Glasfaserboote ersetzt, aber noch immer leben und arbeiten die Fischer ständig auf den Booten. Nachmittags habe ich mir dann mal noch ein bisschen Stadt von Nahem angeguckt und abends den Muezzin singen hören. Mit Lautsprechern wird das in die Straßen und Einkaufs-Center übertragen. Im Center selbst waren dann einige kleinere Geschäfte geschlossen mit dem Hinweis "Gebetspause, zurück in 15Minuten"... und im Supermarkt gibt es eine extra Tür mit Milchglas hinter der es die Schweineprodukte zu kaufen gibt, die Ecke für den Nicht-Muslim. Abends im Hotel konnte ich dann die Stadt bei Nacht und Beleuchtung bewundern :) wunderschön!

Im Allgemeinen bin ich allerdings erstaunt, dass die Sachen hier weniger teuer sind als man annehmen würde. Lebensmittelpreise ähnlich wie bei uns zuhause und Taxi sogar günstiger. Die Lebensmittel im Supermarkt sind übrigens eine interessante Mischung aus europäischem und australischen Angebot mit einem gutem Schuss indischen Lebensmitteln. Und was mich noch mehr erstaunt: den typischen "Saudi" habe ich hier noch so gut wie nicht getroffen.... (vll aber auch alle zuhause wegen den Feiertagen) laut wikipedia sind 80% der Einwohner der VAE Zuwanderer, um die vielen Jobs in den schnell wachsenden Emiraten zu erledigen und das sieht man auch zB in jedem Gang im Supermarkt eine Putzkraft um alles sauber und schick zu halten :)

Abu Dhabi von Oben weiß im Hintergrund Royaler Palast Fischerboote Etihad-Towers (mein Hotel ist da auch drin) Straßenbild Abu Dhabi nachts

The Tablelands - Cairns

Samstag, 27.08.2016

Hach ist das hier schön grün :) die Tablelands waren früher ja auch mal mit Regenwald bewachsen, bevor die weißen Siedler den größten Teil abgeholzt haben um Weide- und Anbauflächen zu schaffen. Zuckerrohr wächst hier zB viel, aber auch Bananenplantagen habe ich am Highway gesehen. So eine Bananenpalme ist kleiner als man sich das vorstellt, vll drei Meter hoch und die Stauden hängen von der Krone bis so auf einen Meter Höhe runter, optimale Erntehöhe würde ich sagen :D Zuckerrohr sieht im Prinzip aus wie ein Maisfeld, nur dichter und na klar keine Kolben darin. In den Tablelands habe ich mir noch die Bio-Molkerein angesehen von der wir im Roadhouse auch Joghurt hatten. Dort zwischen den saftig grünen Hügeln konnte ich eine leckere bio Käse-Salat-Platte genießen. Außerdem wollte ich schon immer mal Schnabeltiere sehen. Die Schnabeltiere sind ja ersten ziemlich selten und zweitens auch noch extrem scheu. Und ich vermute auch, dass sie einen speziellen Lebensraum brauchen, denn im Zoo hat man sie ja nun noch nicht so häufig gesehen. Jedenfalls sieht so ein Schnabeltier aus wie ein kleiner Otter von Weiten, nur noch kleiner! Mit Schwanz nicht mal 30cm. In einem kleinem Örtchen in den Tablelands gibt es einen Teich in dem angeblich die "größte" Population wohnen soll...  allerdings hat der gute Mann vom Infostand was von 12-14Tieren gesagt, also wie ihr seht, wirklich seltene Tiere. Man bezahlt also seinen Eintritt, läuft zu einem Teich und.... wartet.... und wartet. Ein Schnabeltier ist ja leicht bräunlich, ähnlich einer Stockente und den ebenfalls im Teich lebenden Schildkröten. Also guckt der Touri auf alles was braun ist und sich bewegt.... alles was bis auf drei Meter ans Ufer ran kommt ist schon mal kein Schnabeltier. Also neben Warten auch noch gute Augen gefragt. Und dann ganz wichtig, falls eines auftaucht, nicht wie wild losjubeln und drauf zeigen um es anderen ggf anwesenden Touristen zu zeigen, dann tauchen sie nämlich unter und schwimmen noch weiter aus der Sichtweite weg... Als quasi letzte Siedlung, bevor es die hinunter zur Küste nach Cairns geht, liegt Kuranda. Ein absoluter Touristenort! Mit Cairns durch eine Seilbahn und eine Bahnlinie sowie durch Touribusse verbunden, werden die Touristen vormittags ab ca, 10:30h abgeladen und nach 15:30h sind alle wieder verschwunden, schlagartig. Und so sind auch die Öffnungszeiten der Geschäfte, sobald die Touristen einfallen wird geöffnet und sobald sie weg sind schließen die vielen, vielen Kitschläden und Imbissbuden wieder. Außerdem gibt es noch eine Vogelausstellung, eine Gifttierausstellunf und ein Schmetterlingshaus. Ich habe mich für die Schmetterlinge entschieden. Dort werden einheimische regionale Schmetterlinge gehalten und aufgezogen. Wobei die Mitarbeiter täglich die Eier sammeln und in der Zuchtsation jede Raupen-Art auf ihren Lieblingspflanzen groß ziehen bis sie schlüpfen und dann werden sie im großen begehbaren Gehege freigelassen wo sie dann wieder Eier ablegen. Schön die Einheimischen Schmetterlinge so zahlreich anzutreffen :) Die Straße nach Cairns hinunter windet sich am Hang entlang und ich bin froh, dass ich mit meinem Auto nicht nach oben fahren musste, sondern mehr oder weniger nach unten rollen (und bremsen) konnte. Cairns ist eine erstaunlich belebte Stadt gelegen am Great Barrier Reef und von hier aus starten unzählige Bootstouren hinaus ins Riff. Und Cairns ist ebenfalls voller Touristen und Backpacker, auf den Straßen hört man mehr Deutsch als alles andere :O Freue mich schon darauf die Stadt noch weiter zu erkunden.

Bis bald liebe Alle!

Grüne Berge der Bio-Farm Schnabeltier-Teich Schnabeltier Schmetterling Blick von den Tableland nach Cairns

Water Fall Hopping - Wasserfälle in allen Arten und Größen

Mittwoch, 24.08.2016

Morgens habe ich mich von meiner "Gastfamilie" der letzten Nacht verabschiedet, nachdem ich zum Frühstück noch Cornflakes mit selbtgemachten Passionsfruchtkompott (lecker!) genossen habe. Dann habe ich die wunderschönen grünen Tablelands erkundet und mir verschiedene Wasserfälle angeschaut. Von versteckt bis menschenüberlaufen und von Buschland bis Regenwald. Meist münden sie auch in kleine Badelöcher, die im Sommer mit Sicherheit ein toller Ort zum Abkühlen sind. Derzeit sind die Tagestemperaturen ja nicht so heiß, "nur" so um die 27°, aber die Luft ist relativ feucht. Die Millaa Millaa Falls sind das was man als Bilderbuch-Wasserfall bezeichnen würde, leider leider leider zu viele Menschen dort, so dass man das gar nicht richtig genießen konnte. Da er Weg ins Badeloch sogar mit Platten ausgelegt war, wurde ich auch den Gedanken nicht los, dass man dort sicher auch schon das eine oder andere Fotoshooting gemacht hat :D

Bild eins: Big Millstream Fall, bei hohem Wasserstand wohl der breiteste Australiens

Bild zwei: Little Millstream Fall, kleiner hübscher Bruder es großen

Bild drei: Millaa Millaa Falls, "Bilderbuchwasserfälle"?

Bild vier: Ellinjaa Falls, umgeben vom Regenwald

Big Millstream Fall Little Millstream Fall Millaa Millaa Falls Ellinjaa Falls im Regenwald

Atherton - Yungaburra

Dienstag, 23.08.2016

Endlich mal wieder einkaufen :D Nach Wochen ohne richtigen Supermakt war ich heute ausgiebig die Auslagen im Supermarkt bewundern und habe meine Vorräte im Auto wieder aufgefüllt. Außerdem habe ich mir die Crystal Caves angeguckt, eine Art Mineralien Museum in Atherton, wobei der Shop-Bereich fast größer ist als das Museum an sich. Es gab allerdings auch ein paar interessante Ausstellungsstücke. Eine fast 4m hohe Amethyst-Druse (angeblich die größte der Welt), einen Brunnen aus Rosenquarz und eine Achat-Druse in der sich noch die Wasser-(Silicium-)Mineralien-Lösung befindet und nicht auskristallisiert ist. Im Shop-Bereich konnte man außerdem so spannende Dinge wie Amethyst-Drusen für bis zu 20.000$ (13.000€) kaufen, versehen mit witzigen Schildern wie: "Gratis: Fahrt im Polizeiauto, für jeden der bei uns klaut" und "ja, wir versenden auch weltweit, und keine Sorge es wird heil ankommen, es hat es von der Mine bis hier nach Atherton geschafft, dann schafft es auch den Weg bis zu ihnen nach Hause" :D Außerdem konnte man im Shop auch seine eigene Achatdruse "knacken". Dazu wählt man einen unscheinbaren grauen Stein, denn viel anders sieht eine Druse von außen gar nicht aus und knackt ihn wie eine Nuss mit einer riesigen Zange im Shop und im Inneren hat man dann glänende Kristalle :) Nachmittags bin ich dann noch zu einem ca 750Jahre alten Feigenbaum gefahren, der sich als Rankenschmarotzer auf einen Nachbarbaum gestützt hat und diesen dadurch überwuchert. Auf dem Weg aus dem Nationalpark-Wald musste ich auch noch in die Bremsen springen, denn vor mir tauchte plötzlich ein "Ast" auf der Straße auf, der war auf dem Hinweg da noch nicht.... Oh, das ist ja gar kein Ast, das ist ja eine Schlange! :D Gerade noch so konnte ich bremsen um sie nicht zu überfahren. Verwirrt guckte sie unter meinem Auto vor. Ich bin dann ein wenig zurück gerollt, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommt unter das Auto zu kriechen. Dann ist sie gemütlich weiter auf die andere Straßenseite und ins Gebüsch weitergezogen. Den Abend habe ich bei der Mutter meiner Chefin aus dem Roadhouse verbracht. Als Mädchen ist sie mit ihrer Familie nach Australien aus Deutschland eingewandert und hat sich sehr gefreut mal wieder Deutsch zu reden. Zum Abendessen gab es Nudelsuppe die so aussah und auch beinahe so geschmeckt hat wie bei Oma und Pudding. Echt deutsches Essen ♥

Fig Tree gemütlich zieht sie ihrer Wege...

Georgetown - Atherton

Montag, 22.08.2016

Heute vormittag ging nach herzlichem Verabschieden endlich wieder los. Je weiter ich nach Osten gefahren bin um so grüner wurde es. Um Georgetown herum war es noch das relativ australien-typische mehr oder weniger trockene Buschland, was allerdings zunehmend grüner wurde und die Bäume größer und die Rinder weniger mager. Kurz vor meinem heutigen Ziel Atherton gab es dann einen wahren Wetterumschwung. An der Straße habe ich schon (Dauer-)Warnschilder bzgl Nebels gesehen und konnte meinen Augen fast nicht trauen als die Hügel vor mir tatsächlich umhüllt von Nebel waren. Und die Temperatur ging auch plötzlich runter. Und schon war ich drin in den vermutlich ersten Ausläufern des Regenwaldes an der Küste. An der Straße standen nun auch Hinweissschilder zu den Bewohnern des Regenwaldes, Baumkängurus und Kasuare. Der Wald war tatsächlich richtig märchenwald dicht und erste baumgroße Farne habe ich auch gesehen. Und dann der Knaller, die Straße windet sich um die Berge, schlimmer als die (alte) Kurvenstraße zwischen Augustusburg und Flöha (für die nicht Ortskennenden: schlimmer als eine Straße in den deutschen Mittelgebirgen) Auf der einen Seite Berg auf der anderen Seite Abhang in den dichten Wald, super schmale Straße und natürlich mal wieder keine Leitplanken. Bloß gut, dass mir auf der Strecke keiner dieser Monster-LKW entgegen gekommen ist. Wenn man tausende Kilometer gerade Highways meist ohne jedweden Grünwuchs an der Straßenseite gewöhnt ist, ist das eine echte Herausforderung :D

 

Georgetown Goodbye

Sonntag, 21.08.2016

Hallo liebe Alle!

Diesmal bekommt ihr eine paar neue Blogeinträge auf einmal :D

Da es für meine Familie eine Überraschung sein sollte, dass ich kurz für einen Heimatbesuch vorbeischaue, habe ich es ihnen nicht gesagt, dass meine Zeit hier in Georgetown nun zu Ende ist und ich wieder unterwegs bin. Darum werden die Blogeinträge erst eingestellt, wenn ich "angekommen" bin, was in ca zwei Wochen sein wird.

Nach mehr als drei Monaten häufig sehr anstrengender Arbeit ist es nun soweit, dass ich wieder Urlaub habe :P Wer hat das schon, drei Monate arbeiten, drei Monate Urlaub?! Als Fazit muss ich sagen, bis jetzt der Job den ich am Liebsten gemacht habe, nettes Team, nette Kunden, gelernt wie man Roadhouse-Food (Hamburger, Sandwiches, Pommes) zubereitet, was mir ggf für den nächsten Job bestimmt hilfreich ist und lecker Kaffee mit der guten Maschine zubereitet. Die Zeit ging super schnell rum. Heute wurde ich schon mal ganz lieb von einigen Stammkunden verabschiedet und ich habe mein Auto bepackt, so dass ich morgen nur noch losfahren brauche :) Es wird Richtung Cairns gehen, endlich wieder ans Meer und von wo aus auch der Flug geht. Ich freue mich auch schon darauf endlich wieder mehr Stadtleben um mich rum zu haben. Wenn ich aus Deutschland wieder da bin wird es an der Ostküste gen Süden gehen und wo es schön ist, werde ich mir Arbeit suchen :)

Liebe Grüße an alle!

PS: Und dickes Entschuldigung an alle die es nicht wussten, ich wollte halt unbedingt Eure Gesichter zur Überraschung sehen :)

 

Volkszählung auf australisch

Montag, 08.08.2016

Hallo liebe Alle!

Na sowas, da reise ich ans andere Ende der Welt und bin hier als Gast im Land und werde gleich mal Teil der alle fünf Jahre stattfindenen Volkszählung.... letzte Woche klopfte es an der Tür und ein freundlicher Herr überreicht mir einen Fragebogen samt Rücksendeumschlag. Auf meinen Einwand hin, dass wir Bewohner hier im Personalhaus ja überwiegend nicht mal Australier seien bekam ich zur Antwort, das macht nichts, es ist für die Gemeinde und je mehr Einwohner Georgetown hat umso mehr Gelder bekommt die Gemeinde. Aha. Also habe ich mich im Internet mal schlau gemacht und zwei interessante Sachen gefunden. Selbst in Deutschland (oder gerade?) wundert man sich über die australische Nachlässigkeit mit Datenschutz und Mitmachen ist Pflicht! Im Fragebogen muss man tatsächlich seinen Namen angeben, das Geburtsdatum und seine australische Wohnadresse. Und die vom letzten Jahr und die vor fünf Jahren...  und noch weitere ziemlich genaue Daten, nach Geburten, ob man (staatliche) Betreuung erhält, wieviel man verdient, sogar wieviel man Miete zahlt. Nur bei der Religion, da ist die Angabe freiwillig. Wie rücksichtsvoll. Und tatsächlich muss jeder mitmachen, egal ob Einheimischer, nur auf Zeit hier Wohnender und sogar Urlauber! Dazu wurden die Fragebögen auch an Hotels und sogar Campingplätze verteilt. Die meinen es anscheinend richtig ernst mit ihrer Statistik. Ach und ja, wer nicht mitmacht und erwischt wird muss für jeden verspäteten Tag 180$ Strafe zahlen! Für eine Statistik! Aber gut in Australien herrscht ja auch Wahlpflicht. Also haben wir (meine beiden estnischen Kollegen und ich) uns abends hingesetzt und das Ding mal aufgefüllt. Wir glauben ja nicht daran, dass uns was "passieren" kann wenn wir das Ding nicht hätten ausgefüllt, aber wer weiß ob einem das doch nicht noch mal auf die Füße fallen würde :D  PS: In Deutschland wo ich 30 Jahre gewohnt habe bin ich noch nicht Teil einer Völkszählung geworden, also jedenfalls wenn überhaupt nur passiv beim Zensus 2011... :D

Und sonst so? Die Arbeit macht Spaß. Übe mich täglich im Barista-Kaffeezubereiten und habe jetzt schon häufig von Kunden gehört, das sei der beste Kaffee den sie je hatten. Oder auch, das ist der beste Kaffee seit dem sie vom Urlaub in Europa zurück sind :) Haben jetzt endlich mal zwei neue Kollegen bekommen die auch wirklich arbeiten können. Von den ersten 8 Leuten die nach mir angefangen haben, waren ja nur zwei zu gebrauchen. Es ist also eine Wohltat endlich mal richtig gute Unterstützung zu haben :) Wobei ich jetzt nach wochenlang 65 Arbeitsstunden nur noch 40 habe und mich fast schon langweile :P Damit ihr mal ein Bild von der Arbeit habt, hier mal ein Bild unserer größten Hamburger, den so genannten "Bauchschmerz-Burgern".... :D (die bestehen aus Brötchen, Sauce, rote Beete, Tomaten, Gurken, Salat, Möhren, Sprossen, Burgerfleisch, Steak, Zwiebeln, Ananas, "Bacon", Spiegelei, Käse) Da braucht man sogar zwei Spieße beim Zusammenstapeln damit die nicht umfallen :D

Liebe Grüße an Euch alle :*

Bauchschmerz-Burger

Georgetown Roadhouse Nr. 5

Sonntag, 17.07.2016

Hallo liebe Alle!

Mei wie die Zeit vergeht! Eigentlich merke ich nur, dass schon wieder eine Woche rum, wenn ich sonntags meinen Stundenzettel zusammenrechne und feststelle, dass ich mal wieder fast 65h diese Woche gearbeitet habe...! Und dabei hatte ich sogar einen Tag frei. Ich finde es hier hier allerdings nach wie vor schön zum Arbeiten. Auch wenn es wahrscheinlich der anstrengenste Job ist, so ist es glaube auch der Job der mir am meisten Spaß macht. Das liegt vll an der tollen Kaffeemaschine an der ich die Kaffeespezialitäten für die Kunden zubereite, oder, dass hier keine Gäste-Zimmer zu putzen sind und auch nur 2 Toiletten, vielleicht aber auch einfach an den netten Kollegen und der Chefin die mich immer lobt, weil ich die Ware so gut im Auge habe :) In meinem letzten Eintrag habe ich Euch doch davon erzählt, dass hier alle im Dorf bei schönsten Sommerwetter krank sind... die Tage hatten wir hier ein Wetter, da würde ich es verstehen, Regen, Wind und arschkalt! So richtiges Herbstwetter. Ok das was für uns ekliges Herbstwetter ist, ist bei 5°, so kalt war es dann doch nicht. Es waren tagsüber immerhin "noch" 15°, gefühlt aber wie 5°!! Ich glaube ich habe es in Australien noch nie erlebt, dass es tagsüber mal kälter draußen war als drinnen, noch nicht mal im windigen Südaustralien, denn da war ja (tagsüber) nur der Wind kalt. Ich hatte frei und habe mir im kalten Personalhaus in dem ja auch nur ca 15° waren aus Mangel an Isolierung oder Heizung erst mal eine Suppe gekocht um überhaupt warm zu werden. Meine Freunde die ich damals in Exmouth beim Schnorcheln getroffen habe, sind ja derzeit in Tasmanien im Van unterwegs, da liegt sogar Schnee!! Keine Ahnung wie die beiden das Aushalten ohne zu erfrieren :D Zum Glück ist es jetzt wieder wärmer geworden und auch der für die Trockenzeit ungewöhnliche Regen hat aufgehört. Promt sind natürlich wieder mehr Mücken unterwegs.... Hoffe, dass ich Euch solange ich noch hier bin auch mal noch spanndende Geschichten erzählen kann, ist ja nichts los :P

Liebe Grüße aus Queensland! <3

Georgetown Roadhouse Nr. 4

Freitag, 24.06.2016

Halli Hallo aus Queensland,

wie schnell die Zeit vergeht, nun bin ich schon bald 8Wochen hier in Georgetown. Es geht mir gut. Meistens arbeite ich um die 65h die Woche, weil so viel los ist und wir hier nicht besonders gut besetzt sind, was zum Geldverdienen natürlich gut ist, aber auch ganz schön schlaucht. Viel was los zum Erleben ist hier nach wie vor nicht, dafür kommen weil es ja Winter ist und nicht ganz so heiß mehr und mehr Touristen und Einheimische durchs Dorf, die mit Benzin und Lebensmitteln versorgt werden wollen. Und es ist die Jahreszeit der Campdrafts und Rodeos. Jedes umliegende Örtchen hat ein eigenes Campdraft zu dem die jeweils umliegenden Orte dann mit ihren Campern und Pferdeanhängern anreisen. Ach ja hab ich erwähnt, dass die nächsten Orte jeweils mind. 100km entfernt liegen? :D Für uns heißt das dann an den Campdraft Wochenenden, bei denen sich die Farmer und ihre Mitarbeiter in Turnieren gegenseitig in ihrem Können messen, noch mehr Durchreisende. Ein Campdraft ist ein bisschen mehr "privat" angelegt, für die Farmer die sich eben kennen und nicht so sehr auf Zuschauer. Zu einem Rodeo werden dann auch mehr Zuschauer erwartet. Das Rodeo für Georgetown steht noch bevor im Juli und ich hoffe, dass ich zumindest kurz mal die Chance mir das anzugucken :)

Es ist in Australien ja Winter und unten im Süden Australiens ist es durchaus auch kalt und in einigen Gebieten kann es sogar Schnee geben. Hier oben im Norden Australiens ist Winter das was wir zuhause als einen warmen Sommer bezeichnen würden, denn es sind mind. 30° tagsüber und nachts selten weniger als 18°C. Kaum vorstellbar wie es dann hier im feuchteren Queensland im Sommer sein muss, bei 45° und hoher Luftfeuchte... Da hatte ich auf Lyndon wahrscheinlich noch Glück, dass es zumindest meist nicht schwül war. Allerdings, wie es sich für Winter gehört, ist so ziemlich das ganze Dorf erkältet! Wir werden im Roadhouse überrannt nach "Erkältungstabletten". Absolut tolles warmes Wetter da draußen und die Aussies haben ne Erkältung! Vor zwei-drei Wochen hatten wir tatsächlich mal kühlere Nächte, mit so 10°, da war es wirklich kalt auch drinnen, da die Aussies ihre Häuser hier im Norden ja aus "Presspappe" bauen :O

Hier zumindest mal ein Foto aus dem Dorf, die Brücke die über unseren "Fluss" aus dem Dorf nach Osten führt. Ansonsten ist Georgetown nicht sehr fotogen :D

Liebe Grüße an Alle!

Georgetown

Georgetown Roadhouse Nr. 3

Montag, 30.05.2016

Hallo liebe Alle!

Vielen herzlichen Dank für Eure Wünsche und Grüße, die mich hier erreicht haben! :)

Durch die viele Arbeit derzeit schaffe ich es nicht gleich allen zu antworten, wird aber nachgeholt ;)

Bis denne! Liebe Grüße aus Down Under

Georgetown Roadhouse Nr. 2

Samstag, 21.05.2016

Hallo liebe Alle!

Zur Zeit kann ich Euch echt nicht viel neues berichten :D Das Dorf ist keine 200m lang und außer arbeiten kann man nicht viel machen. Allerdings ist man nach den teilweise 11h Schichten auch ziemlich groggy und will auch gar nichts anderes mehr machen :D Die Kollegen sind sehr nett und die Kunden überwiegend auch. Die Touristensaison geht bald richtig los und dann wird es bestimmt spannend. Ich bin jedenfalls froh, dass zum Roadhouse keine Motelzimmer oder ein Campingplatz gehören und ich somit nicht Zimmermädchen machen muss :D im Laden wechseln wir Kollegen uns quasi ab mit allem, Ware auspacken, Essen zubereiten und Kunden bedienen, was eben ansteht. Mein Chef ist übrigens auch der Bürgermeister von Georgetown. Bilder gibt es leider keine wirklich, da Georgetown alles andere als hübsch ist und ich dafür nicht meine begrenzte Anzahl Bilder auf dem Blog verbrauchen will :D

Liebe Grüße in die Heimat aus QLD :)

Georgetown Roadhouse

Mittwoch, 11.05.2016

Hallo liebe Alle!

Nun bin ich schon seit einer Woche hier in Georgetown und hab bis jetzt jeden Tag nur gearbeitet :D Eine Kollegin die im 7. Monat schwanger war hat ihr Kind unerwartet an dem Tag bekommen an dem ich angekommen bin und so wurde ich quasi direkt ins Geschehen geworfen. Die Kollegen und die Manager scheinen sehr nett zu sein und machen auch gerne mal ein Späßchen. Und auch die Kunden sind nett. Es ist ein ziemlich kleines Dorf und es gibt jede Menge Farmer und Dorfbewohner die ihre Einkäufe hier tätigen, da es bis in die nächste große Stadt (Cairns) ja noch ca 400km sind. Im Shop gibt es neben Lebensmitteln auch Auto- und Handwerker-Bedarf. Und natürlich die Küche, in der wir alle helfen, also Hamburger und Sandwiches zubereiten. Hinter der Tankstelle ist das Personalhaus in dem ich ein kleines Zimmer bekommen habe. Hier im Norden gibt es wieder mehr Geckos und Frösche die sich auch durch die kleinsten Löcher quetschen. Gestern habe ich einen Gecko in der Eiscremetiefkühltruhe im Laden gefunden. Das arme Kerlchen muss durch die Tür irgendwie reingeklettert sein und ist dann quasi beim Laufen eingefroren, Gecko am Stiel :D Ansonsten gibt es nicht viel in Georgetown zu erleben, so dass es ganz gut ist, viel arbeiten zu können :) wenigstens gibt es ein gutes Internet- und Telefonsignal! :D

Liebe Grüße

Georgetown

Mittwoch, 04.05.2016

Hallo liebe Alle!

Ich bin heute gut in Georgetown, Queensland angekommen. Und wurde herzlich empfangen. Das Roadhouse ist fast schon ein kleiner Supermarkt mit Imbiss und kleinem Café. Dahinter steht das Personalhaus in dem ich ein Zimmer bekommen habe. Ich habe schon mal die wichtigsten Sachen aus dem Auto ins Zimmer geräumt und frage mich bereits wie das alle eigl. ins Auto passen kann?! :D Morgen geht es dann auch schon los mit der Arbeit. Mal sehen wie es wird :)

Auf jeden Fall bin ich froh endlich angekommen zu sein. Ich liebe es ja echt im Auto zu wohnen, aber wer auch immer die Strecken in Australien so lang gemacht hat, sollte die vielen tausend Kilometer mal selber abfahren!! Ich habe Perth vor gerade mal einem Monat verlassen und habe allein seit dem 10.000km hinter mir :D

Bis denne!

 

Queensland

Montag, 02.05.2016

Hallo liebe Alle!

Heute bin ich im Bundesstaat Queensland angekommen, Nummer fünf auf meiner Reise. Die Zeitverschiebung beträgt jetzt 8h. Hier werde ich bis in die winzige Ortschaft Georgetown fahren wo ein Job in einer Tankstelle/Roadhouse auf mich wartet. Mehr werde ich Euch berichten, wenn ich angekommen bin, da ich auch noch nicht viel mehr weiß :P

Ich bin ja nun fast das gesamte Northern Territory entlang des Haupthighways abgefahren und muss sagen landschaftlich gefällt mir die Strecke am Highway am Besten bis jetzt. In Süd und West Australien ist die Sicht beim Fahren langweiliger. Aber es gibt ja auch noch ein bisschen Strecke zu fahren bis ich einmal rum bin um Australien :D

Das Bild zeigt die Devils Marbles, des Teufels Murmeln, die hat er irgendwie am Highway vergessen :D

Bis bald!

Devils Marbles

Coober Pedy - Uluru - Alice Springs

Samstag, 30.04.2016

Hallo liebe Alle!

Coober Pedy ist tatsächlich eine staubige kleine Stadt. Selbst im Ort selbst sieht man überall Sandhaufen und Eingänge zu kleinen Minen. In der "Hauptstraße" hat jedes zweite Geschäft oder Unterkunft seine Räume ebenfall unterirdisch. Museumsbesuch oder Hotelübernachtung alles in ausgebauten Minen. Und das tolle ist, man braucht keine Klimaanlage, denn es herrschen Sommer wie Winter 22-23°C. Und natürlich verkauft auch jedes zweite Geschäft in Coober Pedy Opale, über 20 Geschäfte sollen es insgesamt sein, sogar im Supermarkt gibt es welche. In den Geschäften gibt es Opale von vor Ort und auch von anderen australischen Orten, die in die unterschiedlichsten Schmuckstücke gefasst sind und auch in jeder Preisklasse. Auf Opale gibt keinen festen Preis, man kann nur sagen: je bunter und glänzender umso teurer :D Auch außerhalb von Coober Pedy sieht man überall die Höhlen und den Abraum, was der kahlen Landschaft ein merkwürdiges Aussehen gibt.

Weiter auf dem berühmten Stuart Highway nach Norden kommt nach dem Grenzübergang zu, Northern Territory dann die Abzweigung zum Uluru, dem Ayers Rock, DEM Wahrzeichen Australiens. Ca 70km bevor man dort ankommt, steht noch der Mt. Connor, ebenfalls ein einzeln stehender Felsbrocken, der angeblich zu den am häufigsten verwechselten Fotoobjekten weltweit zählt, weil die Touris ihn mit dem Uluru verwechseln. Also echt mal, der sieht doch ganz anders aus! Und dann kommt er, der Uluru! Mächtig und erhaben thront er in der Landschaft und in 50km Entfernung sieht man bereits die nicht minder beeindruckenden, nur weniger bekannten Katja Tjuta (Olgas). Es gibt einen kleinen Versorgungsort, der mit allen Arten an Unterkünften aufwartet und dessen Preise fast schon als unverschämt bezeichnet werden könnten. Aber nun gut, man ist ja auch an einem ziemlich abgelegenen dafür sehr bekannten Ort :D In den Nationalpark zum Berg gibt es eine Zufahrtsstraße und ein Kassenhäuschen an dem man ein 1-3 Tage geltendes elektronisches Ticket bekommt. Es gibt ein kulturelles Besucherzentrum mit aborigines Kunst, jede Menge beschilderte Wanderwege und eine Sonnenaufgangs- und eine Sonnenuntergangs-Aussichtsstelle. Beim Sonnenauf- oder Untergang verändert der Uluru seine Farbe und die Aussichtspunkte sind so gewählt, dass man die Sonne im Rücken hat. Das klappt allerdings nur wenn es nicht bewölkt ist. Als Tipp: Wenn es wolkig ist, es genau anders herum machen, dann hat man Sonne und Berg auf dem Bild :) wie zu erwarten war, war es unglaublich voll von Touristen an diesem besonderen Ort! Zum Sonnenuntergang habe ich gerade noch so ein Plätzchen abbekommen und es sind ja gerade noch nicht mal Ferien oder so. Darum habe ich mir für den nächsten Morgen für 4:30h den Wecker gestellt um 5:30h wenn der Nationalpark auf macht frühzeitig ein Plätzchen abzubekommen. Und tatsächlich war ich die 2. in der Reihe! :D Da es weiterhin sehr bewöklt war entschied ich mich zum Sonnenaufgang erneut zur Westseite zu fahren um Berg mit Sonnenaufgang auf´s Bild zu bekommen :) Einfach nur wow! Da das Wetter hier derzeit recht angenehm ist und es nicht so heiß ist, entschied ich mich auch noch den Basis-Spaziergang zu machen, der auf einem 10km Weg einmal um den Berg herum führt. Theoretisch könnte man den Berg sogar besteigen, aber einerseits wünschen das die Einheimischen Aborigines nicht und andererseits wird der sehr steile aufstieg bei zB starkem Wind oder zum heißem Wetter gesperrt. Beim wandern um den Berg gibt es dann noch an einigen Stellen die "bitte hier keine Fotos machen"-Schilder zu beachten, denn es gibt Teile des Berges die dem Volk besonders heilig sind und man soll sie nicht fotografieren. Es ist erstaunlich grün um den Berg herum. Die Katja Tjuta nebenan sind ebenfalls riesig und erhaben, in der Ausdehnung sogar noch größer und auch höher, ich persönlich finde den Uluru allerdings schöner. Durch das bewölkte Wetter (sogar Nieselregen) habe ich nur leider kein Bild mit rotem Berg und Sand, grünen Pflanzen und blauem Himmel. Aber ich denke die Bilder zeigen dennoch wie toll es am Uluru ist :)

Abends habe ich dann mal wieder auf einem freien Zeltplatz übernachtet und hatte mal wieder eine besondere Begegnung. Was ich in Australien ja noch nicht gesehen habe ist ein echter Dingo, ein Wildhund. Mir wurde schon oft gesagt, och ja die sind hier häufig, aber gesehen habe ich noch keinen. Wie ich abends also so vor meinem Auto sitze raschelt es neben mir und ein Dingo schaut mich an. Wahrscheinlich auf der Suche nach was Fressbaren was die Touris so da lassen, denn er hat an meinem Tisch und Müllsack rumgeschnüffelt. Und sich dann sogar völlig entspannt vor mein Auto gesetzt! So viel zum Thema "wilde Tiere"! Als er nun festgestellt hat, dass es bei mir nichts gibt ist er weiter gegangen.

Heute bin ich dann in Alice Springs angekommen, welches wunderschön umgeben von Hügelketten so ziemlich den Mittelpunkt von Australien bildet.

Morgen geht es für mich dann weiter nach Norden, ich bin auf dem Weg nach Queensland ins Warme :)

Coober Pedy Sandhaufen Mt. Connor Sonnenaufgang Sonnenaufgang II Uluru Felsenstruktur Katja Tjuta im Hintergrund Katja Tjuta Alice Springs

Und doch kann einen niemand auf diesen Anblick vorbereiten :)

Samstag, 30.04.2016

Uluru

Coober Pedy

Dienstag, 26.04.2016

Hallo liebe Alle!

Heute bin ich auf dem Weg nach Norden in Coober Pedy angekommen, der Opal-Hauptstadt. Bereits auf dem Campingplatz gibt es eine Höhlen-Tour und sogar unterirdische Zelt-Schlafplätze. Da mein Van allerdings leider nicht in die Höhle passt und ich ja kein Zelt habe, schlafe ich "normal" draußen auf dem Campingplatz. Da das Gebiet dieser Höhle auf Stadtgebiet liegt, darf der Eigentümer offiziell eigl. nicht mehr graben, wenn er aber zB seine Zelt-Plätze erweitern würde wollen, darf er das und wenn er dabei was findet, Glück für ihn! :D In einem kleinen Stollen zeigt er wie die Sucher sich auf die Spur des Opals machen. Schwarzlicht hilft dabei den Opal zu finden, nur dummerweise sind mehr als 80% des leuchtenden Steines nur Silikat-Gestein, welches allerdings nicht so schön wie die bekannten Opale in tausend Farben schillert. Als Privatperson darf man sich im Gebiet um Coober Pedy auch eine Schürflizenz ausstellen lassen, na dann fröhliches Graben! :D Das Stadtgebiet selber schaue ich mir morgen noch an bevor es wieder auf den Highway geht, den bekannten Stuart Highway der von Adelaide bis Darwin durch das Rote Zentrum führt. Die Landschaft unterwegs ist sehr weitläufig und überwiegend nur mit Sträuchern bewachsen, gelegentlich mal ein "See" ein Salzsee :D Siehe Bilder. Und ja die Landschaft sieht hier kilometer weit so aus :D Der Highway führt durch Farmgebiet und da die Farmen hier ja riesig sind, sind die Strecken am Highway nicht unbedingt eingezäunt, weil das ja viel zu viel Strecke wäre. Also kommt es durchaus vor, dass die Tiere über die Straße wandern. Kühe, Schafe und na klar Kängurus. Kühe habe ich noch nicht viele gesehen, was allerdings daran liegen könnte, dass ich auch keine Wasser-Windmühlen vom Highway aus gesehen habe und Kühe trinken ja viel, die werden näher an den Wasserstellen grasen. Bei den Kängurus frage ich mich immer wo die tagsüber sind. Sie ruhen ja tagsüber meistens und dann bevorzugt im Schatten, aber ohne Bäume kein Schatten. Trotzdem müssen da ja welche leben, denn man sieht viele tote Tiere am Straßenrand. Die Schafe wandern tagsüber viel umher, so dass man öfters mal welche auf der Straße hat. Besonders beeindruckt haben mich allerdings die Aasfresser. Hier im Süden überwiegend Vögel die aussehen wie Krähen und ab und an mal auch ein großes Tier, ein Geier oder Adler? Krähen sind ja recht schlau und können Autos "einschätzen", wenn also ihr Futter auf der Fahrbahnseite liegt auf der ich gerade nicht fahre (Anmerkung: die Straße ist hier einspurig in jede Richtung) bleiben sie seelenruhig sitzen und fressen weiter, sie wissen ja, dass ich sie nicht überfahre. Als die "Wüsten-Putzkolonne" sind sie auch noch recht gut, manchmal sieht man Skelette von Kängurus oder Schafen die sind perkekt abgeknabbert, so dass man Wirbelsäule und Rippen erkennen kann und das Fell liegt feinsäuberlich daneben...

 

Panorama Salzsee Zeltplatz unterirdisch Warnschild

Südaustralien

Sonntag, 24.04.2016

Hallo liebe Alle!

Nun habe ich Südaustralien erreicht und welch Überraschung: die Landschaft sieht noch genau so aus! :D Weite Ebenen und wenig Bäume. Das ist nun schon der 4. Bundesstaat Australiens den ich betrete. Interessanter Weise ist am Grenzübergang von West zu Südaustralien gar keine Lebensmittelkontrolle. Die kommt nämlich erst hier in Ceduna. Und wie stand unterwegs schon so schön auf Schildern: Zum Schutze unserer Premiumfrüchte. Was wohl auf das Barossa Valley hinweisen soll, eines DER Weinanbaugebiete weltweit. Nun gut :D ich hatte allerdings so gut wie alles aufgegessen und musste nichts abgeben.

Ansonsten muss ich sagen, wird es nachts hier leider schweine kalt! Und es ist ja noch nicht mal Winter!! Ich werde meine Pläne wohl ändern und durch das rote Zentrum Australiens wieder nach Norden fahren. Unterwegs natürlich den Uluru angucken! :) Dort oben beginnt ja nun wieder die Trockenzeit und vll klappt es ja dort mit einem Job in einem Roadhouse!

Jaja, ich weiß, nun fährt sie doch wieder in die Hitze, aber ich hoffe einfach, dass ich eine Klimaanlage beim Job haben werde! Immer noch besser als hier unten festzufrieren. Sieht nämlich komisch aus mit meinen Lederhandschuhen morgens und abends Autofahren zu müssen! :D

Zeittechnisch bin ich Euch jetzt übrigens wieder 7,5h voraus.

Warnung vor Fußgängern Die Klippen der Großen Australischen Bucht

Kilometer schrubben

Donnerstag, 21.04.2016

Hallo liebe Alle!

Also echt mal, was haben sich die Australier dabei gedacht als sie die Strecken im Land so lang gemacht haben?? Kilometerweise nichts als Bäume oder Sträucher, sonst nichts. Aber das ist ja eigl schon nichts Neues mehr :P Heute habe ich denn dann auch erfolgreich die längste gerade Strecke Australiens geschafft, 146km nur gerade aus, keine Kurven und nur ein paar Hügelchen. Eigentlich könnte man einen Stein auf´s Gaspedal klemmen und das Lenkrad festbinden und solange ein Nickerchen machen. Allerdings weht der Wind ganz schön über die Ebene und da sollte man dann vll doch ab und zu mal Gegensteuern. Außerdem sind hier wieder Läufer und Fahrradfahrer unterwegs!! Bis zur nächsten größeren Stadt Adelaide sind es 1400km, na denn fröhliches Laufen und Treten. Ich finde die Strecke auf die Dauer (wenn auch trotzdem schön) ja schon langweilig, aber wenn man so viel langsamer unterwegs ist, muss das ja mehr eine psychische denn physische Leistung sein. Hut ab auf jeden Fall vor allen Mutigen! Ansonsten muss man sagen, haben die Australier einen komischen Humor was Straßenschilder angeht, die Warnschilder vor "Rentnern und Älteren" sind da ja fast schon harmlos. Es gibt manchmal Schilder auf denen vor steilen Kurven gewarnt wird und was kommt: ein Kürvchen. Aber wenn dann mal ein echter Knaller kommt da steht kein Schild. Oder vll hat es schon jmd umgefahren. Oder auch eines meiner Lieblingsschilder: Don´t drive tired. Also "nicht müde fahren" für gewöhnlich stehen diese Schilder so 2-3km vor einem Rastplatz. Aber welcher Depp stellt die Schilder ungefähr 10km nach einem Rastplatz auf und bevor der nächste in etwa 50km kommt? Und das habe ich schon mehrfach gesehen. Nun ja, bin gespannt was es noch so alles gibt :D

geradeaus

von glücklichen Buchten und windgepeitschten Klippen

Mittwoch, 20.04.2016

Hallo liebe Alle!

Ich reise weiter gen Osten an der Südküste West Australiens entlang. Die Landschaft sieht oft aus wie in unseren Mittelgebirgen, viele Weiden und Felder, dazwischen Baumreihen und auch ganz vereinzelt mal ein Bauernhaus. Allerdings fehlen die Dörfer wie bei uns dazwischen. Australische Strecken sind eben ein bisschen länger als unsere und es dauert bis mal wieder eine Ortschaft kommt... :D An der Küste entlang wechseln sich weiße Strände und Klippen ab, viele davon nur mit einem Allradantrieb Auto befahrbar. Scheinbar wollen die Australier wenigstens einen Teil ihrer wunderschönen Landschaft vor den Touristen verstecken, bzw den Zugang erschweren :P

Bei Albany gibt es einen Nationalpark auf einer Landzunge an deren Ende früher eine Walfangstation war. Als der Walfang in Australien endlich verboten wurde kehrten die Tiere wieder in die Bucht zurück und heute wird das Gebäude als ein Wal-Beobachtungsstelle und Museum genutzt. Wie schade, dass gerade keine Walsaison ist. Einen richtigen großen Wal würde ich zu gerne mal sehen, zu mal sie hier an der Küste wohl teilweise sehr nah sind. Dafür gibt es nach dem Regen der letzten Tage unendlich viele Mücken zum Anschauen und sogar hautnah zu erleben!!

Heute war ich im Cape le Grande Nationalpark bei Esperance dessen weiße Strände als die schönsten in West Australien gelten. Der Sand nicht nur weiß und super fein, in der Lucky Bay (glückliche Bucht) leben auch noch Kängurus in Strandnähe. Gerne kommen die Tiere an den Strand und lassen sich von den Besuchern überhaupt nicht stören, wenn sie am Strand ruhen oder das Seegras nach Essbarem durchwühlen. Heute war nur ein Geselle da, aber mal ehrlich, wer würde dort nicht leben wollen?

Nun geht es bei mir ein kurzes Stück nordwärts, bevor die Straße nach Südaustralien wieder östlich führt und die Grenze ist "nur" noch 1000km entfernt :D

Zu dem Bild vom Sand, ist echt schon selten, dass der Sand heller ist als meine Füße :D das rechts unten im Bild ist im Vergleich dazu mein heller cremefarbener Beutel...

Fitzgerald River NP  Fitzgerald River NP Panoramastraße bei Esperance Känguru in Lucky Bay Klippen Farbe des Sandes

am "Polarmeer"

Freitag, 15.04.2016

Hallo liebe Alle!

Ich war die letzten Tage viel in Nationalparks und Naturreservaten unterwegs, da gibt es häufig keinen Handyempfang...

Die kleine Gegend um Margaret River südlich von Perth hat jede Menge zum Anschauen zu bieten, so dass ich für das kleine Stück erstaunlich lange gebraucht habe :D Zwischen den beiden Kaps liegen unzählige Weingüter, einige Käsereien und sogar eine Schokoladenwerkstatt. Und dazwischen Landstraßen von großen Bäumen gesäumt und Bauernhöfe. In die Schokoladenwerkstatt musste ich natürlich rein schauen! Es gibt sogar ein Fenster von dem aus man den Arbeitern bei der Herstellung zusehen kann. Gerade waren die Mädels dabei Trüffel mit Schokolade zu überziehen. Im Laden kann man na klar Schokolade kaufen, Kochbücher, T-Shirts und Kosmetik mit Kakao und man kann Schokolade probieren! Bis jetzt hatte ich ja noch keine Schokolade in Australien gefunden die wirklich lecker ist, aber diese war auf jeden Fall gut :) Neben der tollen Küste hat die Region auch noch um die 300 bekannte Tropfsteinhöhlen zu bieten, die größten 5 kann man besichtigen. Welch ein Erlebnis :) ich liebe ja Bergwerke und so eine Trofsteinhöhe ist auf jeden Fall ähnlich interessant. Vor mehr als 100 Jahren bevor die ersten westlichen Menschen hinabgestiegen sind, nannten sie den Eingang einfach nur "das schwarze Loch", denn es geht tatsächlich fast senkrecht hinein. Nachdem der erste Mutige entdeckt hat was sich dort unten verbirgt, hat er eine Erkundungstour unternommen und ist 9 Tage in der Höhle geblieben. Später hat man Touristen hinabsteigen lassen, was für die Menschen um 1900 ein echtes Abenteuer gewesen sein muss, denn es gab ja noch nicht wie heute Treppen und Holzstege und es ist überliefert, dass der einen oder anderen Dame das Kleid an den Kerzen die die Höhle erhellten angebrannt ist. Heute gibt es Strom und Holzwege, allerdings muss man an einigen Stellen nach wie vor sehr gebückt gehen :D An fast der tiefsten für die Besucher zugänglichen Stelle sitzt ein Mitarbeiter und beantwortet Fragen. Und macht sich einen Spaß daraus mit der Taschenlampe Steinformationen anzuleuchten und Bilder darin zu erkennen, so gibt es ein Kamel, eine Meerjungfrau, Karotten und Engel. Leon macht das schon seit über 14 Jahren und meinte selbst, das passiert halt wenn man zulange da unten ist :D Allerdings konnte ich auch was lernen. Das Calcit Gestein ist ja eigl überwiegend kristallin klar bis leicht milchig, je nach äußerem Einfluss verändert sich allerdings die Farbe. So entstehen rötliche Töne wenn sich Eisen (Rost) ablagert und graue-schwarze von der Asche eines Buschfeuers. Und Leon konnte auch berichten, etwa 2 Monate nach langandauernden Regen beginnt es in der Höhle ebenfalls zu tropfen :D

Am südlichen Ende der Region ist dann das andere Kap an dem indischer Ozean und Polarmeer aufeinander treffen. Von dort aus sind es etwa nur noch 5500km bis zum Südpool.... allerdings ist das natürlich noch nicht der südlichste Punkt Australiens. Entlang der Südküste ist die Natur dann vollkommen anders als zB auf Lyndon. Es gibt riesige Bäume, fast urwaldartig und darin Wasserfälle. Da es im Sommer durchaus auch mal weitläufige Feuer geben kann die sich durch den kräftigen Wind sehr weit ausbreiten können, haben sich die Menschen hier was praktisches ausgedacht. Baumausgucke! Die Bäume hier sind oft bis zu 60 Meter hoch und in den alten Tagen konnte man ja noch nicht so hoch bauen, also hat man einfach wie eine Wendeltreppe aus Pflöcken in den Stamm geschlagen und ist die Bäume hochgeklettert zum Ausschau halten. Den Bäumen sieht man auch an, dass sie ab und zu ein Buschfeuer erlebt haben, denn die Rinde ist teilweise schwarz, aber sie wachsen munter weiter. Mit der Zeit schälen sie auch die äußere Rinde ab und sehen wieder frisch und weiß wie aus dem Ei gepellt aus :D Mein Favorit bleibt allerdings weiterhin die Küste, mit ihren Klippen und Buchten und türkiesfarbenem Wasser :)

Trofsteinhöhle verschiedene Schichten hoffentlich bricht jetzt keiner ab... am Meer türkieses Wasser ja die waschsen da am Südwest-Kap Australiens Windy Harbour - ist das nicht einfach schön?!! Wendeltreppe im Baum

Von Kap zu Kap

Dienstag, 12.04.2016

Hallo liebe Alle!

Ja auch in Australien gibt es schlechtes Wetter! :D Was ja weiter nicht schlimm ist, endlich mal nicht bei 35°C plus in der Hitze umkommen! Allerdings hat der Regen auch seine Grenzen, wenn es nämlich ins Auto regnet! :O letzte Nacht hatte ich auf einem waldigen Rastplatz neben einem wahren See vor meiner Tür, weggeschwommenen Flip Flops und Wasser darin stehenden Turnschuhen auch ein reintröpfeln in die Seitentür. Wie ich in der Zwischenzeit weiß schließt die Tür wohl nicht richtig (die Dichtung ist es jedenfalls nicht).... jetzt hoffe ich mal, dass es nicht gleich wieder solche Sturzbäche gibt, öfters findet das meine Matratze bestimmt nicht schön :D Perth habe ich in der Zwischenzeit verlassen und bin weiter Richtung Süden gefahren wo es ein paar offensichtlich reiche Ortschaften gibt. Schön mit angelegten Meerwasserkanälen an denen die sehr hübschen Villen stehen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Meer gibt es Delfine, Robben und Pinguine und an Land häufiger Straßenhinweisschilder die auf "ältere Leute" aufmerksam machen sollen. Auch die öffentlichen Parks sind wirklich schön angelegt, mit erstaunlich sauberen Toiletten, Duschen und sogar Trinkwasser, was für mich ja absolut gut ist, da ich ja so häufig wie möglich auf kostenfreien Rastplätzen schlafen möchte, das heißt ohne Dusche und Toiletten :D Da es hier unten ein wenig kühl wird um im kristallklaren Wasser schnorcheln zu gehen habe ich mir einen Neoprenanzug gegönnt. Das Hineinklettern ist zwar alles andere als einfach, das schnorcheln ist es dafür aber wert! Wenn es auch keine Korallen mehr zu sehen gibt wie bei Exmouth, dafür farbenreiches Seegras und nach wie vor viele Fische und heute sogar einen Kraken. Am Südwestende Australiens liegen die beiden Kaps Naturaliste (das nördlichere) und Leeuwin (das südlichere). Das Nördliche habe ich mir heute schon mal angesehen. An der Küste unterwegs gibt es niedliche kleine wunderschöne Buchten :) und jede sieht ein bisschen anders aus. Allerdings weht hier auch immer ein straffer Wind, so dass die Bäume windschief werden :)

kleine Bucht windgepeitschte Bäume

Perth - und endlich mal wieder "schlechtes" Wetter

Samstag, 09.04.2016

Hallo liebe Alle!

Seit ein paar Tagen bin ich nun in Perth. Hier war ich bereits ausgiebig shoppen (zB. eine warme Decke) und genieße das Stadtleben! :) Und mein Auto war zur Durchsicht in der Werkstatt, aber es ist alles ok :) Hier im südlicheren Australien ist es merklich kühler und es weht ein frischer Wind von der Küste her. Es ist nicht wirklich "kalt", aber nach den Wochen in der Hitze empfinde ich die 16-18°C nachts doch als relativ kalt! :D besonders wenn ich abends noch draußen vorm Van sitze. Hoffentlich gewöhne ich mich schnell wieder daran und muss mir nicht noch eine Daunenjacke kaufen gehen :P Ansonsten war ich im IKEA hier und, welch Überraschung, es sieht genauso aus wie bei uns! Aber irgendwie witzig was "Vertrautes" zu sehen. Heute war ich in Freemantle wo am Wochenende immer ein Markt mit allerlei Essen und jede Menger Kitsch und Krams ist. Relativ touristenlastig, allerdings auch schön anzusehen. Freemantle ist ja zwar eigene Stadt, da Perth aber so schnell wächst, ist es quasi schon ein Vorort von Perth. Allerdings gibt es in jeder Stadt eine eigene Footie-Mannschaft, Footie=Football, allerdings nach australischen Regeln. Auf dem Weg zurück nach Perth habe ich in der Bahn Anhänger beider Teams gesehen, muss wohl gerade ein Lokalderby stattfinden :D Und ich habe es endlich mal in den Kings Park geschafft, dem Stadtpark von Perth. Es gibt Bereiche die die jeweilige Pflanzenwelt einer Region in West Australien nachbilden, so hat man für die Kimberly Region im Norden WAs auch einen Baob-Baum. Das sind die Flaschenbäume dort regional wachsen. Da die Baob´s hier nicht wachsen würden, hat man eben einen ausgewachsenen von dort oben umgepflanzt. Per LKW kam der hier an und gedeiht nun im Park und da er Blätter trägt, nehme ich mal an, das ihm das kühlere Wetter hier nichts ausmacht :D der Kings Park bietet auch noch einen fantastischen Ausblick über die Stadt und den Swan River, da der Park auf einem Hügel liegt. Es tummeln sich also Touri und Jogger dort und Hochzeitsgesellschaften auf der Suche nach dem perfekten Bild.

Ach ja und abgesehen davon, dass es hier kühler und windiger ist, ist hier derzeit auch Regenwetter und Gewitter! Hach wie schön! :)

Beste Grüße aus der Großstadt!

Perth Swan River Perth Skyline

 

Von nächtlichen Stellplätzen und Seelöwen

Montag, 04.04.2016

Hallo liebe Alle!

Stück für Stück arbeite ich mich nach Süden weiter und werde Perth in den nächsten Tagen erreichen. Bei Kalbarri gibt es einen der für mich (bis jetzt) schönsten Nationalparks, mit Schluchten, interessanten Steinformationen und einer wilden Küste. Ich hatte das alles ja schon mal Ende November gesehen, aber anschauen kann ich mir immer wieder :) Angekommen in Geraldton habe ich mich dann wieder dafür entschieden auf einem kostenlosen Stellplatz zu stehen, nach dem ich in Kalbarri mal wieder ein kleines Vermögen bezahlt habe. Allerdings habe ich mich vorbereitet und mir eine Reisedusche zugelegt :D das ist nun kein Luxus-Ding, aber immerhin besser als nichts :P So eine Reisedusche besteht aus einem ca 20Liter Plastiksack mit Aufhängung und unten ein Ventil mit Hahn an dem ein Schlauch und ein Duschkopf befestigt sind. Ohne Wasserdruck aus der Leitung hat so eine Dusche natürlich nicht allzu viel Druck, aber zum Abspülen am Abend reicht es. Dadurch, dass der Sack schwarz ist lege ich ihn hinten ins Auto, so dass die Sonne das Wasser im besten Fall anwärmt und schon hat man eine warme Dusche! Theoretisch jedenfalls. Denn hier an der Westküste weht ein so kräftiger Wind, dass man quasi schneller auskühlt als Wasser nachfließt. Wäre zuhause unter der normalen Dusche wahrscheinlich auch so :P Ich habe die Nacht also ein paar Kilometer außerhalb von Geraldton am Highway auf einem Rastplatz verbracht, an dem durchaus recht nah die Autos lang gebrettert sind. Aber über Nacht sind es nicht so viele und da ich ja ein Stadtkind bin hat mich das nicht im geringsten gestört :D Am nächsten Morgen habe ich mir dann gemütlich ein Frühstück unterm Leuchtturm von Geraldton gegönnt bevor ich weiter nach Süden gefahren bin. In dem kleinen Ort Leeman an der Küste gab es Mittag auf einer Aussichtsplattform am Meer und abend habe ich mir das beschauliche Treiben in Jurien Bay angeschaut, einem sehr sehr schicken Ort ebenfalls an der Küste. Da es dort Seelöwen geben soll, konnte ich nicht widerstehen und habe mich nach einer Tour erkundigt. Der Tourguide sagte mir am Telefon, dass ich bis jetzt die einzige Interessentin bin und wir haben vereinbart, dass ich morgens um 7:30h am Bootshafen bin und wir mal schauen ob klappt. Genächtigt habe ich diesmal auf einem sehr einsamen Stellplatz der eigentlich bis ans Meer ran geht. Da man dazu allerdings über die schneeweißen Sanddünen fahren muss, blieb ich lieber in einer Haltebuchte vor den Dünen stehen und hatte ein paar Kängurus als Nachbarn :) Über nacht ist ein ziemlich dicker Nebel aufgezogen und als ich morgens los wollte zur Bootstour musste ich erst mal die Scheiben von innen und außen abtrocknen. Um 7h war es noch extrem neblig, um 7:30h hatte die Sonne das alles aufgelöst und ich fand den Hafen im strahlenden Sonnenschein. Dort erwartete mich bereits Kane, der Käpitän und ich war nach wie vor der einzige Passagier. Da er allerdings eh raus fährt um seine Fangbojen zu checken sind wir also gefahren. Kane bietet neben den Seelöwentouren auch noch Angeltouren an und fängt selbst allerlei Meeresgetier. So fuhren wir zuerst Bojen an an denen "Wasserrohre" hingen. Das waren wirklich ca 70cm lange Teile von Wasserrohren mit denen man Oktopus fängt. Außer einem ganz kleinen war allerdings kein Fang drin. Der kleine Oktopus hatte sogar einen seiner Arme verloren, aber Kane meinte, das wächst wieder nach. Er hat mir auch erzählt, dass ein Oktopus eines der stärksten Meerestiere ist und eines der schlausten. Der kleine Kerl passte gerade in meine Handfläche und ich konnte die kräftigen Tentakeln spüren! Mit den Saugnäpfen hat er sich angesaugt und die Ärmchen haben sich um meine Hände gewunden. Da ich ja beide Hände voll zu tun hatte ihn festzuhalten gibt es davon leider kein Foto. Weiter ging es zur Seelöweninsel auf der sich etwa 20 Tiere versammelt haben. Unglaublich faule Gesellen! Außer morgens und nachmittags zum Fisch fangen liegen sie den ganzen Tag nur am Strand! :D Ok wir würden das ja auch so machen, wenn wir könnte, oder?! Die "Teenager" der Gruppe kommen allerdings auch neugierig zum Boot geschwommen und toben sich mit ihren Kumpels im Wasser aus. Welch süße Tiere! Zum Glück stehen sie unter Artenschutz, so dass sich die Bestände erholen können, denn es gibt nur noch ca 12.000 Tiere. Weiter ging es zu den Unterwasser-Pinnacles. Die Pinnacles sind ja die berühmten Versteinerungen etwas südlicher, allerdings an Land. An diesem Schnorchelspot stehen auch pfeilerartige Gebilde im Wasser die ein Riff bilden. Dazwischen natürlich Fische und wahnsinnige viele Muscheln! Die meisten nur noch die Schalen, die von bunten Korallen bewachsen sind, so dass sie rosa, weiß und gelb erscheinen. Ich habe allerdings auch eine ca 60cm große lebende Muschel gesehen. Das Muschelhaus sah in etwa aus wie ein Schneckenhaus, nur etwas spitzer zulaufend und die Muschel guckte darunter wie der "Fuß" einer Schnecke hervor,nur ohne Kopf. Wahnsinn! :) Während ich geschnorchelt bin hat Kane geangelt und als ich wieder an Board war sind wir noch zu seinen Hummerfangkästen gefahren. Ich glaube es sind keine richtigen Hummer, man nennt sie hier Lobster, sehen allerdings genau so aus nur ohne Scheren. Dort hat er zumindest einen gefangen und mit seinen frischen Fischen hat er die Kästen mit neuen Ködern bestückt. Was für ein schöner Eindruck in das Leben eines Einheimischen der sich auf diese tolle Art und Weise seinen Lebensunterhalt verdient :) nachmittags bin ich dann noch zu den "echten" Pinnacles gefahren die immer wieder eher wie eine Mondlandschaft aussehen als die versteinerten Stämme von uralten Bäumen :D

Beste Grüße aus WA!

Seelöweninsel junge Seelöwen Lobster Pinnacles Sonnenuntergang

Wiedersehen mit Bekannten

Freitag, 01.04.2016

Hallo aus West Australien!

Gestern bin ich überwiegend gefahren um abends in Denham / Monkey Mia anzukommen. Leider bieten nur die wenigsten Campingplätze einen Preis für einzeln reisende Menschen an, so dass ich meistens für quasi 2 Leute bezahle. Das wird auf die Dauer teuer und so dachte ich mir man könnte ja mal "frei campen" probieren. Es gibt hier nicht wenige Rastplätze und anderes auf denen das sogar erlaubt ist. Nur nicht unbedingt in der Nähe von Attraktionen wie Monkey Mia, da wollen sie natürlich Geld verdienen. Diese haben dann meist nicht mal ein Plumpsklo, aber sind zumindest ein paar Meter weg vom Highway. Und es gibt auch in fast jedem Ort eine öffentliche Dusche die teilweise sogar ganz gut ist. Durch diese beiden Gegebenheiten kann man also preisgünstig nächtigen. Das habe ich ja vor ein paar Tagen schon mal am Highway mit Misa und Philipp gemacht. Bei Denham hatte ich letzte Nacht allerdings kein Glück einen offiziellen und erlaubten Spot zu finden und so entschied ich mich mich einfach auf einen Parkplatz an der Lagune zu stellen. Duschen war ich vorher schon im Ort, wobei die Dusche sogar lauwarm war :D Den Wecker habe ich mir auf 6h gestellt um ggf vor dem kontrollierenden Ranger wach zu sein. Auf dem Parkplatz standen sogar noch 2 andere Autos, also war mein Gedanke: entweder geht es gut oder der Ranger freut sich über 3 mal Strafe kassieren. Es war noch stockdunkel als es um 5:45h morgens an meiner Scheibe klopfte! Der Ranger! :D Er murmelte was von, dass es nicht erlaubt seihier zu campen und das das 100-1000$ kosten würde. Mein Versuch einer Entschuldigung war: "es war schon so dunkel gestern abend und ich wollte kein Känguru umfahren".... hat er wahrscheinlich schon tausend Mal gehört. Und ich habe ihm von den anderen Autos erzählt, die, trotz der frühen Stunde tatsächlich schon weg waren! Also hab ich zu ihm gesagt, dass ich die Gebühr zahle und frage ihn wieviel. Da sagt er, er möchte mir gar keine Strafe aufdrücken, aber ich soll so schnell wie möglich wegfahren, bevor sein Chef auf der Straße lang kommt und ihm den Kopf abreißt, weil er mich hat laufen lassen. Also bin ich aus dem Bett direkt hinters Steuer gesprungen und losgefahren, keine 7 Minuten nachdem er geklopft hat :D Was lernen wir daraus? Nicht in Sichtweite der Straße parken! :D Danke an dieser Stelle noch mal an den freundlichen Ranger! :) Nach meinem schwungvollen Start in den Tag bin ich weiter nach Monkey Mia gefahren, wo die Delfine zum Füttern an den Strand kommen. Heute waren 11(!) Tiere da, wow! Es werden nach wie vor allerdings nur 4 bestimmte Weibchen gefüttert. Diesmal hatte ich meine Kamera auch dabei als ich direkt im Wasser stand, so dass ich die Tiere hautnah sehen und fotografieren konnte. Es ist so schön in diese klugen Augen zu schauen. Da Delfine nicht nach oben schauen können, drehen sie sich auf die Seite und begutachten die Besucher ganz genau und wenn man ihnen dann auch noch winkt hat man das Gefühl, dass sie einem ganz tief in die Seele gucken :) @FüWaD: Die Rangerinnen haben heute auch erzählt, dass dies die einzigen bekannten Delfine weltweit sind die sich zur Nahrungssuche Hilfsmittel nehmen. Dazu klemmen sie sich einen Schwamm auf die Nase und wühlen den Meeresboden auf um die Fische aufzuscheuchen :P Beim Anblick der Delfine wird einem mal wieder bewusst, was Mutter Natur sich alles für wunderschönes und schützenswertes ausgedacht hat. Heute abend bin ich dann wieder in Kalbarri angekommen und man merkt deutlich, dass es südlich geht, es wird kühler und die Natur verändert sich zu mediterran, die Bäume werden wieder größer und es gibt erste Getreidefelder.

Liebe Grüße!

Delfin ganz nah acht der elf Delfine Hamelin Pool

Auf den Spuren der Walhaie

Mittwoch, 30.03.2016

Hallo liebe Alle!

Da bin ich wieder :) letzte Woche habe ich Carnarvon verlassen und mich auf den Weg nach Norden nach Coral Bay gemacht, dem entspannten kleinem Küstenort. Vorher habe ich noch einen Abstecher ins Space Museum gemacht. Das Museum liegt auf dem Gelände auf dem eine Satelliten-Schüssel steht welche die Apollomissionen der Mondlandung unterstützt hat. Mit ein paar Orginal-Teilen und vielen Spenden wie echte Anzugsaufnäher der Astronauten wird die Geschichte wieder belebt. Es gibt sogar ein kleines nachgebautes Cockpit der Saturn V Trägerrakete in dem man den Start vom Kennedy Space Center nachvollziehen kann, sogar Buzz Aldrin war schon zu Besuch ;) weiter ging es also nach Coral Bay, das letzte Mal habe ich dort eine Maus im Auto gehabt, war gespannt was es diesmal wird :P so kurz vor Ostern war der Ort natürlich entsprechend voll und die Campingplätze teuer. Allerdings lohnt sich der Stopp dort allemal weil es direkt in Strandnähe Korallen und Fische zu bewundern gibt. Neben mir hatte ein anderes "Backpacker" Auto geparkt und wie es der Zufall so will, ergab es sich, dass ich mit Misa und Philipp die nächsten Tage verbracht habe. Die beiden waren aber auch einfach witzig und super lieb. Eigentlich wollte ich nachmittags ja weiter nach Exmouth fahren und dort ebenfalls auf einem Campingplatz schlafen. Durch unser Gequatsche nachmittags wurde es natürlich zu spät um es noch bis Exmouth zu schaffen, also sind wir zusammen so weit gefahren wie es die Dunkelheit erlaubte und haben am Straßenrand an einem "Rasthalt" übernachtet. Die beiden haben mich auch gleich mal auf Spaghetti mit selbstgemachter Tomatensauce eingeladen :) Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Exmouth. Auch dort sind die Preise der Campingplätze natürlich exorbitant und so haben wir uns entschieden im Nationalpark einen Platz zu buchen. Das war um einiges günstiger, ist allerdings mit Plumpsklo und ohne Dusche. Wobei die Toiletten erstaunlich gut sind, und Misa und Phillip haben eine Reisedusche bei, die zwar nicht Wellness pur ist, aber zumindest das Seewasser abspült ♥ Dadurch, dass die arme Misa einen Hexenschuss hat bestanden unsere Tage überwiegend aus entspanntem Sitzen und Quatschen am Strand und einigen Schnorchelausflügen ins Ningaloo Riff. Am Sonntag war dann der Tag. Misa war sich am Samstag sicher, dass sie es schafft eine Walhai Tour mitzumachen und so haben wir uns eine Tages-Tour auf einem Katamaran gebucht. Bewaffnet mit unseren Schwimmklamotten, Schnorchelbrillen und Tabletten gegen Seekrankheit ging es also an Board dieses schönen Schiffes. Dort gab es eine Einführung in "how to swim with a whaleshark" (wie schwimmt man mit einem Walhai) und ein Testschnorcheln im Riff um die Ausrüstung zu testen. Gleichzeitig hat sich auch das "spotter plane" auf den Weg gemacht, ein Flugzeug was von oben schaut wo die Tiere sind, damit der Kapitän weiß wo es hingeht. An diesem Tag waren die Tiere im Riff unterwegs, wo es nicht sehr tief ist, was gut ist, weil sie dann nicht wegtauchen wenn sie sich genervt von den Touris fühlen. Allerdings waren sie recht weit südlich unterwegs, so dass der Kapitän mit Vollgas durch die Wellen gesaust ist. Wir hatten uns ein Plätzchen vorne gesucht, wo wir jeden Hüpfer über die Wellen und jede Wasserfontäne abbekommen haben :D als wir uns dem Schnorchelspot genähert haben hieß es ab nach hinten, fertig machen zum "Ausstieg". Leider fand mein Magen das hinten sitzen überhaupt nicht toll und ich wurde trotz Tabletten Seekrank :( egal! Es sind Walhaie im Wasser, hab jetzt keine Zeit dafür :P Die Australische Regierung erstellt strenge Gesetze wie Walhaie und auch andere Wale und Tiere im Nationalpark zu behandeln sind, damit sie sich weiterhin "relativ" gesehen wohl fühlen. Dazu gehört, dass nicht mehr als 10 Leute plus ein "Guide" gleichzeitig im Wasser sein dürfen. Aufgeteilt in 2 Gruppen ging es los. Zuerst unsere Gruppenleiterin, die auf Anweisung eines Crew-Mitgliedes der den Walhai im Auge hat ins Wasser geht und ihre Gruppe aufgereiht ins Wasser bittet. Auf ihr Signal hin wird dann der Kopf ins Wasser gesteckt und der Walhai schwimmt wie auf Kommando an einem in ca 5 Metern Abstand vorbei! Sobald der Hai vorbeigezogen ist darf ihm nachgeschwommen werden. Bilder machen (ohne Blitz) ist ausdrücklich erlaubt und so schwimmt man einige Minuten mit diesen sanften Riesen im Wasser. Durch meine Seekrankheit verließen mich natürlich die Kräfte. Von wegen "im Wasser wird es Dir besser gehen", so dass ich nachdem der Wal an mir vorbeigezogen ist nur noch der Schwanzspitze nachgeschwommen bin. Trotzdem ein eindrucksvolles wunderschönes großes und eigentlich auch nicht sehr schnelles Tier. Nach einigen Minuten heißt es alle Mann sammeln und auf´s Boot warten, denn die nächste Gruppe ist dran, wobei der Katamaran diese erst an den Walhai ranfährt und die Leute absetzt bevor die erste Gruppe eingesammelt wird. Und dann geht es entweder von vorne los, oder wie in unserem Fall sind wir noch zu einem anderen Spot gefahren und haben noch 2 weitere Walhaie gesehen. Logistisch eine Meisterleitung von Kapitän und Crew zumal of auch noch ein 2. Boot den gleichen Walhai bestaunen möchte. Nach insgesamt 4 Schnorchelgängen für jede Gruppe, wobei ich aufgrund meiner Überkeit leider kräftetechnisch nur an 2 teilnehmen konnte ging es dann wieder ins Riff zu einer weiteren langen Schnorchelrunde, bei der wir auch noch einen Tigerhai und Rochen gesehen haben. Einen Mantarochen wollte ich schon immer mal aus der Nähe sehen :) auf dem Rückweg hat der Kapitän dann auch mal den Motor ausgeschaltet und hat das Segel gehisst. Das lautlose dahingleiten auf dem türkiesblauen Meer ist einfach wunderschön! Was für ein tolles Erlebnis! Auch wenn wir keine ausgewachsenen Tiere gesehen haben, aber 5 Meter lange Tiere sind auch schon wahnsinnig eindrucksvoll!

Nach Exmouth bin ich noch mal nach Lyndon gefahren, welches ja "fast" auf dem Weg liegt, weil ich mein Stromkabel für den Campingplatz vergessen hatte und natürlich zum Hallo sagen :) heute bin ich dann wieder in Carnarvon angekommen und morgen geht es dann weiter nach Süden, wobei ich evtl noch mal nach Monkey Mia fahre. Schaun mer mal :)

Liebe sonnige Grüße!

beim Schnorcheln alles ok :) Anstellen zum Ausstieg mit Misa und Phillip Walhai

unterwegs in der Sonne

Donnerstag, 24.03.2016

Hallo liebe Alle!

Nur schnell damit mich keiner vermisst: ich bin bei Exmouth an der Korallenküste im Nationalpark unterwegs und hier gibt es keinen Handyempfang, darum werdet ihr vll ein paar Tage nichts von mir hören.... ich bin denn man schnorcheln und Urlaub machen :)

Carnarvon good bye

Montag, 21.03.2016

Tja so schnell kanns gehen.... heute morgen hat mich mein Chef entlassen, weil so wenig los ist, dass er mich nicht behalten kann...

Also packe ich gerade meine Sachen und werde morgen vormittag noch einen Blick in das Weltall-Museum hier in Carnarvon werfen bevor ich mich auf den Weg nach Coral Bay und Exmouth mache wo ich meine eigentlichen Pläne -Schnorcheln gehen- erfüllen werde. Wie es danach weiter geht, mal schauen. Vll schaue ich noch mal auf Lyndon vorbei und dann ab nach Süden.... vll findet sich unterwegs ja auch ein Job.... mal schauen. Zurück zu meinem alten Plan: keine Pläne machen :D

Bis denne! :)

Carnarvon

Sonntag, 20.03.2016

Hallo liebe Alle,

nun bin ich schon ein paar Tage im entspannten Carnarvon. Das Wetter ist hier gleich mal 10-15° kühler als auf der Farm und es weht ein netter Seewind herein. Die Stadt ist ruhig, aber nicht totenstill, hat ein gepflegtes Erscheinungsbild und ich kann am Meer spazieren gehen. Ich habe im Motel was zur Bar gehört ein Zimmer mit Bad, Klimaanlage und einem kleinem Kühlschrank bekommen, der Supermarkt ist gleich um die Ecke. Meine Arbeit in der Bar macht Spaß, da die Kunden zum größten Teil sehr nett und entspannt sind. Derzeit ist noch Nebensaison und es ist relativ ruhig. Was für mich allerdings nicht allzu schlecht ist, damit ich mich nicht im allergrößten Chaos an die neuen Aufgaben gewöhnen muss. Was "voll" bedeutet konnte ich Samstag Vormittag schon mal erleben, dachte ich jedenfalls, das Café brechend voll und meine ebenfalls neue Kollegin und ich konnten gar nicht so schnell Geschirr einsammeln wie es wieder raus ging... als es Nachmittag wurde und wieder ruhiger sagt unsere Chefin auch noch ganz trocken zu uns, dass das aber ein wenig voller Samstag war.... :D Im Moment werde ich überwiegend für die Spätschicht in der Bar eingearbeitet, allerdings kann ich nachmittags auch noch den einen oder anderen Kaffee zubereiten, was mit so einer richtigen Espressomaschine schon was tolles ist :)

Den einzigen Nachteil den so eine Stadt am Meer hat, sind die Mücken.... vor ein paar Tagen haben mich die ganze Nacht Mücken wach gehalten und mich mit über 60 (!) Stichen traktiert.... es sind vll doch nicht die bekannten Tiere (giftige Quallen, Schlangen und bissige Haie, Krokodile) die das Leben in Australien ein bisschen unangenehm machen, sondern eher die kleinen.... Kakerlaken in Darwin (ok eigl. überall), stinkige Fledermäuse in Timber Creek, Frösche im Klo und Waschbecken auf Lyndon und Monstermücken in Carnarvon :D

Da ich ja eigentlich nach der Farmarbeit Urlaub machen wollte, habe ich heute am freien Sonntag zumindest schon mal einen Ausflug zum Schnorcheln nach Quobba gemacht. Bei Quobba liegen ja auch die Blowholes und das Meer ist ziemlich unruhig, allerdings nur einen Kilometer weiter südlich liegt eine kleine Bucht wo die Korallen bis 50m an den Strand ran wachsen und teilweise nur 30cm unter der Wasseroberfläche. Dazwischen viele bunte Fische. Bewaffnet mit meinen Pool-Nudeln und meiner neuen Schnorchelausrüstung habe ich mich also in den Unterwasserdschungel gewagt :)

Tropische Grüße :)

zurück in der Gegenwart

Montag, 14.03.2016

Hallo liebe Alle!

Meine Zeit auf Lyndon ist nun vorüber. Heute vormittag habe ich die Farm verlassen und bin nach Carnarvon gefahren. Hier habe ich ab morgen einen neuen Job in einem Cafe/Pub.

Am Wochenende war noch mal richtig powern angesagt auf Lyndon, denn ein paar Freunde samt ihren Kindern und Pferden sind zu Besuch gekommen. Das hieß dann für mich alle vorhanden Gästezimmer vorbereiten und Essen kochen für über 20 Leute. Ach ja und nebenbei habe ich noch auf das Baby aufgepasst, da ja alle beim Reiten waren :P aber irgendwie habe ich das alles hinbekommen und Sean und Cath haben sich sehr gefreut, dass alles so gut geklappt hat :) die neue Köchin Laura ist auch angekommen und so konnte ich heute morgen beruhigt packen, das Auto startklar machen und auf der Schotterpiste zurück nach Carnarvon fahren. Eigentlich hatte ich ja vor nach Exmouth fahren zum Schnorcheln und dann auf einem Roadtrip runter nach Perth. Allerdings hat sich dieses Jobangebot aufgetan, bei dem ich nicht widerstehen konnte. Ich wollte ja schon immer mal als Barista arbeiten. Das sind die netten Damen die an den großen Espressomaschinen Latte Macchatio und Co herstellen. Normal werden überall immer nur "erfahrene" Barista gesucht, aber hier ist es auch ok wenn man noch ein bisschen Training braucht. Und da meine "Farm-Familie" die Chefs hier natürlich kennt haben sie kurzerhand angerufen und mich empfohlen :P

Ich bin gespannt wie es wird! :)

Carnarvon liegt zu meiner Freude am Meer, hat einen Supermarkt und normalen Handyempfang. Yippie!

Bis bald liebe Alle!

Beste Grüße von der Coral Coast WA (Korallen Küste West Australien)

Lyndon Station Nr. 10

Sonntag, 06.03.2016

Und weils so schön ist noch ein Eintrag von heute :)

Diesmal mit ein paar Fotos versehen. Da haben wir zum Einen eine unserer Hausschlangen, eine ungiftige Tiger-Python. Die werden so um die 60/70cm bis 1m lang und kriechen hier öfters rum. Zum Anderen haben wir hier eine tote Echse die es zum Mittag gab! :D Diese Echsen laufen hier ja ebenfalls öfters rum und stehlen die Eier und fressen die Hühner. Eigentlich ist es nur Aborigines erlaubt Echsen, Schildkröten und andere nicht-Kängurus zu jagen und zu essen. Da das Vieh allerdings sich nicht mehr aus dem Hühnerstall vertreiben lassen wollte, wurde es also erschossen. Dummerweise ist es auf der Flucht vor uns in den Baum geklettert (ihre natürliche Reaktion) und dort dann auch erschossen worden, so dass eines der Kinder in den Baum klettern musste und sie runtergeschubst hat. Wir haben nur den Schwanz gegrillt. Dadurch, dass wir hier ja etwas abgelegen wohnen bekommt das ja keiner mit. Und wir haben hier ja auch 2 Aborigines-Kinder, die müssen ja schließlich auch mal ihre eigentliche Nahrung kennen lernen. Sean hat erzählt, als er Kind war und hier mehr Aborigines gearbeitet haben, hingen regelmäßig tote Echsen im Kühlhaus über dem guten Rind :D Und wie schmeckt nun das Vieh? Wie Hühnchen mit Fischgeschmack! :P

Dankeschön, lieber FüWaD für den Tipp, werde das Auto checken lassen. Ja, ich melde mich bei meiner "Gastfamilie" "ab" sobald ich die Stadt erreicht habe. Hmm, keine Ahnung ob das Visa "teuer" ist. Andererseits gilt es ja auch für ein Jahr und erlaubt mir das Arbeiten hier :D Touristen-Visa kosten ja auch ein paar Dollar.

die Outbackfarben Hausschlange Vollmond Windmühle im Sonnenuntergang Echse mit Kindern und wwoofer David Echsenschwanz gebacken mein Lieblingsmotiv - Sonnenuntergänge

Lyndon Station Nr. 9

Sonntag, 06.03.2016

Hallo liebe Alle! Habe gerade mein 2. Working Holiday Visa für Australien beantragt und direkt genehmigt bekommen! Ich kann jetzt also noch bis zum 15.April 2017 hier bleiben! :D Das online Ausfüllen auf der Regierungsseite hat ne halbe Ewigkeit gedauert, mit so lustigen Fragen wie: ob man schon mal wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen wurde und ob man schon mal in Verbindung gebracht wurde mit kriminellen Banden... :D nach Zahlung der 440$ (300€) hat es genau EINE Minute gedauert bis mein Antrag bewilligt worden ist. Ohne weitere Checks nach Lohnabrechnungen o.ä. :)

Meine Zeit hier auf Lyndon geht nächte Woche dann auch zu Ende und ich werde weiter fahren. Werde diese netten Menschen hier bestimmt etwas vermissen, allerdings nicht die Abgelegenheit und Sommer-Hitze im Busch!!

Bis denne! :)

 

Lyndon Station Nr. 8

Dienstag, 01.03.2016

Hallöle,

ja ich hoffe auch, dass mein Auto noch fit ist. Die Batterie ist auf jeden Fall schon mal leer... hängt allerdings gerade schon am Ladegerät. Da meine Batterie noch nie leer war, nehme ich einfach mal an, dass das lange Rumstehen dem Auto nicht so gut getan hat. Auch wenn ich ab und an mal die 3km lange Auffahrt langgefahren bin. Abschiedsparty organisieren ist gut... ;P 300km entfernt ist der nächste Supermarkt für´s Partyshopping....  übernächstes Wochenende fahren Tina, Patty und ich wahrscheinlich zum Mt Ausgustus (sowas wie der Uluru nur größer) und treffen dort noch mal Martina meine Vorgängerin von hier. Dort werden wir wohl anstoßen, auf ihr bereits bewilligtes 2. Jahr und mein bis dahin hoffentlich ebenfalls bewilligtes ;) Ja, ich hätte schon auch länger hier bleiben dürfen. Bis zu 6 Monate bei einem Arbeitgeber. Allerdings bin ich ganz froh wieder weiter zu können. Das Wetter ist nichts für mich und ich freue mich schon wieder auf das Meer und darauf "Menschen" zu sehen. Ich bin halt ein Stadtmensch ;P Hmm über die "angeschwemmten Gefahren" haben wir gar nicht nachgedacht. Süßwasserkrokodile leben gewöhnlich nicht so sehr weit südlich und Salzwasserkrokos bevorzugen die Küste. Aber wer weiß das schon? Jedenfalls gab es an der ansonsten ausgeschilderten Badestelle keine Warnschilder... Unsere Hunde hier würden wahrscheinlich auch alles umgraben nach einem Maulwurf. Wenn unsere können, jagen sie ja auch jede Echse und jedes Känguru... Mein Visa werde ich nächstes Wochenende beantragen, wenn meine 88Tage Farmarbeit voll sind. Für gewöhnlich dauert die Bearbeitung nur ein paar Minuten und man bekommt eine Email mit der Bestätigung, dass man bleiben kann. Wenn man Pech hat und sie einen rauspicken, dann kontrollieren sie genau alles nach und man muss auch Arbeitsnachweise einreichen und so weiter. Allerdings bekommt man dann ein Brücken-Visa, bis die Prüfung durch ist, so muss man das Land nicht verlassen und darf sogar weiter arbeiten. Also drückt mir mal die Daumen! :)

Bis denne!

Auf und davon

Sonntag, 28.02.2016

Hallo liebe Alle!

Wie schnell doch die Zeit vergeht... Nun sind schon fast drei Monate um die ich hier auf Lyndon bin und es wird bald Zeit weiter zu ziehen. Noch ca 2 Wochen werde ich hier bleiben bevor es auf meine langersehnte Weiterreise geht :)

Dieses Wochenende haben mich Patty und Tina mitgenommen nach Gascoyne Junction, einem Kaff etwas südlich von hier. Dort in der Nähe arbeitet meine "Vorgängerin" von hier wieder auf einer Farm. Sie hatte uns letzte Woche besucht und ihre Uhr vergessen, außerdem gibt es in dem Kaff einen Pub und so sind wir "ausgegangen". Da derzeit Nebensaison ist waren wir dort die einzigen Gäste, kurz bevor sie um 20Uhr schließen... ;D dafür waren wir heute noch an einem Nebenarm des Gascoyne Rivers (Fluss) der noch gut Wasser führt (fast wie ein See) baden, denn eigentlich ist der Fluss 9 Monate im Jahr trocken. Oder wenn es nicht geregnet hat im Jahr dann eben ganz. War schön, mal wieder ein Wochenende raus zu kommen :) Cath, die Kinder und die Lehrerin fahren morgen nach Carnarvon, wo die Kinder eine Woche lang mal mit ihren Klassenkameraden von der "School of the Air" dem Schulprogramm via Internet (früher per Funk, daher Air=Luft) zur Schule gehen werden. Also habe ich wieder eine etwas ruhigere Woche... wobei Cath mir morgen noch einen extra Arbeitsplan mit Aufgaben geben wird... ;P

Ansonsten geht es mir gut und es gibt nicht viel Neues zu berichten ;D

Bis bald! Beste Grüße aus dem Busch in die Heimat! <3

Schlangenalarm

Donnerstag, 11.02.2016

Hallo liebe Alle!

Gestern hat sich denn mal wieder gezeigt, dass die Australier wirklich ein praktisch veranlagtes Völkchen sind! Und ich hätte vielleicht nicht so früh sagen sollen, dass die Schlangen hier überwiegend ungiftig sind....

Unser Känguru-Jäger ist wieder hier und gemeinsam mit der Familie, der Lehrerin, einer Aushilfe von einer anderen Farm und dem Lieferwagen-Fahrer, der abends geliefert hat und über nacht hier bleiben wollte saßen wir also beim Abendessen. Daniel "Dan" der Jäger ging in "meine Arbeitsküche" in der ich mich ja überwiegend aufhalte. Außerdem liegt direkt daneben auch noch der Aufenthaltsbereich der Angestellten, wo zB mein Computer steht oder die Couch auf der ich meine Pausen verbringe. In der Küche hat Dan eine Braunschlange entdeckt, eine giftige "Mulgaschlange" https://de.wikipedia.org/wiki/Mulgaschlange Sofort sind Sean und Cath aufgesprungen und haben sich mit Spaten und Lampen bewaffnet und sind in die Küche gestürmt. Leider hatte sich das Vieh unter dem Küchenregal verkrochen. Sicherheitshalber haben sind die beiden noch mal rausgekommen um ihre FlipFlops gegen Stiefel zu tauschen, der tapfere Dan blieb in seinen Latschen. Da das Regal erstens voll beladen ist und zweitens auch noch an der Wand angeschraubt mussten wir es erst mal leer räumen, abschrauben und dann vorsichtig von der Wand wegschieben. Eine Mulgaschlange greift im Prinzip nicht an, aber sie wird beißen, wenn sie in die Enge getrieben wird. Das clevere Tier ist nun mit dem Küchenschrank mitgerutscht und blieb darunter sitzen. Also haben wir es mit Insektenspray versucht rauszuscheuchen, was allerdings nur Dan und mich fast verscheucht hat, weil wir so husten mussten. Die Schlange hat ein kleines Stück ihres Schwanzes unter dem Regal hervorstreckt, aber kam nicht raus. Allerdings war es genug so dass Sean sie mit dem Spaten festhalten konnte und vervorziehen. Cath hat sie dann direkt am Kopf mit einem anderen Spaten festgehalten und fest zugedrückt. Das reichte allerdings nicht aus. Also habe ich ihr eines der Schlachtermesser gereicht und sie hat den Kopf abgetrennt. Geschafft! Der restliche Körper der Schlange hat noch minutenlang gezuckt und sich gewegt als ob sie davonkriechen möchte. Da der Körper selbst ungiftig ist, musste ich sie einfach mal anfassen und ich muss sagen sie fühlt sich toll an! ;P Ich bin aber trotzdem froh, dass Dan das Tier in meinem Hauptaufenthaltsbereicht entdeckt hat und mir somit nichts passieren konnte. Kopf und Rumpf haben wir dann im Ofen verbrannt. Wir können uns nicht ganz erklären wie sie hineingekommen ist, aber wer weiß wie klein der Spalt bloß sein muss, denn es war keine ausgewachsene Schlange. Ich habe Dan gefragt ob diese Schlangen klettern können und zB zum Fenster rein sind und ggf auf die Couch hätte kriechen können und er meinte, dass machen sie nur bei Backpackern.... :D

Also alles gut gegangen! :)

Leider habe ich nur ein Foto der Unterseite der Schlange:

Mulgaschlange

Lyndon Station Nr. 7

Mittwoch, 10.02.2016

Hallöle,

ja gegen Schlangenbisse gibt es in Australien gute Gegenmittel. Das wichtige ist allerdings genau zu wissen welche Schlange es war oder bestenfalls ein Bild machen, damit die Ärzte das richtige Gegenmittel verabreichen können. Soweit ich weiß sterben nicht so viele Menschen an Schlangenbissen, aber sie können auch nicht heilbare Krankheiten verursachen, wie Muskelschmerzen und Nervenschäden. Allerdings ist eine Python eine ungiftige Würgeschlange, zumindest vor denen brauchen wir uns nicht "fürchten".

Ja die Australier sind ein sehr praktisch veranlagtes Völkchen und gerade hier im Busch muss man das ja auch sein, denn so schnell ist keine Hilfe hier. Auch der Royal Flying Doctor Service braucht schon mal so 3-4Stunden um hier zu sein...

So, und wenn ihr zuhause denkt, oh je wir haben 2-3 Tage lang 40° und das ist ziemlich warm, kann ich jetzt nur noch milde lächeln. Für diese Woche sind 47-48°C angesagt und zwar durchgängig bis nächste Woche! Wobei meine Kollegin meinte alles was über 42°C ist, da merkste keinen Unterschied mehr... :D Selbst nachts fällt das Thermometer nicht unter 30°C zur Zeit, also vom erholsamen Schlafen kann ich nur träumen derzeit. Es ist hier so warm, dass man sich nicht nur fast die Haut am heiß gewordenen Duschgel im Bad verbrennt, sogar die Plastik-Ringe des Duschvorhanges (sehen genauso aus wie in D) schmelzen und biegen sich auf :D

Die Familie meinte, dass die Steinritzungen um die 1000Jahre alt sein müssten. Aber dadurch, dass sich das kein "Offizieller" angucken wollte, will ich mich mal nicht festlegen.

Liebe Grüße nach Hause! :* <3

Lyndon Station Nr. 6

Samstag, 06.02.2016

Hallo liebe Alle!

Wird mal wieder Zeit was zu schreiben :) Mir geht es gut hier auf Lyndon. Nun bin ich schon 2 Monate hier und in gut einem Monat geht es dann schon wieder weiter mit meiner Reise, erst nach Exmouth zum Schnorcheln und dann die Westküste wieder runter nach Perth. Die Familie war wieder im Urlaub und ich habe hier 2,5 Wochen lang Rasensprinkler geschupst und den Hund bespaßt ;D Seit dem wir den Regen hatten, gibt es hier wahnsinnig viele Insekten, Motten (bis zu 6cm lang), Käfer, Grashüpfer (bis zu 8cm lang) und natürlich Mücken! Da mein Zimmer nur am Fenster ein (leider auch noch defektes) Fliegennetz hat, haben mich die Viecher regelrecht aufgefressen, da ich durch die Wärme nachts ja auch meine Tür offen habe. Also schlafe ich seit ein paar Tagen wieder im Auto unter meinem Fliegennetz. Wenn ich Seitentür und Heckklappe offen habe, weht auch ein schönes Lüftchen durch, herrlich! Natürlich will Loulou nicht allein irgendwo schlafen und hat gleich am ersten Abend ihren Kopf zur Matratze hoch gesteckt und geguckt wie sie da wohl reinkommt.... da sie aber mit Sicherheit nicht IN meinem Bett schlafen darf habe ich ihr also UNTER meinem Bett Platz gemacht und nun schläft sie dort wo sonst meine Stapelkisten stehen :D Die Tage rief mich meine Kollegin tagsüber an, das macht sie nur, wenn sie irgendwo feststeckt und abgeholt werden muss, denn das Satelliten Telefon ist sehr teuer. Sie hat mir gesagt, wo ich hinfahren soll und dass ich die Starterkabel und die Abschlepp-Kette mitbringen soll. Also hab ich alles stehen und liegen gelassen und bin los. Dummerweise hatte sie hinter Sean´s Auto unsere kleine Baumaschine geparkt, die sowas wie ein großer Gabelstapler aber auch kleiner Bagger ist. Ich konnte zwar rausfinden wie ich die Maschine starte, aber sie nicht wegfahren...  ok, also das Auto aus der Werkstatt irgendwie anders ausparken. Nächstes Problem, das Auto hing noch an der Batterieladestation, zum Glück eingebaut und nicht auch noch die ganze Batterie ausgebaut, da hätte ich so schnell nocht gewusst wie ich die wieder einbaue. Batterie also abgeklemmt. In der Garage lag nun aber noch ein großes Metallteil rum aus dem Tina ein neues Regal bauen wollte, das Ding ist so schwer, dass man das normal mit der kleinen Baumaschine wegfährt.... irgendwie habe ich es aber zumindest so weit wegschieben können, bis ich ausparken konnte. Allerdings stecke ich irgendwo fest, also wieder aus dem Auto gesprungen und geguckt... ich habe den Metallmülleimer mitgenommen :P egal, muss Tina "retten" gehen. Unterwegs hatte ich ein wunderbares Gewitter und habe mir echt Sorgen gemacht um sie, vor allem weil ich gefahren bin und gefahren und ich sie nicht finden konnte, zumal sie auch noch gesagt hat ist nicht weit... Als ich an unserer Grenze zur nächsten Farm angekommen bin, wusste ich, etwas muss falsch sein und bin zurück gefahren. Am Telefon hatte sie zu mir gesagt, dass sie Probleme an der letzten Windmühle hat und zum Glück schreibt sie morgens eine Liste was sie abfährt an diesem Tag und so konnte ich mit der Karte der Farm herausfinden wo sie ist. Durch die schlechte Verbindung am Satelliten Telefon bin ich in die falsche Richtung gefahren... statt über die ersten zwei "grid" (Metallgitter über die die Rinder nicht laufen können) habe ich durch die ersten zwei "creeks" verstanden... Nun war schon mehr als eine Stunde vergangen und in der Zwischenzeit konnte sie ihr Auto wieder zum Laufen bringen und kam mir entgegen, Rettungsmission gescheitert ;D aber alles gut gegangen.

Ab und an muss auch unser Diesel-Generator auch mal aufgefüllt werden. Und wenn der gerade leer ist, wenn nicht gerade der Liefer-Truck kommt, muss das von Hand gemacht werden. Also hat Tina mir ein Fass auf die Baumaschine gestellt und ich habe 200Liter eingefüllt.Das ging ja noch, da das normale Lagerfass hoch hängt und einen normalen Tankschlauch dran hat. Dann haben wir das Fass zu Generator gefahren und dort hier es dann mit der Hand die 200Liter wieder aus dem Fass in den Generator-Tank pumpen, mit einer Kurbel, da ist man dann schon mal eine Weile beschäftigt im Sonnenschein.... Aber muss ja sein, sonst haben wir hier kein Licht oder Kühlhaus :D

Die Familie bewirtschaftet die Farm schon seit vielen Jahrzehnten, mindestens schon seit den 1930er Jahren, damals noch als "Manager", in den 1970ern haben sie die Farm dann selbst erworben und betreiben sie seitdem. Loulou springt nicht an, wenn sie eine Schlange wahrnimmt, denn Schlangen sind hier ja überall und sonst würde sie ja irre werden. Normal sind die Schlangen halt so 60cm bis 1Meter lang, leider war in den letzten Tagen keine kleine zu sehen um Euch ein Vergleichsfoto zu senden. Und Gegenmittel gibt es keine, sie wohnen hier halt ;P

Beste Grüße!

PS: Nein, Loulou durfte nicht die ganze Nacht in meiner Kleiderkiste schlafen! Sie versucht es aber auch immer wieder... :D

Steinzeichnungen (Ritzungen) Besucher auf der Wies´n mindestens 3,05m lang! beim Diesel pumpenunschuldigSonnenuntergang

Ich glaube ich lebe im Tierpark

Dienstag, 19.01.2016

Hallo liebe Familie und Freunde :)

Manchmal könnte man denken ich lebe hier im Tierpark, so viele Tiere gibt es hier die wir ja sonst nur aus den Tropenhäusern kennen. Und genauso hört es sich auch an! So wie im Tropenhaus im Tierpark in Berlin singen die Vögel hier in den Bäumen. Gerade jetzt im Sommer wenn es heiß ist, kommen viele hier her, denn hier gibt es Wasser in Form von Sprinklern und co. Bis jetzt kannte ich ja überwiegend die Horden an weißen Kakadus die in Scharen die Bäume anknabbern, aber die anderen Vögel hören sich viel besser an! :) Die Tage hat mich die Familie mitgenommen zu einer der Wasserpumpen. An dieser Stelle gibt es keinen Wasser-Tank und keinen Wasser-Trog sondern ein Wasserloch in das die Windmühle pumpt. Wassertanks und dazugehöriges Material sind sehr teuer und so haben nicht alle 70 Wasserpumpen Tanks. Die Wasserlöcher locken dann wiederrum auch eher Vögel an und Sean hat beim checken seiner Pumpen an diesem Wasserloch tausende Wellensittiche gesehen. Als er nun uns alle ins Auto gequetscht hat, denn das Arbeitsauto für den Busch ist nicht so geräumig wie das Familienauto und dort rausgefahren ist, waren leider keine Sittiche mehr da :( aber er hat uns die Steinzeichnungen der Aborigines gezeigt, was ein toller Trost war. Woanders fahren die Leute (mich eingeschlossen) tief in Nationalparks um Zeichnungen gegen Gebühr anzusehen und hier gibt es Steinzeichnungen für lau. Das interessante ist, dass diese Steinritzungen wahrscheinlich sogar älter sind als viele Felsenmalereien :) Cath meinte die Regierung sein allerdings an diesen Spuren der Ureinwohner nicht interessiert und so bleiben sie wenigstens unbeschadet erhalten.

Sean hat erzählt, dass es früher vor allem im Winter geregnet hat, heute regnet es hier eher im Sommer und so konnten wir die Tage richtige Gewitterstürme anschauen :D Mit viiiel Wind, so dass die Eukalyptusbäume sogar einige Äste verloren haben und so viel Regen, dass zumindest zeitweise das Wasser auf dem harten Sandboden nicht einsickern konnte. Es fließt dann also in kleinen Bächen zum Fluss, der bis jetzt ja trocken war. Das erste was die Kinder und Sean gemacht haben nachdem der Regen aufgehört hat, sie sind in den Fluss gesprungen zum Baden! Das Wasser braun von den Sedimenten, aber sie schwören drauf und es sei ja soo klar und lecker zum Trinken.... äh und was ist mit dem ganzen Kuhmist der unterwegs wegeschwemmt wird? Landkinder eben! ;P Überhaupt sind die Kids wie die Verrückten ums Haus geturnt und haben den Regen gefeiert. Wegen dem Wind durften sie nicht weg vom Haus und von den schützenden Vordächern weg. Selbst das Baby ist munter im Gewitter rumgekrabbelt, er liebt aber auch Wasser und so konnte man ihn nur schwer davon abhalten wieder zu den Pfützen auf der Veranda zu krabbeln.

Vorgestern Abend bin ich im Schein meiner Stirnlampe auf dem Weg zu meinem Außenbad und sehe im Augenwinkel etwas kriechen, eine Schlange! Und zwar ziemlich groß. Sean und Cath haben mir gesagt, dass ich bei jeder Schlange die ich sehe sie holen soll damit sie schauen ob es was giftiges ist. Meist haben wir hier kleine ca einen Meter lange Pythons die nicht giftig sind und welche wir leben lassen, weil sie die gitfigen Schlangen und deren Eier fressen. Diese sind olivegrün-gelblich mit braunen Flecken wie ein Gepard oder Tiger. Ich habe also Sean geholt. Seine erste Frage: ist die Schlange schnell oder langsam? Denn die Pythons sind meist recht gemütlich unterwegs und die giftigen recht flink. Darauf konnte ich ihm nicht antworten denn ich habe ja bloß etwas "großes" gesehen. Als Sean die Schlange sieht, die sich in der Zwischenzeit bis vor meine Zimmertür auf der Veranda vorgearbeitet hat, sagt er nur noch "holy moly" - frei übersetzt in etwa "heiliger Bimban". Das Vieh war eine Schwarzkopf-Python, allerdings mehr als 3 Meter lang! Selbst Sean, der den Großteil seines Lebens auf Lyndon verbracht hat, hat noch keine so große (lebende) Schlange gesehen! Selbst im Schlangenbuch steht, dass sie normal nur max 2,5Meter werden. Nach ausgiebigen Bewundern, Bildern und Videos machen die Frage was machen wir mit ihr? Sie ist nicht giftig, ok, aber es ist eine Würgeschlange und könnte den kleineren beiden Kindern gefährlich werden. Cath meinte wir lassen sie dort, sie wird schon weiter ziehen, was für mich bedeutet hätte auf der Couch in der Wohnküche schlafen. Aber wir wollten sie doch lieber weiter weg vom Haus haben. Mit einem langen Stock haben wir sie also anschieben wollen, so dass sie freiwillig wegkriecht. Cath nannte Sean und mich dann die Schlangenflüsterer oder auch angelehnt an das Rinder zusammen treiben (cattle mustering) snake mustering (Schlange treiben) :D So richtig wollte die Schlange nicht in die Richtung geschubst werden in die wir sie haben wollten, also haben wir sie so weit wie möglich fortgetrieben, was neben meinem Außenbad endete. Als ich dann schließlich zum Duschen gehen konnte habe ich ihren Schwanz noch immer neben der Badtür gesehen.... wahrscheinlich brauchte das arme Vieh auch erst mal eine Pause ;D

Bis bald! <3

 PS: Nein bitte leider keine Bilder im Moment senden, es bricht hier sonst alles zusammen :( Wenn ich Lyndon Station wieder verlasse und meine eigene Wlan Box wieder nutzen kann, dann geht das wieder.

Zivilisation! :D

Freitag, 15.01.2016

Als die Familie aus ihrem Urlaub wiedergekommen ist, sind alle staubig-rot aus dem Auto geklettert, der Anhänger hat beim Fahren auf der Schotterpiste einen Stein hochgeschleudert und die Heckscheibe demoliert. Da sie nächste Woche nach Perth zur Familie fahren, musste das Auto natürlich in die Werkstatt. Und das durften meine Kollegin und ich machen! Was für uns hieß, für anderhalb Tage in die "Stadt" :D Da wir das Auto morgens um 8h in Carnarvon abgeben sollten, hieß das noch vor um 5h losfahren, da sieht man gerade erst mal das erste Schimmern von Tag am Horizont... in Carnarvon haben wir dann die Chance genutzt und haben gemütlich im Café gesessen und am Hafen, sind ein wenig bummeln gegangen und haben "Menschen" gesehen ;D ich selbst habe mir einen Termin bei einem Chiropraktiker (war noch bei keinem) geben lassen. Carnarvon ist ja eine ziemlich kleine Stadt, also nicht viel Auswahl an Ärzten die einen wieder einrenken können. Chiropraktiker nennt man glaube auch die Knochenbrecher unter den Ärzten... und genauso fühlt es sich an! Da ich ja immer mal Probleme im Schulter-Nacken-Bereich habe hat sie da also mit viel ruckartigem Schwung die Knochen wieder eingerenkt, krass lautes Knacken! Hilft prima, ist aber nichts für schwache Nerven! Ist gar nicht so einfach zu entspannen, wenn sie Deinen Kopf in den Händen hält und Du weißt was gleich kommt.... Ich glaube auf lange Sicht bevorzuge ich Physiotherapie und Osteopathie :D Aber auf jeden Fall erst mal eine Besserung! :) Am nächsten Tag musste das Auto dann noch in eine andere Werkstatt und wir hatten noch Einkäufe zu erledigen, so hatten wir auf dem Rückweg das Auto voll mit Kälbchenfutter, Gartenschlauchteilen, Rasendünger und Pool-Chemie. Den Sack mit dem Rindenmulch haben wir auf´s Dach verbannt, den Geruch hält man im warmen Auto ja nicht aus! ;) Als wir wieder auf unserer Schotterpiste waren haben wir nicht schlecht geguckt, die vergangene Nacht muss es geregnet haben, denn es stand Wasser auf der Straße, welches in den harten Boden nicht gleich einsickern kann. Das mutet merkwürdig an, denn in dieser trockenen Gegend kann ich mir Regen so gar nicht vorstellen. Laut meiner Kollegin sollte es bis spätestens März hier allerdings noch so richtig regnen, so dass man nicht mehr die Farm verlassen kann, bin gespannt ob ich das erlebe ;)

zu Euren Fragen:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich beengt fühlen werde, ich bin ja schließlich ein Stadtmensch ;D aber ja die Weite ist hier definitiv anders. Leider war meine vorhergehende Aussage zu der Größe Lyndons falsch, mein Kollege hat mir da leider was falsches erzählt und ich auch noch was falsches geschrieben ;D also Lyndon ist 4500qkm groß. Hmm, nee den kalten Winter vermisse ich eigentlich nicht, vor allem nicht den Sonnenmangel, ich friere ja auch leicht. Ich hätte allerdings nichts gegen ein paar Grad kühler hier einzuwenden. Loulou bekommt auf dem Bild gerade die Rippenknochen der Kuh aus dem Kühlhaus. Die hat sie fein säuberlich abgenagt. Klar Dingos gibt es hier auch (hab leider noch keine gesehen), aber es gibt halt auch eingeführte Hunderassen. Dadurch kommt es auch zu Mischlingen und der reine "Ur-Dingo" wird rar. Auf den Wohnhausbild: ich wohne in dem rechten Haus im Zimmer ganz links, offene Tür. Verarbeitete Produkte werden nicht verkauft, die Würste haben wir eingefroren. Es werden nur die schlachtreifen Rinder verkauft. Auch Kraftstoffe kommen mit dem Liefer-LKW. Diesel hat er in einem großen Fass dabei und pumpt die bestellte Menge direkt in unser Dieselfass. Benzin und Kerosin kommen in Fässern (55Gallonen = ca. 210Liter) und wir haben "Handpumpen" um die Motorräder oder das Flugzeug zu betanken. Klar gibt es hier "Winter", nicht das wir wir Winter nennen, aber eben auch eine kalte Jahreszeit. In vielen Teilen Australiens ist es so warm, dass die Erntezeit zB auch verschoben ist, so wurde das Getreide nördlich von Perth Mitte November geerntet, was ja im Frühling ist. Hier genauso, es ist hier zu heiß. Der Gemüsegarten liegt jetzt im Sommer brach und wird erst im Herbst wieder bepflanzt. Die Blumen hier sind eher Palmen und andere eher tropische Bäume und Sträucher (einer heißt zB Broome-Poststellen-Baum, kA. warum) So was wie bei uns Geranien oder Stiefmütterchen gibt es hier nicht im Garten, ist sicher zu heiß. Im Winter wird es hier nachts bis zu 10-15°C kalt, selten auch mal "bloß" 6°C. Heizungen gibt es keine. Hier gibt es einen Kamin im Haus, die Personalräume bleiben kalt. Von meiner Bekannten die in Sydney wohnt weiß ich, dass wenn es kalt wird, stellt sie ihre Klimaanlage auf Wärmen um, was allerdings nicht vergleichbar ist mit einer deutschen Heizung. Äh ja, beim Froschkönig liegt das wahrscheinlich daran, dass sich keiner der ca 10 Könige zuständig fühlt die Kugeln mal zu polieren und das mineralienhaltige Wasser lässt alles schneller anlaufen und rosten. Als ich alleine im Busch war hatte ich Wasser dabei. Hier fährt niemand raus ohne mindestens 5 Liter Wasser a Nase, meine Kollegin Tina nimmt glaube ich 7,5Liter pro Tag für sich und den Hund mit, eben zur Sicherheit und sie ist kein großer Wassertrinker im Gegensatz zu mir. Hmm, ob ich auf den Videowürfel gewollt hätte?? Aber es freut mich, dass ihr an mich gedacht habt :)

Ich denke auch an Euch! Bis bald liebe Alle! Eure Chocolat :)

PS: Da das Bild vom Handy kommt und damit eine viel kleiner Dateigröße ist als Bilder von meiner Kamera konnte ich es "reinmogeln" ;D

Regenwasser auf der Schotterpiste

Chocolat allein im Outback

Freitag, 08.01.2016

Auch wenn es leider Pech für Loulou ist, aber nein sie darf nicht im Bett schlafen. Es würde auch nichts bringen wenn sie miauen würde ;D erstens ist sie viel zu groß und mein Bett recht klein und zweitens Hunde müffeln, im Gegensatz zu Katzen! Geht schon damit los, dass sie liebendgerne Kuhdung knabbert, bäh! Das haben meine Kater nicht gemacht! :D

Ja so in etwa wie auf Drogheda ist mein Leben jetzt wahrscheinlich auch. Soweit ich mich an die Filme erinnern kann, ist schon ein Weilchen her, dass ich sie gesehen habe. Das Haus sieht jedenfalls im Prinzip so aus, die Farm hier gibt es ja auch schon seit 1880!

Heute morgen ging es um 6h los mit meiner Kollegin Tina, die täglich die Windmühlen und Solarfelder checkt die die Wasserpumpen antreiben. Eine der Windmühlen war defekt und zum reparieren braucht man 2 Leute und so bin ich halt mitgefahren. Unterwegs haben wir erst diverse Wassertanks gecheckt ob sie noch gut gefüllt sind damit die Rinder genügend Wasser zum Trinken haben. Die Rinder hier in Lyndon sind auf verschiedene Gebiete aufgeteilt die jeweils mit Zäunen abgetrennt sind. Damit kann man die Gruppen besser kontrollieren. Eine Gruppe ist eine "Familiengruppe", also Rinder die noch Junge bekommen und aufziehen. Eine andere Gruppe sind die Tiere die in der nächsten Saison zusammengetrieben werden und verkauft werden. Dazwischen gibt es auch immer mal wieder Weideflächen die "unbewohnt" sind, damit dort das trockene Gras etwas wachsen kann, denn es gibt auch immer mal wieder Jahre in denen es nicht regnet und dann würden die Tiere verhungern, wenn es keine Reservefläche gäbe. Anhand ihrer Ohrenmarkierungen können Sean und Tina die Tiere schon von weiten auseinanderhalten. Statt die Tiere zu brandmarken werden hier kleine Löcher in die Ohren geschnitten, weil es wohl weniger schmerzhaft ist. Sollten sie also ihre Plastik-Ohrklipse verlieren, weiß Sean immer noch welches sein Tier ist, falls mal ein Nachbarbulle über den Zaun springt :D So gibt es in den Familiengruppen zB auch Omas für das Sozialgefüge, diese Tiere sind dann oft kastriert/sterilisiert und haben dann auch eine andere Ohrenmarkierung. Die "Straßen" hier im Busch - ich würde es noch nicht mal als "Fahrspuren" bezeichnen - sind teilweise in einem relativ schlechten Zustand, so dass ich trotz Gurt im Auto ganz schön durchgeschüttelt wurde. Ich bin hier übrigens die einzige die einen Gurt anlegt, jeder fährt hier ohne... Gut, dass diese Autos mit ihrer großen Bodenfreiheit und ihrem Allradantrieb für diese "Straßen" gemacht sind. Mit einem Mal sagt Tina, hmm, irgendwas stimmt nicht, ich halt mal eben an und guck unters Auto... und dann kam nur noch ein "oh oh". Das Metallteil welches die Kraft vom Motor auf die Hinterachsen überträgt (Getriebestange?) war abgebrochen... Mitten im Busch, fast 20km entfernt vom Haus. Zum Glück hat Tina wenn sie in den Busch fährt ein Motorrad auf der Laderampe. Da würden zwar zwei Leute draufpassen, aber da sie alleine schneller ist und sie ja eh zurückkommen muss um die Windmühle zu reparieren, hat sie mich also allein im Busch gelassen... das ist schon ein komisches Gefühl :D Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber was hätte ich denn gemacht, wenn das Motorrad auch noch kaputt gegangen wäre? Die Familie kommt ja erst morgen aus dem Urlaub zurück.... also hab ich da im Busch alleine gesessen :D Natürlich kam sie aber wieder mit Sean seinem Arbeitsauto und wir sind zur defekten Windmühle gefahren. Dort haben wir das Ding auseinandergebaut, wobei es zum Glück keine so tiefe Bohrung ist, so dass wir nur ca 8Meter Schlauch aus dem Loch ziehen mussten. Mit viel Muskelkraft konnten wir die Metallteile auseinanderschrauben um einen neuen "Dichtungsring" einzusetzen. Anhand der Geräusche und der Art wie und ob eine Windmühle pumpt weiß Tina nämlich was kaputt ist, faszinierend! Sie sagt jahrelange Erfahrung :D der Dichtungsring ist zu meiner Überraschung aus Leder. Viele der Dichtungsringe sind aus Plastik, aber dieses spezielle Teil ist aus Leder, weil es sich auch ein bisschen ausdehnt wenn es nass ist und dann besser funktioniert als nur Plastik. Nachdem wir alles wieder zusammengesetzt hatten und wieder hinabgelassen haben ist uns aufgefallen, dass wir ein Teil nicht eingebaut haben... ;D also wieder alles raufholen und anschrauben. Aber irgendwann war es dann geschafft und sollte wieder funktionieren. Zum Testen braucht es allerdings Wind.... und natürlich wehte ausgerechnet dann kein Wind. Bevor wir allerdings hochklettern mussten und per Hand antreiben sind wir erst noch mal zum kaputten Auto gefahren um zu schauen ob wir was machen können. Da Tina ihr Arbeitsauto nicht im Busch zurücklassen wollte, entschied sie sich für Abschleppen. Da sie nicht wusste, ob das so gut ist, wenn die Stange unten halb runterhängt hieß es also abschrauben. Also lagen wir zu zweit unter dem Auto und haben das Ding abmontiert. Wieder mal gut, dass die Autos so hoch gebaut sind, so dass man relativ "bequem" drunter liegen kann. Gut, dass die Leute hier immer einen riesen Werkzeugkoffer bei haben... Als wir das Teil endlich abhatten haben wir die Autos zusammengebunden mit einer riesen Stahlkette und los gings. Tina fuhr vorne weg und ich saß im kaputten Auto und habe um die Kurven gesteuert und gebremst wenn nötig. Wir passierten auch die frisch reparierte Windmühle, die zum Glück ihren Dienst wieder einwandfrei tat und konnten endlich Heim fahren. Erstaunlich, dass Sean sein Auto so kräftig ist nicht nur Tina´s Auto abzuschleppen, sondern das auch noch durch dieses unwegsame Gelände. Eine Weile ging es also durch den Busch bis wir eine der Straßen erreichten, eine der Schotterpisten, die "Autobahnen" hier im Busch. Tina meinte zu mir, dass wenn irgendwas ist soll ich hupen, dann hält sie an. Leider konnte sie mein Hupen nicht hören, so dass sie beim Fahren mit geschätzten 60km/h auf der Schotterpiste dem defekten Auto auch noch Steinschläge auf der Scheibe verpasst hat.... :D Fast 7Stunden nach unserem morgendlichen Aufbrechen sind wir dann wieder gesund am Farnhaus angekommen. Mal wieder eine interessante Erfahrung! :)

So, da morgen der monatliche Erneuerungstag des Internets ist, kann ich heute alles Datenvolumen aufbrauchen und Euch Bilder hochladen! :D die Echse ist eines der Viecher die hier ums Haus schleichen, im Prinzip nicht giftig, nur haben die soviele Bakterien im Maul, dass man an der Infektion sterben könnte und sie fressen unsere Hühner und deren Eier...

beste Grüße aus dem Outback! <3

Anfahrt nach Lyndon Lyndon Wohnhaus Suchbild: wo ist der Frosch? Windmühle 4 der Kinder und Lehrerin Patty beim Weihnachtssingen Lyndon von oben durch die Lüfte beim Wurstmachen nur die halbe Wurstmenge im Kühlhaus beim Reiten (ohne Steigbügel) :D Fang des Tages in der Mausefalle Sonneruntergang mit Gewitterwolke  Haushund Loulou andere Hausbewohner wilde Echse

 

Chocolat allein zuhaus

Dienstag, 05.01.2016

Gesundes neues Jahr Euch allen!

An Silvester haben wir nicht viel gemacht. Da die Tage hier auf der Farm zeitig los gehen, gehen wir abends auch zeitig schlafen. Aber wir haben das Silvesterfeuerwerk aus Sydney im Fernsehen geguckt :) Sydney liegt uns ja 3Stunden voraus und so haben wir uns zum um 21h zum Fernseher begeben. Da Australien jedoch 4 Zeitzonen hat und jeder Bundesstaat sein eigenens Programm welches zeitversetzt ausgestrahlt wird, lief im westaustralischen Fernsehen gerade das in Sydney um 21h stattfindende Kinderfeuerwerk, welches auch schon super toll ist. Da wir hier jedoch eine Satellitenschüssel haben konnten wir zum Fernsehn nach Südaustralien umschalten, welches nur 30Minuten nach Sydney-Zeit ausstrahlt. Und so konnten wir um 21:30h unserer Zeit das Mitternachtsfeuerwerk aus Sydney sehen :) der absolute Hammer, der ganze Hafen und die Innenstadt wird erhellt vom Feuerwerk! Man könnte echt denken die wollen ihre Hafenbrücke wegsprengen, so viele Raketen sind daran angebracht. Und es ist echt witzig die Menschen im Fernsehen in Sommerkleidern Silvester feiern zu sehen, statt wie bei uns im Wintermantel ;D ich hoffe, dass ich nächstes Jahr in Sydney sein kann zu Silvester!

Die Familie hier ist jetzt im Urlaub und ich passe auf Haus und Hund auf ;) meine Kollegin ist tagsüber im Busch unterwegs und kontrolliert die Windmühlen und Solarfelder, also bin ich hier "ganz" allein... allerdings habe ich eine Liste mit Aufgaben bekommen, wie Rasenmähen (so um die 3000qm), Unkrautzupfen und Laub zusammenfegen, neben meinen anderen Arbeiten versteht sich ;P Gestern habe ich zB. Feigen gepflückt. Wir haben hier 3 Bäume und nachdem ich eine Stunde durch die Äste geklettert bin habe ich 3,5Kilo Feigen geerntet. Lecker! :) Wenn ich irgendwann keine mehr essen kann, werde ich aus dem Rest Marmelade kochen, denn es hängen noch mindestens 2-3mal soviel Früchte im Baum die auch sicher bald reif werden :D Das Laub und die anderen Sachen die ich zusammenharke verbrenne ich in einem "Ofen", den würden wir auch benutzen, wenn wir heißes Duschwasser haben wollen und wieder einmal ist mir die Hartnäckigkeit der Viecher hier aufgefallen. Der Ofen ist schon so 20Minuten am brennen, kommt da ein Käfer rausgeklettert und läuft fröhlich weiter.... meine Kollegin Patty (die Lehrerin, die gerade im Urlaub ist) hat mir erzählt, dass sie mal Kakerlaken in der angeschalteten Mikrowelle hatte, die auch munter darin weiter spaziert sind... Der Hund vermisst seine Familie natürlich und hat sich gleich schon mal daran gewöhnt, dass ich sie (Loulou) füttere und folgt mir nun überall hin. Da ich nachts mit offener Zimmertür schlafe (ist einfach zu warm sonst) liegt sie nun also auf der Fußmatte vor meinem Bett. Ab und an guckt sie dann mal hoch ob ich noch da bin, wobei sie mich mit ihrer Schnauze anstupst (bähh!) und gelengentlich versucht sie sogar ins Bett zu klettern... so sehr ich Tiere mag, einen Hund muss ich echt nicht im Bett haben! :D und noch dazu so einen großen... wenn draußen etwas langläuft, eine Echse oder eine Schlange, weckt sie mich nun jedes Mal mit leisen gequietsche. Ehrlich gesagt wüsste ich lieber nicht jedes Mal wenn da eine Schlange langkommt... die meisten die wir hier haben sind ungefährlich, aber ich weiß auch, dass hier gifitge leben... Auf die Frage warum wir hier keine Schweine haben, hat mir Sean erzählt, dass es zu warm und zu trocken für Schweine ist und man sie extra füttern müsste, da sie mit dem trockenen Gras nicht ausreichen. Seine Eltern hatten hier früher Schweine und die mussten täglich mit einem Känguru gefüttert werden, welches sie wohl ziemlich agressiv zerlegten, so dass seine Mutter Angst hatte, dass die Schweine eines Tages mal die Kinder angreifen... früher gab es hier übrigens auch Schafe die der Wolle wegen gehalten wurden, fehlt nur noch das Zuckerrohr und ich bin im australischen Klischee gelandet :D von mir beim Reiten auf einem Pferd gibt es natürlich "Beweisfotos", na mal gucken vll bekommt ihr mal eines zu sehen ;P

Meine liebe und supertolle chilenische Kollegin Loly die ich im Roadhouse in Timber Creek getroffen habe, ist Zahnärztin und fliegt nächste Woche nach Kambodscha um dort bei einem Freiwilligenprojekt als Zahnärztin für Kinder zu arbeiten. Die Unterkunft und die Verpflegung kann sie aus ihren Ersparnissen hier aus Australien bezahlen, für ihre Arbeitsgeräte, die sie auch selbst zahlen muss, hat sie eine Spenden-Website. Für die unter Euch die des Englischen mächtig sind und die finanziellen Möglichkeiten haben: bitte spendet für Loly und ihr gutes und wichtiges Projekt! Danke Euch! https://www.volunteerforever.com/volunteer_profile/aurora-lagos

So, ich werde dann mal ein paar Feigen zum Frühstück essen und Unkraut zupfen gehen :D Liebe Grüße an Euch alle!

Was für ein tolles Jahr 2015! Auf ins Neue!

Donnerstag, 31.12.2015

Lieben Dank für Eure Wünsche an Weihnachten!

Ich hoffe doch, dass ihr alle Weihnachten ruhig und besonnen begehen konntet!

Mir geht es hier gut. So langsam gewöhne ich mich an die 40°+ und empfinde die morgendlichen 20° als erfrischend... :D trotzdem muss ich zugeben, dass ich gegen 10-15°C weniger tagsüber nichts einzuwenden hätte :D damit ihr mal eine Vorstellung davon bekommt wie warm es hier ist: meine "Crocs"-Schuhe standen draußen und haben sich in der Sonne so verformt, dass sie nicht mehr passen... :D ich habe hier weiterhin viel zu tun, neben den Essen kochen für die Familie und dem sauber machen, dem Tiere versorgen, Kinder bespaßen habe ich jetzt auch noch Gartenarbeit und Bewässerung zu erledigen. Der Tag hat einfach nicht genügend Stunden ;D Durch die Wärme hat man das Gefühl, dass alles nur ganz ganz langsam geht. Ab übermorgen ist die Familie im Urlaub und zumindest das Kochen für alle fällt weg. Wobei mir meine Kollegin Tina schon gesagt hat, dass der Angestellte der hierbleiben muss und auf das Haus aufpasst meist noch eine ewig lange Putzliste bekommt.... na schaun mer mal ;D

Nein, zumindest einer der Frösche im Bad kann nicht mehr winken, er ist in der Mausefalle gelandet :( und hat alle Köder-Ernussbutter aufgegessen ;D Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich lieber wieder vegan ernähren, aber dadurch dass ich Zugang zum Kühlhaus habe kann ich zumindest etwas "Grünes" wählen und ich mache mir wieder meine geliebte Roh-Vegane-Cashew-Milch, denn ich habe hier einen relativ guten Mixer :) Aber dafür sind die Rinder hier in Lyndon tatsächlich bio-zertifiziert! Liegt ja eigentlich auch auf der Hand es so zu machen, denn extra Futter bekommen sie ja nicht, sie fressen ja nur was Blättern und Gras im Busch draußen wächst. Sean züchtet extra Rinder die keine Hörner haben, so müssen diese nicht gekürzt werden (nicht bio-konform) und die Bullen (1000kg schwer) können sich nicht gegenseitig verletzen. Sie werden auch nicht geimpft, wenn eines dolle krank ist, bekommt es keine Medizin, die dann für den Menschen schädlich wäre. Entweder es heilt von allein, oder das arme Tier wird erlöst. Warum es keine Schweine gibt, gute Frage. Ich denke es gibt nicht genügend Futter hier draußen für sie. Trockenes Gras finden sie jetzt vll nicht so spannend und in der Küche fällt nicht genügend Abfall an, dass wir neben den Hühnern auch noch die Schweine füttern könnten. Meine Kollegin hat Schafe bei sich, die kommen auch mit dem trockenen Gras zurecht. Mietzekatzen gibt es leider nicht, weil sie nicht nur Mäuse fressen, sondern leider auch die Echsen und Vögel hier ums Haus und damit zuviel Einfluss haben auf die Natur. Es gibt natürlich auch Beweisfotos, dass ich auf einem Pferd geritten bin, tut mir leid, dass ich es nicht einfügen kann ;D Meine Kollegin hat gerade Freunde von sich zu Besuch hier, Petra und Tom, die beiden haben früher auch mal hier gearbeitet und während Petra liebendgerne reiten geht bevorzugen Tom und ich das Motorradfahren. Tom hat mir nämlich das Fahren beigebracht! :D Mototräder machen nämlich was man ihnen sagt, im Gesatz zu Pferden unserer Meinung nach :D Allerdings kann ich die großen Maschinen leider nicht halten und habe darum das Lehr-Motorrad bekommen mit dem auch die 10jährige Tochter rumfährt... :D Tom, Petra und Tina haben mich mitgenommen zum Grillen im Busch :) als wir aufgebrochen sind haben wir doch tatsächlich Regenwolken am Horizont gesehen... als das Gewitter näher kam haben wir auch eine kurze Husche abbekommen. Sicherheitshalber haben wir uns mit den beiden Hunden ins Auto gequetscht, so ein Gewitter im Busch ist schon klasse, da man bis zum Horizont gucken kann bekommt das eine ganz andere Dimentsion :) Feuer haben wir aus trockenen Ästen und allgegenwärtigem Kuhdung gemacht und über der Kohle haben wir auf einem kleinen mitgebrachten Metallgestell gegrillt. Heute abend sitzen wir dann alle noch mal zusammen beim BBQ bevor Petra und Tom morgen wieder Heim fahren und die Familie am Samstag in den Urlaub fährt. Dann sind Tina und ich allein hier auf Lyndon, wobei Tina tagsüber ja raus in den Busch muss zum Windmühlen und Wasserlöcher checken.

So, alles in allem kann ich sagen, dass ich ein ganz ganz tolles Jahr 2015 hatte! Mit vielen tollen Erlebnissen und Bildern, vielen Begegnungen und Eindrücken. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch mal bei allen die mich bei der Verwirklichung meiner Reise so lieb und toll unterstützt haben, von den netten, aufmunternden Worten bis zu tatkräftigen Umzugshelfern und Möbellagerern! Danke an Euch ALLE ! Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen! Ich hoffe Euch auch in 2016 mit einem schönen Reisebericht auf dem Laufenden zu halten zu können und Euch somit an meinem Abenteuer teilhaben zu lassen!

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Neue! Startet rein mit Gesundheit und Freude und vielleicht kann ich ja den einen oder anderen inspirieren seine Träume ebenfalls zu erfüllen!

Ich denke an Euch! Eure Chocolat <3

PS: Ha! Ich bin sieben Stunden vor Euch in 2016! :D

Auf dem Rücken der Pferde... entspannen die Würstchenmacher ;D

Donnerstag, 24.12.2015

Liebe Alle!

Ich habe Euch ja schon von der Kuh im Kühlhaus berichtet, diese musste nun verarbeitet werden. Die Schwester und der Vater meiner Gastmutter Cath haben Speck aus Perth mitgebracht und somit konnte es losgehen. Hier in Lyndon haben wir ja keine Schweine. Zuerst haben wir das Fleisch vom Knochen geschnitten, das hat zu Viert schon mal einen Nachtmittag gedauert und hat am Ende 50Kilo Fleisch für die Würstchen gebracht und noch einiges an Rinderbraten, Gulaschfleisch und Filet. Die Fleischbrocken haben wir dann in kleine Stücke geschnitten und gleichmäßig auf vier Teile aufgeteilt, weil wir vier verschiedene Wurstsorten machen wollten. Dazu den Speck gewürfelt und die Gewürze gemischt. Allein eine Portion Gewürze hat ein Kilo gewogen ;D gut, dass wir hier in der Küche eine große Anrichte haben, auf der wir die Mischung unter das Fleisch heben konnten, das Ganze dann ab in den Fleischwolf und dann mit der Wurstpresse in die Wurstpelle, in echte Wurstpelle, keine synthetische. Die lange entstehende Wurst haben wir das noch zu handlicher Bratwurstlänge gedreht und die Wurstbündel wieder ins Kühlhaus gehängt, bevor wir sie eingefroren haben. Denn insgesamt haben wir mehr als 70Kilo Bratwurst gemacht. Uns lief beim Würzen schon das Wasser im Mund zusammen und auch unsere Probebratlinge waren super lecker und in ganz toller Konsistenz. Allerdings konnten wir nach 2,5 Tagen heute Abend keine Bratwurst mehr sehen (oder riechen) und sind ganz froh, dass es über die Weihnachtsfeiertage lauter andere leckere Sachen geben wird :)

Gestern durfte ich abends reiten gehen! :) Cath hat mir das Pferd ausgesucht, Kenny, ein fast 20 Jahre altes ruhiges Pferd. Dummerweise hatten meine Kollegin und ihr Besuch die einzigen beiden Erwachsenen-Sattel mitgenommen, so dass ich ohne Sattel auf dem Pferd reiten musste.... äh, was? ;D aber Cath meinte, das sei die beste Art das Reiten zu erlernen und wenn man vom Pferd fallen würde, bleibt man wenigstens nicht in den Steigbügeln hängen, äh, bitte was? ;D Wie kommt man also auf ein Pferd ohne Steigbügel? Cath zeigte mir das einfache Aufschwingen.... nun sind meine Beine allerdings zu kurz und/oder ich zu unsportlich. Wir haben dann eine Laderampe gefunden von der aus ich auf das Pferd klettern konnte ;D das arme Tier hat sich wahrscheinlich auch gedacht, ohje, was hat er jetzt für einen Reiter abbekommen.... da ich Kenny nicht selbst davon überzeugen konnte weiter zu gehen hat mich Cath ein Stückchen geführt, erst als wir umgedreht sind und es wieder nach Hause ging, ging Kenny allein weiter. Und auch direkt selbstständig zum Absattelplatz statt zum Gehege. Braves Tier! :) so habe ich mein erstes Pferdereiten seit mindestens 20Jahren dann doch überlebt ;D

Hier auf dieser abgeschiedenen Farm gibt es ja auch das eine oder andere kleinere Lebewesen, Ameisen, Schlangen, Echsen, Mäuse, Kakerlaken usw. ... Da ich in meinem Zimmer bereits Mäusespuren gefunden habe und mir im Bad eine zugewinkt hat und sie auch in der Speisekammer etwas angefressen haben muste ich leider Mäusefallen aufstellen. So ungern ich das mache! :( Als Köder habe ich Erdnussbutter genommen womit ich die Maus in der Speisekammer schon mal gekriegt habe. Im Bad habe ich heute mit der Falle allerdings eine von den großen 4cm langen Kakerlaken gefangen! jey! eine weniger! :D habt ihr gewusst, dass ein Frosch der hier nur halb so groß ist wie eine Maus größere Häufchen macht?? Und dann auch noch im Waschbecken, doofe Viecher! ;D

Also liebe Alle! Ich wünsche Euch frohe Weihnachten und ein paar gemütliche Stunden! Denkt alle schön fleißig an mich und ich denke an Euch! :)

Heute war doch was?

Donnerstag, 24.12.2015

Liebe Alle!

Ich wünsche Euch allen fröhliche und besinnliche Weihnachten! Einen fleißigen Weihnachtsmann und hoffentlich nicht so viel Weihnachtsstress!

Ich denke an Euch!

Liebe Grüße aus dem heißen Outback! :)

durch die Lüfte

Montag, 21.12.2015

Heute morgen um 6:30h rief Sean nach mir... "willst Du mitkommen zum Fliegen über die Farm? in fünf Minuten ist gehts los!"... gut, dass ich schon mental wach war :D Also hab ich mir meine Kamera geschnappt, die Gastfamilien Mutter Cath hat mir noch eine Tablette gegen Reisekrankheit gegeben ("nimm das vorbeugend, zur Sicherheit") dann hab ich noch schnell eine Banane zum Frühstück runtergeschlungen und dann ging es auch schon los. Mit dem Geländewagen ging es durch das trockene Flussbett zur Sandpiste. Dort steht in einem Hangar die fast 40Jahre alte Cessna (eine Skyhawk 2) und wartet auf ihren Einsatz. Als erstes musste ich Kerosin hineinpumpen, welches in zahlreichen Fässern im Hangar lagert. Sean hat mir erzählt, dass das seine 3. oder 4. Cessna ist und er immer die alten kauft, da die neueren Modelle sich nicht so gut eignen zum Langsamfliegen über die Farm. Dafür hat er aber sogar Radio. Nach dem Tanken haben wir die Maschine hinausgeschoben und Sean hat die Sicherheitschecks gemacht. Und dann hieß es in das Cockpit quetschen, viel Platz ist in einer Cessna nämlich nicht, auch wenn es ein 4 Sitzer ist. Und natürlich Kopfhörer aufsetzen.  Über die holprige Landebahn rollten wir zum Ende der Startbahn. Da das Gelände der Farm ja riesig ist, braucht Sean keinen Tower anfunken zur Starterlaubnis. Nach allen Checks ging es los, wie die Reifen diesen steinigen Boden überstehen ist mir ein Rätsel. Sanft hob die alte Maschine ab. In ca. 50 Metern Höhe sind wir dann also über die Farm geflogen, erst über das Wohnhaus und dann über die Brunnen um deren Pumpen die entweder solarbetrieben oder windbetrieben laufen. Über den einzelnen Wasserstellen ist Sean dann tief in einem ziemlich steilen Bogen geflogen um Pumpe, Tank und Wassertrog zu kontrollieren. Ab ca dem 6. steilem Kurvenflug war ich dann doch froh, dass Cath mir die Tablette gegeben hat ;D Unterwegs hat sich Sean Notizen gemacht, was er von oben gesehen hat um morgen ggf. noch mal mit dem Auto hinzufahren und zu kontrollieren. Bei einem der Solarpaneele mussten wir landen, da kein Wasser im Trog zu sehen war, die Pumpe also nicht funktioniert. Butterweich haben wir aufgesetzt, was erstaunlich bei der Bodenbeschaffenheit ist ;D Da die Schotterpiste einer Landebahn natürlich nicht gleich an der Pumpe ist, sind wir durch den Busch dorthin gelaufen. Da ich in der Eile beim Aufbruch meine Arbeitsschuhe nicht angezogen habe, haben sich kleine Dornen in meine "Crocs"-Schuhe geschlichen, fiese kleine Dinger! Die kaputte Pumpe funktionierte im Prinzip noch, startet nur aus irgendwelchen Gründen nicht selbstständig. Auch diese Pumpe braucht noch mal einen genaueren Check. Dann ging wieder weiter in der Cessna. Unterwegs haben wir dann auch noch die Rinder angesehen, ob sie gesund aussehen und ob sonst auch alles ok ist. Von oben hatte ich einen tollen Blick auf die Savanne, die Pfade der Rinder, die wilden Pferde, Emus und Esel. Die Natur ist hier abwechslungsreicher als man denkt, mal recht "waldig" wenn man das im Outback so nennen kann, mal nur Spinnifex-Gras, mal ein Creek und gelegentlich Felsen und kleinere Hügel. Von Ferne sieht man Autos und LKWs am aufgewirbelten Wind und Sean hat sich dann kurzerhand mal mit seinem Nachbarn unterhalten der mit dem Viehtransporter-Roadtrain unterwegs war. Nach so ca. 2,5h Flug (gerade mal ein Viertel der Farm) sind wir dann wieder auf dem Lyndon Airport gelandet. Das war ein ganz toller Start in den Tag! :D

Puh, da bin ich aber froh, das das Internet so schlecht ist, dass ich nicht mitsingen kann.... :D hmm, ok ich könnte mich vll zum Mitsingen übereden lassen, wenn ich was vom guten Essen abbekomme.... schade, dass das mit der Kühlkette schwierig wird ;) aber ganz ehrlich: bei den 45°C die wir hier täglich haben, ist Gänsebraten essen bestimmt schweißtreibend ;D

Ja, ich versuche auf jeden Fall so viel wie möglich mitzunehmen an Erfahrung. Wenn der Jäger mal wieder hier ist, werde ich ihn mal fragen. Und Begeisterung, auf jeden Fall! :)

Nein, ich bin nicht der erste europäische Gast, noch nicht mal der erste Deutsche Gast. Wie gesagt, die Familie hat eigentlich immer jmd. da der den Job macht, oder eben die Wwoofer und das sind ja meist Backpacker wie ich.

Ich hoffe, doch dass es zu Silvester eine tolle Fernsehshow gibt mit dem Feuerwerk aus Sydney. Wenn ich schon nicht selbst hinfahren kann. Vll gucken die Aussies ja auch Miss Sophies Geburtstag :)

So ich stell dann mal den Glühwein kalt :D ...das ist eigentlich mal eine coole Idee, ich frag mal ob die Familie hier einen haben will :) wahlweise kalt oder warm ;D

Bis dahin liebe Alle!

auch Farmer müssen mal unter Menschen gehen

Sonntag, 20.12.2015

Wenn man so weit draußen auf einer Farm wohnt und die nächsten Nachbarn ja mindestens 30-40Kilometer weg sind und die nächsten Nachbarn dann entsprechend noch mal weiter trifft man nicht viele Menschen hier. Allerdings sind die Farmer der Region hier alle befreundet und eigentlich läutet auch andauernd das Telefon und es ruft einer an. Und es wird auch ab und zu zusammen gefeiert. So wie dieses Wochendende die Weihnachtsfeier. Dann trifft man sich auf einer der Farmen, jeder bringt etwas zu essen mit und es wird gegrillt und gefeiert. Es sind so ca 10-15Farmen in der Region, viele mit Rindern, aber auch Schaffarmen oder die Campingplatzbetreiber in der Nähe der Blow Holes (siehe Eintrag vom 13.11.15) oder vom Mt. Ausgustus (ein einzeln stehender Felsbrocken größer als der Ayers Rock). Dieses Jahr war die Familie von Quobba nahe den Blow Holes als Gastgeber an der Reihe. Und ich hatte das große Glück, dass meine "Gastfamilie" mich mitgenommen hat :) Also wurden alle 5 Kinder, die Eltern, ich und das Gepäck in das Auto gequetscht, die Swags (Swag=Schlafsack mit integriertem Zelt) auf´s Dach geschnallt und los ging es zu den 350Kilometer entfernten "Nachbarn". Da die Wege hier auf der Farm ja weiter sind, hat der Vater die Gelegenheit gleich mal genutzt und sich eines seiner Solarpaneele (betreibt einen Brunnen für die Rinder) angesehen, welches immer mal spinnt was mir die Gelegenheit gab unseren "Airport" anzugucken, die Sandpiste im Busch, welche eigentlich auch einfach nur ein Stück kahler Boden sein könnte ;D Wenn es sich ergibt, darf ich auch mal mit Sean (dem Vater) mitfliegen, wenn er über seine Farm zur Kontrolle fliegt :) Nach einem Zwischenstopp in Carnarvon, wo es Imbissessen zum Mittag gab und einem kurzem Einkauf im Supermarkt ging es zu dem wunderschönen Haus am Meer der Gastgeber (Küche mit Meerblick!!). Da sie dort einen Campingplatz und auch einfache Unterkunftshütten betreiben und wir extra zeitig da waren haben wir Erwachsen ein Zimmer mit Betten abbekommen und die Kids haben ihre Swags in den Schuppen ausgerollt, einen Mädels-Schlafsaal und einen Jungs-Schlafsaal. Nach dem Motto "ieh Jungs, die dürfen hier nicht rein" In einer windgeschützten Ecke brieten bereits zwei Schafe über dem Feuer und die Kinder sind in den Pool gesprungen. Und dann kam auch noch der Weihnachtsmann, der für alle Kinder ein Geschenk bei hatte. Hier kommt der Weihnachtsmann stilecht auf einem Truck, mit Kostüm, was bei diesen Temperaturen sicher kein Spaß ist :D Abends gab es dann was jeder so bei hatte, Salate, Dips, Gebäck und natürlich die gegrillten Schafe. Da sich die meisten Freunde das ganze Jahr über nicht sehen, haben die Erwachsenen viel gequatscht und getrunken und die Kids mit ihren "Klassenkameraden", die sie ja sonst nur via "School of the Air" sehen, gespielt. Nach und nach ist dann jeder ins seine Betten oder Swags geklettert. Morgens gab es dann Speck und Ei im Brötchen bevor jeder seine weite Heimfahrt antreten musste. Es war toll mal wieder das Meer zu sehen, so schön es in Lyndon ist, es fehlt definitv der Ozean! ;D Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine Wasserstelle auf der Farm kontrolliert und ich habe nicht die geringste Ahnung wie Sean die richtige Sandpiste gefunden hat, mir wäre die Spur im Sand nicht mal aufgefallen ;D

Ansonsten geht es mir hier gut. Ab diesem Wochenende bin ich fast alleine hier angestellt, neben der Familie ist nur noch eine Kollegin da, die allerdings in ihrer eigenen Hütte, ca 100Meter weg, wohnt. Wie ich erfahren habe, heißt das allerdings leider nicht, dass das Internet stabiler läuft, in den großen Sommerferien, ab jetzt bis Anfang Februar ist das Internet extrem langsam... Morgen kommt ein Teil der Verwandschaft zu Besuch und dann ist ja auch schon Weihnachten... Bis jetzt habe ich schon eine Menge hier gelernt. Spinnen funkeln wenn man sie nachts mit einer Taschenlampe anstrahlt wie kleine Edelsteine. Hühner haben unterschiedliche Charaktere, einige picken wenn man die Eier nimmt, andere sind entspannt. Und Hühner können nicht schwimmen. Kinder können hier schon mit 2 Jahren schwimmen, weil sie von Klein auf zur Abkühlung in den Pool gesteckt werden. Regenwasser aus dem Auffang-Tank ist wohl relativ gesund zum Trinken, wenn man davon absieht, dass ja Vögel auf das Dach kacken von dem das Wasser getrunken wird... allerdings sollte man den Tank häufiger kontrollieren, damit nicht eine Echse hineinklettert und ertrinkt, dann ist das Wasser dahin... wer dachte, hier im Outback ist ein sicherer Ort, der irrt, ich hab schon so viele Geschichten gehört, dass die fliegenden Ärzte gerufen werden mussten.... vom Pferd gefallen, vom Truck gefallen, in die Glastür gerannt. Andererseits ist es hier in sofern sicher, dass man die Türen nicht abschließt. Ich glaube es gibt auch an keiner ein funktionierendes Schloss... Heiß ist es für den Australier erst wenn die Vögel aus den Bäumen kippen, was ab ca 50°C passiert... und nicht immer fallen die Vögel nur vor Hitze aus den Bäumen, gelegentlich werden die Kakadus auch geschossen, weil sie eine Plage sind. Arme Viecher. Ich hab mich nämlich heute beim Nachmittag beim Eier einsammeln gewundert warum da zwei leblose Kakadus im Hühnerstall liegen. Das einzige gute an der Wärme hier ist, Wäsche ist in weniger als einer Stunde auf der Leine trocken :D

Bis dahin, liebe Alle! Eure Chocolat

Lyndon Station Nr. 5

Dienstag, 15.12.2015

Hallo liebe Alle!

Tja also, was kann man hier so machen in seiner Freizeit...? Die Familie hat ziemlich viele Bücher und da die Mutter ja auch ein kleiner Ökofreak ist gibt es auch zahlreiche Ernährungswissensschaftliche Bücher die wie für mich gemacht sind. Außerdem gibt es zahlreiche DVDs und ich habe ja auch einen tollen Stick mit Videos zum Angucken :) Ich dürfte auch reiten gehen, irgend jemand ist ja immer da und kann mir das beibringen bzw mitkommen zum Ausritt. Und ansonsten ja klar, schlafen. Denn schlafen kann man hier nie genug, zumal der wegen der Wärme auch nicht so erholend ist. Leider haben die Personlaräume keine Klimaanlage und tagsüber heizen sich die Zimmer ganz schön auf, bei 40°C+ Außentemperatur... ;D Die Familie hat eigentlich immer einen Koch und andere Angestelle die sich um das Haus und die Tiere kümmern. Oftmals auch Wwoofer, das sind sowas wie Freiwillige Arbeiter die für Essen und Unterkunft arbeiten ohne Lohn. Da gerade die "ruhige" Zeit im Jahr ist, weil zu heiß, sind keine Wwoofer da. Ich werde dafür allerdings auch bezahlt, nicht so gut wie im Roadhouse, aber dafür zählt meine Zeit hier für die Beantragung des zweiten Working Holiday Jahres :) Ja es gibt einen Dieselgenerator und auch ein paar Solarfelder. Diese laden auch eine Art Batterie auf. Ansonsten allerdings Strom sparen, nachst wird zB das Kühlhaus ausgeschaltet... in dem derzeit auch eine halbe Kuh hängt, weil das Tier ein verletztes Bein hatte wurde es erlöst und nun zu Wurst verarbeitet. Und es gibt eine Abwassersickergrube. Müll wird wie auch schon in Timber Creek einfach angezündet. Im Moment muss ich sagen finde ich es hier eigentlich sehr nett, klar ist irre warm, aber ich finde es schön, dass ich kochen und backen kann was ich möchte und es immer allen schmeckt, ich kann mich sozusagen kreativ austoben, versuche mich zB an verschiedenen Eiscreme-Kreationen :)

Das einzige was es hier nicht gibt ist Weihnachtsstimmung, dafür ist es einfach zu heiß, ich muss mich jeden Tag selber kneifen wenn ich auf den Kalender gucke, weil ich es nicht glauben kann, dass Dezember ist ;D

Liebe Grüße aus dem tiefsten Outback!

 

Lyndon Station Nr. 4

Donnerstag, 10.12.2015

Also ein Tag hier auf der Farm hat definitiv mehr als 8h Arbeit :D morgens füttere ich als erstes die Hühner und sammle die Eier ein. Danach beginnt die Putzarbeit, Küche, Veranda, Wäscherei, "Gemeinschafts-Wohnzimmer" des Personals, Büro, Toiletten, die Gästezimmer und das Gästehaus plus deren Wäsche. Blumengießen und Trinkwasserflaschen auffüllen nicht vergessen. Gestern kam auch noch der Liefer-LKW der uns einmal in der Woche mit Lebensmitteln, Post und anderen Lieferungen versorgt. Einmal wöchentlich werden Lebensmittel online bestellt und auch alles andere zB das Tierfutter oder irgendwelche Geräte die für die Farm benötigt werden. Der Lieferfahrer fährt dann wöchentlich 20 Outback-Farmen an um ihnen ihre Lieferung zu bringen. Außerdem füttere ich jetzt nachmittags auch noch die Kälbchen mit Silage, die Kinder füttern sie morgens mit Milch (-pulver, angerührt). Und ich muss auch noch lernen die 7 Pferde zu versorgen, denn die Familie wird im Januar ein paar Tage im Urlaub sein und ich passe dann quasi auf Haus und Tiere auf. Die Lehrerin wird dann im Urlaub sein und mein Kollege der das sonst macht hat nächste Woche seinen letzten Tag hier. Außerdem bereite ich noch das Mittag und das Abendessen für die Familie und die Angestellten zu. Und abends dann wieder alles sauber machen. Bevor ich dann hündemüde ins Bett falle :D Aber das schöne ist, dass ich im Prinzip freie Zeiteinteilung habe und machen kann wie ich möchte. Solange abends alles erledigt ist. Ach ja und ab und zu auch noch die Kinder bespaßen ;D

Auf der Farm wird das Fleisch der eigenen Rinder nur sehr selten gegessen, das meiste kommt aus dem Supermarkt mit der wöchentlichen Lieferung. Aber wie gesagt, ich bin froh, dass die Mutter auch ein Fan von gesunder Kost mit viel Salat, Gemüse und Obst ist. Ich persönlich finde den Fleischkonsum hier nämlich zu hoch ;D

Das Wasser kommt hier aus den Brunnen. Überall auf der Farm gibt es mehrere Wasserpumpen die mit kleinen Windmühlen betrieben werden. Die Bohrungen dafür sind 7 bis 43 Meter tief und das Wasser hat unterschiedliche Qualität, mal perfekt, mal zu salzig zum Trinken. So wie hier im Haus. Das Bohrwasser ist zum Waschen, Reinigen und Rasenbewässern, aber zum Kochen und Trinken nehmen wir das Regenwasser aus dem Tank vom großen Schuppen.

Weihnachtszeit wird jedenfalls hier auf der Farm nicht groß zelebriert. Die Kinder haben einen kleinen Weihnachtsbaum gebastelt. Aber ansonsten gibt es hier keine besoneren Rituale.

So ich werde dann mal Hühner füttern gehen :D

baba

PS: Ich muss Euch noch von meinen Freunden den Fröschen erzählen :D da es hier draußen so trocken ist leben sie u.a. im Bad. Einer im Waschbecken, meist im Überlauf von dem aus er mich morgens begrüßt und abends gute Nacht sagt und einer im Klo... der hat es besonders schwer, denn er wohnt unter dem Rand und jedes Mal wenn man spült ist Überschwemmung bei ihm und er muss sich gut festhalten... ;D

Lyndon Station Nr. 3

Dienstag, 08.12.2015

Ersten Tag auf Lyndon Station gut überstanden :)

Ich bin hier für den Haushalt des Wohnbereiches zuständig. Normalerweise gibt es hier ein paar mehr Arbeiter, vor allem in der Saison, wenn die freilebenden Rinder zusammengetrieben werden. Im Moment leben hier nur die Eigentümerfamilie, Sean und Cath, mit ihren 5 Kindern zwischen 1 und 10 Jahre alt, von denen 2 adoptiert sind. Die Lehrerin und zwei weitere Angestellte die sich um die Brunnen und die Zäune auf dem Farmgelände kümmern. Ab und zu kommen bekannte Farmer, Ranger, Jäger, Nachbarn hier durch die sich auch in der Küche bedienen dürfen. Mein Tag beginnt morgens mit dem Füttern der Hühner und Einsammeln der frischen Eier auf denen durchaus noch die Hühner sitzen und brüten. Das heißt also furchtlos drunter greifen und Ei einsammeln. Denn es wird ja bloß schlecht, wenn es den ganzen Tag draußen in der Wärme liegt. Danach bin ich für das Kochen von Mittag und Abendessen zuständig, Sauber halten der Küche, Aufenthaltsräume, Gästezimmer und Lebensmittellager zuständig. Ab und zu auch mal mit den Kindern spielen. Oder den Kleinen tragen, wenn die Mama grade keine Hand frei hat. Das älteste Kind ist derzeit im Ferienlager und ich kenne sie noch nicht. Die beiden nächsten sind liebe Engel, die sich richtig herzlich fürs Essen bedanken und es überschwänglich loben :) die zweitjüngste ist eine kleine Verrückte, definitiv ein Freigeist und der Kleine sitzt am liebsten in den Blumen an den Bewässerungsschläuchen und spielt mit Wasser ;) Wenn ich dann noch eine Hand frei habe, kommt durchaus auch mal mein Kollege, der sowas wie ein Handwerker für alles ist vorbei und ich muss ihm helfen wenn er irgendwas zusammenbaut. Ich bin quasi den ganzen Tag beschäftigt. Tagsüber kümmert sich die Lehrerin um die Kinder die von der "School of the Air" unterrichtet werden. Das ist da australische Schulsystem für Kinder die zu weit weg wohnen um zu einer normalen Schule zu gehen. Es gibt also einen Lehrplan und die zuständigen Lehrer in Carnarvon kontrollieren die Ergebnisse per Internet. Wenn man jetzt nicht wie hier eine Lehrerin hat kann das die Familie auch selbst unterrichten. Die Familie ist relativ "organisch" angehaucht und isst gerne Salat und Biosachen, was mir natürlich sehr gefällt :) überhaupt scheinen alle sehr nett zu sein. Und ich bin auch die Herrin über das Kühlhaus, weil ich ja die Köchin bin, was cool ist, weil ich jederzeit hineindarf und alles essen kann was ich möchte :) Ansonsten hat FüWaD recht, googlet nach "Lyndon Airport" und stellt die Karte auf Satelit um und ihr seht etwas nordöstlich der Landebahn ein paar Häuser, das ist die Farm. Landschaftlich ist es hier recht schön, viele Vögel (Kakadus) in den Bäumen und durch die Dunkelheit nachts, und es ist so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sieht, kann man die Sterne gut sehen :)

Das einzige riesige Manko ist das Quasi nicht vorhandene Internet. Es dauert ewig auch nur die tagesschau-Internetseite zu öffnen. Geschwige denn Emails abrufen. Darum noch eine Bitte: bitte sendet mir keine Bilder, Videos, pdfs oder sonstige Email-Anhänge, ich kann sie eh nicht öffnen sondern muss die Emails löschen, weil sich sonst hier alles aufhängt. Besonders in der nahenden Sommerferien-Zeit um Weihnachen wird das Internet wohl noch schlechter :(

liebe Grüße aus dem tiefsten Outback, Eure Chocolat :)

Lyndon Station Nr. 2

Sonntag, 06.12.2015

Das ist ja mal ein kleiner Kampf hier ins Internet zu kommen... ;D

Heute morgen bin ich zeitig in Carnarvon losgefahren, weil die Strecke zur Outbackfarm ja auch 160km auf einer Sandpiste langführt. Die Familie hatte mir eine Karte und eine Wegbeschreibung geemailt und ich sollte mich melden wenn ich den Haupthighway verlasse damit sie wissen wo ich bin und ab wann sie sich Sorgen machen müssen. Am letzten Roadhouse am Highway habe ich mich dann von der Zivillisation verabschiedet und los ging es auf die Sandpiste. Begrüßt wurde ich von jede Menge Kuhfladen, ein paar dazugehörigen Kühen, Kängurus und Handtaschen auf Beinen = Warane, große Echsen die sich an der Straße sonnen, aber leider nur schwer auf Fotos zu bekommen sind. Die Straße war in unterschiedlichen Konditionen, fester Sand, Schotter, abgeschliffener Stein, Buckelpiste, Sand und Spurrillen vom letzen Regen. Überwiegend relativ gut befahrbar, an einigen Stellen echt fies, zB als plötzlich ein ausgetrocknetes Flussbett vor mir lag. Und wie ich so fahre auf einer relativ geraden Strecke driftet mein Auto plötzlich ab und ich lande in einem Sandloch wo mein Auto natürlich erst mal schön drin stecken blieb. Weder vor noch zurück ging es wieder raus... da half nur ausbuddeln. Dann konnte ich 30cm fahren, wieder ausbuddeln. Nach etwa einer Stunde hatte ich das Auto dann endlich wieder frei. In Ermangelung von Brettern/Blechen die ich unter die Hinterräder klemmen konnte hat das ganze länger gedauert. Ich hatte noch einen Schuhkarton dabei, aber dessen Pappe hat nur minimale Wirkung gezeigt. An dieser Stelle im Busch war natürlich auch grad kein Baum gestanden, von dem ich hätte Rinde schälen können ;D Nun irgendwie bin ich da ja wieder raus gekommen. Wäre ich bis abends nicht auf der Farm angekommen, wären die mich auch suchen gekommen, Essen und Wasser hatte ich bei...  Nach ca 4h für 160km bin ich dann nun endlich in Lyndon Station angekommen. Es ist tatsächlich dort wo es auf der Karte in google maps ist, also nur ein paar Häuser und Schuppen und ca 8000-9000 Rinder im Busch. Die Familie hat mich sehr nett begrüßt und mir ein kleines Zimmer in sehr einfachen Stil gegeben. Es gibt noch 3 weitere Kollegen, die Lehrerin/Hauptnanny und zwei Arbeiter, die beim Tiere versorgen, Wasserpumpen/Zäune reparieren helfen. Es gibt ein Kühlhaus und eine Speisekammer, eine Gemeinschaftsküche und eine Sitzecke, ein Klassenzimmer und in der Nähe der Häuser die Ställe für die Hühner und Kälbchen. Es gibt Strom und Grundwasser zum Waschen und Duschen. Das ist allerdings zu salzig zum Trinken darum wird hier Regenwasser getrunken! Kein Witz! Da ich zuhause nicht auf die Idee kommen würde Regenwasser zu trinken musste ich natürlich erst mal fragen ob ich das abkochen muss oder so, aber nein das sei in prima Qualität.... anders als das gechlorte Wasser in den australischen Städten schmeckt es auch relativ gut. Die Farm hat übrigens eine Größe von ca. 23.000qm, etwa 3/4 die Größe Belgiens... Allerdings muss das Wasser zum Duschen selbst erwärmt werden, dazu gibt es einen Ofen unter dem einfach ein Feuer gemacht wird :D das Wasser aus der Leitung ist allerdings nicht so kalt, dass man nicht auch so duschen gehen könnte. Beim Autoausbuddeln habe ich mir am heißen Wüstensand ja auch schon fast die Füße verbrannt, obwohl es im Moment gar nicht soo heiß ist. Es gibt hier auch jede Menge Viecher, Käfer, Mücken, Kakerlaken, Kängurus, Frösche (u.a. im Waschbecken), Dingos. Es gibt noch weitere Menschen die hier auf der Farm immer mal da sind, Arbeiter von Nachbarfarmen oder Käguru-Jäger. So einen Känguru-Jäger habe ich heute gleich schon mal getroffen. Da die Farmer im Outback ja Wasserlöcher für die Rinder angelegt haben vermehren sich auch die Kängurus stärker und damit auch die Dingos deren Beute sie sind. Dadurch sind die Kängurus und die Dingos zur Plage geworden und werden geschossen. Das Fleisch wird dann zur Tierfutter verarbeitet. Meine Kollegin meinte vor allem für Zootiere wie Löwen. Als der Jäger gerade da war streunten wohl einige Dingos draußen rum und da sie gelegentlich auch Vieh reißen wollte er natürlich gleich los und das "Problem" lösen. Dingos habe ich noch keine gesehen. Kurzerhand hat mich meine Kollegin, die Lehrerin mit auf den Truck gezogen auf dem es stehend für sie und mich raus auf Feld ging. Der Jäger fuhr, das Gewehr übers Lenkrad gelegt und hat mit einem großem Scheinwerfer die Gegend abgeleuchtet. Dingos waren keine mehr zu sehen, dafür ein großes Känguru. Mit einem gezieltem Schuss fiel das Tier zu Boden. Ich kann ja schon keine überfahrenen Tiere am Straßenrand ansehen, also hat mich das total mitgenommen. Klar, für die Menschen hier ist es natürlich, aber als Stadtkind berührt mich das ziemlich. Wenn ich möchte darf ich auch gerne mal eine ganze Nacht mit zur Jagd mitkommen, aber ob ich das mache möchte ich bezweifeln...

Das Internet ist hier mehr als schlecht. Auch jetzt abends geht es so gut wie nicht :/ Bilder hochladen geht wahrscheinlich gar nicht, kann ja noch nicht mal Emails laden. Empfang habe ich nur in der Küche, in meinem Zimmer gar nicht, also werde ich mich nicht häufig melden können und auch nicht bei skype online sein. Am Besten sendet mir Emails die ich hoffentlich zeitnah abrufen und beantworten kann ;D

Beste Grüße nach Deutschland! <3

Lyndon Station

Sonntag, 06.12.2015

So liebe Alle! Ich bin gut in Lyndon Station angekommen. Leider ist das Internet hier seeehr schlecht. Darum nur hier eine kurze Nachricht. Ueber Nacht soll das Internet besser sein... dann versuche ich mehr zu schreiben. Es gibt zwar wlan, aber nur in der Kueche... Also macht Euch keine Sorgen! :)Gruesslies

Perth - Fremantle - neuer Job

Freitag, 04.12.2015

So da bin ich wieder :)

Am Mittwoch hatte ich einen Termin bei der Jobagentur die mir auch schon den Job in Timber Creek vermittelt hat. Die wollten mich gerne mal vor Ort sehen. Und hatten auch Fragen zum Job in Timber Creek, welchen ich nur loben kann. Ok abgesehen davon, dass es dort in der Freizeit langweilig ist ;D Dann haben sie meine Bewerbung an eine Farm gesendet die ein Mädchen für alles suchen, Haushaltshilfe, Kindermädchen, Tiere versorgen, auf der Farm helfen und so was. Keine 3 Stunden später rief mich die Mutter der Familie auf der Farm an und ich hatte einen Job :)  Die Farm liegt ca. 1000km nördlich von Perth, zwischen Carnarvon und Exmouth, mitten im Outback. Der Name ist Lyndon Station. Wenn ihr nach Lyndon Airport googlet und auf Karte umstellt seht ihr eine Landebahn und etwas weiter nordwestlich davon ein paar Häuser. Das soll es wohl sein. Ich bin gespannt. Es gibt dort kein Handysignal, allerdings wohl Wlan. Ich hoffe, dass ich mich so regelmäßig bei Euch melden kann :) Nachdem ich gestern noch Fremantle besucht habe, bin ich heute bereits losgefahren um die Strecke in 3 Tagen zu schaffen. Die Familie hat mir eine Karte und eine Wegbeschreibung geemailt und ich soll ich mich melden wenn ich Carnarvon verlasse, damit sie wissen wann ich da bin und mich ggf. jmd einsammeln kommen kann, falls mein Auto mir die Sandpiste übel nimmt. Die soll ganz in Ordnung sein, aber man weiß ja nie ;D

In Perth war ich noch im Museum und bin noch etwas durch die Stadt geschlendert, die zwar hübsch ist, aber ich persönlich finde Sydney besser.

Fremantle ist eine Städtchen etwas südlich von Perth. Da Perth ja unaufhaltsam wächst, überall wird gebaut, sind die beiden Städte schon richtig zusammen gewachsen und gut miteinder verbunden. So dass ich mein Auto auf dem Campingplatz gelassen habe und Bus und Bahn genommen habe. Ist definitiv entspannter. In Fremantle gibt es noch einige gut erhaltene Häuser im viktorianischen Baustil die der Stadt einen sehr anschaulichen Touch verleihen. Dazu einen Industriehafen und ein altes Gefägnis welches sogar Weltkulturerbe-Status hat.

Heute bin ich dann schon mal wieder bis nach Geraldton zurück gefahren und habe unterwegs noch mal angehalten im Nambung National Park wo ich die weißen Sanddünen gesehen habe. Und ja auch der Strand dort ist ziemlich krass weiß :) Auf dem Campingplatz heute habe ich Gesellschaft von weiteren wilden Tieren in Australien - Kaninchen. Leider sind diese nicht einheimisch sondern eingeschleppt.

So, dann hoffe ich mal, dass das nicht der letzte Blogeintrag für die nächsten 3-4 Monate ist die ich auf der Farm sein werde, da ich 88 volle Tage für die Beantragung des 2. Working Holiday Jahres brauche. Bis bald liebe Alle! Eure Chocolat

Weihnachten im Naturkundemuseum London Court Arcade Fremantle Fremantle Gefängnis Nambung NT Strand

 

Perth

Montag, 23.11.2015

Also Perth ist eine schöne Stadt, ziemlich entspannt, aber trotzdem Großstadt. Die Innenstadt sieht im Prinzip aus wie in Sydney, Häuserschluchten zwischen Hochhäusern ;D aber vll ein paar mehr Gebäude im alten Stil dazwischen. Wohnen werde ich weiterhin in meinem Van auf einem Campingplatz, die in Perth wahnsinnig teuer sind, aber schön und gepflegt. Extra in ein Hostel ziehen zB finde ich unpraktisch, weil ich ja alles schön im Van habe, Essen, Geschirr, Klamotten usw :D Ja hier in Perth oder in der Umgebung suche ich mir wieder Arbeit. Ich möchte noch auf einer Farm arbeiten, damit ich die 3 Monate Farmarbeit für die Beantragung des zweiten Jahres Working-Holiday zusammen bekomme. Nächste Woche habe ich einen Termin beim Job Shop, die hatten mir auch schon den Job im Roadhouse vermittelt. Sammy wird nächste Woche weiter nach Adelaide reisen und dort wieder arbeiten. Unsere Wege trennen sich also.

Bis dahin! Liebe Grüße!

Perth

Guilderton - Perth

Freitag, 20.11.2015

Bibber! Schon wieder so eine kühle Nacht mit viel Wind vom Ozean... Mit geschlossenen Türen beim Van habe ich den Wind zum Glück nicht mitbekommen, aber frisch war es morgens trotzdem ;D

Sammy sammelt so eine Art Souvenier-Münzen die es in einigen Orten West Australiens zu kaufen gibt, und da man die nur jeweils vor Ort kaufen kann sind wir heute extra mit Umweg zu einem Kloster gefahren und zu einem Wissenschaftsmuseum. Leider leider hatten wir nicht genügend Zeit uns das Museum in dem man die Naturwissenschaftlichen Experimente selbst ausprobieren kann anzugucken, denn wir wollten ja Perth erreichen. Unterwegs lag dann noch ein weiterer Nationalpark -Yanchep- eigentlich mehr eine große Parkanlage mit freirumhoppelnden Kängurus und Koalas in den Bäumen. Wobei die Koalas eher eine Art "Gehege" haben mit Futterstellen, aber in natürlicher Umgebung. Weiter ging es dann nach Perth wo ich Sammy in ihrer "WG" für die Zeit die sie hier sein wird ausgeladen habe. Der Verkehr nach Perth rein war die Hölle, Highway, Freeway (wie Autobahn), Stop and Go, verrückte Spurwechsler und mein Auto was mal wieder nicht in den ersten Gang schalten wollte.... das hat es manchmal. Grr. Komischerweise nachdem ich Sammy ausgeladen hatte (und mit ihr tonnenschweres Gepäck) ging es wieder. Da ich ja eh wieder einen Ölwechsel brauche nach den ca 4500-5000km seit Timber Creek lasse ich es gleich mal durchchecken. Nachdem mein Auto dann noch eine Komplettwellnessreinigung erhalten hat bin ich auf meinem Campingplatz für die nächsten zwei Nächte in Flughafennähe angekommen. Morgen schaue ich mir dann mal noch Perth an, hab bis ja jetzt ja bloß Straße und Wohngebiet gesehn, allerdings nehme ich die Öffies, den Verkehr tu ich mir freiwillig nicht noch mal an ;D hoffentlich kann ich Euch dann nette Bilder aus Perth posten :)

bitte nicht wecken! Kängurus hoppeln

Geraldton - Guilderton

Donnerstag, 19.11.2015

Die haben es hier irgendwie mit den "...ton"-s.... ;D

Es liegt wahrscheinlich gerade an der Wetterlage, denn eigentlich wird hier ja Sommer, aber in Geraldton war es man krass "kalt". Seit Mai bin ich ja tagsüber über 30°C und nachts für gewöhnlich nicht weniger als 20°C gewöhnt, aber dort pfiff ein fieser kühler Seewind der die 18°C Temperatur wesentlich kälter anfühlen lies. Ich hab sogar meine Seitentür vom Van über Nacht schließen müssen ;D aber ehrlich gesagt zieh ich lieber noch eine Kleidungsschicht an als dass man nichts mehr ausziehen kann. Muss man sich trotzdem erst mal wieder dran gewöhnen... ;D

Heute morgen ging es dann erst mal zum Leuchtturm der Stadt und der sah so aus wie man es von zuhause kennt, rot und weiß gestreift ;D Überhaupt verändert sich die Landschaft hier allmählich in "Kulturlandschaft" mit Feldern und kleinen Dörfchen hier und da, sieht im Prinzip so aus wie bei uns auf dem Land :) ok, so einen weißen Strand wie in Geraldton haben wir zuhause nicht. Was für meine Sammlung :) Unterwegs haben wir eine Westaustralische Besonderheit getroffen, einen "Leaning Tree", einen liegenden Baum. Der Wind pfeift hier so stark, dass sie die Bäume denken, nee das ist mir zu blöd nach oben zu wachsen, ich wachse windschief. Die meisten dieser Bäume sind stark geneigt und auf der Wind zugewandten Seite kahl, das Bild unten ist ein Extrembeispiel für "windschief". Im Nambung Nationalpark haben wir die "Pinnacles" bewundert. Versteinerte Reste von Bäumen und deren Wurzelwerk die im Wüstensand konserviert wurden und wieder freigeweht wurden. Wieder einmal interessant was Mutter Natur so alles drauf hat. Die cleveren Australier haben durch das Gebiet der Pinnacles einen kleinen "Rundweg" angelegt den man gemütlich mit dem Auto abfahren kann und unterwegs sind kleine Haltebuchten zum Fotos machen ;D Da auf dem Weg nach Perth noch drei Stationen liegen die wir gerne angucken wollen, aber heute nicht mehr geschafft hätten, haben wir hier in Guilderton gehalten. Hier weht der Wind noch stärker so dass sogar das Auto wackelt. Drinnen (im Auto) geht es von der Temperatur (18°C) her eigentlich, aber draußen ist es fies kalt durch den Seewind ;D Sammy meinte schon, dass ist ja schlimmer als ihr Winter in Taiwan woraufhin ich nur müde lächeln konnte ;D bibber!

Geraldton Leaning Tree Pinnacles Pinnacles Guilderton

 

Kalbarri - Geraldton

Mittwoch, 18.11.2015

Hallo liebe Alle!

Heute morgen ging es nach dem Ausschlafen (und nicht um 7h aufbrechen) dann noch mal zu den restlichen Aussichtspunkten an den Klippen des Kalbarri Nationalparks, wo der Wind und die Wellen gegen die Felsen peitschen. Am Nachmittag ereichten wir Geraldton, endlich mal wieder eine (größere) Stadt! Mit Menschen! Und nicht nur endlose Natur ;D nach einem kurzen Besuch im örtlichen Museum, das leider 15Minuten später schließen sollte, ging es noch auf den Hügel der Stadt auf dem ein schönes Denkmal für ein durch die Deutschen versenktes Kriegsschiff steht. Von dort oben hat man auch einen tollen Ausblick über den Hafen.

Wenn alles klappt erreiche ich morgen oder übermorgen Perth. Bis dahin! Eure Chocolat

Kalbarri Nationalpark Kriegsdenkmal Geraldton

Kalbarri Nationalpark

Dienstag, 17.11.2015

Kalbarri ist nur ein kleines Örtchen an der Westküste und es gibt trotzdem eine Menge zu sehen! :) Morgens erst mal Pelikanfütterung am Strand. Leider nur ein Pelikan da, dafür um so mehr Möwen die der guten Frau die die Fütterung durchgeführt hat die Fische die sie eigl dem Pelikan hingehalten hat direkt erst mal aus der Hand gerissen haben. An der Küste gibt es ein paar schöne Aussichtspunkte von den Klippen, die teilweise mit ganz schönem Geklettere verbunden sind, aber da es nicht so heiß war ging es eigentlich. Die Aussicht ist jedenfalls toll! Wenn man Glück hat würde man auch vorbeiziehende Wale sehen. Weiter ging es zum Pink Lake, einem rosafarbenen See! Und der hat tatsächlich rosa farbenes Wasser! Das sieht sowas von verrückt aus, richtig unreal. Soweit ich weiß verursacht das eine Beta-Carotin haltige Alge, allerdings wäre am See auch ein BASF-Standort... Habt ihr schon mal von der Hutt River Provinz gehört? Nein? Das ist ein eigenes Land umgeben von australischen Staatsgebiet, die Hauptstadt ist Nain. Ok eigentlich ist es eine Farm mit Post, Verwaltungsgebäude und Kapelle und ist offiziell auch nicht als eigener Staat anerkannt, aber die Australische Regierung lässt sie gewähren, sie zahlen keine Steuern, sind keine australischen Staatsbürger und bekommen auch keine Sozialleistungen. Der Fürst des kleinen Landes ist allerdings Oberhaupt von mehreren tausend Menschen, dazu gehören seine Familie (23 Staatsbürger), ein paar hundert Aboriginis und jede Menge Menschen die sagen Bürger Hutt Rivers zu sein. Der Sohn des Fürsten hat uns sein kleines Verwaltungsgebäude, seine Banknoten und eigenen Briefmarken gezeigt und wir durften dem Staatsoberhaupt die Hand schütteln... so vielen Staatsoberhäuptern werde ich ja nicht die Hand schütteln dürfen. Auf jeden Fall habe ich jetzt einen Stempel im Pass, dass ich mich in Hutt River aufgehalten habe! :D Im Nationalpark gibt es auch noch das Nature Window, eine Steinformation die wie ein Fenster den Blick auf die Schlucht dahinter freigibt, was Mutter Natur sich so alles einfallen lässt! :)

Pink Lake Nature Window

Monkey Mia - Kalbarri

Montag, 16.11.2015

Früh aufstehen lohnt sich auf dem Monkey Mia Campingplatz, denn die Delfine wissen ganz genau dass morgens ab halb acht die Touris da stehen und gucken ;D und da Delfine auch außerhalb des Wassers gut gucken könne sehen sie Touris ganz genau. Abhängig davon wie häufig sie wiederkommen wird vormittags bis zu dreimal gefüttert. Es finden sich immer die gleichen 4 Weibchen mit ihren Jungen ein. Nicht alle kommen jeden Tag und zu jeder Zeit und sie haben auch manchmal unterschiedliche Begleiter dabei. Die Männchen werden nicht gefüttert, weil sie zu frech werden. Eines der 4 Weibchen wird meistens von ihrem Sohn begleitet, der eigentlich schon ausgewachsen ist, aber trotzdem noch beim Mami rumhängt, ein Nesthäckchen ;D Einige der Delfine sind schon recht alt, die älteste Dame ist 38 und kommt seit ihrer Geburt regelmäßig, ihre Mutter war eine der ersten die überhaupt von Hand gefüttert wurden. Das entstand in den 1960er Jahren als die örtlichen Fischer ihren Fang mit den Delfinen teilten. Allerdings haben sich die Delfine so sehr an die Fütterung damals gewöhnt, dass sie nicht mehr selbst gejagt haben und die Jungtiere keine Überlebenschancen im Meer hatten. Heute wird die Fütterung vom Parks and Wildlife Office betreut, also der amtlichen Behörde die sich um die Naturschutzgebiete kümmert. Und die Fütterung streng kontrolliert. Es gibt pro Fütterung maximal 3 Fische, ca 500g und es wird maximal 3 mal gefüttert, damit keine Tier mehr als 1,5kg gefüttert bekommt. Ein ausgewachsener Delfin braucht um die 9-12kg Fisch pro Tag, also müssen sie noch etwas selbst tun ;D nachdem Tiere in Strandnähe gesichtet werden dürfen die Touris an den Strand und wenn die Park-Ranger es erlauben auch ins seichte Wasser. Aber nur wer keine Sonnencreme aufgetragen hat, da das die Augen der Tiere nicht vertragen. Dann lassen sie die Delfine etwas rumschwimmen und gucken wer so da ist. Das gibt den Rangern auch die Chance sich sie Tiere anzuschauen. Anhand der Rückenflossen und den Punkten auf dem Bauch wissen sie wer wer ist, da sie alle eine einmalige Zeichnung haben und auch so ziemlich jeder Delfin Bissspuren von Haien in den Flossen hat. Die Delfine werden von den Rangern weder angefasst noch mit Sendern versehen, so dass sie sich auf die optischen Merkmale verlassen müssen. Nach einer Weile kommen die Helfer der Ranger mit den Fisch-Eimern und dann wissen die Männchen ganz genau, dass sie etwas weiter raus schwimmen und warten müssen. Die Helfer suchen sich dann die Touris aus die die Fische den Delfinen in die Schnautze legen dürfen. Wenn die drei Fische pro Durchgang alle sind wird der Eimer demonstrativ ausgeschüttet und die Damen wissen dass Schicht im Schacht ist und schwimmen davon. Manchmal kommen sie vormittags wieder und dann ruft einer der Helfer die Touris wieder zusammen. Aber eben nicht immer kommen die Delfine wieder. Manchmal kommen sie auch nachmittags an den Strand auch wenn sie wissen es gibt dann keinen Fisch, aber Touris gucken geht trotzdem ;D Die Delfine kommen an fast jedem Tag an den Strand, statistisch nur an 2 Tagen im Jahr nicht, meist ist dann Hochsommer und draußen auf dem Meer der Algenteppich (gehört auch zum Naturschutzgebiet, einer der größten Weltweit, sieht vom Strand aus wie ein weiteres entferntes Ufer) zu groß um darum zu schwimmen. Auch wenn das ganze doch recht touristisch angelegt ist, ist es doch toll die Delfine mal aus solcher Nähe zu betrachen und sie "singen" zu hören :) bei der ersten Fütterung stand ich auf der Seebrücke und als ich beim Spazierengehen zufällig in dritte Fütterung geraten bin hatte ich natürlich meine Kamera nicht dabei, aber der Delfin war nur 3m von mir entfernt und ich konnte ihn schnattern hören :) <3

Heute abend bin ich in Kalbarri angekommen von wo auch es morgen vormittag in den Nationalpark geht.

Leider gibt es in Perth keine Straßenbahn lieber Onkel RZ, nur in Melbourne und Sydney. Aber nach Melbourne komme ich ja hoffentlich mal noch und in Sydney habe ich irgendwie kein Bild gemacht, aber vll komm ich na noch mal hin :) Der Mond sieht hier auf der Südhalbkugel halt anders aus ;D sowie auch der Sternenhimmel. Und auch die Sonne wandert nicht über Süden sondern über Norden. Das mit dem abfließenden Wasser konnte ich allerdings noch nicht zweifelsfrei nachweisen... :D

Delfinfütterung Delfin

Hamelin Pool - Monkey Mia

Sonntag, 15.11.2015

Vom fliegenreichen Campingplatz in Hamelin Pool ging es heute dann die Peron Halbinsel hinauf. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 3km breit und es steht dort ein die gesamte Länge überspannender Zaun, der ebenfalls um die 50m ins Wasser reicht. An der Stelle wo der Zaun auf den Highway trifft gibt es statt Asphalt ein Metallgitter. Dadurch soll verhindert werden, dass australienfremde Tiere, wie Katzen, Ziegen oder Rinder auf die Halbinsel gelangen und die Population der einheimischen Tiere beeinflussen, Vögel hält der Zaun allerdings nicht ab... Unterwegs stoppten wir an allen "Sehenswürdigkeiten". Als erstes der Shell Beach, ein Strand der (fast) nur aus Muscheln (Shell) besteht und somit wunderbar weiß leuchtet. Das Meerwasser ist wie bei den Stromatolithen doppelt so salzig und die Muscheln fühlen sich dort besonders wohl. Durch die chemische Reaktion von Regenwasser (was ganz leicht säurehaltig vom CO2 ist) mit dem Sand entsteht ein festes Muschel-Sand-Gemisch welches wie Ziegelsteine herausgebrochen wird und hier gerne als Baumaterial genutzt wird. In Eagle Bluff haben wir die Sicht auf die azurblaue Bucht bewundert und in Denham haben wir auf der kleinen Seebrücke den Einheimischen Kindern beim Spielen mit warmen Wasser zugesehen. Als letztes haben wir uns auf den Weg nach Monkey Mia gemacht, einem Resort und Naturschutzgebiet welches berühmt für seine Delfinfütterung ist. Die wilden Tiere, alles Weibchen, haben sich daran gewöhnt, dass sie vormittags gefüttert werden und kommen freiwillig jeden Morgen mit ihren Jungen an den Strand :) das schauen wir uns dann morgen mal an. Ansonsten ist das hier ein recht hübsches Resort, mit Hotelzimmern, Campingplatz und Hostel in einem, für jeden was dabei ;D

Shell Beach Eagle Bluff Eagle Bluff

Carnarvon - Hamelin Pool

Samstag, 14.11.2015

Nach einer Nacht auf einem schönen Campingplatz in Carnarvon (auch bekannt für Bananenplantagen) ging es zur One Mile Jetty, einer Seebrücke die eine Meile lang ist was in etwa 1,6km entspricht. Und die läuft man dann auch bis zum Meer raus :D Das Wasser ist relativ flach, so dass die Seebrücke ziemlich lang gebaut werden musste um bis ins schiffstiefe Wasser zu reichen. Die Seebrücke ist noch aus den "alten Zeiten" und die Holzbohlen in einem relativ brüchigen Zustand und es knarrt recht ordentlich beim Laufen. Allerdings ist sie nicht mehr in Gebrauch. Früher wurde am Anleger Wolle verladen und mit einer kleinen Eisenbahn die lange Strecke entlanggekarrt. Zum Complex gehört auch noch das Leuchtturmwärter-Anwesen in dem ebenfalls die Zeit stehen geblieben ist. Die nette sehr altere Dame die das Haus betreut ist die Enkeltochter der letzten Leuchturmwärter und alles im Haus sah aus wie von 1940. Interessanter Weise sahen einige der Küchenutensilien genauso aus wie von Oma oder Uroma daheim in Deutschland, die Kaffeemühle, der handbetriebene Mixer, die Reibe die an der Tischkante befestigt wird. Da es derzeit Nebensaison hier im Norden von Perth ist ("es ist zu heiß") hat vieles leider nicht lange geöffnet. Somit habe ich leider die "OTC Dish" und das dazugehörige Weltraum-Museum verpasst. Von dieser Satelitenschüssel aus haben die Amerikaner die Apollo-Mondmissionen angefunkt. Aber die Schüssel ist noch da, ziemlich großes Ding ;D Nachmittags ging es dann nach Hamelin Pool, einem kleinen Campingplatz direkt hinter den Dünen der Stromatolithen, das sind Gesteinsformationen die durch Ausfällung von Mineralien im sehr salzigen Meerwasser und von Bakterien und deren Schleimüberzug gebildet werden.

Anbei mal noch ein schönes Sonnenuntergangsbild mit Mondsichel. Hier in Australien bewundere ich am Mond, dass man neben der Mondsichel auch den restlichen Mond durchschimmern sehen kann, das habe ich in Deutschland noch nicht wahrgenommen, vll ist es einfach zu "hell" nachts in Berlin (Straßenbeleuchtung)?

Leider habe ich hier nicht wirklich gutes Internet und kann daher evtl. nicht regelmäßig schreiben, aber ansonsten geht es mir gut :)

One Mile Jetty Sonnenuntergang mit Mondsichel

Coral Bay - Carnarvon

Freitag, 13.11.2015

So nun bin ich schon ein bissel unterwegs mit dem Auto aber gestern abend hatten wir zum ersten Mal eine Maus auf´m Campingplatz.... bereits beim im Dunklen draußen sitzen haben wir immer mal wieder was gespürt was an Hosenbein "krabbelte" und wir dachten es sei vll ein großer Käfer. Wie wir später ins Auto gucken hockt doch tatsächlich eine Maus in meinem Eimer. In den ist sie irgendwie reingeklettert nach dem sie sich in der Essenskiste vergnügt hat, konnte aber nicht wieder raushüpfen an den glatten Wänden. Ich hab sie dann laufen lassen. Heute morgen haben wir dann das ganze Ausmaß ihrer Aktion gesehen: sie hat den Kakao, die Haferflocken, die Instantnudeln angefressen und ein Loch in das Handtuch gefressen, das normal auf der Box mit dem Geschirr liegt. Die war definitiv flink. Die gute Frau von der Campingplatzrezeption hat uns dann berichtet, dass es seit ca. 4 Wochen eine Mausplage in Coral Bay gibt... na toll! Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel haben wir uns die "Blow Holes" angesehen. Das sind natürlich vorkommende Löcher im Gestein an der Küste durch die die Brandung das Wasser fontänenartig nach oben drückt. Wie ein Wal Wasser und Luft aus seinem Atemloch pusten würde. Das sieht schon ziemlich cool aus :) Nachmittags haben wir dann Carnarvon erreicht, welches wir uns morgen angucken werden.

Also meine lieben Verwandten, das ist jetzt das zweite Mal, dass ihr kommentieren musstet, dass ich gut im Futter stehe! Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich in dem Punkt nicht verändert habe, ich sah schon immer so aus! ;D

Ähm, naja die Meerjungfrau hat sich gerade wieder in ihre menschliche Getalt verwandelt nachdem sie aus dem Wasser gekommen ist.

Laut Statistik im Blog habe ich bis jetzt 4474 Besuche auf meiner Seite und 193 Kommentare *freu*

Jede größere Stadt hat mindestens einen Coles oder Woolworth, das sind größere Supermärkte und je nach Filiale so wie bei uns ein Kaufland oder ein Rewe. In den kleinen Orten gibt es IGA, das ist sowas wie bei uns Edeka und jede Filiale wird privat betrieben und damit sehen die alle etwas anders aus, andepasst an die jeweilige Kundenstruktur vor Ort. Egal wo man hinkommt, die beiden großen Ketten haben in jedem Bundesstaat Australiens andere Preise, ja oft sogar in den verschiedenen Stäten im gleichen Staat unterschiedlich. Alles in Australien ist ja etwas teurer, aber irgenwas von jeder Produktgruppe, zB Müsli, ist immer in der Aktion, oft sogar bis zu 50% günstiger, so dass man eigl immer was günstiges findet. Abends kochen wir oft etwas, Suppe oder Nudeln, meist mehr als reichlich, oder wir essen einen frisch gekauften Salat. Morgens gibt es dann für mich oft Haferflocken und Obst und Sammy isst die erste Portion des Abends übrig gebliebenen Essens. Mittags isst Sammy dann die zweite Portion und ich entweder auch Reste oder Maiswaffeln, Dosenfisch/Dosenmuscheln (die sind supergünstig) und zb ein Schälchen Cherry-Tomaten. Auf diese Weise haben wir keine Reste die wir für länger aufheben müssen, denn ich habe ja keinen Kühlschrank im Auto und jeden Tag einen Sack Eis kaufen finden wir auf Dauer etwas teuer, ca $4-6 täglich. Da Sammy ja Asiatin ist und es somit auch bevorzugt, teilen wir uns dann eine Sojamilch und können auch die Packung ohne Kühlung täglich aufbrauchen.

Liebe Grüße nach Hause <3

Und ja, gerade die bis jetzt eher still gebliebenen Freunde/Familienmitglieder könnten auch mal was schreiben im Blog ;D

Blow hole

Exmouth - Coral Bay

Donnerstag, 12.11.2015

Heute morgen ging es dann mit dem Glasbodenboot raus ins Riff. Das Boot hat nur einen geringen Tiefgang so dass es nicht auf die empfindlichen Korallen auffährt. Der Capitain Alek nennt sein Boot "Titanic", da er meint es sei unsinkbar, auch wenn er auf einen Stein auffahren würde, würden die Scheiben maximal reißen aber nicht brechen.... gut zu wissen ;) unterwegs hat er uns viele große und damit sehr alte (bis zu 1000Jahre) Korallen gezeigt und auch die Namen der Fische genannt die unterm Boot durchschwammen. Wie er sich im Wasser orientiert ist mir ein Rätsel, aber andererseits fährt er die Strecke ja häufiger und kennt jeden Baum, äh jede Koralle ;D in so ca 200-300m Entfernung vom Ufer wurde dann der Anker auf eine sandige Stelle geworfen und es gab noch eine Schnorcheleinführung die unter anderem seine Aufbruchsignale erklärt, Nummer eins: schwenken der Fahne, Nummer zwei: ein Pfiff, Nummer drei: Starten des Motors, Nummer vier: Winken zum Abschied... ;D zur Unterstützung beim Schnorcheln gab es Pool-Nudeln an Board und auch wenn man erst mal denkt, brauche ich nicht, war ich doch froh das Ding dabei zu haben, denn die Strömung ist stark und wenn man zB mal eine Pause braucht um das Wasser aus der Schnorchelbrille zu kippen ist die Nudel gold wert, weil man sich einfach besser über Wasser halten kann, denn auf die Korallen sollte man nicht treten um sie nicht zu töten. Und mein Fazit: Schnorcheln ist total cool! Mehr Viefalt würde man nur noch beim richtigen Tauchen zu sehen bekommen, aber für die Nähe zum Ufer und die geringe Tiefe absolut traumhaft! :) Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen kleinen Hai gesehen und Alek hat uns ein Geheimnis verraten: in diesem Riff wohnt von Zeit zu Zeit auch ein 6Meter langer Hai... Nach dem Schnorcheln haben wir uns noch den Leuchturm in Exmouth angesehen von dessen Bergkuppe man einen fantastischen Blick über das Meer hat! Auf dem Weg nach Süden haben wir noch in Coral Bay reingeschaut, einem kleinem Ort ebenfalls in Riffnähe. Eigentlich wollten wir noch weiter fahren, aber dann hat uns der Ort und der Strandnahe Campingplatz so gefallen, dass wir eingecheckt haben und ich noch mal schwimmen gegangen bin :D beim Reinlaufen in das sehr flache Wasser bin ich fast auf einen kleinen Stachelrochel getreten der sich in Ufernähe gerade sein Abendbett gebaut hat. Natur pur! :)

Korallenriff im Glasbodenboot Meerjungfrau gesichtet Meeresfarbe

Karratha - Exmouth

Mittwoch, 11.11.2015

Zwischen Karratha (welches wirklich nicht hübsch ist) und Exmouth liegt nicht wirklich was, so dass ich die Strecke durchgefahren bin. Unterwegs blicke ich in meinen Rückspiegel und was sehe ich? Ein Polizeiauto mit Blinklicht was wohl so viel wie links ranfahren bedeuten soll... Ahh, was denn nun? Hab ich irgendwas falsch gemacht und wenn ja wer soll das gesehen haben in dieser einsamen Gegend??? Der freundliche Polizist hat sich meine Führerscheine zeigen lassen (den deutschen und den internationalen), wollte wissen wo es hingeht und ob ich müde bin... Und hat mich dann noch darauf hingewiesen, dass man in West Australien nicht schneller als 110km/h fahren darf, ABER ohne gleich selbst dazu zu sagen, dass er weiß, dass das mit meinem Auto wahrscheinlich ja eh nicht geht. Was ich ihm dann auch bestätigt habe. Da ich am liebsten um die 90km/h fahre hat er mir noch den den Tipp gegeben nicht langsamer als 80km/h zu fahren, damit ich kein Verkehrshindernis bin. Wenn ich alles richtig verstanden habe war das Ganze nur eine normale Kontrolle und alles ok. Mir war trotzdem ganz anders zu mute, denn ich bin noch nie, auch nicht in Deutschland in einer Verkehrskontrolle gewesen... ;D Unterwegs habe ich dann endlich mal ein Schild gesehen, dass den Highway als Landestrecke für Flugzeuge kennzeichnet, in dem Fall für die R.F.D.S., also die fliegenden Ärzte in Australien. Kam aber gerade kein Flieger runter... Abends bin ich hundemüde in Exmouth angekommen, einem Dörfchen in dem die Emus und Kängurus gemütlich durch die Straßen laufen. Unser Campingplatz liegt etwas außerhalb, dafür aber direkt am Nationalpark und an den westaustralischen Korallen-Riffen, die noch schöner sein sollen als das Great Barrier Riff vor der Ostküste Australiens. Im Taucherladen habe ich mir eine Schnorchelbrille mit Stärke ausgeliehen und die hilfsbereite Campingplatzbesitzerin hat mir die anfängerfreundlichen Stellen verraten. Das Wasser ist super klar, leuchtet türkies und ist voller bunter Fische und Korallen :) allerdings ist die Ströumung recht stark und bringt kühles Wasser mit. Da die ufernahen Riffe durch die vielen Besucher schon recht angegriffen sind und damit auch nicht mehr so schön, haben wir eine Glasboden-Boot-Tour für morgen gebucht die weiter aufs Meer hinausführt und ebenfalls mit schnorcheln ist :D

Landebahn voraus Austernriff

Port Hedland - Karratha

Montag, 09.11.2015

Heute ging es von Port Hedland nach Karratha, einer weiteren Industriestadt in WA, allerdings mit weniger Charme als Port Hedland. Unterwegs wieder viele Roadtrains und Minenarbeiterautos, die man gut an ihrer Geländegängigkeit und den Fahnenstangen erkennt. Ansonsten nichts Neues. Außer vll, dass hier in Karratha erstaunlich viel Flugverkehr ist für so eine kleine Stadt, was aber sicher ebenfalls mit der Industrie zusammenhängt. Bis denne!

Port Hedland - Karijini Nationalparkt - Port Hedland

Sonntag, 08.11.2015

Gestern morgen sind wir nach einem Besuch einer Galerie in Port Hedland in den Karajini Nationalpark gefahren. Dieser liegt etwa 300km südlich. Da der Highway auch zu den Minen führt ist er in einem guten Zustand, aber auch voller Roadtrains die in beide Richtungen unterwegs sind. Immer dann wenn eine Minenzufahrt auf den Highway führt wird die Straße zweispurig damit die Roadtrains die lange brauchen um in Fahrt zu kommen nicht Stau verursachen, da die anderen Roadtrains die sich bereits auf der Straße befinden ja auch lange brauchen um zu bremsen. Im Nationalpark gibt es viele Schluchten die auf ihrem Grund wunderschön grün sind und oftmals durch kleine Wasserfälle gespeiste Wasserlöcher haben in denen man Baden kann - krokodilfrei ;D Leider ist noch nicht der gesamte Park mit einer asphaltierten Straße ausgestattet und die Schotterpisten sind leider nicht für mein Auto geeignet. Aber auch die Schluchten die wir besuchen konnten waren beeindruckend und den Ab- und Aufstieg defintiv wert! Das Wasser in den Naturpools war angenehm kühl und nachdem es auf dem Campingplatz im Park keine Duschen (und auch sonst kein fließend Wasser = Trockenklo) gab, war ein abendliches Bad quasi der Duschersatz ;D Außerdem gab es im Park weder Strom auf dem Campingplatz noch Handyempfang, quasi Natur pur und unendliche viele Sterne und auch Sternschnuppen! Heute sind wir dann wieder nach Port Hedland zurückgefahren und unterwegs haben wir 5 Dirt-Devil oder auch Dust-Devil gleichzeitg gesehen. Allerdings war es für Sammy nicht ganz einfach beim Fahren die kleinen Tornados zu fotografieren, aber auf dem Highway konnte ich beim dem Roadtrainverkehr ja nicht wirklich anhalten ;D

Beste Grüße nach Deutschland! <3

Felsenschlucht Dust-Devil

Sandfire - Port Hedland

Freitag, 06.11.2015

Die Pfaue machen doch schon ganz schön Krach, das ist wie Hühner die einen morgens wecken ;D Der Besitzer der Tankstelle hat uns erzählt, dass er 53 Tiere hat, darunter auch einige weiße. Leider haben die weißen gerade kein Rad geschlagen um ihre ganze Pracht zu zeigen ;D Weiter ging es dann an den 80 Mile Beach, einen ewig langen komplett weißen Strand. Als Kind hat mir meine Patentante mal eine Uhr geschenkt die über ihre ganze Länge einen weißen Strand mit türkiesblauem Meer abgebildet hatte, ich habe mich immer gefragt wo dieser Strand wohl ist... heute habe ich ihn gefunden! Der Wahnsinn! :) Der Zugang zum Strand ging vom Highway ab über eine 10 Kilometer lange "Wellblechpiste" durch roten Sand. Wenn man da langsamer als 60 km/h fährt wackelt es ganz schön, wenn man darüber liegt merkt man keinen Unterschied zu einer normalen Straße. Sand war nicht viel, so dass ich auch nicht gerutscht bin. Hat trotzdem ganz schon Staub aufgewirbelt und mein Auto ist von einer roten Staubschicht überzogen. Nachmittags haben wir dann Port Hedland erreicht, Australiens größten Hafen. Die Stadt an sich ist eigentlich ziemlich klein, durch die viele Industrie ist die allerdings um einiges größer und auch weitläufig angelegt. Von hier aus wird vor allem Material aus den Minen verschifft. Beim Reinfahren in die Stadt haben wir an einem Schrankenübergang halten müssen und der Zug hatte vorne 2 Loks und mittig noch mal 2 und so um die 200 Waggons! Diese Züge werden bis zu 3 km lang! Am Hafen selbst gibt es eine lange Hafeneinfahrt in die die Ozeanriesen nacheinander einfahren. Am Horizont sieht man die Warteschlange der Schiffe und uns wurde erzählt, hinter der ersten Schlange von ca 8 Schiffen ist meist noch eine mit noch mal 8 Schiffen...  Im Besucherinformationszentrum ist ein Aushang zu finden welche Schiffe wann mit wieviel Tonnen beladen werden. Aber das für mich schönste an Port Hedland sind die Schildkröten! Es gibt hier im Stadtgebiet einen Strand an dem im November und Dezember große Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Die Stadt schaltet dafür sogar extra die Laternen in Strandnähe aus um die Tiere beim auf dem Strand klettern nicht zu verwirren. Schildkröten kommen immer an den Strand zurück zum Eierlegen an dem sie auch selbst geschlüpft sind. Und tatsächlich kann man die Tiere bei Sonnenuntergang an den Strand klettern sehen, dann kriechen sie um bis zu den Dünen um dort ein tiefes Loch für die Eier zu graben, dass sie dann nach der Eiablage mit viel Mühe wieder zubuddeln und zurückkriechen. Das ganze dauert um die 2 Stunden. In so ca 3 Monaten sieht man dann bei nächtlicher Flut die kleinen Babyschildkröten über den Strand huschen um so schnell wie möglich ins sichere Meer zu gelangen. Als Stadtkind aus dem kühlen Europa ist das eine schöne Erfahrung!

weißer Pfau blauer Pfau 80 Mile BeachSchildkröte legt Eier

Broome - Sandfire Roadhouse

Donnerstag, 05.11.2015

Heute haben wir das sehr sehr schöne Städtchen Broome hinter uns gelassen um weiter nach Süd-Westen zu fahren. In Broome habe ich mir eine tolle lange Massage gegönnt und mit dem Auto am breiten Strand gestanden um unter meinem Schattenvordach sitzend am Meer zu entspannen. Der Sand ist am Cable Beach relativ fest, so dass man ohne Probleme darauf fahren kann. Allerdings gibt es an der Auffahrt eine etwas sandigere Stelle in der der Van natürlich beim wieder Losfahren stecken bleiben musste...  Aber ein freundlicher Australier hat mich mit seinem Allrad-Auto herausgezogen ;D Es gibt ein schönes kleines Museum in Broome was von der Geschichte der Stadt und vor allem seiner Perlenzucht erzählt. Und einen chinesischen und einen japanischen Friedhof auf dem viele Perlentaucher begraben sind und gut, dass ich Sammy beihabe, sie konnte mir die Grabsteine vorlesen, da sie auch ein bisschen japanisch kann. Alles in allem fand ich Broome so schön, dass ich gerne noch mal wieder kommen möchte, dann aber zum Vollmond um die verpassten Dinosaurierspuren und die "Stufen zum Mond", eine Wasserspiegelung des Mondes auf dem Meer, zu erleben. Das Sandfire Roadhouse liegt am 80 Mile Beach zwischen Port Hedland (Industriestadt) und Broome und Sammy kriegt gerade die Kriese, sie mag keine Vögel (sie hat Angst, dass sie sie piksen und das Essen klauen) und hier gibt es neben den üblichen Wildtieren jede Menge Pfaue ;D

am Strand

Broome - Dinosaurier und Kamele

Montag, 02.11.2015

Broome hat ein paar Besonderheiten zu bieten die ziemlich einzigartig sind. Wenn es in der Trockenzeit Vollmond gibt, dann geht der Mond hier über dem Wasser mit einer Reflektion auf den Wellen auf als hätte man "Stufen" die zum Mond führen. Leider war bereits vor ein paar Tagen Vollmond, so dass wir die Stufen zum Mond verpasst haben. Und bei Vollmond ist die Ebbe auch stärker ausgeprägt, so dass eine andere Besonderheit sichtbar wird: Dinosaurierspuren auf den Steinen am Meer. Laut Pegelkalender sollte die Ebbe heute noch mal niedrig genug sein um die Spuren sehen zu können. Also sind wir wieder zeitig aufgestanden um zu der Stelle zu fahren an der die Spuren sind. Laut Hinweistafel gibt es hier in Broome neun "Fußabdrücke" von verschiedenen Dinosaurierarten, was sogar weltweit ziemlich einzigartig ist. Das Geklettere in den Klippen hat es ganz schön in sich und ich bin froh, dass ich gut gepolstert bin, denn ich bin doch mehrfach reichlich unsanft auf die Steine gepoltert. Leider sind die Spuren ziemlich unauffällig und die Flut kommt sehr schnell zurück, so dass wir (und auch die anderen Touris) die Spuren heute nicht finden konnten. Dafür konnten wir das Farbspiel der roten Felsen und des blauen Meeres bewundern. Leider gibt es die nächste Möglichkeit die Spuren zu sehen erst in frühestens 10Tagen und solange bleiben wir dann wahrscheinlich doch nicht hier. Auch wenn Broome wirklich sehr schön ist. Aber vll komme ich ja irgendwann mal wieder her ;D Zum Sonnenuntergang haben wir dann die berühmte Kamel-Tour gebucht, bei der man auf dem Rücken der Tiere den breiten Sandstrand entlang reitet. Und Kamele sind wahrlich "Wüstenschiffe", es schwankt ganz schön, besonders wenn die Tiere aufstehen und sich hinsetzen, denn sie müssen sitzen, sonst kommt man ja gar nicht erst hoch oder runter (ok runter kommt man immer, aber vll nicht so sanft). Der Sonnenuntergang ist hier wirklich toll und Strand, Meer, Himmel und Wolken leuchten in wahnsinnig tollen Pastelltönen, so habe ich das am Meer noch nie erlebt! :) Morgen gönne ich mir dann eine Massage, denn durch das lange Sitzen im Auto und die unsanfte Begegnung mit den Felsen tut mir alles ein bissel weh, aber da ich ja Ferien habe, muss ich mir ja mal was gönnen ;)

rote Felsen, türkieses Meer hoch zu Kamel

Sonnenuntergang Sonnenuntergang

Derby - Broome

Sonntag, 01.11.2015

Derby ist ein nettes kleines Städtchen, da wir aber nicht ins Wasser können und wir doch soo gerne mal wieder unsere Füße ins Meer stecken wollten, sind wir vormittags weiter nach Broome gefahren. Unterwegs haben wir schon gemerkt, dass es hier nicht so heiß ist wie weiter westlich und auch grüner, was vll an der Ozeannähe liegt?! Und Broome ist einfach nur schön! Ein unglaublich breiter und weißer Strand (Cable Beach) mit einem richtig tollen Sonnenuntergang. Auch die Stadt an sich ist schön, hat einige kleine Sehenswürdigkeiten und bietet sogar eine Auswahl an Geschäften! :) Wir werden auf jeden Fall ein zwei Tage in Broome bleiben, darum die Tage mehr :)

Broome Sonnenuntergang

Mary Pool - Derby

Samstag, 31.10.2015

Na das war mal eine Nacht.... nachdem wir beim Zubettgehen noch das Wetterleuchten gesehen haben, hatten wir nachts ein wunderbares Gewitter direkt über uns! Da wird einem schon anders zumute. Ich mag Gewitter ja eigentlich, aber nur vom Auto geschützt in der Natur ist das ein bisschen gruselig (passend zu Helloween?) Natürlich hatte ich mein Schattenvordach abends nicht eingeklappt und wie ich so durch die Seitentür rausstarre ist es auf einmal verschwunden! Na einer Weile ließ das Gewitter nach und ich habe mich dann mal rausgewagt um zu schauen was passiert ist. Das Vordach wurde auf das Autodach geweht und das Gestänge wurde verbogen, aber zum Glück ist es nicht kaputt gegangen! Dafür sind wir dann morgens schon vor 7Uhr losgefahren, weil die Sonne so zeitig aufgeht und es ab 8Uhr einfach zu warm wird. Die Landschaft unterwegs ist großartig, Felsen, endlose Weiten, hier und da Savannenlandschaft oder auch mal fast waldig. Und kilometerweite Straßen die nur gerade aus gehen. Was mich aber am meisten beeindruckt ist wie weit man schauen kann ohne ein Haus oder etwas anderes zu sehen was menschengeschaffen ist. Einfach nur Natur. Nach weiteren 450km Fahrt sind wir nachtmittags in Derby angekommen, einer kleinen Stadt am King Sound, einer Bucht mit 11Metern Tidenhub. Leider kann man natürlich nicht ins Wasser gehen und das hat drei Gründe wie uns der Besitzer vom Campingplatz erzählt hat: das Wasser ist wegen der Gezeiten total braun von den Sedimenten, wenn die Haie Dich nicht bekommen, die Krokodile werden es! ;D

Derby Hafen mit Sammy Mittagspause

Kununurra - Mary Pool

Freitag, 30.10.2015

Durch die Zeitumstellung zu West Australien wird es bereits um 4:30h hell und ich bin natürlich auch aufgewacht ;D aber so ist das Leben auf dem Campingplatz, früh ins Bett, früh wieder weiter. Nachdem wir dann endlich damit fertig waren alles im Auto zu verstauen, wir müssen uns noch immer ein bissel "organisieren", war es bereits 8Uhr und brütende warm. Da auf dem Weg nach Westen erst mal nicht viel interessantes kommt was wir ohne Allradantrieb erreichen können sind wir heute so weit wie möglich gefahren. Unterwegs hatten wir schon wieder ein Gewitter, diesmal sogar mit Hagel und das bei 40°C. Das war so heftig, dass ich tatsächlich links ranfahren musste weil ich nichts mehr sehen konnte... Nach einer Fahrt von ca 470km haben wir unseren heutigen Campingplatz erreicht, es ein kostenloser direkt in Highway Nähe, der zwar keine Duschen, aber eine Art Trockenklo (Plumpsklo) bietet. Und es gibt kein Licht. Außerhalb des Scheins unserer Stirnlampen herrscht also völlige Dunkelheit. In der Ferne sehen wir noch immer Wetterleuchten. Beeindruckend. Besser als Fernsehn. Es ist jetzt gerade mal 19h durch und wie werden sicher um 20h ins Bett gehen, gibt ja auch nicht viel was wie machen können. Wobei Sammy gerade das Campingbuch studiert wo wir morgen übernachten können ;) Und die Fliegen und Mücken machen einen verrückt. Im Auto habe ich übern Bett ein Fliegennetz ;)

Sammy ist meine Kollegin, sie ist aus Taiwan und auch mit dem Working Holiday hier. Sie war auch 3 Monate in Timber Creek und hat nun auch aufgehört um mit mir mitzukommen. Da sie selbst nicht Auto fahren kann wollte sie sich diese Chance mit mir zu fahren nicht entgehen lassen, weil man West Australien am Besten mit dem Auto bereist. Klar komme ich dazu Deutsch zu reden, wenn ich mit jmd aus Deutschland skype ;) und natürlich "denke" ich noch in Deutsch und kann mich mit mir selbst unterhalten ;D manchmal trifft man auch Deutsche Reisende, zB auch in Timber Creek oder auch auf Campingplätzen, aber meist spricht man dann doch Englisch weil viele Reisende ähnlich wie ich mit nur englischsprechenden Freunden unterwegs sind.

Aussicht Farben des Outbacks

von der Wüste ins Gewitter

Donnerstag, 29.10.2015

Heute ging es dann nun endlich los auf den Roadtrip mit meiner Kollegin Sammy. Morgens in Timber Creek hatten wir schon um 7 Uhr 30°C und eine drückende Luftfeuchtigkeit, was tagsüber auch noch auf mehr als 40°C anstieg. Unsere erste Station direkt nach der "Grenze" zu West Australien war der Lake Argyle, ein hübscher See zwischen schroffen Felsen. Dem hat man angesehen, wieviel Wasser er während der Trockenzeit verliert. Wie wir dort so sitzen und unser Mittag knabbern zieht ein Gewitter auf, während auf der anderen Seite super strahlender Sonnenschein ist. Bei richtig schönem Platzregen sind wir dann vorsichtig weiter gefahren. Als der Regen vorbei war, war die Luft wunderbar frisch und kühl, allerdings blieb das nur eine halbe Stunde so, dann war es wieder genauso heiß. Das Gewitter ist uns auch gefolgt, angekommen in Kununurra ging es wieder los, aber wir haben uns in den Supermarkt geflüchtet um unsere Vorräte aufzustocken. Unsere Chefin in Timber Creek hatte uns erlaubt auf ihrer Farm in Kununurra vorbeizuschauen und bei ihrer Schwiegermutter so viele Mango zu pflücken wie wir wollen. Die Haupternte ist schon durch und alles was jetzt noch hängt ist nicht Supermarkt-konform, wobei ich sagen würde die sind nach wie vor "perfekt". Duch die Zeitumstellung zu West Australien geht die Sonne schon zeitiger unter und es war schon dunkel als wir den Campingplatz erreichten.

Lake Argyle aufziehendes Gewitter

Von Steinschlägen und Mini-Tornados - im Kakadu Nationalpark

Dienstag, 27.10.2015

Roadtrains sind ja schon beeindruckende Dinger und ich bin jedes Mal nervös wenn mir so ein Monster auf der Straße entgegen kommt, ich werd dann immer langsamer und fahre so weit wie möglich links. Das wackelt dann auch ganz schön, wenn das Ding an einem vorbeirauscht. Mir hat ein Trucker-Fahrer in Timber Creek mal erzählt, dass er 45 (!) Minuten zum Halten braucht, wenn er "nur" ausrollt...  Heute ist mir einer auf einem recht breiten Highway entgegen gekommen und ich habe einen Steinschlag auf meine Frontscheibe bekommen. Unglücklicherweise ist der Stein einen halben Zentimeter entfernt vom Rahmen eingeschlagen. Ein bissel weiter höher und es wäre nix passiert. Eigentlich gar nicht so groß vielleicht 5 mm Durchmesser und zwei kleine Ausläufer. Allerdings jedes Mal wenn die Sonne auf die Scheibe scheint, und das ist ja im Outback nicht wirklich zu vermeiden, breitet sich der Sprung weiter aus. Also Werkstatt angerufen und wenn ich morgen in Katherine durchkomme, erhalte ich eine neue Scheibe... Und mir haben drei Leute versichert, sofern ich den Riss nicht von innen spüren kann, wird die Scheibe halten.

Im Outback kann man die Buschfeuer anhand des aufsteigenden Rauch meist schon entfernt sehen. Heute habe ich wieder mal eine Rauchfahne in Fahrtrichtung gesehen. Allerdings entpuppte es sich nicht als Rauchfahne eines Buschfeuers, sondern als ein kleiner Tornado der gemütlich am Straßenrand langzog. Der war vll 5-6 Meter im Durchmesser und mindestens 100 Meter hoch und wirbelte jede Menge Asche (von ehemaligen Buschfeuern), Staub und Blätter mit sich umher. Dadurch bekam er seine dunkle Farbe, die von Weiten wie eine Rachfahne aussah. Nun haben Tornados ja leider die Angewohnheit ihre Richtung spontan zu ändern. Während ich mich ihm näherte zog er weiterhin am Straßenrand entlang und ich dachte mir noch, puh Schwein gehabt, da kommste unbeschadet dran vorbei. Denkste. Unmittelbar vor mir zog er über die Straße. Wahnsinnig beeindruckend einen Tornado mal aus der Nähe zu sehen. Leider war ich mit Bremsen und meiner anschließenden leichten Schockstarre so beschäftigt, dass ich natürlich kein Foto gemacht habe. Anders das Pärchen was aus etwas mehr Entfernung aus der Gegenrichtung angerast kam, die waren so auf ein Foto aus, dass der Mann sogar aus dem Auto sprang und dem Tornado in den Wald hinterherlief... Aber mal ehrlich, vor plötzlich auftetenden kleinen Tornados sollte man in Australien-Reiseführern warnen! Und wo bitteschön sind die gelben Warnschilder, die es hier doch auch für Kängurus, Krokodile, Kühe und sogar Kamele gibt? :D

Der Kakadu Nationalpark ist um einiges größer als der nahe gelegene Litchfield Nationalpark und beherbergt eine Menge Allrandantrieb-Straßen, die ich mit meinem Van leider nicht fahren kann. Allerdings liegen einige der Felsenmalereien auch an asphaltierten Straßen, so dass ich sie mir anschauen konnte. Diese Malereien sind an Felsen gemalt die in den letzten tausend Jahren auch als Herberge für die Ureinwohner gedient haben. Die Felsen darüber sind sehr hoch und teilweise geneigt, so dass sie sicher einen guten Schutz bei Sonne und Regen gegeben haben. Leider war es heute so furchtbar heiß, so dass ich nicht alles ansehen konnte. Trotzdem sehr beeindruckend. Und auch die Landschaft im Park. Sehr grün und teilweise konnte man über die dicht bewachsenen Ebenen schauen. Abends konnte ich dann noch einen sehr sehr roten Feuerball als Sonnenuntergang bewundern und einen Blutmond aufgehen sehen. Wow. Mein heutiger Campingplatz liegt an einer Pferderennbahn und ich kann über die gesamte Ebene schauen. Ich freue mich auch schon auf den Sonnenaufgang, habe meinen Van extra so geparkt, dass die Sonne zum Seitenfenster auf das Bett reinscheinen sollte :)

Damit ihr mal eine Vorstellung davon habt, WIE warm es hier ist: Mein Trinkwasser im Auto hat gute Tee-trink-Temperatur und meine Schokolade ist in ihrer Packung geschmolzen und weil die nicht ganz gerade lag nach unten gelaufen und ich löffle sie raus nach wie vor flüssig ;D

Felsenmalerei

 

Oktoberfest in Darwin

Sonntag, 25.10.2015

Soso, da komme ich nur für ein paar Tage nach Darwin zurück und zufällig gibt es hier dieses Wochenende ein Oktoberfest... auf das mich meine Freunde natürlich gleich mal schleppen müssen, weil ich ja Deutsche bin. Was sie nicht wissen, dass ein Oktoberfest "nur" typisch bayrisch ist und wir Preußen damit nicht viel anfangen können, ähnlich dem Karneval... Es gab also ein aufgebautes Festzelt mit Klimaanlage in blau und weiß dekoriert mit Bierbänken und Tischen aus Metall (keine echten Holzbänke), Bier im halb Liter Maß im Plastik-Humpen OHNE Schaum (die Australier mögen keinen Schaum auf´m Bier) und deutsche "Schlagermusik", später auch noch eine Band bestehend aus einen Akkordion, einem Schlagzeug und einer Tuba die Magahits wie "oh Du lieber Ausgustin" im Programm hatten. Und es gab bayrisches Essen, oder zumindest das was die Australier darunter verstehen. Schwarzwälder-Käsekuchen.... was soll das bitte sein? Brezeln mit Margarine.... etwas Bratwurstähnliches, etwas was ausah wie ein Fleischbraten und Achtung jetzt kommt die bayrisch korrekte Bezeichnung Schweinshaxn. Ich musste mich darüber auch schon aufklären lassen. Wir Preußen würden es Eisbein nennen ;D Die Haxn an sich war ganz lecker, sogar der Senf ok, dazu gab es "Sauerkraut", totgekocht mit zuviel Kümmel, Schmorrzwiebeln, sauren Gurken und etwas was einen Kloß darstellen sollte. Alles in allem essbar und für australische Verhältnisse gar nicht so teuer $12 = 8€. Auf jeden Fall ziemlich merkwürdig bei über 30°C draußen und Blick auf das Meer ein Oktoberfest mit deutscher Musik zu haben. Aber hier ist es eh merkwürdig, so langsam geht ja die Weihnachtsdekozeit los und das ist definitiv surreal Weihnachtsbäume und Schneedeko im Sommer...

Schweins-Haxn auf dem Oktoberfest

Darwin hello

Donnerstag, 22.10.2015

So, nun bin ich wieder in Darwin angekommen. Nach einer langen, sehr sehr warmen Fahrt von Timber Creek nach Darwin bin ich in den Abendstunden angekommen. Und als erstes ist mir die frische Meeresbriese aufgefallen :) auch wenn es in Darwin nicht wirklich viel "kühler" als in Timber Creek ist (ok, es sind nur 35°C statt 40°C) ist es doch angenehmer weil der Wind nicht die heiße Wüstenluft bringt. Untergekommen bin ich wieder bei meiner indischen Gastfamilie die sich sehr gefreut hat, dass ich wieder da bin :) Heute habe ich dann schon mal die ersten Teile für mein Auto gekauft und morgen gehts in die Werkstatt. Am Wochenende treffe ich dann noch Freunde und Anfang nächste Woche geht es dann zurück nach Timber Creek um Sammy, unser Zimmermädchen, einzusammeln, die mich auf dem Roadtrip nach Perth begleiten wird.

@ Jane: ach das ist ja witzig, wo hat denn das Restaurant aufgemacht? Und was sind australische Spezialitäten? Die australische Küche ist doch eher, naja, gewöhnungsbedürftig, ähnlich der englischen... ;D oder gibt es dort Känguru und Krokodil?

Timber Creek Nr. 6

Dienstag, 13.10.2015

So heute mal wieder ein Suchbild für Euch: Wo ist der Fehler? ;D

Suchbild

Ansonsten geht es mir gut. Eine Woche werde ich noch hier in Timber Creek arbeiten, dann geht es nach Darwin um meine indische Gastfamilie und andere Freunde zu treffen. Und dann startet mein Roadtrip nach Perth. Darauf freue ich mich schon total! :)

Es wird also langsam Zeit "good bye" zu sagen und die Sachen zu packen. Landschaftlich ist es hier sehr schön, Wetter - definitiv zu warm auf Dauer (und in der anstehenden Regenzeit wird es noch schlimmer), Unterhaltungswert - reichlich langweilig, weil zu weit weg von allem, Arbeitstechnisch - Kollegen und Chefs - nett, Kunden - interessant: Backpacker und Touristen, die so schön geschockt sind über die Preise im Outback, Renter mit Wohnmobilen und einem extra Stuhl davor für das Hündchen, Bauarbeiter die viele Geschichten erzählen können und natürlich die aboriginal people, die auf ihre Weise so ganz anders sind als die weißen Australier, aber zum Großen Teil liebe Menschen mit noch fieserem Akzent ;D

Danke an alle hier! :)

vlnr: Brad, Sammy, Loly, Steve, Keyley

Timber Creek Nr. 5

Sonntag, 04.10.2015

Hallo liebe Alle!

Von Darwin bis nach Perth sind es mehr als 4000km, was allein ja schon mal reine Fahrzeit über 40Stunden ist, aber da ich unterwegs ja auch noch was anschauen möchte und auch kleine Umwege fahren werde, wird das sicher um die 3-4Wochen dauern. Ja, Perth ist schon eine größere Stadt, ca. 1,7mio Einwohner, bezogen auf australische Verhältnisse eine Metropole und wenn man aus dem Outback kommt ist das wahrscheinlich der reinste Kulturschock :D Und so gut wie jeder Australier erzählt Dir, dass Westaustralien mit die schönsten Landstriche Australiens hat, ich bin gespannt :)

Ja, Pilze sammeln und essen kennt man auch in Australien, allerdings nicht hier im Norden, dafür ist es hier zu trocken. Aber im Süden, im gemäßigtem Klima ist das bekannt und möglich.

So langsam geht hier ja die Trockenzeit zuende und die Natur verändert sich. Der Sternfruchtbaum hat keine Früchte mehr und beginnt neu zu blühen. Dafür hängt der Mangobaum voller Früchte, die auch bald reif werden. Gestern habe ich schon mal eine Mango gefunden die schon reif war, wow das war mal ein Geschmackserlebnis, die hat fast wie die bei uns erhältlichen "Wilden Mangos" geschmeckt und war tief-orange. Njam njam. Ansonsten blüht hier ein Baum, dessen Blüten ganz weich sind und sich fast wie Seidenstoff anfühlen, kuschelig. Mein Kollege hat mir erzählt, dass wenn der Baum blüht die Baby-Krokodile schlüpfen, gibt also bald wieder mehr von den kleinen Beißern ;D

Die Tage war ich abends, kurz vorm Zumachen des Ladens gerade draußen um die Scheibe der Tür von außen zu putzen. Drinnen waren ein paar Aboriginal-Frauen und meine Chefin. Plötzlich lautes Gekreische der Frauen und erschrocknes Hochhüpfen und dann ein "los, los mach die Tür auf, schnell!" und schon kam eine der Frauen, sie hatte sich auch noch einen Besen geschnappt auf mich zu und trieb eine kleine braune Schlange vor sich her. Die Schlange war nicht länger als 25cm. Und schon wurde die Schlange per Besen nach draußen befördert, wobei sie eher unter dem Türspalt durchpasste, als das sie durch die offene Tür gefegt wurde. Durch den Türspalt unter der Tür wird sie wahrscheinlich auch reingekommen sein. Draußen haben dann unsere beiden Köche, beide Australier, die Schlange noch ein Stück weiter weg von Haus ins Gebüsch befördert. Für mich wirkte das ganze etwas merkwürdig, die war doch so klein die Schlange... Aber andererseits kennen die Aboriginis ihre Natur besser und haben gute Augen für sowas... mein Kollege hat mir dann erzählt, dass das ein Baby einer hochgiftigen Schlange ist, die sonst ca 2m lang wird. Allerdings sind die Kleinen gefährlicher als die großen, da die großen nur beißen wenn sie bedroht werden und dann auch nicht unbedingt gleich Gift injizieren, sondern nur wenn man sie nach dem "Warnbiss" noch weiter bedroht, die kleinen beißen allerdings gleich mit Gift zu... bin ich froh, dass die Frauen so schnell reagiert haben und ich werde nun noch mehr aufpassen, wenn ich draußen rumlaufe...

Bis bald, dann gibt es auch wieder mehr Bilder und Erlebnisse, wenn ich weiter reise :)

Mangobaum

 

Timber Creek Nr. 4

Donnerstag, 24.09.2015

Liebe Alle!

Naja es ist eher so, dass ich hier nichts zu tun habe, außer arbeiten. Also nichts worüber man im Blog berichten könnte. Es ist halt wahnsinning langweilig in Timber Creek...

Ich bin nicht so der Pferdenarr und mache mir nichts daraus reiten zu gehen. Und außer zum Campdraft-Wochenende gibt es hier in Timber Creek auch keine Pferde. Aber ich könnte ja mal eines der Crocos fragen, ob sie auch für einen Ausritt zu haben sind?!

Ja wie schnell die Zeit vergeht, wird bei Euch schon Herbst, während in Australien Frühling wird. Was man hier in Timber Creek, in den Tropen allerdings nicht merkt, das Wetter verändert sich erst zur Regenzeit die ca. im November anfängt. Dann wird es wärmer, oder besser gesagt noch wärmer, von den jetzt 33-35°C auf 37-40°C, es fängt zu stürmen an und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Und naturlich kommt Regen, jede Menge Regen, der dann auch schon mal zu tagelangen Überflutungen im Outback führt.

Aber bis dahin bin ich nicht mehr hier, da ich ja ein Auto und kein Boot habe. Ich bleibe hier jetzt noch vier Wochen und dann fahre ich nach Darwin um u.a. neue Reifen für mein Auto zu kaufen und um Freunde zu treffen. Und dann geht es auf einen sicherlich tollen Roadtripp bis nach Perth :)

Bis dahin gibt es wahrscheinlich nicht viel Spannendes zu berichten, also etwas Geduld bitte noch ;D bis wieder tolle Blogeinträge kommen mit schönen Fotos :)

Liebe Grüße in die Heimat, Eure Chocolat

was ist ein Campdraft? Nr. 2

Freitag, 11.09.2015

Leider weiß ich die qm und den qm Preis nicht mehr, ich glaube insgesamt war es was um die 22Mio AU$ (ca. 14,5Mio. €). In der Anzeige stand was von Farmland oder als Ferienanlage. Vielleicht ist die Anzeige ja noch mal in der Zeitung (sollte das Grundstück wider Erwarten nicht direkt verkauft werden...) dann liefere ich die Infos nach :D wär aber cool, wenn Skippy dann Straßenbahn fährt, dann hüpfen die einem vll nicht mehr vors Auto...

Danke :) Ich gebe mir Mühe so viel wie möglich zu lernen und aufzunehmen, vor allem Dinge die ich zuhause nicht tun kann :D Wenn man so mit den Aussies ins Gespräch kommt und viele von ihnen sind wirklich nett und erzählen auch von sich, bieten sie einem auch gerne schon mal einen Job auf ihrer Farm an... na schaun mer mal, vll lerne ich dann auch noch zB Schafe scheren, ok das könnte ich zuhause auch lernen, aber irgendwie ist es "stilechter" hier in Australien ;D

Ihr werdet es erfahren ;D

Liebe Grüße nach D Eure Chocolat

was ist ein Campdraft?

Sonntag, 06.09.2015

Also hier in Timber Creek laufen die Uhren definitiv anders! Niemand ist hier in Eile, denn wenn es im Shop gerade mal voll ist und man 10-15Minuten warten muss, also Zeit "verlieren" würde, kein Problem, bis in die nächste Stadt (2-3Stunden Fahrt) hat man das wieder raus geholt. Nur die Städter sind manchmal etwas nervös, aber die wissen halt einfach nicht, dass die Uhren hier anders laufen ;D Nun liegt es in der Natur der Dinge, dass wir, weil wir so weit außerhalb liegen, Informationen auch nicht immer, sagen wir mit angemessenem Vorlauf bekommen. So war es schon als wir hier zwei Bands an zwei aufeinanderfolgenden Tagen hatten, keiner wusste was von der zweiten Band... und so war es auch als dieses Wochenende als das Campdraft war. Ich hab mich nur gewundert, warum seit Donnerstag im Pub plötzlich so viele Cowboys und Cowgirls einkaufen? Haben die Farmarbeiter Freigang? Am Samstag tauchte dann plötzlich auf unserem Bedientresen eine A4 große Schwarzweißkopie einer Werbung auf: Timber Creek Campdraft. Bitte was ist das? Und vor allem wo ist das hier? Soo groß ist das Dorf ja nun nicht, dass man das übersehen könnte. Mein Wörterbuch wusste auch keine sinnmachende Übersetzung und aus der Werbung selbst bin ich nicht schlau geworden, es war wie eine Art "Programm" darauf und ich hab herauslesen können, dass es Preisgelder für die jeweils ersten drei Plätze gibt. Hmm...? mein Kollege meinte nur, klar, geht Euch das angucken, das ist etwa 10km außerhalb. Also bin ich heute vormittag da mal mit Sammy hingefahren. Etwa 50Meter vom Highway entfernt über eine Sandpiste zu erreichen stehen da plötzlich eingezäunte Pferde und Rinder, die waren die Tage als wir nach Katherine gefahren sind noch nicht da! Außerdem Allradautos, Campervans und Tiertransport-LKWs und sogar eine kleine Startbahn mit einem Leichtflugzeug. Und auch eine kleine Tribüne. Ist das eine Reitshow? Wenn ja, warum gab es dafür nicht mehr Werbung, wie für die Rodeos sonst und wo sind sie touristentauglichen Stände mit Souveniers und Essen? Das ganze war tatsächlich sehr klein und übersichtlich und machte eher den Eindruck einer "privaten" Reitshow verschiedener Cowboys und -Girls. Diese sind nämlich tatsächlich in einer Art Turnier gegeneinander angetreten. Da wir nur kurz da waren (mussten ja wieder zur Arbeit) haben wir nur eine "Disziplin" gesehen. Dabei mussten die Cowboys und Cowgirls auf ihren Pferden sitzend jeweils nacheinander ein Tier aus einer kleinen Gruppe Rinder (junge, wildlebende Rinder) trennen und durch ein Gatter treiben. Das sah schon sehr spektakulär aus, wie die Pferde im Zickzackkurs durchs Gehege geritten wurden und dabei schnell losreiten mussten und noch schneller abgebremst wurden um zu verhindern, dass das Rind wieder zu seiner Gruppe flitzt. Je nachdem wie viele oder besser wenige Zickzackwendungen der Cowboy oder das Cowgirl brauchte um so besser die Punkte. Es waren tatsächlich etwa gleich viele Damen wie Herren am Start und ich wurde den Eindruck nicht los, dass das auch viel mit Glück zu tun hat, weil man ja nicht weiß wie das Rind was man sich ausgeguckt hat reagieren wird, in welche Richtung es läuft, ob es sich schwerer oder einfacher trennen lassen wird. Wobei das wahrscheinlich zur Aufgabe gehört, sich das Tier auszugucken was sich wohl am leichtesten trennen lässt. Auf ein Signal des Cowboys hin, wenn er sich sicher war, dass er es hatte, wurden die Tore geöffnet und das Rind durfte auf eine größere Freifläche "flüchten" und wurde dann wieder zu einer wartenden Gruppe seiner Artgenossen gelassen. Allerdings scheinen diese sonst "wildlebenden"/"freilebenden" Rinder, die Farmen sind hier ja riesig groß, noch nie einen richtigen Zaun gesehen zu haben, denn in der kurzen Zeit die wir zugeschaut haben sind zwei der Tiere in Panik gegen den Zaun gekracht und eines hat sich dabei tatsächlich so sehr verletzt, dass es reglos am Boden liegen blieb. Armes Tier! Einer der anderen Zuschauer hat uns dann erzählt, dass es nicht mal mehr als Grillfleisch verwendet wird, denn der Körper ist ja voller Stresshormone und das Fleisch damit nicht gut. Mir taten Pferde und Rinder eher leid, aber für die Farmer hier ist das ja tägliche Arbeit und für ein Stadtkind ist das schon mal interessant anzusehen.

Zu unserem Roadhouse gehört ja auch noch eine Farm, etwa 2-3Stunden mit dem Auto entfernt und ich hab mal meine Chefin gefragt wie viele Rinder dort sind und sie meinte, och nicht so viele derzeit, nur so um die 10.000.... (es können wohl auch bis zu 25.000 sein)

Ach und will jemand von Euch Land in Australien kaufen? Ich hab letztens eine Anzeige in der Wochenzeitung des Northern Territorys gesehen, die ein Gründstück mit zwei (!) Flüssen anpries, ach ja und etwa 20km lang grenzt es auch an den Highway... wenn das mal nicht ein Traumgrundstück ist ;D

see you :)

welches darf es sein? an der Konkurrenz vorbei

 

Ich bin ein Stadtkind.... lasst mich hier raus!

Mittwoch, 02.09.2015

So nett das Arbeiten hier im Roadhouse ist und ich mich auch nicht beschweren kann, dass das Essen nicht gut ist, irgendwann will man hier einfach nur mal raus und sei es nur mal in die nächste Stadt, die da leider 3-4h Fahrt weit weg liegt. Da kann man leider nicht mal eben schnell einkaufen fahren ;D also musste ein Plan her. Da meine Kollegin Sammy keinen Führerschein hat und hier auch nicht mal einfach so rauskommen kommen würde, haben wir beschlossen zusammen zu fahren. Also haben wir uns einen Tag ausgesucht an dem sie eigentlich frei hat und ich ihre Schicht und haben zusammen morgens die Zimmer geputzt und sind dann mittags ins Auto gesprungen. Vorher haben wir dann noch die "Bestellungen" der Kollegen aufgeschrieben, denn alle paar Wochen fährt immer mal einer und bringt die Sachen für die anderen mit ;D Handy-Musik auf Lautsprecher gestellt (im Outback gibt es ja kein Radio) und Fenster runtergekurbelt ging es auf den Highway. Die Natur um Timber Creek ist ja schon schön, aber unterwegs haben wir noch mehr der tollen Landschaft Nordaustraliens bewundern können! Neben unzähligen Rindern am Highway und jede Menge überfahrener Wallabies haben wir auch Fahrradfahrer gesehen. Allerdings ist man nach 3 Stunden Fahrt auch froh anzukommen, besonders mein Fuß fand die eintönige Belastung gar nicht gut. Im Supermarktcenter von Katherine kann man neben Lebensmitteln auch Kleidung und Schreibwaren kaufen. Und es gibt eine Apotheke in die Sammy dringend musste da sie Rücken hat und unsere örtliche Krankenstation, zu der ich sie und meinen Kollegen mit Zahnschmerzen am Montag gefahren habe, hatte die Medies nicht vorrätig und Bestellen dauert hier über eine Woche... Meine Kollegen hatten vor allem Rum und Cider (Apfelwein) bestellt und die beiden wachhabenden Polizisten die zusätzlich (!) zum normalen Wachpersonal im Bottleshop saßen, haben uns nur angegrinst wegen dem vollen Einkaufswagen und hatten Verständnis für die "Roadhousepersonalbestellung". Im Supermarkt waren unsere Einkaufswagen dann ebenfalls super voll und es fühlte sich total krass an nach 7 Wochen zum ersten mal wieder in einem Supermarkt zu sein. Das verrückteste war allerdings, dass mir alles so "günstig" vorkam, weil ich schon an die Roadhousepreise gewöhnt bin. Wir haben mit dem Shopping 4Stunden zugebracht und als wir endlich fertig waren, war es schon Sonnenuntergang. So wurde es also nichts aus gemütlich ins Café setzen, noch etwas bummeln und die heißen Quellen ansehen gehen... wir mussten ja noch zurück. Noch im Stadtgebiet ist dann auch gleich erst mal das erste Känguru vorm Auto über die Straße gehüpft, das sind aber auch kleine Deppen. Also bin ich die ganze Zeit über langsam gefahren um im Schein der Fernleuchte, die ich bei dem praktisch nicht existierenden Gegenverkehr quasi gar nicht mehr ausgestellt habe, die Tiere gut zu sehen. Uns sind tatsächlich auf 285km nur 20 Autos begegnet. Allerdings waren neben den Wallabies auch nach wie vor die Rinder am Highway unterwegs, einige haben gemütlich direkt neben der Fahrbahn gesessen, aber einige sind tatsächlich über den Highway gelaufen. Da kann man echt froh sein, dass diese Tiere überwiegend hellgrau sind und somit besser zu erkennen ;D Leider konnten wir auf dem Rückweg die Natur nicht mehr bewundern, dafür die Sterne und einen tollen Mondaufgang. Sicher und wohlbehalten sind wir dann wieder in Timber Creek angekommen und ich habe endlich wieder einen Vorrat an Schokolade ;D

erhöhter Schwierigkeitsgrad

Sonntag, 23.08.2015

und wie sieht es mit diesem Suchbild aus? ;D

liebe Grüße zurück nach Hause :)

Suchbild Nr. 2

Victoria River Cruise

Sonntag, 23.08.2015

Hallo liebe Alle!

Nach nun mehr als einem Monat hier im Outback wurde es dringend mal Zeit mal wieder was zu unternehmen. Unsere Roadhousenachbarn Meredith und Neville bieten in ihrem Croc-Shop eine Victoria River Sonnenuntergangs Bootstour an und bevor die beiden für diese Saison aufhören, musste ich das unbedingt noch mitmachen. Also haben meine Kollegen Sammy (Reinigungsfee), Hemut (Kollege im Laden) und ich uns gestern aufs Wasser gewagt. Los ging es erst mal mit einem über 40Jahre alten Schulbus mit dem uns Neville zum Bootsanleger gefahren und uns unterwegs noch die 3 (!) Polizeitstationen im Dorf gezeigt hat. Ok, eine davon wird nicht benutzt und die andere ist heute ein Museum, aber stehen tun sie alle drei noch und das bei nur knapp 300 Einwohnern, wenn man die umliegenden kleinen Gemeinden der Aboriginis mitzählt ;D Neville ist hier im Dorf aufgewachsen und kennt quasi jeden Baum am Fluss und weiß auch wo die Krokos und Vögel anzutreffen sind. Allerdings haben sich die Salzwasserkrokodile als nicht sehr fotogen herausgestellt, denn alle die wir gesehn haben, waren überaus kamerascheu, so dass ich Euch kein gutes Bild von einem der größeren senden kann. Dafür habe ich ein Suchbild mit einem Babykroko für Euch ;D Es war wunderschön am Fluss und so schön grün und das Beste war die frische, leicht nach Meerwasser riechende Luft. Denn der Ozean drückt mit seinen Gezeiten das Salzwasser recht weit ins Landesinnere (wir sind hier in etwa 150km von der Mündung entfernt), so dass man so gar Quallen im Fluss gsehen hat. Unterwegs hat Neville immer mal angehalten, wenn er am Ufer ein Kroko gesehen hat, die wie gesagt leider Kamerascheu waren. Dafür haben wir um so mehr Wallabies (kleine Kängurus) und Vögel am Ufer gesehn. Und auch Rinder die ebenso wie die Wallabies am Fluss trinken. Was allerdings für die Krokos dann die Abendmahlzeit ist, denn untergetaucht im leicht bräunlichen Fluss warten sie geduldig bis eines der Tiere nicht aufpasst und dann wird zugeschnappt. Wobei die Wallabies ja noch die Snacks sind, ein Salzwasserkroko kann auch ein ganzes Rind reißen. Unterwegs hat Neville dann an einem kleinen Boot festgemacht, dass sowas wie seine Veranda ist. Meredith hat kleine Snacks mitgegeben und wir konnten uns mit Blick auf´s Wasser und die Natur "die Beine vertreten". Zurück ging es dann im wunderbaren Sonnenuntergang. Es war herrlich mal "rauszukommen" und mal "andere Luft zu schnuppern", besonders wenn sie dann auch nicht so trocken und nach Fledermaus riechend wie hier im Dorf ist ;D

Wo ist das Baby-Croco? Wallabie am Ufer am Fluss Sonnenuntergang am Fluss

unser kleines Roadhouse Nr. 5

Mittwoch, 19.08.2015

So nett die Stille und Dunkelheit hier im Dorf auch ist, ich würde auf keinen Fall freiwillig hier her ziehen. Oder irgendwo anders hin wo in beide Richtungen kilometerweise nichts ist ;D und es ist ja in die eine Richtung 235km und in die andere Richtung 285km weit, also nichts was man mal eben schnell machen kann...  und das ist auch einer der Gründe warum ich hier nicht länger als 3 Monate bleibe, es ist zu langweilig ;D und der andere Grund ist: ja, es gibt hier verschiedene Jahreszeiten: Während im Südens Australiens Winter ist, teilweise sogar mit Schnee, da dieser Winter ungewöhnlich kalt ist, ist hier im Norden Trockenzeit. Wenn in D der Winter kommt, kommt in (Süd-) Australien der Sommer und in Nordaustralien damit die Regenzeit. Mit bis zu 38° und soviel Regen, dass die Straßen bis zu 3 Meter hoch überflutet sein können. Das zieht dann zwar innerhalb von ein paar Stunden ab, aber es bleibt Regenwetter bis April und ich möchte meine Fahrkünste bei Regen nicht übermäßig testen. Darum bleibe ich nur bis max Mitte Oktober hier, vll auch nur bis Ende September, damit ich weiter südlich bin wenn im November der erste Regen losgeht.

Unsere Krokodile sind wilde Tiere. Sie leben in keinem Gehege und können frei im Creek schwimmen und jagen. Sie sind auf unser Füttern nicht angewiesen und es ist auch schon mehr als einmal passiert, dass nur ein Krokodil oder sogar gar keines zum Füttern erschienen ist ;D sie wissen natürlich, dass wir sie füttern und kommen für gewöhnlich zur Fütterungszeit vorbei. Oder "hören" das Schnappen nach Futter einer ihrer Kumpels und kommen dann auch angeschwommen. Ich weiß nicht, ob sie uns einzeln kennen, zumal ja zB nicht immer ich füttere, aber ich kann auf jeden Fall verschiedene Tiere auseinander halten. Sie sehen jeweils ein klein wenig anders aus, sind größer oder kleiner, haben eine etwas andere Farbe und leicht unterschiedliche Kopf- und Schnauzenformen. Das Krokodol auf dem Bild zB ist eines der größeren Tiere und es kann sich besonders schön und weit aus dem Wasser recken nach Futter, wenn es denn möchte ;D

Ich bin eher erstaunt, dass die Postkarten diesmal so "lange" gebraucht haben.... ;D leider sind ja meine Postkarten aus Darwin bei Euch allen nicht angekommen. Aber die aus Sydney haben damals nur 5-7Tage gebraucht. Ok, dass ist ja auch internationaler Flughafen direkt nach D ;D laut meinem Kollegen brauchen die Postkarten (und auch andere Sendungen) am längsten inneraustralisch, wenn sie nicht von den jeweiligen Haupstädten der Staaten zu einer anderen Hauptstadt gesendet werden. So braucht wohl Post Sydney-Perth nur max 3 Tage, aber von hier bis Darwin dauert es länger, obwohl sogar innerhalb des gleichen Staates...

Bis bald! <3

unser kleines Roadhouse Nr. 4

Sonntag, 16.08.2015

Hallo liebe Alle!

Wie schnell hier die Zeit vergeht! Ich bin jetzt schon einen Monat hier im Roadhouse und vier Monate unterwegs in Australien, wahnsinn! Kommt mir gar nicht so lange vor! Und ich muss sagen, durch die viele Arbeit tägliche fällt mir auch gar nicht so sehr auf, dass es hier eigentlich ziemlich langweilig im Dörfchen ist ;D letztens bin ich nachts mal draußen auf der Straße ein wenig langgelaufen, kein Auto, kein Mensch, soweit die Lichter unseres Roadhouses eben leuchten und dann blickt man nur noch in schwarzes Nichts, völlig still, das ist mal "Kulturschock" im Vergleich zu Berlin! Nicht mal am Horizont ist ein Leuchten, weil es ja keine Straßenlaternen abgesehen von unserem Roadhouse gibt. Dafür passieren hier einige spannende Dinge, ich sag ja hier stimmt was nicht ganz.... unserer Chefhandwerker ist derzeit nicht hier und plötzlich gehen die Toilettenspülungen nicht, sagen die Gäste, wenn wir sie testen funktionieren sie... in dem kleinen Bad neben meinem Zimmer leckt der Wasserhahn und ich muss alle drei Stunden (auch nachts) den Auffangeimer auskippen, damit das Wasser nicht völlig ungehindert auf den Pressholzpappefußboden (!, im Bad!) läuft, nur dummerweise kann das keiner reparieren, weil der Chefhandwerker die ganzen Werkzeuge und Ersatzteile in seinem Wohnwagen hat... und der Knaller: die Campingplatzgäste haben es geschafft die Tür zu den Campingtoiletten und Duschen von innen so zu verschließen, dass man nicht mehr reinkommt und keiner, außer unserer Handwerker natürlich, weiß wo die Schlüssel sind...  zum Glück hat sein Kumpel der auch auf seinen Hund aufpasst, die Tür irgendwie aufgefummelt bekommen und mein Chef hat irgendwo in seiner Wohnung einen Dichtungsring gefunden und meinen Wasserhahn repariert, natürlich nicht ohne den Hauptwasserhahn der Personalräume, des Restaurants, des Pubs, der Kaffemaschine im Laden, der Küche und den Motelzimmern abzudrehen, ohne Bescheid zu sagen ;D nur die etwas sensiblen Gästetoiletten, das Rätsel konnten wir noch nicht lösen, personalintern haben wir uns darauf geeignigt, dass die Gäste nach langen Fahrt im Outback verlernt haben einen Spülknopf zu benutzen... ;D

hier mal noch ein Bild von einem Baob-Baum, einem Flaschenbaum, die hier im Norden wachsen, allerdings tragen die nur zur Regenzeit Blätter und einem der größeren Süßwasser-Krokodile die ich füttere, an Land beim Sonnenbaden, oder wie die Australier sagen, beim in der Sonne backen ;D

Süßwasserkrokodil Baob-Baum

unser kleines Roadhouse Nr. 3

Samstag, 08.08.2015

Hallo liebe Alle! <3

Und vielen lieben Dank für die zahlreichen Besuche und Kommentare auf meiner Seite :) laut der Statistik sind es schon über 2400 Besucher. Zwar nicht so viele verschiedene Besucher, aber immerhin so oft angeklickt :) ganz besonders freue ich mich immer die Besucher die zum "weiterläufigen" Freundes-Bekannten-Kreis gehören und trotzdem meinen Blog regelmäßig verfolgen :) freut mich, dass ich auch Euch eine Freude mit meinem Blog machen kann! :)

Ja, ich glaube Skipi gibt es in D manchmal im Supermarkt zu kaufen. Oder komm mich doch einfach besuchen, dann kannst Du das direkt vor Ort und fangfrisch haben ;D

Hier in Nordaustralien wird schon auch angebaut, allerdings überwiegend "Tropenfrüchte", wie Mangos oder Papayas. Allerdings sind die meisten Farmen doch Rinderfarmen. Gute Frage, warum nicht mehr angebaut wird. Ich weiß nicht, ob der Boden nicht fruchtbar genug ist oder ob man nicht genügend Wasser zur Bewässerung hat. Wobei die Australier ja nicht ganz so umweltbewusst sind wie wir Deutschen und sicher vor Dünger in Massen und starker Bewässerung nicht zurückschrecken. Die meisten Anbaugebiete Australiens liegen jedenfalls weiter südlich. So ist zB australischer Wein aus dem Barossa Valley weltweit nicht ganz unbekannt.

Meine australische Alkoholausschanklizenz habe ich derweil auch fertig gemacht, ist im Prinzip "Idiotensicher", da bei jeder Frage das dazugehörige Fachwissen anklickbar ist und man im Prinzip einfach nur nachlesen muss. Aber interssant ist das Thema schon. ZB ist der Ausschank an Minderjährige und bereits Betrunkene verboten und kann mit Geldstrafen für den bedienenden Angestellten geahndet werden.

Die Arbeit im Roadhouse ist soweit gut, ist manchmal nur etwas chaotisch ;) zB wenn der Linienbus mit der Post kommt, gerne auch mal mit reichlich Verspätung. Und keine 10 Minuten später steht das halbe Dorf im Laden und möchte seine Post abholen, die man vorher ja noch sortieren und die Päckchen einscannen muss, kassieren und Campingplatzbuchen sind nebenbei ja auch noch zu machen. Dafür kann ich jetzt ja auch in meinen Lebenslauf eine quasi einmalige Sache aufnehmen, Wildtierfütterung ;D schon cool. Abends sitzen wir Kollegen dann immer noch ein Weilchen zusammen und gucken die Filme die jeder so auf seiner Festplatte hat.

Liebe Grüße ins heiße Deutschland ;D

australisches Essen? Nr. 2

Sonntag, 02.08.2015

Hmm, bei Gurken und Tomaten und allem anderen aus eigener Ernte werde ich schon neidisch. Sonst hatte ich auch immer Tomaten auf´m Balkon. Hier hinder dem Roadhouse gibt es einen Sternfruchtbaum von dem wir essen dürfen, immerhin mal etwas Abwechslung :) Ja Känguru wird in Australien auch gegessen, gibt ja genügend davon ;D jedenfalls habe ich schon Känguru im Supermarkt gesehen. Also um es zu präzisieren, ihr Spaßvögel denkt Euch sonst wieder sonstwas aus.... ;D ich habe im Supermarkt schon Känguru-Fleisch gesehen. Keine echten ganzen Kängurus beim Shoppen, wobei sie ihren Beutel ja bei hätten ;D eines meiner von Namen her Lieblingsprodukte im Supermarkt ist übrigens "Roadkill" ("Straßentod"), dahinter verbirgt sich Trockenfleisch in der Tüte, wird wie eine Tüte Nüsse zum Knabbern verkauft, mit verschiedenen Würzmischungen... ich nehme aber mal ganz stark an, dass es kein echtes Aas ist, sondern normales Rind... habe ich allerdings noch nicht probiert.

Ja was ich verdiene muss versteuert werden und der australische Staat langt bei uns Backpacken schon kräftig zu. 29% ist der Steuersatz für Nicht-Einwohner und davon bin ich noch nicht mal staatlich (kranken-)versichert. Bei der Anmeldung bei einem Arbeitgeber muss man eine Art Steuerformular ausfüllen und kann ankreuzen ob Einwohner oder nicht. Da ich ja eine "Adresse" in Darwin habe, bei der netten Familie bei der ich gewohnt habe, habe ich auch "Einwohner" angekreuzt. Denn wenn man 6 Monate an einem Ort gewohnt hat, zahlt man einen geringeren Steuersatz. Bzw. ich versuche mir die Steuern über die Steuererklärung zurückzuholen. Schaun wer mal. immerhin erwerbe ich mir tatsächlich einen Rentenanspruch, auf dessen Auszahlung habe ich glaube sogar schon direkt nach der Ausreise Anspruch. Aber das ist nicht viel Geld.

Bis bald meine lieben Zuhausegebliebenen, ich muss jetzt endlich mal meine Alkoholausschanklizenz online machen ;D

australisches Essen?

Freitag, 31.07.2015

Also ich weiß ja, dass sich Australien für Euch am anderen Ende der Welt befindet, aber ich kann Dir sagen, lieber OnkelRZ, dass die Welt hier nicht auf dem Kopf steht, sondern nach wie vor die Schwerkraft wirkt und sich die Brücke nicht nach unten durchbiegt, sondern eher nach oben, denn sie besteht aus zwei Teilen, die während der Regenzeit zum Ufer hin hochgezogen werden, weil einfach zuviel Wasser im Creek fließt und die Brücke sonst mitreißen würde :D

und nein, das australische Essen ist alles andere als lecker....  ich sah schon immer so aus ;D

Nee im ernst, das australische Essen ist nicht so pralle. Das Obst und Gemüse hat kaum Eigengeschmack und verarbeitetes Essen wie zB Schinken ist wahnsinnig salzig. Nicht mal die Schokolade schmeckt hier gut. Und kann sich noch jemand daran erinnern, wie komisch H-Milch vor 10-15Jahren geschmeckt hat? So schmeckt sie hier heute noch. Ich vermisse meine bio vegane gesunde Gemüseküche von zuhause, vor allem meinen roh-veganen-Joghurt. Ich glaube die Australier haben nicht so recht eine eigene typische Küche, orientiert sich mehr an der typisch englischen, zB Bohnen in Tomatensauce auf Toast zum Frühstück. Im Roadhouse verkaufen wir vor allem Pies, also kleine Mürbeteigküchlein mit Fleisch- und Saucenfüllung und Saussage Roll, Hackfleisch-Rollen im Teigmantel. Die sind aber eher gewöhnungsbedüftig. Die die im Fine Food Store verkauft wurden, waren einfach nur ekelhaft. Die die ich hier im Roadhouse probiert habe waren essbar, aber nicht unbedingt lecker. Die Australier grillen alle sehr gern, das sieht man auch an den wahnsinnig großen Frischfleischauslagen im Supermarkt. Unser Koch im Roadhouse macht jeden Tag ein Gericht für die Abendkarte, also zB. einen Braten und dazu Kartoffelbrei und diverse Gemüse, wie zB gebackene Kürbisschnitze, das essen wir Angestellten dann auch. Ich esse meist überwiegend das Gemüse. Oder er kocht auch mal so eine Art Chinapfanne mit Reis und Gemüse. Er kann zum Glück ganz gut kochen und es ist genießbar, wenn auch grundsätzlich zuviel Pfeffer... ich mache mir oft einen Wrap mit viel Salat und Möhren und Paprikastücken drin, das ist wenigstens halbwegs wie frisches Gemüse knabbern :D

Freut mich, dass Euch die Bilder gefallen! :) Jeden Tag, wenn draußen ein Backpacker-Van tankt gucke ich ganz sehnsüchitg raus und würde auch am liebsten sofort weiterfahren und Australien erkunden. Und Euch noch mehr Bilder schicken. Aber erst mal muss ich wieder ein bissel arbeiten und Geld sparen :D

unser kleines Roadhouse Nr. 2

Donnerstag, 30.07.2015

Hallöle!

Hier geht die Zeit echt schnell, ich bin nun schon seit 2 Wochen hier weiterhin fleißig am ackern. Danke für die Glasreiniger-Tipps. Ich werde mal schauen was ich davon hier finden kann um damit sauber zu machen, wir haben ja nicht alles vorrätig ;D

Dafür ist mir heute aufgefallen, dass meine Arbeitsstätte ebenfalls im Lonely Planet Reiseführer erwähnt wird, wie auch schon der Fine Food Store in Darwin hat das Roadhouse einen kleinen Absatz :) in dem wird sogar erwähnt, dass wir um 17h unsere Krokodile füttern. Welches diese Woche meine Aufgabe ist! :D Dadurch, dass ich im Laden Frühschicht habe, werde ich nachmittags nicht unbedingt im Laden gerbaucht und kann zum kleinen Flüsschen gehen und die Haus-Krokos füttern. Sie werden mit den Resten vom Rindfleisch gefüttert, dass der Koch von den frischen Bratenstücken abschneiden muss, weil zu viel Sehne oder Fettrand. Es sind derzeit meist 2-3, es können allerdings wohl bis zu 8 sein. Allerdings sind sie derzeit total träge und recken sich nicht wirklich weit aus dem Wasser um nach den Stücken zu schnappen die an einem Haken nach unten gereicht werden. Darum setze ich sie jetzt auf Diät, es gibt nur noch maximal 2 Stücke Fleisch, damit sie vll mal wieder etwas mehr Elan für die Touris an den Tag legen ;D Nach den Krokos werden auch noch die Falken gefüttert. Und die wissen ganz genau was losgeht wenn ich auf der Fütterwiese angelangt bin. Solange ich noch bei den Krokos am Creek bin warten sie in den Bäumen, aber sobald ich losgehe fliegen sie los und kreisen über der Wiese um die beste Postion zu finden um die hochgeworfenen Stücke im Sturzflug zu fangen. Dabei stoßen sie so gut wie nie aneinander, selbst wenn gleichzeitig mehrere zum Fangen ansetzen. Das sieht schon toll aus. Und macht macht Spaß. Das ist mal eine willkommene Abwechslung zum Bedienalltag.

Ach ja so leer wie auf den Bildern sieht es sonst nicht im Laden und Pub aus. Die Bilder sind morgens um 7h gemacht worden, nachdem der Bauarbeiter-Frühstücks-Ansturm vorbei ist und noch keine Zeltplatzgäste da sind. Und der Pub darf ja erst um 10h öffnen. Die strengen Alkoholbestimmungen treffen übrigens nicht bei allen Touris auf Verständnis, musste mich auch schon anmeckern lassen und habe Aussagen wie "das ist ja Freiheitsberaubung" (von einem Deutschen) und "absoluter Unsinn, das gibt es nicht in Australien" (ein Städter aus Südaustralien) gehört. Ich finds gut muss ich sagen, es hilft zumindest ein bisschen den übermäßigen Konsum einzuschränken. Auch wenn einige trotzdem ab 10h im Pub hocken und ein Bier nach dem nächsten trinken. Pro Dose 330 ml ca 7$ (4,70€!). Und natürlich muss man aufpassen, die erzählem einem dann natürlich sie hätten schon für 3 Bier bezahlt, aber erst zwei bekommen und sowas. Naja. Aber sie wissen, dass sie sich halbwegs benehmen müssen, sonst bekommen sie Hausverbot. Blöd, wenn man nur einem Pub und Bottle-Shop im Umkreis von mehreren hundert Kilometern hat....

bis bald meine Lieben und sonnige Grüße in die Heimat!

Krokodile füttern Falken füttern Mondaufgang über dem Van Sonnenuntergang über dem Victoria River

Willkommen im Zombiedorf Nr. 2

Montag, 27.07.2015

In diesem Dorf geht wirklich einiges nicht mit rechten Dingen zu:

Im Laden gibt es ein paar Glasflächen, die Kühlschranktüren zB, jedesmal wenn man die putzt sind die danach dreckiger und schlieriger als zuvor, egal mit was man putzt, Spüli-Wasser, Glasreiniger, Superspray, Essigwasser, Lappen oder Küchenrolle, oder alles zusammen und in verschiedenen Kombinationen, nix hilft, sehr merkwürdig. Ideen?

Aber der Knaller sind hier ein paar Käfer. Wie Maikäfer (nicht Marienkäfer) sehen sie von Form und Größe etwa aus, nur ganz in schwarz. Von denen verirren sich jeden Tag 2-3 in den Laden. Wenn Du denen mit dem Besen oder der Kehrschaufel eines kräftig drauf gibst und denkst, ha, den haste... denkste. Nach so 30 Sekunden fängt der an nach einander die Beinchen wieder zu bewegen und bewegt sich bald darauf wieder normal. Wie Terminator der aus der Schrottpresse gekrabbelt kommt, krasses Viech ;D

unser kleines Roadhouse

Samstag, 25.07.2015

Die Fledermäuse hier sind schon groß, also so groß wie ein Zwegkanninchen vll, oder ein fettes Meerschwein, so groß wie die die man bei uns zuhause nur im Zoo sehen kann. Ich höre in meinem Zimmer das Gekreische von denen nicht. Und es ist ehrlichgesagt auch nicht sooo schlimm, das ist halt Natur. Kakadus und andere Vögel machen auch "Krach". Eher etwas mehr nervig ist, dass direkt vor meinem "Zimmer" die Waschmaschinen und die Putzutensilien für unsere Putzfee Nadia stehen und die Motoren der Lagerkühlschränke wahnsinnig laut sind. Und die älteren Männer hier im Roadhouse morgens um 6h erst mal den Fernsehr vor meiner Tür anmachen und laut Nachrichten und so gucken. Aber da ich ja zum Glück so ziemlich überall schlafen kann, zuhause habe ich ja auch immer in der S- und U-Bahn zur Arbeit geschlafen, wache ich meist nur kurz auf und schlafe dann weiter ;D

Krank werden ist hier so eine Sache... wir haben hier in Timber Creek in sofern Glück, dass wir eine kleine Krankenstation mit 2 Krankenschwestern haben die das nötigste an Medizin da haben. Ihre Päckchen kommen nämlich bei uns am Postschalter an, daher weiß ich das ;D aber für größere Erkrankungen... bis in die nächsten größeren Städte ist es ja jeweil ca 230 bzw 285 km weit. Australien hat aufgrund seiner weiten Entfernungen den "Royal Flying Doctor Service", das sind Ärtze die hier nicht mit dem Rettungswagen kommen sondern mit einem Hubschrauber oder einem kleinem Flugzeug. Wir haben hier ja auch einen Sandpistenflughafen. Andern Orts wird dann eben direkt auf dem Highway oder der Sandstraße gelandet. Flugzeuge haben in manchen Gegenden also tatsächlich "Vorfahrt". Sollte ich je so ein Schild auf der Straße finden mache ich ein Bild ;DIm Moment hab ich eine Erkältung... drinnen Klimaanlage und Ventilator, draußen schwitzt man wieder, nachts die letzten Nächte die ich im Van geschlafen habe arschkalt. Aber heute geht es schon wieder besser.

Das Krokodil frisst ein Stück Rindfleisch was mein Kollege von unserer kleinen Brücke an einem Haken nach unten reicht. Immer um 17h werden die Krokos und die Habichte gefüttert. Die Krokos sind derzeit etwas träge, aber die Habichte sind spannend, sie fangen das hochgeworfene Futter im Flug mit halsbrecherischen Flugmanövern.

Ach ja, gestern hat ein Australier zu mir gesagt, dass ich ganz schön schnell Englisch rede für einen Deutschen...  öhm... das ist dann wohl so wie zuhause ;D

Hier mal noch die Bilder vom Roadhouse.

Roadhouse Post&Benzin Pub

Willkommen im Zombiedorf

Donnerstag, 23.07.2015

Nachts erwachen sie... die Zombies von Timber Creek. In Scharen ziehen sie um die Bäume und machen kreischende Geräusche die jeden aus dem Schlaf reißen. Ihr Gestank ist selbst tagsüber vorhanden und man wartet darauf, dass es jederzeit Angriffe gibt. Aber noch viel schlimmer sind die Bodenzombies. Röchelnd, schaufend, jaulend, schlürfend, würgend ziehen sie um die Häuser und wehe dem der seine Tür nicht verschlossen hat...

Willkommen in Timber Creek!

Ich bin jetzt seit einer Woche hier und arbeite im Roadhouse, als Bedienung, Fräulein vom Amt, Fremdenführerin, Tresenhase und Putzfee. Was nach viel Arbeit klingt ist es auch ;D Morgens helfe ich von ca 7-10h die im Motel und auf dem Campingplatz übernachtenden Gäste mit Frühstück und Benzin zu versorgen und buche die Mittagsessen der Bauarbeiter die wir versorgen. Gestern habe ich unserer Putzfee Nadia geholfen die Zimmer sauber zu machen und die Bettwäsche und Handtücher zu waschen. Und um 14:30h geht dann meine eigentliche Schicht los als Bedienung und Kassiererin. Benzin, Snacks, Waren des täglichen Bedarfs kassieren und eintüten. Motel und Campingübernachtungen annehmen und die Zimmerschlüssel verteilen. Auf den Linienbus warten der je nach dem aus welcher Richtung er kommt die Post der Dorfbewohner und die Postkarten der Touris mitnimmt, oder die zahlreichen Paketlieferungen abgibt, die ich dann annehmen, einscannen, sortieren muss. Und natürlich aushändigen an die entsprechenden Nachbarn. Nebenbei den Touristen die "Attraktionen" der Gegend erklären und die zahlreichen Marines der benachbarten Base mit Energiedrinks und Zigaretten versorgen. Ach ja und in den Pub laufen um Bier oder Wein auszugeben und den Alkohol zum Mitnehmen ausgeben. Alkohol darf in Australien ja nur in speziellen Shops verkauft werden und bei allen Bierkartons (30er Dosenbier-Kartons meist), Wein und Schnapsflaschen was die Kunden mitnehmen, den Namen, den Wohnort und den Ort des Konsums aufschreiben. Ach ja und checken ob es schon 14h ist, denn vorher darf nichts zum Mitnehem verkauft werden und checken ob der Kunde nicht auf der schwarzen Liste steht und keinerlei Alkohol ausgeschenkt bekommen darf bzw kaufen. Timber Creek ist eine der Gemeinden mit den schärfsten Auflagen, am Mittwoch und am Donnerstag darf gar kein Wein und Schnaps zum Mitnehmen gekauft werden und Bier auch nur zwischen 14-19h.... Und nebenbei natürlich auch noch auffüllen und saubermachen und eigentlich auch im Restaurant bedienen, das macht aber meist meine Kollegin. Die Arbeit macht soweit Spaß. Es ist eigentlich immer was zu tun und dadurch bekomme ich viele Stunden zusammen die auch noch gut bezahlt werden. Klar, es ist anstrengend, weil ich noch nicht an die lange Arbeitszeit gewöhnt bin, aber die Chefin ist total entspannt und ist eigentlich fast nie im Laden und lässt uns machen. Sie weiß, dass wir Kollegen uns untereinander die Schichten teilen und aushelfen, wenn nötig und hat kein Problem damit, wenn wir dadurch einiges mehr als 40h/Woche arbeiten. Und mein Morgenkollege Helmut ist die Ruhe in Person, den habe selbst im größen Chaos, wenn die Copmuter zB für ne halbe Stunde oder Stunde mal komplett streiken und der Laden natürlich voll ist, noch nie in Hektik erlebt. Helmut ist Österreicher, aber schon seit 50Jahren hier, er versteht mich zwar, kann aber kein Deutsch mehr sprechen. Die Kollegen sind alle zusammen ganz cool und lustig, die meisten so in meinem Alter und auch Backpacker :)

Ich habe in der Zwischenzeit auch mein eigenes Zimmer bekommen, was wie alles hier etwas abgeranzt ist. Es hat aber eine Steckdose damit ich meine Sachen laden kann, was im Van ja nicht geht. Und ich habe richtig Glück, ich habe das Mädelszimmer 10Meter weg vom Arbeitseingang und direkt neben meiner eigenen Dusche bekommen ;D Im Van schlafen mag ich nach wie vor lieber, der ist ja schließlich >mein< , aber die letzten Nächte war es so ungewöhnlich kühl hier, wie überall in Australien, dass ich bei 10°C reichlich gefroren habe, auch mit 3 Decken und der Idee meiner Kollegin mir eine leere Weinflasche mit heißen Wasser gefüllt als Wärmflsche ins Bett zu packen ;D

Auch kann man mal ein Pläuschchen mit den Campern und Reisenden halten, speziell die deutschsprechenden und allgemein die europäischen freuen sich über einen Plausch in Deutsch oder zumindest in einem australienakzentfreien Englisch, dass sie trotz meines starken deutschen Akzentes besser verstehen ;D die Outback Australier sind echt hart zu verstehen, sind aber überwiegend freundlich und geduldig und wiederholen auch gesagtes :)

Leider musste ich auch schon zwei französische Backpacker schwer enttäuschen. Der 30er Karton Bierdosen kostet bei uns 93$ (63€) und damit wohl ca doppelt so viel wie in der Stadt. (Keine Ahnung trinke ja kein Alkohol) Die beiden waren verständlicherweise total geschockt (im Gegensatz zu den Australiern) und haben gefragt wo sie günstiges Bier in der Nähe kaufen können. Tja leider ist das in beide Richtungen ca 250km weit... denn das Rasthaus in 90km Enfernung ist auch nicht günstiger.

Heute habe ich zwischen meinen Schichten mal einen kleinen Ausflug zu unseren örtlichen Attraktionen gemacht, damit ich auch weiß was ich den Gästen da empfehle. Auf die nahegelegenen Bergen (Hügel) kann man rauffahren und hat einen tollen Ausblick über das Tal und die Umgebung und am Zusammenfluss des Viktoria-Rivers und unseres Timber Creeks hat man einen schönen Blick über den Fluss und manchmal kann man dort sogar die bis ins Landesinnere vordringenden größeren und gefährlicheren Salzwasserkrokodile auf den Sandbänken liegen sehen. Die werden so groß, dass sie auch eine ausgewachsende Kuh reißen können. Allgemein haben wir aber überwiegend die kleineren und weniger agressiven Süßwasserkrokodile.

In der Zwischenzeit habe ich mir auch ein funktionierendes Handy im Laden gekauft, mein europäisches ist einfach nicht stark genug für das eintreffende Signal. So weit im Outback und so klein wie wir sind, werden wir auch nicht ans Kabelnetz angeschlossen.

So nun zu meinen Zombies... der aufmerksame Leser hat wahrscheinlich mitbekommen, dass es hier unglaublich viele Fledermäuse gibt, die kreischen und stinken und wenn sie Dir aufs Autodach schei... ist das wie Säure für den Lack. Die Bodenzombies sind unsere Haus und Hofhunde, vor allem "Smokey". Sie ist sehr alt, kann kaum kaufen, weil sie so dick ist, müffelt, kann sich nicht mehr selbst kratzen, die kommt einfacht nicht ran. Was witzig aussieht, wenn sie das Hinterpfötchen in Kratzbewegungen durch die Luft wedelt. Leider röchelt, stöhnt und seufzt und würgt/hustet sie ziemlich viel, so dass sich das wirklich wie Zombies anhört, vor allen nachts. Und sie ist inkontinent und hat es auf die Räume und Quartiere des Personals abgesehen, da liegt sie gerne drinnen, wenn wir nicht die Tür schließen...

bis bald liebe Alle <3

am Victoria River Blick übers Tal auf den Fluss Fledermäuse in den Bäumen Krokodilfütterung

Timber Creek Nr. 3

Donnerstag, 16.07.2015

Klar kannst Du hier mit Deinem Jumbo landen, wenn der Allradantrieb hat und sandpistentauglich ist ;D Der große Fluss ist der Victoria River an dem ich vor ein paar Tagen auf einem Zeltplatz hier in der Nähe geschlafen habe. Aber viel interessanter ist die Bradshaw Brücke gleich hinter unserem Ortsausgang in Richtung Nord West: auf die Brücke darf man nicht fahren, nur davor parken und drüber laufen. Am anderen Ende ist ein großer Zaun, der zu einer ehemaligen Farm gehört, einer der größten in ganz Australien. Heute ist dort ein Armeestützpunkt, der auch von anderen Nationen zu Trainingszwecken genutzt wird und zeitweise bis zu 28.000Soldaten stationiert. Derzeit sind etwa 6.000 Soldaten dort, überwiegend Amis und die kommen Busladungsweise bei uns einkaufen... ;D

Der Verdienst liegt bei so ca 22-29$ pro Stunde brutto, je nachdem ob Wochentag oder Wochenende. Dadurch, dass hier NICHTS in der Nähe ist, kann man das Geld auch nicht wieder ausgeben. Der optimale Ort um Geld zu sparen. Landschaftlich ist es hier ganz schön, ein paar nette Berge ringsherum. Abends füttert ein Kollege an unseren kleinen Brücke über den Timber Creek die Süßwasserkrokodile und die Falken um den Gästen den Caravan-Parks/Motels eine kleine Abwechslung zu bieten. Dadurch, dass ich ein Auto habe, komme ich hier jederzeit wieder weg, ja. Allerdings habe ich den Job durch eine kleine Agentur vermittelt bekommen und wenn ich meine Arbeit gut mache, wird das in der Akte gut hinterlegt, was mir dann hilft wieder mit der Agentur Arbeit zu finden. Die vermitteln auch diverse Erntejobs und anderes (je nach Verfügbarkeit) was man arbeiten muss um an das zweite Jahr Working Holiday zu kommen. Ich bin derzeit für ca 40-45h die Woche eingestellt und je nach dem was so ansteht, kann es auch mal sein, dass man Doppelschichten macht. Heute habe ich 8h gearbeitet und fand es gar nicht weiter schlimm, trotz dessen, dass ja alles mehr oder weniger neu ist. Zuerst werde ich in der Tanke eingearbeitet, also Benzin, Snacks und einige Supermarktartikel verkaufen, aber auch die Buchungen für den Caravanpark und das Motel bearbeiten. Später werde ich dann wohl auch an der Bar aushelfen, den Koch unterstützen, etwas kellnern und ggf. auch putzen. Ein Roadhouseallrounder also :D

Hier mal noch das Bild eines Ochsen den ich mitten auf dem Highway getroffen habe und das Schild eines Caravanparks in Kununurra zum Thema "speed limit", also Geschwindigekeitsbegrenzung, "deadly slow" heißt ganz langsam, "dead" heißt aber auch tot, "we like our guests alive" heißt: wir mögen unsere Geste lebend. Da sieht man wieder den Humor der Australier ;D

bitte keine Gäste töten eine Ochse auf der Straße

 

Timber Creek Nr. 2

Mittwoch, 15.07.2015

Ich bin gut wieder in Timber Creek angekommen. Da das schon wieder das Northern Territory ist, bin ich Eurer Zeit wieder 7,5h voraus. Ich habe tatsächlich kein Handysignal, aber Internet über meine Wlan-Box :) Morgen früh um 6:45h geht es schon los mit der Arbeit im Roadhouse, das eine Mischung aus Campingplatz, Tanke, Späti, Imbiss, Pub und Post ist...  heute Nacht schlafe ich noch im Van, ich soll aber wohl ein eigenes Zimmer bekommen. Und Essen gibt es auch. Bin gespannt wie es wird. Habe mich heute hier nur kurz umgeschaut bevor es dunkel geworden ist. Es gibt tatsächlich einen Creek, ein kleines Flüsschen und jede Menge Fledermäuse in den Bäumen, besser geeignet wäre wohl "Bat"s-Creek gewesen ;D Bis denne :)

Timber Creek

Mittwoch, 15.07.2015

Hallo liebe alle!

Ich fahre jetzt wieder nach Timber Creek, das liegt im Northern Territory. Da bin ich unterwegs schon mal durchgekommen. Ich habe dort Arbeit in einem Roadhouse bekommen. Wahrscheinlich habe ich allerdings schlecht Internet und keinen Handyempfang. Ich melde mich so bald wie möglich!

Ich denk an Euch :)

Warten am Nationalpark

Dienstag, 14.07.2015

Ich bin noch in Kununurra, WA. Ein nettes kleines Städtchen mit einem See und ein paar Einkaufsmöglichkeiten, eine Vorsorgungsstation für Ausflüge in die Kimberly-Region. Der Zeltplatz liegt direkt am Hidden Valley Nationalpark und ich habe einen tollen Blick auf die Felsen, die bei Sonnenuntergang ganz rotorange leuchten. Die Kängurus kommen jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit und fressen das Gras neben den Zelten und Campervans. Man hört dann bloß das Geräusch von Schritten (Hüpfern) und das Knabbergeräusch beim Fressen. Wenn man nicht weiß was es ist, hört sich das fast etwas gruselig an. Allerdings sind die alle scheu und kommen nicht weiter als 2 Meter ran. Der Zeltplatz ist bei Saisonarbeitern sehr beliebt, die auf der nahe gelegenen Sandelholz-Farm arbeiten. Allerdings sind die derzeitgen Jobchancen hier begrenzt, der örtliche Job-Shop (spezialisiert auf Backpacker) hat leider nichts im Angebot. Aber die vermitteln in ganz Westaustralien und so warte ich derzeit darauf, dass sich die Roadhouses melden an die die Bearbeiterin meinen Lebenslauf gemailt hat. Viel lieber wäre es mir ja, direkt jeweils dort hinzufahren und mich persönlich vorzustellen, allerdings liegen die alle gaaanz schön weit weg, mind 500km, da lohnt sich das hinfahren erst, wenn man den Job hat ;D Mich juckt es in den Fingern direkt weiter nach Westen zu fahren, aber da ich unterwegs keinen Empfang habe, weiß ich nicht, was ich verpasse an Anrufern. Wobei es witzig ist, jeder Australier erzählt Dir, dass er entlang des Highways oftmals Empfang hat und jeder Backpacker hat keinen Empfang.... merkwürdig. Man merkt deutlich, dass ich schon um einiges südlicher bin als noch in Darwin, es ist hier tagsüber bei weitem nicht so warm wie im Norden und es weh ein fast eisiger Wind. Gestern war ich noch in der "Zulassungsstelle" hier in Kununurra um die Ummeldung meines Autos abzuschließen. Mein Auto ist ja ein Westaustralier und eigentlich hätte ich für die Ummeldegebühr eine Email bekommen sollen, aber so ist gleich erledigt und das Auto ganz offiziell meines :)

Drückt mir mal die Daumen, dass sie arbeitstechnisch was tut :)

Blick auf die Felsen (vom Van aus) See in Kununurra

Kununurra

Sonntag, 12.07.2015

Hallo meine liebe Familie, Freunde, Interessierte :)

Nach zwei Tagen auf dem Savannah-Highway bin ich heute in Kununurra, West Australien angekommen. Da ich ja nur so um die 80km/h fahre, komme ich nicht weit am Tag und die Wärme macht das Autofahren nicht angenehmer. Bzw. ich bin es ja nicht gewöhnt weite Strecken zu fahren und langsam wünsche ich mir einen Stein den ich auf das Gaspedal klemmen kann, denn mein Fuß findet diese eintönige Haltung nicht so pralle. Da ich regelmäßig Pausen mache und dabei dann mindestens einmal um den Van hopse geht es ;D unterwegs gibt es alle paar Kilometer auch Rastplätze, auf denen ich auch schon im Schatten geparkt habe und für ein halbes Stündchen ein Nickerchen gemacht habe. Wie praktisch, wenn man das Bett immer dabei hat :) Gestern morgen bin ich noch in den Nitmiluk Nationalpark nahe Katherine gegangen um mir die Aussicht auf den Katherine River anzusehen. Und in der Stadt habe ich mir die "heißen Quellen" angesehn. Direkt in der Stadt gibt es tatsächlich eine Quelle die in kleine Badelöcher mündet, allerdings nicht "heiß", eher angenehm mittellau. Abends habe ich auf einem schönen Campingplatz am Victoria River halt gemacht, welcher zwischen den rot leuchtenden Felsen der umliegenden Berge liegt. Ich habe direkt am Rand des Zeltplatzes gestanden, nahe am Gebüsch und ich habe es immer wieder rascheln hören, es hat sich aber leider kein Tier aus dem Gebüsch getraut. Den Kötteln auf dem Boden zufolge müssen dort Tiere wohnen, Wallabies oder Kängurus vll. Kurz nach dem Campingplatz gibt es dann noch einen "Wanderweg" die Berge hinauf, wobei ich vll eher Kletterweg sagen sollte, aber die Aussicht macht die Anstrengung wett. Unterwegs hatte ich heute auf dem Highway Bauarbeiten und da steht dann mitten im Nichts, bei kaum Verkehr eine Verkehrsampel die den Verkehr wechselseitig lenkt. Die fleißigen Australier arbeiten nämlich auch sonntags im Straßenbau, mal eine Idee für deutsche Autobahnen... An der Grenze zu West Australien gibt es eine Quarantänestation in der man sein Obst, Gemüse und Honig abgeben muss. Da ich das zum Glück wusste, hatte ich soviel wie möglich aufgegessen und musste nur ein paar Möhren und eine Zwiebel abgeben. Hier in West Australien war für mich wieder Zeitumstellung, ich bin Euch jetzt nur noch 6Stunden voraus und um 18h ist es schon stockduster.

Hier bei den Bildern ist dann endlich mal eines zu sehen, bei denen auf der einen Seite des Highway ein Buschfeuer gewütet hat und auf der anderen Seite alles normal ist.

Wie ich hier grad so gemütlich am Tippen bin, höre ich neben mir ein komisches Geräusch und denke erst es ist einer der anderen Camper.... sitzt neben mir, keine zwei Meter weg ein Känguru und futtert sein Abendbrot :D

im Nitmiluk Nationalpark Katherine George Nitmiluk   heiße Quelle in Katherine endlose Weiten links Savanne, rechts verbrannt verbrannte Buschlandschaft Victoria River Victoria River (Judbarra Nationalpark) Bauarbeiten im OutbackKänguru beim Abendbrot

 

Katherine

Freitag, 10.07.2015

Entgegen meinen Erwartungen ist Katherine ein kleines bisschen größer als ein "Nest", wenn auch nicht viel. Eine Hauptverkehrsstraße mit einer Einkaufspassage und das wars auch schon. Der örtliche (große) Supermarkt ist knackevoll, naja ist ja auch der einzige im Umkreis von ein paar hundert Kilometern... in den Nestern am Stuart Highway gibt es maximal Lebensmittelladen-Post-Tankstelle-Touristeninfo-Mischläden in denen man das nötigste kaufen kann, allerdings alles etwas teurer.

Ich muss sagen, dass mir schlafen auf Campingplätzen echt Spaß macht. Ich such mir einen schönes Plätzchen für meinen Van, stell meinen Tisch, meinen Stuhl und meinen Campingkocher davor und genieße mein Abendessen bei Sonnenuntergang. Sobald es dunkel ist sieht man die Sterne. Millionen Sterne. Einfach nur schön. Morgens wird man dann Natur, Sonnenschein und Vogelgekreische (nicht Gezwitscher) geweckt ;D

Um genau zu sein fahre ich in der Wüste, im Outback. Ich würde es eher als Savanne bezeichnen, aber außer viel Sand und Bäume gibt es dort nicht viel. Da der Highway überwiegend einspurig ist und nur alle 20km eine extra Überholspur hat, kann ich leider nicht wirklich anhalten um zu fotografieren. Besonders genau dann nicht, wenn ein Buschfeuer die Vegetation auf der einen Seite des Highways niedergebrannt hat und auf der anderen Seite alles noch bewachsen ist, weil die Straße eine Barriere bildet. Die Buschfeuer brennen nicht alles nieder. Das etwa knie- bis hüfthohe Gras und kleinere Sträucher brennen nieder, alle größeren Bäume werden "nur" angekokelt und wachsen oben normal weiter, ein surrealer Anblick. Noch weiter in die Wüste wage ich mich nicht. Jedenfalls nicht abseits der Hauptverkehrsstraßen, das macht mein Van nicht mit. Das ist ja leider kein Geländewagen.

Die Roadtrains habe ich in Sydney und Darwin nicht in den Städten gesehen, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die um die Ecken kommen. Auf dem Highway gibt es ja normal keine Abfahrten wie auf unseren Autobahnen, sondern eher Kreuzungen. Dort wo eine Straße auf den Highway trifft, die zu einem Industriegebiet führt, sind die Kreuzungen extra groß, damit die Roadtrains um die Kurven kommen. Interessant ist allerdings, dass die kleinen Siedlungen die ich bis jetzt durchfahren habe direkt am Highway liegen. Die Hauptverkehrsstraße des Ortes ist sozusagen auch der Highway. Das sieht hier in Katerine besonders spannend aus, da der Ort ja eine ganz normale Hauptstraße mit Geschäften, Fußgängerüberwegen und Ampeln hat. Man kommt also vom Highway und dem nichts angebraust und die gleiche Straße ist plötzlich eine Stadt. In sofern fahren die Roadtrains auch in der Stadt, wenn auch nur durch...  das Bild vom letzten Blogeintrag ist ja auch in einer (Kleinst-)Stadt entstanden, in Adelaide River, da gab es parallel zum Highway eine kleine Dorfstraße, auf der ich Pause gemacht habe.

Ach ja, heute habe ich durch Zufall den Tankklappenhebel im Auto gefunden...  endlich muss ich mir nicht mehr die Finger brechen ;D

Von den Einheimischen ist mir berichtet worden, dass die Farmarbeit vor Ort in frühestens 6-8Wochen losgeht, also habe ich beschlossen doch noch weiter zu fahren bis nach Kununurra direkt an der Grenze schon in Western Australia und unterwegs weiter nach Arbeit zu suchen.

Ich melde mich so bald wie möglich wieder :)

Frühstück vorm Van Aussicht beim Frühstück on the road

Litchfield Nationalpark

Donnerstag, 09.07.2015

Endlich habe ich Internet gefunden... und kann Euch schreiben ;) hier im Outback habe ich nur ganz schlecht, bis eigentlich eher gar nicht Internet. Handy funktioniert seit gestern überhaupt nicht. Interessanterweise meine Wlan-Box schon :) Also nicht wundern, wenn ich ab und zu nicht zu erreichen bin.... ich melde mich jeweils so bald wie möglich! :)

Gestern mittag ging es dann endlich los aus Darwin. Vormittags habe ich noch meine letzten Sachen ins Auto gepackt, welches zumindest unter dem Bett jetzt aussieht wie ein Umzugstransporter, bis oben hin voll ;D dann bin ich noch mal in einen Autoteilehandel um mir sicherheitshalber noch einen zweiten Benzinkanister zu kaufen und eine "Känguru-Pfeife". Das ist eine kleine Plastikpfeife die man sich vorne ans Auto klebt und die ab ca 50km/h einen Ultraschallton macht den die Kängurus hören können und dadurch hoffentlich nicht in Richtung Straße hüpfen. Leider haben die Hüpfer die Angewohnheit genau dann auf die Straße zu hüpfen, wenn Autos kommen und ich möchte keines überfahren. Und natürlich bin ich noch tanken gefahren. Aber was ist das? Die Tankdeckelklappe geht nicht auf?! Ohje. Noch nicht mal losgefahren und schon Probleme ;D Auch ein hilfsbereiter Herr an der Tankstelle konnte mir nicht helfen. Also bin ich wieder zu meiner Gastfamilie gefahren. Die haben mich ganz erstaunt angesehen, dass ich schon wieder da bin.... zum Glück hat Papa Ardar goldene Hände was Autos angeht und konnte mir die Klappe mit Trick 17 aufmachen. Danke Dir Ardar :) Allerdings konnte auch er nicht den Mechanismus im Auto finden, mit dem das eigentlich zu öffnen ist. Nun muss ich jedes Mal mit leichten Finderverrenkungen die Klappe öffnen. Na jedenfalls besser als gar nicht ;D Dann ging es aber endlich los. Direkt in Darwin beginnt der Highway Number 1 (Autobahn), besser bekannt als der Stuart Highway, der sich von Nord nach Süd durch ganz Australien zieht. Bereits ca. 30 Minuten nach Darwin hat man schon keinen Radioempfang mehr und mein Handy mit seiner mp3-Musik muss herhalten um ein wenig "Unterhaltung" zu haben. Allerdings ist die Landschaft atemberaubend schön und es gibt eigentlich immer was zu sehen. Ca 50 Kilometer hinter Darwin wird die Straße dann schon einspurig und mit unseren Autobahnen kann man sie nicht direkt vergleichen. Eher mit unseren Landstraßen. Maximalgeschwindigkeit im Northern Territory ist 130, wo ausgewiesen, oft auch nur 80 oder 100. Das reicht mir allerdings absolut aus. Denn ich bin ja autotechnisch an Smarts gewöhnt, da ist so ein Van schon eine andere Hausnummer ;D Am interessantesten sind die Abzweigungen, die gleichen eher Straßenkreuzungen als uns bekannten Ausfahrten. Allerdings ist hier ja auch weniger Verkehr als zuhause. Unterwegs trifft man dann auf die Versorgungs-LKWs dieses Landes: Roadtrains. Und wahrlich das sind Züge auf Straßen (Train=Zug) Die haben nicht nur einen oder zwei Anhänger, die haben meist drei oder sogar vier! Wahrlich beeindruckend. Parallel zur Straße verläuft auch die Bahnlinie des "Ghan", des Nord-Süd Zuges Australiens. Aber auch Güterzüge nutzen die Strecke. Die sind dann nicht länger als bei uns, dafür haben sie teilweise zwei riesengroße Container übereinander gestapelt.

Meine erste Station war gestern der Litchfield Nationalpark. Der Park ist eine Art Tafelberglandschaft mit Regenwald im Inneren und Savanne außen. Er ist aber auch bekannt für seine Wasserfälle mit Badeteichen und Termitenhügel, die je nach Art der Termiten entweder unglaublich hoch werden (Kathedralen-Termiten) oder genau in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind (Kompassnadel-Termiten). Die in Nord-Süd-Richtung angeordneten fangen das Morgenlicht besonders gut ein, bieten am Mittag der Sonne allerdings wenig Fläche und sind damit angenehmer für die Bewohner. Clevere kleine Tierchen. Die Nacht habe ich auf dem Campingplatz an den Florance Falls verbracht. Einen Wasserfall der in ein kleines Becken mündet in dem man Krokodilfrei schwimmen kann. Herrlich angenehm und frisch das Wasser. Und dadurch, dass ich ja in unmittelbarer Nähe geschlafen habe, konnte ich gleich morgens reingehen, bevor die Besuchermassen das Becken füllen ;D Die erste Nacht in meinem Van habe ich gut geschlafen. Es wird kühler als man denkt, aber ich habe ja mehrere Decken dabei. Absolut der Hammer ist der Sternenhimmel. Als Stadtkind kennt man ja nur wenige Sterne, weil die Stadt einfach zu hell ist. Im Nationalpark, bei absoluter Dunkelheit, sieht man so viele mehr :) nach meinem Morgenbad im Natur-Pool bin ich dann noch den Regenwald-Savannen-Weg um die Florence Falls abgelaufen und habe mir auch noch die Wangi Falls angesehen. Ebenfalls ein Wasserfall mit Badeloch und Spazierweg ringsherum. Da ich dort gegen Mittag angekommen bin, war es entsprechend voll und ich habe mir lieber nur den Rundweg vorgenommen. Ganz schön steil, so dass ich selbst mit meinen Trekkingschuhen ganz schön zu tun hatte. Verrückt, dass viele Touris den gleich in ihren Badeklamotten samt Flip Flops ablaufen. Die Aussicht von oben über die Weiten des Nationalparks machen die Mühen allerdings absolut wett :) An der Straße durch den Nationalpark liegt auch noch der Tolmer Falls, von dessen Zugangsweg aus habe ich in der Ferne Buschfeuer gesehn. Nachmittags bin ich dann so weit gefahren wie ich konnte bis es Zeit wurde zum Anhalten, um noch das letzte Licht zum Essen machen zu nutzen und habe nun an einem Campingplatz in Straßennähe halt gemacht. Auch hier gibt es Duschen und Waschbecken. Als ich im letzten Abendlicht ein wenig rumgelaufen bin, habe ich meine ersten wilden Kängurus getroffen, die natürich schon auf 30 Meter Entfernung scheu weghüfpen ;) Morgen fahre ich dann weiter in die Ortschaft Katherine, die in diesem Teil der Welt als "groß" gilt, ich vermute aber, dass es eher ein Nest sein wird ;D

Ich sende Euch ganz ganz liebe Grüße nach Hause. Macht Euch keine Sorgen um mich, ich melde mich so oft wie möglich <3

PS: Während ich das hier schreibe ist es gerade echt kühl draußen, habe dicke Socken und einen Pulli an ;D

Kathedralen-Termiten Florence Falls Badestelle des Florence Falls Wasserlauf im Nationalpark Regenbogen am Tolmer FallsBuschfeuer in der Ferne Blick über den Litchfield Nationalpark nur 3 Hänger

 

Darwin good bye

Dienstag, 07.07.2015

Da ist er nun mein letzter Tag in Darwin....  mein Auto ist gepackt und die Futterkiste ist bis oben gefüllt. Da ich ja noch keine Vorstellung davon habe was man so braucht, habe ich überwiegend "Dosenfutter" und Nudeln eingekauft. Morgen vormittag bevor ich losfahre kaufe ich noch Eiswürfel für die Kühlbox und ein paar frische Lebensmittel. Um den Fliegen und Mücken vorzubeugen habe ich mir noch ein Fliegennetz übers Bett gebastelt. Und um meinen Weg zu finden habe ich mir einen Campingführer für Australien gekauft der alle möglichen Camping und Rastplätze auflistet. Mein nächstes Ziel wird der Litchfield Nationalpark sein. Eventuell auch noch der Kakadu Nationalpark. Und dann folge ich der Straße Richtung Westen (go West....da da dada dada daa) und schaue was sich unterwegs an Arbeit finden lässt. Eine Farm oder ein Roadhouse, schaun mer mal ;)

Meine "Gastfamilie" werde ich besonders vermissen, sie sind mir doch ziemlich ans Herz gewachsen.

Ich kann noch nicht sagen, wie, wann und wo ich Internet haben werde. Also nicht wundern, wenn ich mal nicht gleich zu erreichen bin. Ich melde mich so bald wie möglich wieder :)

Seid ganz lieb gegrüßt!

Eure Chocolat

Van - Feuerwerk - Gastfamilie

Samstag, 04.07.2015

So nun wird es aber mal Zeit, dass ich mal wieder schreibe. Ich bin einfach nicht dazu gekommen ;D Meinen letzten Tage in meiner Arbeit habe ich gut rumbekommen, mit MHD-Kontrolle und Inventur, welches beides im Prinzip genauso funktioniert wie zuhause auch ;D Das australische Wirtschaftsjahr geht von Juli bis Juni, so dass das hier halt jetzt gemacht wird.

Da ich ja bald weiterziehen möchte und mir gerne auch Arbeit außerhalb von Städten suchen würde, habe ich beschlossen mir einen fahrbaren Untersatz zu besorgen. Und da die Strecken in Australien weit sind, wollte ich gerne einen Van (Kleintransporter) in dem ich Schlafen und "wohnen" kann (Küchenutensilien, Tisch, Stuhl usw.). Ich hatte die Angebote der Backpacker-Autos ja schon ein paar Tage im Auge und so wusste ich am letzten WE eigentlich ganz gut welche Anbieter ich kontaktieren möchte. Australische Autos halten durchschnittlich viiiel länger als deutsche, so dass man sich über die Angabe der Kilometer besser nicht wundert. Ein Auto mit 150.000km kann schon fast als junger Gebrauchter durchgehen, erst ab 350.000km wird hier ein Auto alt. Durch die gleichmäßigeren Außentemperaturen und die motorschonenden längeren Strecken verschleißen Autos hier nicht so schnell wie in D. Auch, dass hier durchaus Autos aus den 80ern angeboten werden oder frühe 90er, ist völlig normal. Erstaunlicherweise scheint ein Van an Wert noch zu gewinnen je älter er wird.... ich habe einen Van gesehn von 1983 mit über 400.000km um einiges teurer als manch anderer Van. Oder auch ein SUV mit 900.000km war dabei. Unglaublich das die überhaupt noch fahren. Nun hat der Durchschnitts-Backpacker-Van Australien mehr als einmal umrundet und entsprechend "abgelebt" sieht das Innenleben und die Mechanik aus. Allerdings hatte ich relativ viel Glück. Zwei deutsche Jungs hatten vor erst 6 Monaten ein Lieferauto erstanden und "neu eingerichtet". Und da die beiden nach Asien weiter fleigen wollten, konnte ich ihren Van übernehmen. Ich bin nun glückliche Besitzerin eines Mitsubishi Express Van von 2004 :) Das tolle an dem ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Vans Servolenkung hat und bei Weitem noch nicht so "abgelebt" ist wie manch anderer Van. Matratze, Kochgeschirr, Aufbewahrungsboxen, alles in einem tollem Zustand, so dass ich nix kaufen musste. Ok außer eine Pfanne. Bevor ihr fragt: zur Ausstattung gehört auch ein Campingkocher mit Gaskartuschen ;D Klar es ist kein Neuwagen und das eine oder andere muss in der Werkstadt mit der Zeit gemacht werden, aber im großen und ganzen ist der Van ganz gut im Schuss. Da wo bei einem Kleintransporter sonst die Ladefläche ist, habe ich ein Bett unter dem ich in großen Boxen alles verstauen kann was ich so brauche, oben wird geschlafen, auf einer Matratze die so lang und breit wie die Ladefläche ist, ca 140x190 :) Wenn ich jetzt irgendwo noch ein paar Kassetten auftreiben kann, kann ich auch Musik hören. Im Outback gibt es leider so gut wie keinen Radioempfang. Oder das Handy mit meiner mp3 Musik muss herhalten ;D Besonders gespannt bin auf ein Schmankerl was ich mir gegönnt habe: einen Stromkonverter der über den Zigarettenanzünder betrieben wird. Mit dem kann ich nicht nur Geräte über USB laden, sondern auch meinen Laptop :) Der Linksverkehr ist gar nicht so schlimm, zumal ich ja nun schon seit einiger Zeit zu Fuß unterwegs war kenne ich das ja quasi schon. Auch, dass im Auto Scheibenwischer und Blinker (für uns) seitenverkehrt am Lenkrad eingebaut sind, stört gar nicht so sehr. Eher kämpfe ich mit der Gangschaltung.... a) lange nicht Schaltwagen gefahren b) das Gefühl dafür muss man erst mal in der linken Hand entwickeln ;D Zum Glück sind wenigstens Kupplung, Gas und Bremse genauso wie in D angeordnet ;D Anfang/Mitte nächster Woche geht es dann bei mir weiter, planmäßig nach Westen. Sollte sich auf dem Weg dorthin arbeitstechnisch was ergeben, ein Roadhouse oder eine Farm, dann arbeite ich erst mal wieder. Das ist ja das schöne an einem Auto, ich hab die Freiheit über all hin zufahren wo ich möchte und wohnen kann auch darin :)

Am 01.07. ist hier Northern Territory Day, also sowas wie der Nationalfeiertag des Nord-Territoriums. NT (Kurzform) ist der einzige Bundesstaat in Australien in dem private Feuerwerke erlaubt sind und so haben schon Tage vorher die Geschäfte wie bei und zu Silvester mit Feuerwerksverkäufen geworben. Neben dem gab es dann auch noch eine große Party am Mindil-Beach mit Live-Konzert und Feuerwerk. Die "Abschussrampen" für das Feuerwerk waren im Wasser aufgestellt (Ebbe) und passend zu den verschieden Figuren gab es Musik, zB einen Lovesong zu Raketen die in Herzform explodiert sind. Riesengroß, quasi der gesamte Mindil Beach und dann war das Feuerwerk auch noch eine halbe Stunde lang zu bestaunen. Absolut genial, das beste Feuerwerk was ich je gesehn habe! Und ein ganz ganz toller Abschied aus Darwin :D

Da ich ja nun bald weiter fahre muss ich meine liebgewonnene "Gastfamilie" bei der ich hier wohne verlassen. Mama Swapna, Papa Ardar, Tochter Abiah und Baby Aiden sind mir richtig ans Herz gewachsen, unglaublich liebevolle und herzliche Menschen. Die Tochter ist 4Jahre alt und spricht bis heute nicht mit mir, sie ist unglaublich scheu gegenüber Erwachsenen ;D Der Kleine mit seinen 4 Moaten ist total süß. Mama Swapna hat mich aufgenommen wie ein Familienmitglied und Papa Ardar hat mir beim Autokauf tatkräftig zur Seite gestanden. Aber sie verstehen es natürlich, dass ich nicht die ganze Zeit in Darwin bleiben kann. Damit wir wenigstens einmal was zusammen unternommen haben sind wir gestern abend zu einem Spaziergang an der Darwin Waterfront (Hafenanlage) gefahren und morgen feiern wir zusammen Abiahs Geburtstag. 

Mein Van  Swapna, Abiah, Ardar und Aidan Feuerwerk in Darwin Feuerwerk   

the show must go on

Sonntag, 21.06.2015

Die Entscheidung ist gefallen. Ich werde Darwin alsbald verlassen und weiter ziehen :)

Meine Arbeit war leider nicht so optimal wie man sich das wünscht und darum werde ich dort nur noch eine Woche arbeiten. Da hier in Darwin gerade sehr viele Backpacker unterwegs sind ist es nicht so einfach einen anderen Job in der Stadt zu finden. Aber Australien soll ja groß sein und auch noch andere schöne Ecken haben, darum habe ich beschlossen mir ein Auto zu kaufen in dem ich auch schlafen kann und weiter geht die Reise. Was - wie - wann genau? Ich halte Euch auf dem laufenden ;D

bis dahin studiere ich weiterhin die zahlreichen Angebote an Autos :)

beste Grüße nach Deutschland, Eure Chocolat

Drive-Through

Mittwoch, 17.06.2015

Also die Australier sind schon ein lustiges Völkchen. In Deutschland kennen wir Drive-Through vom Fastfoodrestaurant, also Anhalten, an der Sprechanlage bestellen, an der anderen Seite bezahlen und Fastfood ins Auto gereicht bekommen. Das gibt es hier tatsächlich für Alkohol! Alkohol darf ja nur in extra Abteilungen oder in extra Läden (Bottleshops) verkauft werden und es wird penibel auf das Alter geschaut. Auch wenn man 18 ist, jeder der unter 25 ist muss damit rechnen nach dem Ausweis gefragt zu werden. Und es darf auch nicht in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Und damit man nicht mal mehr aus seinem Auto aussteigen muss, über den Parkplatz laufen und in den klimatisierten Laden gehen muss gibt es hier wohl die Drive-Through. Die sehen ungefähr wie eine Tankstelle aus, nur eben ohne Zapfsäule und mit nur Alkohol im Verkauf. Wobei ich mich dann frage, wenn es in der Öffentlichkeit verboten ist Alkohol zu trinken, zählt das Auto dann als öffentlich? Wird dann halt einfach direkt im Auto konsumiert? ...

Die Natur hier in den Tropen ist schon der Wahnsinn. Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich mit dem Bus durch ein Stück "Wald und Savannen-Gebiet" das mit seiner für uns so ungewöhnlicher Natur jeden Tag von mir bestaunt wird. Letzte Woche erst habe ich dort ein paar kleinere Schwelbrände von der Straße aus gesehen. Das kommt hier in und um Darwin häufiger vor und ist wohl selten wirklich gefährlich. Heute herrschte im besagten Waldgebiet dicker Bodennebel, und das bei 24°C um 7:30h morgens....

Queens Birthday

Donnerstag, 11.06.2015

Hallo liebe Alle!

Ist schon wieder mehr als eine Woche rum seit meinem letzten Eintrag.... ich sag ja hier in Australien laufen die Uhren schneller als in Deutschland. Na gut, vielleicht nicht gerade auf Arbeit, aber sonst ganz sicher! ;D

Letztes Wochenende war hier in Australien ein langes Wochenende. Die Queen lässt die Feiern zu ihrem Geburtstag lieber im sonnigen Juni als im verregneten April (wo sie wirklich Geburtstag hat) abhalten, beim typischen Londoner Wetter kann man das sogar nachvollziehen. Na gut, nicht überall in Australien war Feiertag am Montag, in Western Australia nicht, die feiern glaube erst im September, warum auch immer....  das waren also 2 freie Tage die ich mit viel schlafen und nichtstun zugebracht habe :) Am Samstag bin ich nach der Arbeit noch in die Innenstadt von Darwin gefahren um mir das "griechische Fest" anzusehen. Neben einem Festzelt mit allerlei Darbietungen gab es jede Menge Essen und einen "Rummel" mit Autoscooter und Losbuden und so weiter. Beim Anblick es Rummels hat es mich doch tatsächlich in den Fingern gejuckt und mir ist eingefallen, dass die Arbeit auf einem Rummel mir immer (ok meistens) viel Spaß gemacht hat. Aber dann viel mir zum Glück ein, dass man auf einem Rummel immer draußen arbeitet, in der prallen Sonne, ohne Klimaanlage, und da bleibe ich doch lieber noch ein Weilchen bei meinem Job im Fine Food Store ;D Auf der Mindil Beach Wiese, wo sonst der Sunset Markt ist, war eine Bühne aufgebaut und es gab ein Open-Air-Konzert. Das praktische daran war allerdings, dass die Musik so laut war, dass ich gemütlich am Strand den Sonnenuntergang ansehen konnte und trotzdem die Musik hören konnte... ja so lässt es sich aushalten hier :)

Am Sonntag habe ich mich dann endlich mal ins Meer gewagt! ;D nachdem (!) ich einen einheimischen Rettungsschwimmer nach der Quallengefahr befragt habe...  ;D aber alles sicher jetzt. Ja doch, die Timorsee ist gut zum Schwimmen und nicht allzu viele Algen im Wasser :)

Seit gestern darf ich auch an der Kasse im Fine Food Store aushelfen. Nicht zum Ersten Mal bin ich froh, dass ich diese Arbeit schon mal gemacht habe und mich schnell zurechtgefunden habe. Allerdings verwirrt mich das australische Zahlungssystem per Karte nach wie vor: das ein und die selbe Karte für Kreditzahlung und normale Abbuchung verwendet werden kann, mit und teilweise sogar ohne Pin und Unterschrift.... aber da steige ich schon noch durch ;D und richtig fies ist die Zigaretten aus einander zu halten. Ich wusste ja schon, dass die alle die großen fiesen Bilder haben mit den Raucherkrankheiten, aber die verschiedenen Sorten sehen tatsächlich alle komplett gleich aus! Nur ein kleiner Schrifzug in einheitlichen Buchstaben an der Seite benennt die Sorte. Da kann der Kunde noch nicht mal sagen, dass er die blaue Packung haben möchte... und ich muss die Eckel-Bilder ja ebenfalls angucken beim Kassieren, nicht gerade anschaulich...

Bis bald und liebe Grüße in die Heimat!

PS: Dieser Post kommt ohne Verzögerung durch streikende Post-Boten zu Euch ;D

Alltagstrott

Dienstag, 02.06.2015

Hallo liebe Alle!

So langsam kann man sagen, dass sich bei mir "Alltagstrott" einschleicht. Ich gehe von Mo-Sa arbeiten und am Sonntag gucke ich mir was in der Umgebung an ;D In meine Arbeit in Fine Food Store finde ich mich weiterhin gut ein und ich habe noch eine Kollegin bekommen die ich jetzt einlerne, obwohl ich selbst ja erst so kurz da bin ;D Nach und nach entdecke ich auch die tollen Produkte die wir so im Laden verkaufen. Da ich aus der Bedienecke nur selten raus komme, ist das jedes Mal spannend. Ich habe deutsches Puddingpulver, Sahnefest, Tortenguss und Kloßpulver entdeckt. Puddingpulver gibt es hier tatsächlich nicht im "normalen" Supermarkt zu kaufen. Das weiteren haben wir Rohkosttorten und VEGANE Schlag-Sahne (Sojato) und Käse (Sheese) *freu* und der Preis für No-Egg ist im Mutterland von Orgran natürlich unschlagbar. Das gibt es sogar im normalen Supermarkt zu kaufen für 3,79$ (2,65€). Interessanterweise ersetzt die gleiche Packungsgröße von 200g hier nur 33 Eier wohingegen es in Deutschland laut Packung 66 sein sollen. Wobei mir beide Angaben zu hoch vorkommen, aber ich liebe einfach die Eierkuchen daraus und nehme vll einfach zuviel ;) Anbei mal noch ein Bild von meinem kleinen Zimmer. Bett, Tisch, Stuhl, fertig.

Da es im Moment nicht so viel Neues zu berichten geben wird, werde ich nicht so häufig einen Eintrag verfassen, bin aber trotzdem noch da ;D Beste Grüße aus Down Under

mein Zimmer

Geburtstag feiern

Samstag, 30.05.2015

Liebe Familie und Freunde!

Vielen lieben Dank für Eure herzlichen Wünsche zu meinem Geburtstag!

Meine Nacht war reichlich kurz, da ich morgens zeitig los bin zur Arbeit. Nachdem ich letzten Samstag schon feststellen durfte, dass die Busse hier samstags morgens reichlich überpünktlich fahren, war ich heute besser darauf eingestellt und wurde wie immer von einem nett grüßendem Busfahrer eingesammelt. Überhaupt grüßen die Aussies, oder zumindest die Menschen hier in Darwin einander auch schon mal auf der Straße, auch ihnen unbekannte. Die alte Lady an der Bushaltestelle, genauso wie das Pärchen das mit den Hunden gassi geht oder auch die Wachmänner an den Bushaltestellen. Was ich auch sehr zu schätzen gelernt habe ist, dass die Busfahrer, vor allem die männlichen immer Musik im Bus laufen haben, durchaus auch auf allen Lautsprechern für alle Fahrgäste. Da lernt man die unterschiedlichen Geschmäcker der Fahrer kennen. Hatte aber noch keinen furchtbaren Musikgeschmack dabei ;D Auf Arbeit war gut zu tun, was auch an dem Samstags-Wochenmarkt draußen liegt. Allerdings erkennt man ganz gut, wenn man sich die Leute anschaut wer Einheimischer ist und wer Tourist ;D oder wie sagte heute ein Kunde, "die Trockenzeit hat begonnen und die Terroristen sind wieder da, äh Touristen" ;D Für heute war, für die Trockenzeit äußerst ungewöhnlich, Regen angesagt. Gegen Mittag hat es dann auch mal einen kurzen Nieselregen gegeben, nicht weiter schlimm, dachte ich. Allerdings war dadurch die Luftfeuchtigkeit um einiges höher. Nach der Arbeit bin ich noch auf dem Wochenmarkt spazieren gegangen, weil ich mir ja was schönes gönnen wollte. Auf dem Wochenmarkt gibt es nicht nur Gemüse und Obst zu kaufen, auch Imbissbuden und jede Menge Deko, Schmuck, Kleidung. Im Prinzip sind es tatsächlich die gleichen Stände und Betreiber wie auf dem Mindil-Beach-Sunset-Market, sieht aber immer irgendwie anders aus ;D danach bin ich in Darwins Museum gegangen, welches zwar klein, aber sehr fein ist. Das Museum beherbergt eine Mischung aus Aboriginie-Kunst, Naturkundemuseum-Ausstellung mit einheimischen Tieren und Muscheln, moderne Kunstwerke, diverse Boote, darunter traditionelle der Torres Strait Insulaner und hundert Jahre alte "moderne" Boote der Weißen Australier und eine Ausstellung zum Zyklon Tracy der 1974 Darwin fast komplett zerstört hat. Da ich auf meinen Bus hätte 20 Minuten warten müssen, habe ich mich entschieden nicht an der Straße an der Bushaltestelle zu warten, sondern mich an den Strand zu setzen und dort zu warten, denn das Museum ist direkt am Ufer gebaut. Der Strand dort ist relativ felsig und es führt eine Betonrampe ins Wasser hinein, deren Sinn ich später noch herausfinden sollte. Wie ich da so gemütlich sitze kommen 3 Australier mit ihrem Motorboot im Hänger ihres Autos dort an und fragen mich ob ich mitkommen will zum Angeln. Ich war von der Frage völlig perplex und konnte nur ein "öhm ich würde noch mal schnell wohin müssen rausbringen". Ein typisch australisches "No worries, mate" (keine Sorge, Kumpel) war die Antwort und ich hab die Beine in die Hand genommen zum Museum zurück zu laufen, und mir außerdem noch schnell meine Wasserflasche aufzufüllen und ein überteuertes Mangobrot als Proviant im Museumscafé zu kaufen. Die drei haben tatsächlich auf mich gewartet. Schuhe und Rucksack wurden entgegen genommen, damit ich in das Boot klettern konnte und schon saß ich mit Grand, Jimmy und Piet in einem Boot. Das kleine Motorboot war reichlich schnell unterwegs (bis zu 30 Knoten) und ich kam in den Genuss einer Sightseeingtour vom Wasser aus. Mir wurde direkt ein eisgekühltes Bier angeboten (welches ich dankend abgelehnt habe) und die Sonnencreme in die Hand gedrückt, obwohl es bewölkt war ;D und natürlich eine Angel. Dadurch, dass mehrere Angelspots angefahren wurden, kam ich gleich mehrfach in den Genuss mir den Wind um die Nase wehen zu lassen. Nur mit dem Fischen hab ich es nicht so. Ich habe zwar einmal was am Köder knabbern gespürt, aber der Fisch blieb nicht an der Angel hängen. Aber auch die anderen haben nur kleinere Fische gefangen die sie wieder ins Wasser zurückgegeben haben, damit sie weiter wachsen können. Denn wenn sich der Haken "nur" durch das Maul gebohrt hat kann der Fisch weiterleben. Tat mir trotzdem in der Seele weh. Nach so ca 2 Stunden mussten wir die Rückfahrt antreten, da es langsam dämmerte. Als wir wieder das Ufer erreichten war gerade Sonnenuntergang. Da ich heute mit so einem spontanen Ausflug ja nicht im geringsten gerechnet habe, hatte ich natürlich meine Kamera nicht dabei. Mein Handy macht leider keine schönen Bilder, aber immerhin. Die oben erwähnte Rampe ist für eine Touristenattraktion die ich in Darwin schon mal gesehn habe, aber nicht wusste, was sie noch alles kann. Das erste Mal habe ich diesen "Bus" in der Innenstadt gesehen, der heißt "Crocodile" und ist ziemlich "hochbeinig", bootsförmig und hat Rettungsringe an den Fenstern. Ich dachte mir erst, dass das eine witzige Idee ist ein Bus als Krokodil-Boot aufgemacht, aber das Ding kann tatsächlich im Wasser wie ein Boot fahren. Und gerade als wir wieder am Ufer ankamen, fuhr auch der Krokodil-Bus wieder an Land. Mit geübtem Einlenken hat Grand sein Boot wieder auf den Anhänger gefahren und ich konnte trockenen Fußes wieder an Land gehen. Gleich mehrfach wurde mir angeboten noch mit auf ein Bier in den Pub zu gehen, was ich allerdings wegen meiner Müdigkeit ablehnt habe. Trotzdem Jungs: danke Euch dreien für diesen tollen spontanen Geburtstag! :)

Als ich wieder an meiner Bushaltestelle angekommen bin, dauerte es keine 2 Minuten und es fing sowas von dolle an zu regnen, dass ich wirklich sagen konnte, ich hatte heute unglaublich Glück mit dem Wetter :) Leider habe ich es abends nicht mehr geschafft meine Lieblingstorte fertig zu machen, die gibt es dann halt morgen :)

Angelausflug vor Darwin

allerlei Krabbelgetier

Samstag, 23.05.2015

Hier ist es warm, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein. Selbst in der Nacht nicht unter 20°C. Allerdings finden diese Temperaturen auch die Viecher schön. Immerwieder entdecke ich Mückenstiche (?!, oder doch Ameisenbisse?) auf der Haut von denen ich nicht mal weiß wie sie dahin gekommen sind.... allerdings sind sie nicht weiter schlimm. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass man die grünen Ameisen hier essen kann?!! Sollen wohl nach Zitrone schmecken. Kein Scherz! Eine der Deutschen die ich getroffen habe, hat sie probiert. Hmm, ich glaube ich verzichte lieber. Wobei das doch eigentlich mal eine gute Idee für das Dsungelcamp ist.... ;D Heute morgen ist mir dann mal ein besonderer "Fang" gelungen: ich habe eine kleine Echse im Zimmer gehabt. Ich habe sie mit einem Glas gefangen und rausgebracht. Allerdings nicht ohne vorher ein Bild zu machen. Zum Größenvergleich: Das Glas ist ein normales, eher schmales Latte-Glas.

Die Arbeit läuft weiterhin gut, heute habe ich Verkostung mit Kokoswasser am Eingangsbereich gemacht. Samstags ist draußen auch Markt und dementschrechend voll ist es auch im Laden. Wobei ich zugeben muss, dass das Kokoswasser hier genauso lecker wie mein sehr geschätzes Fountain of Youth ist, würde mich nicht überraschen, wenn es das gleiche ist. Die Büchse (Größe, Format) ist jedenfalls die gleiche ;D

Nachtrag: An die Raucher: also entweder ihr müsst Euch Euren Vorrat an Zigaretten mitbringen, oder reichlich sparen falls ihr mal nach Australien kommt.... hier kostet eine Schachtel Zigaretten 22$ aufwärts (15,70€) ! ! ! Zudem werden die Zigaretten nur in nicht einsehbaren Schränken in Tabakläden oder an extra Bedientresen im Supermarkt verkauft und alle Schachteln mit ekelhaften Bildern von Raucherkrankheiten drauf ...

Mini-Echse

Wohnen auf australisch

Mittwoch, 20.05.2015

Nun bin ich seit Sonntag in meinem neuen "Zuhause". Coconut Grove liegt ein kleines bisschen nördlich von Darwin, aber mit dem Bus vor der Haustür bin ich 20 Minuten in der Stadt. Der Flughafen liegt in der Nähe, aber da in Darwin nicht so viele Flieger starten/landen und ich Flugzeuge und Flughäfen liebe, stört der mich überhaupt nicht. Um ehrlich zu sein, höre ich maximal 2 Flugzeuge am Tag überhaupt bewusst. Das ist auch nicht mehr als in Berlin. Die Familie ist sehr nett und ruhig und ich habe hier alles was ich so brauche. In der Küche haben sie mir einen Unterschrank und ein Fach im Kühlschrank für meine Sachen freigemacht und ich nutze das Geschirr mit. Auch die Waschmaschine darf ich mit nutzen und natürlich das Bad. Was mich wahrscheinlich noch mal umbringt. Das Bad hat bei ca. der Hälfte eine erstaunlich hohe Stufe auf ein Podest im dem dann die Dusche/Badewanne eingelassen ist. Durch das merkwürdige kleinkarierte Fliesenmuster sieht man die Stufe kaum, vor allem ohne Brille. Ich habe jeden Tag Angst da mal runterzufallen ;D Die Australier sind allerdings clever was die Badplanung angeht. Toilette und Bad sind durch unabhängig von einander erreichbare Türen getrennt. In meinem Zimmer habe ich ein Bett, einen Klappstuhl und einen kleinen Tisch. Die Fenster gehen vom Boden bis fast zur Decke und haben ein Schloss und eine extra Tür mit Fliegengitter und Metallgitter, so dass man das Fenster offen lassen kann und die Gittertür schließt und somit frische Luft hat. Leider ist die Gegend hier noch nicht an das Glasfasernetz angeschlossen, so dass ich derzeit noch meine Wifi-Box fürs Internet nutzen muss. Wenn ich nicht hier wohnen würde, müsste ich das aber ja auch ;D Da wir uns hier in den Tropen befinden, trifft man auch ab und an mal einen Käfer. Tagsüber habe ich noch keinen getroffen, nur nachts, aber die sind schneller weggelaufen, als das man gucken kann (haben vll zuviel Angst vor mir?) Und in meinen Sachen sind keine, also auch nicht schlimmer als die deutschen Fliegen... Allerdings sichere ich vorsichtshalber alles Essbare in extra Tüten damit mir nicht das Gleich wie im Hostel mit meinen Cookies passiert. Das einzig komische an der Unterkunft ist, dass die Familie nur kaltes Wasser nutzt, auch zum Duschen! Das hört sich jetzt schlimmer an als es ist, das kalte Wasser ist hier nicht so kalt wie das kalte Wasser aus einem deutschen Wasserhahn. Beim Duschen bin ich eher erstaunt, dass es gar nicht schlimm ist, selbst Haarewaschen gar kein Problem. Durch die hohen Außentemperaturen ist man im Nu wieder warm. Abhärtung ;D Allerdings dürfte ich auch warm duschen, wenn ich das möchte. Sie stellen halt nur den Boiler aus um Strom zu sparen. Na vll gönn ich mir das mal am Wochenende ;D In meinem Zimmer habe ich einen großen Deckenventilator und eine Aircondition (Klimaanlage). Für beides gibt es Regler an der Wand. Die beiden Geräte sind erstaunlich leise. Allerdings habe ich noch nicht die optimale Wohlfühleinstellung raus: Fest steht: ganz ohne geht gar nicht ;D dafür ist es hier in Darwin einfach zu warm. Hier um 22:15h Orstzeit laut Handy 27°C (gefühlt laut Handy 31°C) und 83% Luftfeuchtigkeit. Wohl gemerkt es ist jetzt Trockenzeit...  ;D

Auf Arbeit klappt es immer besser mit dem Zurechtfinden und dem Verstehen der Kunden. Meistens sind es die gleichen Sachen die die Kunden besonders gerne kaufen. Da sich der Bedienbereich gleich ans Büro und Lager anschließt und sich dort auch die Familie aufhält (und arbeitet) kommt mir auch immer einer Notfalls zu Hilfe. Heute ist "Brot" übrig geblieben. Also das was die Australier hier Brot nennen. Meine Kollegin hat mir das "Deutsche Roggen Brot" mitgegeben. Das haben wir als normales Brot in Laibform und in Baguetteform. Von der Farbe her cremebraun, vermutlich nachgefärbt, von der Konsistenz her wie weiches Baguette und vom Geschmack her... wie soll ich sagen.... nur mit einem Stück Butter genießbar ;D Allerdings haben wir im Laden auch Pumpernickel und die anderen so verpackten Brote, so gar von einem deutschen Hersteller den es auch in D zu kaufen gibt. Und Ritter Sport Schoki und Mogli-Kekse, ach und Weißwurst habe ich im Tierkühler auch entdeckt ;D Meine deutsche Kollegin backt auch wöchentlich und macht Marmelade, saure Gurken und Granola Müsli (Kunspermüsli) für den Laden selbst, diese Produkte sind besonders beliebt bei den Kunden.

Ich sende Euch allen ein lieben Gruß! Eure Chocolat :)

neues Zuhause

Sonntag, 17.05.2015

Ich habe mich gestern mal daran gemacht nach einem günstigeren Zimmer zu suchen und mein Freund Internet war mir wie immer eine große Hilfe ;D Ich habe auch direkt ein Zimmer bei einer Familie gefunden. Der Vater fährt Bus und Taxi und die Mom studiert an der nahe gelegenen Universität. Sie haben auch noch eine Tochter von ca 5Jahren und ein 1Monate altes Baby. Es ist hier sehr ruhig, Familienwohngegend, und auch draußen fühle ich mich sicher. Ein Supermarkt ist gleich in der Nähe und die Bushaltestelle vor der Haustür. Ich habe ein eigenes Zimmer mit eigenem Zugang von außen und teile mir Küche und Bad, sogar im Wohnzimmer darf ich rumsitzen wenn ich das möchte. Es ist kein Traumzimmer, aber zum Wohnen und Geldsparen reicht es auf alle Fälle. Wobei es auch fast ein bissel schade ist, dass ich aus dem Hostel ausgezogen bin, denn dort war es sehr nett und ich hatte ja auch alles was ich so brauche. Aber ein eigenes Zimmer ist schon toll :)

Heute bin ich wieder zum Mindil-Beach-Market gegangen, diesmal mit zwei Mädels die ich aus dem Hostel kenne. Wobei "zwei Mädels" es nicht trifft. Eine der beiden, Isabelle, ist eine Belgierin und wenn ich das richtig verstanden habe, bereits in Rente. Sie ist aber noch total fit und reist hier allein in Australien rum und hat als Freiwillige in einem Reservat gearbeitet. Auf jeden Fall habe ich vor Isabelle große Achtung und bewundere ihren Mut! Der Sonnenuntergang am Strand war wie immer fantastisch :) Auf meinem Rückweg hatte ich dann allerdings erst mal ein Problem.... letzte Woche bin ich gegen 20h noch prima nach Darwin gekommen. Diese Woche dachte ich mir, das wird schon passen, wenn der Besuchermagnet-Markt da ist, werden die Busse schon bis zum Ende des Marktes (sonntags 21h) fahren. Leider war der letzte Bus um 19h irgendwas weg, so dass ich um Viertel vor 20h nicht in meine Richtung, jetzt ja "außerhalb" von Darwin CBD, fahren konnte.... Genauso ging es auch einem Studenten den ich an der Haltestelle getroffen habe, der hier seit 2,5 Jahren lebt....  Da er zum Glück genau in meine Richtung musste haben wir uns kurzerhand ein Taxi geteilt, hat jeden von uns trotzdem 10$ für 10 Minuten Fahrt gekostet. Nun wieder was gelernt über diese "Kleinstadt" ;D

Sonnenuntergang Sonnenuntergang mit Boot

Fine Food Parap

Freitag, 15.05.2015

Hallo liebe Alle!

Ich arbeite hier im Fine Food in Parap. Da Parap ein winziges Nest ist, möchte ich ernsthaft bezweifeln, dass es dort überhaupt noch einen weiteren Lebenmittelladen gibt, also sollte er leicht zu finden sein ;D Wie gerade festgestellt habe, steht der Feinkostladen sogar im Lonely Planet Reiseführer :) Ich werde hier wahrscheinlich länger bleiben. Bis zu einem halben Jahr darf ich mit dem Visum bei einem Arbeitgeber beschäftigt sein. Die Kollegen hier würden sich jedenfalls freuen wenn ich solange bleiben kann. Finanziell ist es gar nicht so schlecht, der Stundenlohn ist recht gut. Leider bin ich nur ca 27-30h die Woche angestellt (Mo-Fr) und das Hostel ist relativ teuer. Meine wöchentlichen Kosten kann ich locker decken und auch noch was sparen, allerdings wesentlich weniger als erhofft. Ich schaue mich jetzt erst mal in Ruhe nach einem WG-Zimmer oä um und werde so noch etwas mehr sparen können. Vielleicht kann ich auch noch einen Job am WE ergattern, Eisverkäufer wäre toll ;D Die Arbeit macht Spaß, das Bedienen ist quasi das Gleiche wie zuhause auch. Allerdings nervt mich ein wenig, dass ich auf Kundenfragen nicht antworten kann. Oft sind es relativ komplzierte Fragen die ich erst mal übersetzen muss und dann hab ich von den Aussie-Produkten ja auch noch keine Ahnung. Für mich die ich ja sonst eigentlich immer was antworten kann echt ungewohnt.... ;D

Liebe Grüße an alle! Gerne auch alle von mir grüßen die mich über Freunde und Familie grüßen lassen :) Danke :)

erster Arbeitstag

Donnerstag, 14.05.2015

Zum Vatertag heute meinem Papa die besten Wünsche :)

Nach dem ich tagelang nach einem Job gesucht hatte, ging es nun plötzlich ganz schnell :) ich habe einen Job in einem "Deli" (Delikatessenladen) ergattern können. Dort werde ich überwiegend am Bedientresen arbeiten, also frisches Brot und Gebäck, Antipasti, internationalen Käse und Wurst (Salami, Schinken, Pasteten) verkaufen. Wobei das Brot und das wirklich wahnsinnige toll aussehende Gebäck noch das einfachste ist ;) Schwieriger wird es beim Schinken und der Salami, das sind mindestens 15 verschiedene pro Sorte und irgendwie sehen sie alle gleich aus...   erschwernd kommt hinzu, dass die Aussies kein "Englisch" sondern "Australisch" sprechen, also mit einem nuschelnden Akzent, aber zum Glück scheinen sie alle mehr oder weniger verständnisvoll auf meine Nachfragen zu reagieren. Eingearbeitet werde ich von einer Deutschen die schon länger im Laden arbeitet und sowas wie die Bedientresenverantwortliche ist. Sie spricht kein Deutsch mit mir, nur Englisch, was ich auch gut so finde, ich muss es ja schließlich lernen. Allerdings darf ich sie zur Not auf Deutsch was fragen ;D Der Laden gehört einem Italiener und ist ein Familienbetrieb im nächsten Vorort von Darwin, also mit 5 Busstationen zu erreichen. Einer der Hostelmitarbeiter hatte mir den Tipp gegeben und ein bissel Glück hatte ich auch, weil ein anderes Mädel nicht zum Probearbeiten gekommen ist. Das Blöde an dem Job ist, dass mich Australien qualitätstechnisch noch total versaut ;D erst der Kaffee den ich nun nicht mehr trinken kann ohne zu analysieren wie er hergestellt wurde und nun die exzellenten Delikatessen. "Ham of the Bone" zum Beispiel, also Schinken der freihändig direkt aus der Keule geschnitten wird, einer der Verkaufsschlager, natürlich superdünn geschnitten... Auf jeden Fall bin ich froh, das ich das eine oder andere Mal am Backstand und Käsetresen gearbeitet habe und zumindest einige Käse wiedererkenne und das Rollenwechseln hinbekomme... Vermisse allerdings den tollen Folienabroller den wir hatten, der hier ist nicht so praktisch ;D

Da es bis Parap (so heißt der kleine Vorort) nicht so weit ist, wollte ich mir eigentlich erst ein gebrauchtes Rad kaufen um mir nicht jede Woche ein Busticket zu kaufen. Die stets gut informierten Hostelmitarbeiter haben mir also den Tipp mit einem Second-Hand-Fahrrad-Laden gegeben. Dort wollte man mir ein Fahrrad verkaufen, ähnlich meinem über 25Jahre alten.... mein altes habe ich zuhause für 20€ verkauft, für dieses hier wollten sie 150$ (107€) haben...  wobei mir meine deutsche Kollegin schon gesagt hat, dass sei günstig... nun in Australien ist halt alles ein bissel teurer... ;D

Ach ja, beim die Tage am Hafen lang laufen habe ich ein Schild mit der Wassertemperatur gesehen: 28°C....   😎

Darwin - nothing new (nichts Neues)

Mittwoch, 13.05.2015

Hallo liebe Alle! An dieser Stelle vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare und Besuche auf meiner Seite, es freut mich zu wissen, dass ihr mich nicht vergessen habt und sogar so fleißig an mich denkt! :) Natürlich habe ich Euch auch nicht vergessen und JA manchmal denke ich daran, wie es wohl zuhause / auf Arbeit so läuft?! :)

Ich bin nach wie vor in Darwin. Wenn es gut läuft und ich hier einen Job finde, bleibe ich für eine Weile in der Stadt. Mit dem working-holiday-visa darf man bis zu einem halben Jahr bei einem Arbeitgeber beschäftigt sein. Hier beginnt gerade die Trockenzeit und damit stete 30-35°C tagsüber. Im südlicheren Australien wird jetzt ja "Winter" und somit müsste hier oben so langsam der Bär steppen was den Tourismus angeht. Allerdings wurde mir schon mehrfach in den örtlichen Cafés und Restaurants gesagt, dass es derzeit (noch) sehr ruhig ist. Ich muss ehrlich zugeben, dass Darwin keine "Traumstadt" ist. Aber ich finde es hier eigentlich ganz gut, wie gesagt, die Möglichkeiten Geld auszugeben halten sich in Grenzen und irgendwo möchte ich ja arbeiten, dann ist doch der "Sommer" hier optimal. Zumal in den Geschäften, selbst in den kleinen Cafés, überall Klimaanlagen sind, die Temperaturen drinnen und im Schatten also aushaltbar sind. Die Luftfeuchtigkeit ist nicht zu hoch und es weht eigentlich immer ein Windchen. Und selbst in meinem Hostelzimmer hängt eine Klimaanlage und ein Deckenventilator. Der Nachteil an diesen beiden Helferlein ist allerdings, dass sie ganz schön laut sind... aber wenn man erst mal schläft hört man sie nicht mehr (den unbewussten Lärm-Stress für den Körper ignoriere ich jetzt einfach mal) ;D

Ansonsten versuche ich mich hier an das Leben in Down Under zu gewöhnen und mein Englisch zu verbessern. Wobei mir schon gesagt worden ist, dass es angeblich sehr gut ist. Bitte? Na wenn die meinen.... Wenn die Aussies schnell sprechen und dann noch mit Slang versteh ich nur noch Bahnhof. Und mir fehlen auch oft genug die Worte (ja das kommt vor ;D ) Heute habe ich mal wieder über die australischen Preise gestaunt: ich habe mir Ohrenstäbchen kaufen wollen, eine ganz normale Packung, genau so eine kleine Schachtel wie bei uns (240 Stk) kostet im Supermarkt 3,40$ (2,40€) ! ! ! Ja nee is klar. Und nachdem ich tagelang in verschiedenen Supermärkten nach Apfelmus gesucht habe, habe ich ihn heute endlich gefunden: der steht nicht wie bei uns beim Obst im Glas, der steht bei den Dessertsaucen. Das ist doch mal eine Produktplatzierungsidee. Bin schon gespannt ob der schmeckt, meine letzten Eierkuchen, mangels Mixer im Hostel von Hand gerührt, habe ich ohne essen müssen ;D

Bis bald!

Von Käfern und Cowboys

Sonntag, 10.05.2015

Zuerst möchte ich an dieser Stelle meiner Mama alles Liebe zum Muttertag wünschen. Hab Dich lieb :)

Hier im Supermarkt gibt es leckere "frische" Kekse in verschiedenen Sorten zu kaufen, die echt lecker weich und in meinem Fall super schokolich sind. Aber recht groß, eben echte Cookies, und es bleiben welche übrig. Als ich heute morgen freudig in meine Plastikschachtel mit den restlichen Keksen gucke, die die ganze Nacht auf meinem Rucksack stand ist mir der Appetit vergangen. In der Schachtel wimmelte es von winzig kleinen Käfern! Eventuell waren es auch kleine Ameisen, so genau wollte ich lieber nicht hinsehen. Wie sind die da bitte rein gekommen? Ok die Schachtel ist bloß eine einfache Plastikverkaufspackung, aber sie stand doch nicht unten??? Jetzt frage ich mich natürlich wo die kleinen Biester noch alles wohnen? :O Ich sehe es als Willkommensgruß der einheimischen Fauna: Willkommen im Outback ;D Eigentlich wollte ich heute endlich mal baden gehen und bin bepackt zum schönen Mindil-Beach gelaufen. Als erstes habe ich mir -natürlich- erstmal fast die Füße verbrannt am heißen Sand, Fakirgene habe ich jedenfalls keine. Womit ich allerdings nicht gerechtnet habe wie unglaublich flach das Wasser am Mindil-Beach ist. Ich hätte also locker 500 Meter ins Wasser laufen müssen und wäre vermutlich immer noch nur bis zum Bauch drinnen gewesen. Allerdings ist mir beim Überlegen ob ich loslaufen soll aufgefallen, dass niemand im Wasser ist und es auch keine Rettungsschwimmer und Flaggen gibt, die einem signalisieren, dass man ins Wasser darf. Da eventuell die Quallensaison noch nicht vorüber ist, habe ich mich dann doch lieber nicht ins Wasser gewagt. Morgen werde ich mal unseren Hostel-Max fragen, wie es um die Quallengefahr bestellt ist... Ansonsten haben die hier in Darwin auch noch eine angelegte Lagune in der weitläufigen Hafenanlage, die durch besondere Netze quallenfrei ist. Bzw, garantieren tut das auch keiner, aber Mühe geben sie sich ;D Donnerstags und sonntags findet der Mindil-Beach Sunset Market statt (der Sonnenuntergangs-Strand-Markt), eine Mischung aus Imbissen, Einheimischen die Musik machen und Souvenirständen. Allerdings nicht nur der übliche Touri-Kitsch, sondern auch eine Menge individuelles wie Aboriginie-Bilder und handgefertigter Schmuck. Das ganze findet auf einer großen Wiese unter Bäumen direkt hinter der Düne statt, allerdings muss man bei hinsetzen aufpassen, nicht von Ameisen gebissen zu werden! Die großen grünen Ameisen "zwicken" ganz schön! Halb Darwin scheint zu diesem Ereignis nach Mindil Beach zu strömen und natürlich versammeln sich zum Sonnenuntergang alle am Strand. Gestern war da kaum jemand... Besonders gefallen hat mir allerdings "Mick" mit seinen Peitschen. Jiieeh-ha, ich habe heute nämlich auch mal eine Peitsche knallen lassen ;D Mick hat hier eine kleine Show mit seinen Peitschenkünsten vorgeführt und dazu noch zu Country-Musik seine selbstgeschrieben lustigen Liedchen gesungen. Vor und nach der Show hat er geduldig jedem der wollte gezeigt wie man eine Peitsche knallen lässt. Es sieht viel einfacher aus als es ist. Man braucht ein einen gewissen Schwung und muss dann im richtigen Moment die Peitsche in die andere Richtung knallen lassen, damit durch die abrupte Drehung eine Schlaufe entsteht, die dann am Ende er Peitsche mit einem Überschallknall knallt. Selbst beim Profi sitzen nicht alle Schwünge perfekt, obwohl er das seit mehr als 25 Jahren macht. Dafür kann er auch mit zwei Peitschen gleichzeitig und auch mit brennenden Peitschen das Geräusch zaubern. Möchte nicht wissen, wie oft er sich beim Üben selbst eine übergebraten hat. Allerdings habe ich heute auch gelernt, dass man die Tiere mit dieser Art Peitsche nicht schlägt, der Knall an sich reicht aus, damit sie sich in die gewünschte Richtung bewegen. Sowas wünsche ich mir für die Arbeit....  :D

Kekse mit Käfereinlage Sonnenuntergang Mindil-Beach Sonnenuntergang mit Boot brennde Peitschen

Darwin in 1 Stunde

Samstag, 09.05.2015

Also Darwin ist klein. Das wars dann auch schon. Darwin ist so klein, dass man vom Hostel aus eine halbe Stunde zum Hafen läuft oder eine halbe Stunde zum Mindil Beach (Strand) wobei man dabei auch nicht viel zum Ansehen hat. Man hat Darwin also in einer Stunde abgelaufen. Gemütliches Laufen. Oder sagen wir mal, das was man als Innenstadt von Darwin bezeichnet ist seeehr klein. Darwin an sich erstreckt sich schon ein Stückchen ins Land, das sind dann allerdings die zu Darwin gehörenden Vororte oder auch "Vorstadtsiedlungen" in die sich der Backpacker von Welt eher nicht so verirrt. Oder gar nicht erst hinkommt, weil das realtiv weit "draußen" ist und mit den Stadtbussen nicht regelmäßig erreichbar ist. Und wer möchte schon in einem Vorort ohne Rückfahrgelgenheit hängenbleiben? ;D Es gibt hier in Darwin ein Fußgängerzone von ca 200Metern länge, eine "Esplanade" (die heißt wirklich so) von Hotels mit Blick aufs Wasser gesäumt und eine "Hauptstraße" in der das Kino, die Kneipen, die Hostels und das Nachtleben sind. Ende. Oh vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich zum Glück am Ende der "Partymeile" wohne wo es ruhig ist und nicht zwischen den Kneipen wo sich tatsächlich 2 oder gar 3 Partyhostel befinden. Und es gibt zwei Supermärkte. Je einen der großen Ketten: Coles und Woolworth. Leider keinen Aldi. Komsicherweise sind die Sachen teilweise noch ein wenig teurer als in Sydney, vielleicht müssen die hier extra Benzingeld auf die Preise draufschlagen, weil Darwin so weit weg ist ;D Aber die Farbe des Wassers ist hier einmalig schön. Und die können hier was besonders schön: Sonnenuntergang :) Die Bilder dazu folgen. Darwin als Stadt ist also nicht besonders schön. Was auch nicht weiter schlimm ist, ich bin hier ja zum Arbeit suchen. Und bin ehrlich gesagt froh, dass man nicht so viele Möglichkeiten zum Geldausgeben hat wie in Sydney ;D Aber das Klima, die Natur, das Wasser und die Sonne sind toll! :) <3

Ankunft in Darwin - mit Hindernissen

Donnerstag, 07.05.2015

Heute morgen ging es dann los nach Darwin. Leider habe ich dadurch den Besuch von Prinz Harry in Sydney verpasst, verdammt ;D  Die cleveren Sydney´er haben ihren Flughafen ja nur 5 Stationen vom Stadtzentrum entfernt und dann auch noch je eine Bahnstation für nationale und eine für internationale Flüge. Ich war also in 20 min von der Hosteltür beim Check-in-Schalter, genial. Der Flug war lang (4,5h), ist ja schließlich bis ans andere Ende oder auch: von Darwin nach Bali ist es kürzer als nach Bondi. Interessanterweise war mein Gepäck gleich schon mal 5Kilo schwerer als noch vor drei Wochen beim Abflug aus D....  ;D Aus dem Flieger konnte ich die wechselnden Landschaften toll ansehen, von den Blue Mountains nahe Sydney, zu Feldern, zu Wüste mit rotem Sand und nur vereinzelt mal kleine Wäldchen. Im Norden dann wieder mehr Wald, dafür aber auch immer mal wieder kleine Buschfeuer. Der Darwiner Flughafen ist klein und übersichtlich und gut klimatisiert. Beim Rausgehen in den strahlenden Sonnenschein fiel mir dann als erstes auf, dass eine Jeans hier fehl am Platz ist. Nun gut, laut meinem Handy nicht weit zu laufen bis zur Bushaltestelle zum Bus in die Stadt. Denkste. Keine Ahnung, ob die keine Bushaltestelle am Flughafen haben oder mein Handy mich lieber durch den Wald schicken wollte, jedenfalls bin ich erst mal mit meinen Rucksäcken ne halbe Stunde bis zu einer Haltestelle gelaufen... Dafür kostet hier das 3h Ticket nur 3$, das ist nach den Preisen in Sydney eine Wohltat. Nach einer ewig langen Busfahrt durch die Vororte, oder auch die Pampa, die haben hier halt Platz ins Umland, bin ich dann endlich auf der, hmm, Hauptstraße kann man es eigentlich nicht nennen, angekommen. Es ist wohl sowas wie die Hauptstraße, aber Darwin ist ja auch eine kleine Stadt. Die letzten Meter bis zum Hostel noch und ... geschafft. Wieder denkste. Die haben mir zwar 2 Bestätigungsmails gesendet, aber kein Bett für mich frei. So gar keins. Zum Glück ist gleich auf der anderen Straßenseite noch ein Hostel. Das ist zwar teurer, hatte aber noch was frei, puh ein Glück. Wieder ein Mädelszimmer. Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es in dem Hostel hier nur Mädels- oder Jungszimmer, keine gemischten. Da ich nach dem ganzen wandern erst mal müde war, habe mir nicht mehr viel angesehen. Bin zwar noch zum Wasser gelaufen, das ist hier schon an der nächsten Parallelstraße, aber kein Strand, sondern eine kleine Klippe. Damit ich noch was zu Essen habe, bin ich noch in den Woolworths gelaufen, auch nur 3 kleine Querstraßen weit weg. In Sydey habe ich mich morgens immer von Müsli mit Sojmilch ernährt, und mir war mal nach was anderem. Also habe ich mir mal was "brotiges" gekauft. Die nennen das hier zwar "Brot", hat aber tatsächlich kaum Ähnlichkeit mit dem was wir als Brot bezeichnen würden ;D Naja der Hunger treibt es rein. Dazu habe ich mir wieder eine frische junge Trinkkokosnuss gegönnt. Wenn ich mir die im Hostel öffne gucken immer alle gespannt zu, keine Ahnung ob sie mich bestaunen, dass ich die aufbekomme oder ob sie Angst um das Messer oder meine Finger haben....  Auf dem Weg vom Supermarkt zurück höre ich ein lautes kreischendes Geräusch, wie eine Alarmanlage mit Dauerton, und frage mich ob vll eine Alarmanlage in der Nähe defekt ist. Da das Geräusch lauter wird und ich aber nichts sehen kann, wundere ich mich noch mehr. So laut, dass man nicht einmal mehr die Autos neben einem fahren hört.... nach weiteren 50Metern und gefühlter Taubheit habe ich die Ursache gefunden.... ein Baum voller Vögel! Der Hammer, konnte nicht erkennen was das für Vögel sind, dafür war es schon zu dunkel, aber den Krach hört man ewig weit ;D Während ich hier schreibe, sitze ich übrigens am hosteleigenen Pool :D Den braucht man hier auch, denn es ist locker 30-35°C warm :D morgen geh ich dann mal ein bissel mir die Stadt angucken. Bis dann!

Buschfeuer aus dem Flieger fotografiert

Goodbye Sydney

Mittwoch, 06.05.2015

So schnell sind drei Wochen um.... heute war schon mein letzter Tag in Sydney bevor es morgen nach Darwin geht. Zum Abschluss habe ich dann noch mal meinen geliebten Bondi to Coogee Walk gemacht, diesmal bin ich aber von Coogee aus losgelaufen. Wie immer war der optische Eindruck beeindruckend. Und das Wetter war perfekt, sonnig, aber nicht zu heiß und ein wenig Wind zur Abkühlung. Dieser Küstenweg ist auf jeden Fall eines der Highlights in Sydney! Morgen vormittag geht mein Flug nach Darwin und ich melde mich, wenn mein Internet auch da funktioniert, morgen Abend. Liebe Grüße an Euch alle!

PS: Vielen Dank für Eure zahlreichen lieben und lustigen Kommentare!

Coogee Beach Gordans Bay

Barista Kurs

Dienstag, 05.05.2015

Ich fürchte ich werde nie wieder einfach einen Kaffee trinken können ohne ihn auf seine Herstellung hin zu untersuchen ;D

Mein Barista-Kurs war super! Unser Trainer Anthony hat uns mit viel Witz und guter Laune die Welt des Kaffees näher gebracht. Anbau und Sorten, die Bedeutung des Röstens und die dadurch entstehenden Koffeingehalte und Aromen, die Lagerung, Mahlgrad und optimale Menge pro Tasse. Und dann ging es auch schon an die Tassen. Oder besser an die Maschinen. Milchschaum schäumen mit der korrekten Temperatur, Druck und Geräusch. Ja Geräusch. Die Milch sagt einem mit dem Geräusch, ob es ihr gut geht und ob man es richtig macht. Der Milchschaum muss eine bestimmte Konsistenz haben, damit der Schaum hält und später auch Muster darauf entstehen können. Nun trinken die Aussies ihren Latte ganz anders als wir und anders als ich es in D gelernt habe, muss man hier keine 3 Schichten unten Milch weiß, dann Espresso-Milch-Mischung hellbraun und oben wieder Milchschaum weiß einhalten. Hier reicht auch einfach ein Rand Schaum, auch in braun. Tut mir fast in der Seele weh, den Latte so zu machen ;D Dann ging es ans Espresso machen. Auch hier gibt es einiges zu beachten, Menge, der Druck mit dem man das Kaffepulver in den Filter presst (genau 18Kilo!) und die richtige Programmwahl. Außerdem muss eine Barista die verschieden Herstellungsweisen der Kaffeegetränke aus dem ff kennen, Cappucino, Latte, Flat White, Mocca, Espresso usw. Wie bekommt man nun die Milch und den Espresso im richtigen Mischungsverhältnis und der richtigen Optik zusammen? Üben, üben, üben. Und der Milchschaum darf ja auch nicht zu schnell zusammen fallen... Nachmittags haben wir uns dann noch der "coffee art" gewidmet. Also wie man die Muster auf den Schaum zaubert. Sozusagen die Königsklasse. Das ist schwerer als es aussieht, denn auch hierbei ist die Basis, also der Kaffee und der Milchschaum entscheident ;D Der eine oder andere Fragt sich vielleicht was wir mit dem ganzen Kaffee gemacht haben? Der wurde weggegossen! Also man hätte auch jeweil seine Tasse trinken können, aber allein ich habe um die 4-5Liter Milch verbraucht und 2Liter Kaffee... Es hat richtig viel Spaß gemacht und mit ein wenig mehr Übung könnte ich mir das als Job hier gut vorstellen ;D

Stadtspaziergang

Montag, 04.05.2015

Da ich ja eine Woche länger in Sydney bleibe als geplant, habe ich in meinem Hostel verlängert. Leider war mein Zimmer für eine Nacht nicht frei und ich musste in ein anderes umziehen. Ich sollte vll dazu sagen, dass ich hier in einem reinen Mädelszimmer bin. Nun war ich eine Nacht mit 6 Jungs in einem. Die Jungs waren alle brav und nett, allerdings hat das Zimmer ganz furchtbar dolle gemüffelt, so dass man kaum atmen konnte... Interessanterweise nicht mal nach Schweiß, Suff oder Männermief im Allgemeinen, sondern anderes ganz merkwürdig...  ;D Da das Hostel komplett ausgebucht war konnte ich nicht in ein anderes Zimmer wechseln, aber die freundlichen Mitarbeiter haben mir eine Luftreinigungsmaschine gegeben. Die leider nicht funktiniert hat ;D Es war also eine kurze Nacht. (Wenn man erst mal eingeschlafen war es sogar auszuhalten, leider bin ich öfterns aufgewacht) Morgens bin ich ganz zeitig wieder raus aus dem Zimmer und habe, bis ich in mein Mädelszimmer zurück konnte, auf der Couch in der Bücherecke geschlafen ;D

Heute bin ich noch mal im Botanischen Garten spazieren gewesen und habe auf dem Weg dorthin die Kunstgallerie Neu Süd-Wales entdeckt (auf Deutsch hört sich das komisch an ;D ) Für Australien typisch, denn einige Ausstellungen und Museen sind es, kostenloser Eintritt. Eine interessante Mischung alter und neuer Kunst, Gemälde, Skulpturen, Rembrandt, van Gogh, aber auch Aboriginie Kunst und modernes. Im Botanischen Garten war ich wieder einmal überrascht von der Vielzahl an für uns so "exotischen" Gewächsen und Vögeln die sich dort so tümmeln. Ein "wilder" Reiher der in einem Tümpel fischt sieht man so ja auch nicht unbedingt mitten in der Stadt

Auf dem Rückweg habe ich dann mal einen der Flip-Flop-Automaten fotografiert und mich spontan dafür entschieden mogen doch noch einen Barista-Kurs zu belegen :)

Wilde Tiere im Botanischen Garten Botanischer Garten Flip Flop Automat Sydney um 1930 (noch keine Oper)

Cronulla

Freitag, 01.05.2015

Gestern ist mir doch glatt das Internet einfach so ausgegangen....  ohne Vorwarnung war mein Guthaben alle. Versteht auch keiner warum die in Australien alles GigaByte-basiert anbieten, auch das Festnetz, statt wie bei uns als "Flatrate". Selbst der Verkäufer im Technikladen, der mir beim Wiederaufladen geholfen hat, meinte, dass er es auch nicht verstehen kann und neidisch nach Europa blickt. So, fürs Protokoll: der erste Punkt in dem ich Deuschland vermisse (bis jetzt auch der einzige ;D ): schnelleres, günsigeres, nicht datenmengebasiertes Internet....  Vor Verzweiflung über den Regen hier, habe ich mir eine knielange Regenjacke gekauft und da sie die nicht in der Innenstadt vorrätig hatten, bin ich nach Miranda, einem Vorort von Sydney gefahren. Dort lag der Laden an einer kleinen unscheinbaren Straße. Auf dem Rückweg zum Bahnhof bin ich über den noch unscheinbareren Eingang zu einem Shoppingcenter gestolpert und war neugierung. Das war mit Abstand das größte Shoppingcenter was ich je gesehen haben. Locker doppelt so groß wie unser Alexa in Berlin. Allerdings sieht es innen genauso aus wie unsere Center auch, es gibt sogar einige Läden wie bei uns, zB Zara, Build a Bear, Bodyshop. Von Miranda aus sind es nur drei Stationen bis nach Cronulla wo es einen sehr langen Strand gibt. Da gerade mal die Sonne geschienen hat, musste ich die Chance nutzen ihn mir anzusehen. Wenn ich mal groß bin, möchte ich auch eine Wohnung am Strand haben 😎 zum Baden ist es leider nach wie vor zu kühl, aber Surfer sind immer da. Und endlich habe ich auch mal Frauen surfen gesehen, ich hatte schon befürchtet, dass Surfen Männern vorbehalten ist, ähnlich wie Didgeridoo spielen. Im übrigen habe ich gelesen, das Didgeridoo spielen bei Schlafapnoe und Schnarchen helfen soll.... ;D Da ich ja nicht ewig in Sydney bleiben kann (also kann schon, aber will nicht) habe ich mir einen Flug nach Darwin, in den Norden Australiens gebucht. Nächsten Donnertag geht es los. Ich bin gespannt was mich da erwarten wird.

Ich übersende Euch eine rote Nelke....  ;D Eure Chocolat

Cronulla Regenbogen

Newtown shopping

Mittwoch, 29.04.2015

Da das Wetter derzeit wieder kühler und regnerischer hier wird kann man im Moment nicht viel ausgefallenes machen. So war ich gestern, da schien eigentlich ganz toll die Sonne, noch mal in Manly und wollte eigentlich Baden gehen. Aber in Manly war es so kühl, dass ins Wasser gehen leider ausfallen musste. Dafür habe ich mir erneut einen tollen Salat in dem wunderbaren Asia-Salat-Imbiss gegönnt und mich ein bissel am Strand in die Sonne gelegt.

Heute bin ich mit einer lieben Deutschen aus dem Hostel nach Newtown gelaufen. Das ist drei Metrostationen vom Hostel entfernt und ist ein bissel ein "alternatives" Viertel. Dort gibt es viele süße kleine Läden mit tollen Klamotten, Schmuck und Deko aber auch mehrere Bioläden-Veganläden-Rohkostläden, sehr zu meiner Freunde. Die Australier haben nicht wie wir "reine" Bioläden, mehr eine Mischung aus bio und konventionell bei den Lebensmitteln, oder Biolebensmittelläden mit alternativen Waren wie AufbewahrungsDosen aus Glas statt Plastik und Kinderspielzeug. Auf jeden Fall sind die Läden alle sehr charmant. Ich berichte Euch wieder mehr wenn es was zu erzählen gibt.... bis dahin plane ich mal meine nächten Schritte ;D bleibt spannend

Gesundheitszeugnis auf Australisch

Montag, 27.04.2015

Heute stand der Lebensmittel-Hygiene-Kurs an, in Deutschland in etwa vergleichbar mit der Roten Lebensmittelkarte. Nachdem ich gestern so gut mitgekommen bin bei den englischen Gesprächen auf der Blue Mountains Tour war ich optimistisch, dass das heute auch so gut läuft. Denkste! Unser Trainer Ross hat man sowas von australisch genuschelt, dass ich mich echt die erste Reihe setzen musste um überhaupt mit zu kommen ;D zum Glück war mir das Thema ja vertraut, ist im Prinzip so wie in Deutschland, nur wesentlich ausführlicher, als das heimische Video was geschaut werden muss. Auch weichen die australischen Gesetze nicht wesentlich von den Deutschen ab. Vielleicht die persönliche Haftung (wenn einem bewusst ist, dass man verdorbenes verkauft) ist hervorzuheben, ansonsten genauso. Und auch der Test am Ende war nicht weiter schwer, wenn man mal davon absieht, dass ich einiges erst übersetzen musste um ja nichts falsches anzukreuzen ;D So, für mein persönliches australisches Kuriositätenkabinett: ich wollte was in einem Outdoor-Geschäft nachsehen und mir wurde gesagt, dass ich mal in der Kent Street gucken soll und da gibt es doch tatsächlich nicht nur ein Outdoor-Laden in der Straße sondern mindestens 6 und zwar alle nebeneinander! Das nenn ich mal: Konkurrenz belebt das Geschäft ;D Und was in Australien gar nicht geht: das Klopapier! Es soll ja weltweit die "Knüller" und die "Falter" geben, wobei wir Deutschen wohl Falter sind. Das australische Klopapier ist superdünn, so dass man teilweise durchschauen kann und dann lässt es sich nicht mal ordentlich "gerade" abreißen, es reißt immer längs....  keine Ahnung wie das funktionieren soll.... ;D Themenwechsel, also quasi "Händewaschen": ich habe mir heute noch weiter Preise im Supermarkt angesehen: ein kleiner Becher Fruchtjoghurt ab 2$ (1,44€), wobei die großen (1kg) dann nur 6$ (4,30€) kosten. Toast kostet in etwa das gleiche wie bei uns ab 1$ (0,72€). 100g Salami 3$ (2,15€), 5 Kabanossis 4,30$ (3,10€), 190g Packung Gorgonzola 6,70$ (4,80€), aber den Vogel abgeschossen haben die Rochers, genau so ein 16er Döschen wie bei uns ca 3,50€ kosten würde, kostet hier 12$ (8,63€)! Überhaupt sind die deutschen Produkte hier wahnsinnig teuer, es sind teilweise genau die gleichen wie zuhause, Lindt Schokolade, Niveacreme und bei Dr Hauschka bin ich ja fast tot umgefallen, habs nicht mehr genau im Kopf aber ich glaube die Reinigungscreme 27$ (19,40€) und die Regenerationscreme um die 100$ (72€)....  XD Dafür gibt es hier im Supermarkt frisches Fleich und Futter für Hunde und Katzen zu kaufen :) So jetzt werde ich mal noch etwas Heimarbeit erledigen ;D Sonnige Grüße aus Down Under 😘

Blue Mountains Tour

Sonntag, 26.04.2015

Heute ging mein Tag "relativ" zeitig los, denn ich habe mal eine Tour in die Blue Mountains gebucht. Bei klarer Sicht kann man die Blue Mountains wohl auch von Sydney aus sehen, ansonsten würde man mit dem Vor-Ort-Zug 2h fahren und mit dem Auto so 1,5h. Die Berge erheben sich bis zu 1000m Höhe und werden auch Australiens Grand Canyon genannt, da sie ein Sandsteinplateau sind oder besser waren, denn Flüsse haben Täler hineingeschnitten. Blue Mountains heißen sie übrigens, weil die Eukalyptus-Bäume ätherisches Öl abgeben, welches durch die Lichtbrechnung bläulich leuchtet. Nun ging es also um 7:45h los. Unser Fahrer John hatte uns nacheinander von verschiedenen Stellen in Sydney eingesammelt, es waren ein paar Australier, ein paar Engländer, ein paar Kanadier, 2 Chinesen und ich. John stellte sich als äußerst unterhaltsamer Zeitgenosse heraus ;) Natürlich wurde von allen nur Englisch gesprochen, ich bin aber ganz gut mitgekommen und wurde auch gut verstanden :) Als erstes haben wir am Olympia-Gelände von 2000 Halt gemacht, welches auf dem Weg liegt. Ein riesiges Gelände, dessen Stadien zwar nach wie vor teilweise genutzt werden, zB hat hier eine lokale Sydneyer Football-Mannschaft ihr Heimatstadium, ich konnte mich allerdings nicht des Eindrucks erwehren, dass es doch ziemlich überdimensioniert ist und in den Ausmaßen nicht mehr benötigt wird. Ich will nicht sagen, dass es langsam fast aussah als ob es verfällt, aber auch nicht wirklich viel genutzt. Weiter ging es zu einem kleinen Wildlife-Park in dem Einheimische Tiere zuhause sind. Teilweise laufen die Tiere darin frei herum und haben abgetrennte Bereiche in die sie zurückziehen können, wenn sie keine Lust mehr auf Menschen haben. Gleich als erstes stand eine Mitarbeiterin mit einer Echse auf dem Arm da, damit man das Tier streicheln konnte. Gleich danach ging es zu den Koalas. Und ja es stimmt, die stinken wirklich unglaublich doll! ;D jeder hatte seinen eigenen Baumstamm auf dem er schlief und fraß und abwechselnd haben die Mitarbeiter einen zum Fotoshooting geholt. Die "Käfige" waren alle offen, nur eine Hüfthohe Mauer über die die Mitarbeiter klettern konnten. Anscheinend sind die Koalas nicht fluchtgefährdet. Die Koalas sind entweder tatsächlich recht langsam oder gut trainiert. Denn ein Mitarbeiter hat sich einen geholt, auf der Mauer abgesetzt, ist drüber gestiegen und hat das Tier wieder aufgenommen, ohne, dass es auch nur einen Versuch unternommen hätte sich zu bewegen. Zum Fotoshooting werden die Tiere dann in einen kleinen schwenkbaren Baum, auf Menschenbrusthöhe, gesetzt, mit Eukalyptus beschäftigt und los geht es. Nacheinander durfte nun jeder mal streicheln und ein Foto machen lassen. Irgendwie taten sie mir leid. Aber man sagt ja, dass Koalas immer so aussehen, als ob in ihrem Oberstübchen gerade niemand zuhause ist. Was wohl an der Giftigkeit des Eukalyptus liegt, um den ungiftig zu machen, benötigen sie alle Körperenergie. Darum hat es sie vll nicht gestört, dass "Modell" stehen müssen. Weiter ging es zum Streichelzoo der Kängurus in dem verschieden große Arten gefüttert werden konnten. Es sind sehr liebe Tiere, die zwar neugierig und ein wenig aufdringlich sind, aber bei Weitem nicht so nervig wie unsere Ziegen und Schafe im Heimischen Streichelzoo. Ansonsten gibt es im Zoo noch viele Arten Vögel, einige Reptilien, Wombats, Wallabys, Fledermäuse, Pinguine und Tasmanische Teufel, der hat sich aber leider im Bau versteckt. Leider war die Zeit im Zoo äußerst kurz. Weiter ging es nach Leura, einem kleinen sehr schönen Ort in den Blue Mountains, mit netten kleinen Lädchen. Leider ist es so "hoch" in den Bergen reichlich frisch, wobei es dieses Jahr wohl besonders kalt ist, was mir auch von einer netten alten Dame bestätigt worden ist, die mich sofort als fröstelnden Touri erkannt hat ;) Nach Leura ging es nach "Echo Point" und den "Three Sisters", also dem "Echo-ort" und den drei Schwestern, wie die Gebirgsformation genannt wird. Von hier aus hatte man einen fantastischen Blick über die Berge und Täler, trotz der vereinzelten Regentropfen. Die "Three Sisters" sind drei Sandsteinfelsen, die sich über den Eukalyptuswald erheben. Ein Stückchen weiter gibt es eine Drahtseilbahnanlage mit drei verschiedenen Bahnen. Unsere erste führte vorbei an einem Wasserfall der sich um die 450m in die Tiefer ergießt und über die 750m tiefe Schlucht, die Gondel übrigens mit Glasboden... Tolle Aussicht! :) Unsere zweite hat uns runter in den Wald gefahren, den man auf einem schön angelgten Holz-Weg erkunden kann. Derzeit findet dort gerade eine Kunst-Ausstellung statt, wobei die Werke in den Wald gestellt sind und sich erstaunlich gut integrieren, teilweise sehr abstraktes, aber auch recht "organisches". Wieder nach oben ging es dann mit der steilsten Seilbahn der Welt, wobei wir schon die "langweiligere" Variante "nach oben" hatten, aber die ist mit 52° auf jedenfall gut steil. Auf dem Rückweg haben wir dann noch australische Lieder gehört und der Fahrer auch mitgesungen, in denen sich die Aussies selbst besingen ;) eine Fähre hat uns dann die letzte Strecke in den Hafen zurückgebracht von der aus man noch mal einen tollen Blick auf Brücke und Opernhaus hatte :)

Für die Fragenden: ICH HABE URLAUB ! Es wird nicht gearbeitet ;D nein, ich bin dabei meine Bewerbungen fertig zu machen und dann hoffe ich, dass es bald klappt ;D erst mal bleibe ich noch eine Woche länger hier in Sydney und morgen ist der Lebensmittel-Hygiene Kurs. Aber ihr dürft mir gerne die Daumen drücken :)

Stinktiere - äh Koalas hey Du da oben, wo hast Du das Fressen versteckt? Three Sisters in den Blue Mountains Eukalyptuswald Katoomba Falls Opernhaus im Hafen Sydney

Land unter

Samstag, 25.04.2015

Heute war hier ein wunderbarer sonniger Tag mit angenehmen 25°C, in der Sonne wärmer und an der Küste ein kühlender Wind. Ich habe heute wieder den Strand-Küsten-Spaziergang von Bondi Beach nach Coogee Beach gemacht, diesmal den ganzen. Durch das tolle Wetter war es hier noch voller als vor ein paar Tagen und es waren auch mehr Menschen im Wasser. Was aber auch einfach daran liegen könnte das Wochenende ist...  auf einer Tafel der Rettungsschwimmer konnte ich dann auch mal die Wasser-Temperatur herausfinden, angeblich 20°C.... dadurch, dass die Luft nicht so "heiß" ist, kommt mir das kühler vor beim Reinlaufen. Allerdings, wenn man ein paar Minuten mit den Füßen drin ist, erscheint mir das Wasser nicht mehr als "kühl". Nun hört sich Strandspaziergang so gemütlich an, der hat es allerdings ganz schön in sich. Es geht mit steilen Wegen und unendlich vielen Treppen auf und ab. Ich hatte mir zur Sicherheit 2 Flaschen Wasser eingesteckt und hatte damit ganz schön zu buckeln. Was ich gar nicht hätte tun müssen, die vorbildlichen Australier haben ca alle 500m eine "Wasserstation" an der man sich kostenfrei bedienen kann, also auch Flaschen wieder auffüllen. Erstaunt haben mich wieder einmal die vielen Sportler entlang der Strecke und am Strand. Nicht nur die Surfer und ihre Artverwandten (Bodyboarder = kleinere Bretter, nicht stehend, Stand-up-Boarder = größere Bretter, stehend mit Paddel) trifft man in ihrem natürlichen Lebensraum, auch jede Menge Jogger säumen die Strecke, wobei es entweder junge Leute zwischen 20 und 30 sind oder aber, meinen vollen Respekt, ältere Läufer 60+  ach und ja, für die Damen die hier schon gespannt auf die Wertung warten: ja der Großteil der Surfer sieht tatsächlich so aus, wie man sich das vorstellt: groß, schulterlange blonde Haare und durchtrainiert ;D Der Weg bis nach Coogee Beach hat sich also rein optisch alle mal gelohnt, wobei die Natur natürlich auch schön ist ;D in Coogee war einiges los, keine Ahnung ob es am Samstag lag, am Feiertag (Anzac-Day, Paraden der Streitkräfte und Märsche der Kriegsveteranen) oder an den Testspielen der Nationalsportarten, jedenfalls war jeder Pub gerammelte voll. Zurück nach Bondi habe ich dann lieber den Bus genommen, weil es nach Regen aussah. Allerdings war das kein Regen was da runterkam, sondern ein Wolkenbruch vom Feinsten, mit Hagel, Sturm und soviel Regen, dass der gar nicht so schnell abfließen konnte. Was mich wieder auf den Kommentar über die Wachmänner auf der Harbour Bridge zurückbringt, bei dem Regen und Sturm ist es wahrlich egal falls die mal "müssen" ;D  Das Essen hier in Sydney ist übrigens gut, an den zahllosen Imbissen gibt es reichlich Auswahl, überwiegend asiatisch, aber auch viel Fisch&Chips. Allerdings ist hier alles sehr teuer. Auch im Supermarkt. Die "normale" Milch kostet in etwa das gleiche wie bei uns, allerdings gibt es hier keine Ahnung 10 verschiedene Sorten..., die meisten anderen Sachen sind recht teuer, oder zumindest teurer als in Deutschland, eine Gurke gibt es nicht unter 2$ (1,45€), Avocados 2,70$ (2€) und eine kleine(!) Schale Himbeeren 7$ (5€), gut es ist Herbst hier. Aber einiges ist auch günstiger als zuhause, meine geliebten Pacan-Nüsse 150g 2,50€ und die großen Papayas Stück 2,90€! njam, njam! Und die werde ich mir jetzt gönnen... :)

Bondi to Coogee Weg Land unter

Strand und Chinatown

Freitag, 24.04.2015

Heute bin ich mit der Fähre vom Haupthafen Circular Quay nach Manly gefahren. Manly ist ein entspannter Teil Sydneys, der bei weitem nicht so chaotisch ist wie die Innenstadt. Eine gute halbe Stunde habe ich mir die frische Hafenluft um die Nase wehen lassen bis man in Manly ankommt. Eine Fußgängerzone verbindet die Hafenanlage mit dem Strand, der von einer Uferpromenade gesäumt wird. Am wunderbar sonnigen Strand wieder einige Surfer und wenige Badende. Und das Wasser ernuet von einer Farbe, wow. Ansonsten gibt es die typischen Touri-Läden: Souveniers, T-Shirts, Postkarten, Handtücher, Imbisse, die so teuer sind, dass einem der Appetit vergeht ;D der Knaller war ein Mövenpickeisstand, eine Kugel Eis 5$ und wer eine Waffel statt einen Becher dazu wollte hat noch mal 2$ extra bezahlt (7$ = 5€)... ich habe mir dann im Aldi ein 4er Pack Waffeleis gekauft für 2,70$, zwei davon gegessen und noch 2 andere Menschen glücklich gemacht, ätsch Mövenpick! Dafür war mein Mittagessen um so toller. Die australische Küche ist relativ asiatisch geprägt, viele Menschen hier in Sydney sind Asiaten. Ich habe mir in Manly einen wunderbaren frischen, knackigen, aromatischen, einfach nur supertollen asiatischen Salat gegönnt, der war sogar vegan :) Allerdings habe ich diesmal sicherheitshalber drinnen gegessen, denn ich habe mehrfach gesehen wie die Manly-Möven den Menschen das Essen direkt vor der Nase aus der Hand gerissen haben, vielleicht können die sich auch das Mövenpick-Eis nicht leisten und werden darum zu Essensdieben ;D Auf dem Rückweg zum Hostel habe ich mir dann noch Chinatown angesehen. Eine ganze Straßen mit hauptsächlich asiatischen Schriftzeichen, ich vermute mal Chinesisch. Wenn man Glück hatte stand auf den Schildern und an den Häusern auch eine englische Übersetzung, aber eben nicht überall. In der Mitte der Straße ein Markt, mit allerlei Asiaessen und Dingen die die Welt nicht braucht, eine Handyhülle im McDonaldsPommesTütenStyle?! ;D

Manly Fußweg zum Strand Manly Strand veganes Mittag in Manly auf dem Rückweg zum Hafen Sydney

Sydney Sunshine

Donnerstag, 23.04.2015

Endlich wieder Sonnenschein in Sydney! Ich konnte heute also so einiges nachholen, was wegen dem Regen einfach nicht möglich war. Zuerst bin ich also wieder nach "The Rocks" gefahren und habe Fotos gemacht, zu dieser interessanten Mischung aus Alt und Neu, kleine zusammengequetschte Häuser und die großen alles überragenden Wolkenkratzer. Und wie ich da so entlangschlendere höre ich doch auf einmal deutsche Schlagermusik, ohje, was denn jetzt kaputt? Ist doch da tatsächlich ein "Hofbräuhaus", sie sind aber auch überall. Es saßen allerdings nur ein paar Asiaten drin, aber mir war nicht so nach einem Weißbier ;D Über the Rocks spannt sich teilweise die berühmte Harbour Bridge. Versteckt an einer kleinen Straße befindet sich der Aufgang (mit gefühlten 200 Stufen) zum Fußweg über die Brücke. Erst führt der Weg an der Brücke, etwas unterhalb der Fahrbahn der Autos lang, so dass man jede Erschütterung der Autos fühlt und hört, sind die sich sicher, dass das Ding hält? Immerhin sind auf der Brücke 6 Autospuren, 2 Gleise, auf der einen Seite der Fußweg und auf der anderen Seite der Rad- und Skaterweg. Auf der Brücke selbst stehen alle 200m Sicherheitsleute und schieben Wache, was machen die eigentlich wenn einer mal muss? Der Ausblick von der Brücke ist trotz Sicherheitszaun atemberaubend, man kann die City, den Hafen, die Oper fantastisch sehen. Auf der nördlichen Seite ging es dann runter zur Fähranlage wo ich mit einer Stadtfähre wieder eine Hafentour gemacht habe. Es wird am Darling Harbour viel gebaut, mindestens 3 neue Hochhäuser entstehen, was spannend aussieht, wie man es schafft auf so engem Raum Hochhäuser zu bauen. Vom Haupthafen Sydney ging es dann wieder nach Bondi Beach, dem bekannten Strand in Sydney, wo mich erst mal der Schlag getroffen hat. Der Strand war trotz des tollen Wetters abgesperrt, es war "groß Reinemachen" angesagt. Der Sturm der letzten Tage hat den Sand stark verweht, bis fast hoch zur Straße. Am Strand waren also große Baumachinen unterwegs die den Strand wieder hübsch hergerichtet und "normal" aufgeschüttet haben mit dem was weiter oben zusammengekehrt wurde. Ich muss sagen, die Sydneyer überraschen mich mit ihrer Pflege für die Stadt, gerade an den Stränden ist es sehr sauber, rauchen ist zB verboten, aber gleich noch mehr dazu. Zuerst habe ich mir ein klasse Strandessen gegönnt "Fish and Chips", in meinem Fall Calamariringe mit eben Pommes, eine Riesenportion. Die wollte ich natürlich mit Blick auf die Strandbucht verspeisen, allerdings geht das hier nicht allein....  an die 20 Vögel, vorwiegend Möwen saßen um mich rum und haben mich beäugt ob wohl was für sie abfällt, was mich stark an die Möwen von Nemo erinnert hat: "moins?" ;D Am Bondi beginnt ein toller Strand-Küsten-Spaziergang, immer um die Klippen herum in die nächste Bucht wo man sich dann an einem Strand ein Bad nehmen und abkühlen kann. Sowas von schön. Die Farbe des Meeres, ein tiefes türkiesblau. Allerdings ist man auf dem Weg nicht allein, neben den anderen Wanderern (Einheimische und Touris) vor allem zahllose Jogger. Alle paar hundert Meter gibt es dann auch noch "Trimm-Dich-Pfad"-gleiche Einrichtungen, fürs Krafttraining. An den Strandbuchten sah es dann genauso aus wie am Bondi Beach, alles stark verweht, aber die Fußwege waren alle samt schon wieder gefegt. Auch gibt es hier am Strand gut gepflegte, saubere sanitäre Einrichtungen, in denen man auch duschen kann. Nichts müffelt oder es liegt Müll rum, ich bin äußerst positiv überrascht. An den Strandbuchten habe ich zahllose Surfer bei ihrem Können beobachtet, alle im Neoprenanzug, denn das Wasser ist erstaunlich kühl. Da es schon nachmittags war habe ich nicht mehr den ganzen Weg geschafft, denn ab 17h wird es dunkel, aber ich komme wieder um den Rest zu sehen :)

The Rocks

Sydney Hafen von der Brücke fotografiert

Klippen und Wasserfarbe Bondi Beach

dieser Regen....

Dienstag, 21.04.2015

Wer hätte das gedacht? Der Regen ist sogar noch schlimmer geworden....  sogar die Tagesschau hat ein Bild auf ihrer Seite vom Bondi Beach, dem Hauptstrand in Sydney. Ja so sieht es hier aus:

http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/australien-125~_v-videowebl.jpg

Da man bei dem Wetter nicht viel machen kann, wollte ich erst den ganzen Tag drinnen bleiben, aber dann fällt einem ja die Decke auf den Kopf und ich habe mich doch noch rausgewagt. Ich bin zu "The Rocks" gefahren, Sydneys ältesten Stadtteil direkt am Hafen. Dort stehen noch ganz viele kleine alte Häuser ganz dicht bei einander mit engen Gassen dazwischen und steilen in den felsigen Untergrund gehauenen Treppen. Am nörlichen Teil geht direkt die Harbour Brigde ab, deren Zufahrtbrücke sich über The Rocks spannt und am südlichen Ende beginnen direkt die Hochhäuser des CBD. Die Komination von alt und neu ist total spannend. Da der Regen so heftig ist, konnte ich meiner Kamera zuliebe keine Bilder machen, aber das hole ich sobald wie möglich nach. Bis bald! :)

 

Regen? - ne glatte Untertreibung!

Montag, 20.04.2015

G´Day aus Sydney,

so, da fahre ich extra nach Australien um dem schrecklichen deutschen Wetter zu entkommen und was habe ich hier? Regen! und zwar nicht einfach Regen sondern wahre Sturzbäche! Und zwar den ganzen Tag! ;D Bei uns lässt so ein Regen ja auch mal wieder nach, hier irgendwie nicht. Da Sydney ja recht hügelig ist, bilden sich auf den Straßen dann auch noch Bäche, manchmal sogar kleine Flüsse ;D aber richtig fies ist der Wind, der sich durch die Hochhäuser auch noch bündelt. So viele kaputte Regenschirme habe ich noch nie an einem Tag gesehen. Und was macht der unerschrockene deutsche, gut vorbereitete Backpacker dann? Genau: denkt sich: "der perfekte Tag um Badekleidung zu kaufen" ;D mein Sonnenhut wurde umfunktioniert zum Regenhut, meine Regenjacke hat perfekt gehalten und mein Rucksack bekam sein Mäntelchen angezogen. Ich wollte ja gerne eine australische Erfindung als Badeanzug haben: was mit Ärmeln und knielangen Beinen und 50+ UV Schutz ;D Außerdem habe ich heute noch mein australisches Bankkonto eröffnet. In der Bank habe ich die Angestellten damit geschockt, dass ich im T-Shirt da saß, weil mir vom Hinlaufen warm war, die haben mich nur erstaunt angesehen und gefragt ob mir denn nicht kalt sei? Die Aussies leiden bei den ca 15°C heute schon ;D Da das Wetter so schlecht war, habe ich heute nichts weiter "schönes" unternommen, nur gemütlich im Hostelspeiseraum gesessen und gelesen, auch mal schön :) Im übrigen haben die Australier tatsächlich einen eigenartigen Humor... hier in der Hosteltoilette hängt ein Schild: "Bitte gut spülen. Australien befindet sich am "Arsch" der Welt und der Wasserdruck ist gut." ;D

Botanischer Garten

Sonntag, 19.04.2015

Hallo liebe Alle!

Heute war ich im Botanischen Garten, der direkt am Hafen von Sydney ist. Da heute Sonntag ist war die Stadt noch voller als sonst. Da war die Ruhe und Weitläufigkeit im Garten eine willkommene Abwechslung. Im Park finden sich neben zahllosen verschieden Bäumen, Blumen und Sträuchern auch viele wilde Vögel. Teilweise kommen die auch unglaublich nah an die Menschen ran, völlig unerschrocken und schauen sich um, vielleicht sind sie es gewöhnt, dass ab und zu ein Touri ihnen was zum Fressen hinwirft. Auch die weißen Papageien, die ich schon von der Hosteldachterrasse kenne waren in Scharen im Park und haben ein ohrenbetäubendes Gekreische von sich gegeben. Vom Park aus hatte man auch einen fantastischen Ausblick auf die Oper und die Harbour-Bridge, immer wieder war ich erstaunt, wenn ich um eine Ecke gebogen bin, und hinter den Bäumen wieder die Brücke hervorlugte. Hier haben die Supermärkte auch an Sonntagen geöffnet, teilweise sogar bis 0h abends und ich habe mich heute in einem der größeren Mal in Ruhe umgesehen. So wie es bei uns die Asiaecke und die Orientecke gibt, gibt es hier auch eine Asiaecke, allerdings passend dazu eine Neuseelandecke und eine Europaecke! Da standen dann Rotkohl und Sauerkraut im Glas und Napolitaner ;) Die Auswahl an Obst und Gemüse ist groß, vieles was bei uns importiert werden muss (Papaya, Kiwis zB.), wird im Land produziert und dann stolz am Preisschild vermerkt. Sojamilch und Tofu konnte ich hier schon kaufen, aber leider suche ich vergeblich nach Sojajoghurt. Heute konnte ich aber endlich einen bezahlbaren Kokosjoghurt entdecken (7,50 AU$ ! = 5,40 €), nachdem ich in einem australischen Bioladen-Verschnitt den für 15 AU$ nicht gekauft habe ;)

See you! <3

Hostelpapagei Wilde Tiere ganz nah (ca 40cm vor mir) Oper und Brücke aus Botanischen Garten fotografiert Hafen

Linksverkehr und Nationalparkspaziergang

Samstag, 18.04.2015

G`Day liebe Leute,

eines der merkwürdigsten Dinge ist für mich der Linksverkehr in Australien. Also an den Linksverkehr auf den Straßen gewöhnt man sich (an der Straße erst nach rechts gucken, dann links), nur an Abbiegekreuzungen ist es manchmal unübersichtlich. Allerdings herrscht auch auf Treppen, Rolltreppen, Fußwegen, im Supermarkt, also eigentlich überall "Linksverkehr", ja selbst die Züge/Stadtbahnen fahren links. Aber nett wie die Australier sind entschuldigen sie sich auch noch bei einem, wenn man erschrocken nach rechts hüpft um nicht im Weg zu stehen, was ja wieder die falsche Seite ist 😉

Heute habe ich mit Franzi einer lieben Deutschen die in Sydney wohnt einen Strand-Küsten-Spaziergang gemacht! Sie hat mich nördlich der berühmten Harbour-Brigde mit dem Auto abgeholt und ist in Richtung Zoo mit mir gefahren. An einer Landzunge die sich in den Hafen erstreckt liegt ein kleiner (National-)Park mit toller Aussicht in den Sydney´er Hafen. Dort haben wir viele tolle Bäume und Blüten gesehen, aber auch "wilde" Buschhühner und Echsen, die unerschrocken auf dem Weg sitzen. Aber natürlich haben wir auch die Aussicht genossen. Da Sydney relativ bergig/hügelig ist mussten wir auf dem Rückweg einen extrem steilen Berg hoch, eine normale Wohnstraße mit Einfamilienhäusern, keine Ahnung wie die Einheimischen die täglich schaffen ;D Zum Abendessen waren wir in einem kleinen fantastischen Asiaten essen, direkt am Fuße einer der mächtigen Pfeiler der Harbour-Bridge. In Australien muss man die Beilage zum Essen extra bestellen, was ich natürlich prompt vergessen habe, obwohl Franzi es mir noch gesagt hat. Aber da sie zum Glück nach mir bestellt hat, habe ich es noch gemerkt 😉 dafür gibt es hier im Restaurant Wasser gratis zum Essen, welches auch wieder aufgefüllt wird 🙂 Nach dem Essen waren wir noch an der Hafenmauer und haben die nächtliche Skyline von Sydney fotografiert. Da am Wochenende Bauarbeiten im CBD (=Central Buisness Disdrict = Innenstadt, wo die Büro-Hochhäuser stehen) sind, musste ich den Schienenersatzverkehr zurück nehmen (ist ja wie in Berlin!😫). Ich war noch am Überlegen ob ich vielleicht doch gleich über die Brücke laufe, kommt gerade eine Fähre an, die zum normalen öffentlichen Liniennetz von Sydney gehört und kurzentschlossen nehme ich sie. Da sie auf der langen Tour durch den Hafen war, habe ich so quasi gratis eine 45min Hafenrundfahrt bekommen und auch noch das Samstagsfeuerwerk im Darling Harbour gesehen! Fantastisch!

Noch mal zu den Telefontarifen: die ca. 99ct/Minute beziehen sich auf Anruf vom Handy nach Australien, mit Festnetz und entsprechender Spar-Vorwahl wird es sogar noch günstiger.

Es kann sein, dass ich Euch auch mal Postkarten aus Australien senden werde, die keine Briefmarke haben, nicht wundern, das ist hier aus irgendwelchen Gründen möglich 😉 Sydney Hafen Harbour Bridge Skyline Parkweg Hibiskus einheimische Tiere

von Papageien und Echsen

Freitag, 17.04.2015

Da die Frage jetzt häufiger kam: Ich habe eine australische Handynummer die mich bei eingehenden Anrufen und SMS durch Euch keine Roaminggebühren kostet und es wurde mir berichtet, dass Euch eine SMS zu mir 29ct und ein Anruf 99ct/Minute kostet.

Auf die Frage wie "kalt" es gestern war: ich habe nicht nachgesehen, aber um die 30°C sicher, mir war in der Sonne jedenfalls schon fast zu heiß.

Heute ist mein Tag mit großem Staunen gestartet: ich sitze gemütlich auf der Dachterrasse und esse mein Müsli, sitzt neben mir ein weißer Papagei mit roten Federn auf´m Kopf. Der war größer als eine Taube. Ich habe ihn ein Stück von meinem Müsli zugeworfen, er hat es sich geholt und gemütlich auf einer Stange gesessen, es mit einer Kralle festgehalten und geknabbert. Leider hatte ich in dem Moment meine Kamera nicht dabei :( (hatte mir im Zimmer noch gedacht, ach die schleppste jetzt nicht mit...) morgen bin ich schlauer, vll kommt er ja noch mal vorbei. So ein Tier kannte ich bis jetzt nur aus dem Zoo :) Dann bin ich zu einer Erkundungstour durch die Innenstadt von Sydney gestartet, wer gedacht hat in Berlin ist es laut und hektisch war noch nicht in Sydney. Die Geschäfte sind hier total anders als in Berlin. Also es gibt schon die "großen" Stores in den Centren (Apple-Store, Superdry zB) und auch noble schicke Boutiquen, aber die "normalen" Läden sind irgendwie anders, ob Elekronikladen, Supermarkt oder Apotheke/Drogerie-Verschnitt, alle sehen aus als ob sie Ausverkauf haben. Überall große bunte Schilder mit Angeboten und es sieht irgendwie kramig aus. So wie bei uns eine Mischung aus Kik und einem Asialaden...  apropos Asialaden: ich war in einem und habe auf Anhieb alles gefunden, der sah tatsächlich genauso aus wie in Berlin, auch die gleichen Produkte ;) Die Fressstände und Imbissbuden, die es hier dicht aneinandergereiht gibt, sehen alle samt sehr appetitlich aus, wesentlich kreativer als bei uns. Überwiegend asiatisch, fertig abgepackte Asiagerichte, (Gebratenes mit Sauce auf Reis) , Sushi als ganze Rollen to go, Bäckereien in denen alles aussieht wie aus Plastk gegossen und zu schade zum Essen. Aber der Knaller waren die Automaten in einem Center: es gibt einen Automaten, ähnlich unseren Bahnhofs-Snack-Automaten, an dem kann man sich Flip Flops kaufen und einen für Ballerinas hab ich auch gesehn, auf dem Boden davor eine Abbildung der Größen um seine Füße ranzuhalten...  Am Hafen angekommen habe ich mir die Harbour Bridge und die Oper angesehen. Leider hat es in Strömen geregnet, so dass die Bilder nicht besonders geworden sind. Ich versuche es die Tage noch mal. Die Kacheln der berühmten Oper sind übrigens gar nicht weiß, eher gelblich cremefarben, oder lag mein Eindruck auch am Regen? ;) An einer Bahnstation hatte ich dann noch eine merkwürdige Entdeckung: eine winzige Echse, die war vll 4cm lang und kaum einen halben Centimeter breit, ich dachte erst es sei ein Insekt, erst beim genauer Hinsehen erkannte ich die Mini-Echse. Und wieder war ich nicht so schnell mit der Kamera. Um den Hals gehängt sieht man eben so dolle nach einem Touri aus ;)

Bis bald!

Angekommen

Donnerstag, 16.04.2015

Vielen lieben Dank an meine Lieben die mich so herzlich auf dem Flughafen verabschiedet haben! Und auch an alle anderen die mir noch so viele gute und liebe Wünsche mit auf den Weg gegeben haben!

Am Dienstag ging es dann nun endlich los! Zeitig ging es auf zum Flugahafen an dem ich schon von den ersten zum Verabschieden erwartet wurde. Nacht vielen Umarmungen und Fotos musste ich mich beeilen zum Einsteigen zu kommen, aber von der Startbahn aus konnte ich meine Lieben noch auf der Besucherterrasse winken sehen. In Zürich hatte ich etwas Aufenthalt und habe mir ein Wasser gekauft. Ja, man kann mit Euros bezahlen, aber bekommt Franken zurück. Habe dann doch lieber mit Karte gezahlt ;) Der Flieger nach Hong Kong hat mich sehr positiv überrascht. Da ich noch nicht Langstrecke geflogen bin hatte ich keine Ahnung wieviel Platz man hat und wie das Essen wohl sein wird. Die asiatischen Fluggesellschaften sollen ja noch engere Sitzreihen haben... Aber ich muss sagen, dass ich den Platz wirklich ausreichend fand. Selbst mit meinem Rucksack zwischen den Füßen konnte ich mich quasi "ausstrecken". Das Essen sah zwar komisch aus und hat noch merkwürdiger gerochen, hat aber erstaunlich gut geschmeckt und satt wurde ich auch. Der Ausblick auf die Alpen war spektakulär. Leider mussten die Fensterrollos zeitig geschlossen werden, da die Crew offenbar nach Hong Kong´er Zeit gelebt hat (6h vorraus). Als es dann Nacht war habe ich allerdings wieder aus dem Fenster schauen können und die Lichter im Kaukasus angeschaut. In Hong Kong schien bei der Landung schon die Sonne. Beim Start in Hong Kong sind wir über die Stadt geflogen, welche mit ihren unzähligen Hochhäusern, die an die Berge gequetscht sind fantastisch aussieht. Über Australien, kurz vor der Landung, es war mal wieder schon dunkel, sind wir dann noch über ein Gewitter geflogen, die lila aufleuchtenden Wolken sehen von oben faszinierend aus. Am Flughafen in Sydney hieß es dann geduldig anstellen, bei der Passkontrolle und beim Check der mitgebrachten Waren. Aber meine Cashews und die Schoki durfte ich behalten ;) nach der langen Schlange ging der Passcheck superschnell, nach dem immer in Reiseführern erwähnten finanziellen Mitteln die man nachweisen muss, wurde ich nicht gefragt. Im Hostel waren meine Zimmermitbewohnerinnen schon fast am Schlafen, also habe ich gar nicht weiter ausgepackt und habe mich nach einer Dusche, die nach zwei Tagen ohne mehr als Willkommen war, schlafen gelegt. Heute habe ich mich dann vormittags auf gemacht mein Internet und meine australische Prepaidkarte abgholt. Es war vormittags schon gut warm, in der prallen Sonne schon fast unerträglich, auf jeden Fall ungewohnt nach der Kälte zuhause. In dem kleinen Büro eines Deutschen mit seiner australischen Frau und ihren Sohn habe ich dann das erste mal richtig lachen müssen. Der Junge 12Jahre vll hatte Langeweile, weil ja grad Ferien sind. Also habe ich ihn gefragt warum er nicht zum Strand geht und da hat er gesagt: "Dafür ist es mir zu kalt" ...    Nachmittags habe ich mir dann noch den berühmten Bondi Beach angesehen und festgestellt, ja ich muss in Sydney sein: auf dem Weg dahin sind an mir Surfer vorbeigelaufen, mit nichts weiter dabei hatten als Shorts und das Surfbrett. (@Annika: das Tattoostudio gibt es tatsächlich ;) ) Leider ging um 17h bereits die Sonne wieder unter, so dass es merklich kühler wurde. Auf dem Weg zum Hostel war ich dann noch einkaufen im "Aldi" und habe tatsächlich einige bekannte Marken gesehen, zB die Eigenmarke-Schoki ist die gleiche ;) im Moment sitze ich auf der Dachterasse des Hostels und genieße die frische Luft und den tollen Ausblick auf die Hochhäuser. Von der "Central" Station vor dem Hostel ist zum Glück so gut wie nichts zu hören.

Bis bald und liebe Grüße in die Heimat!

Hier erst mal nur 2 Bilder, habe noch nocht viele gemacht, weitere folgen :)

Hostelterrasse Hong Kong beim Start des Fliegers

Letzter Tag

Montag, 13.04.2015

Liebe Familie und Freunde,

vielen Dank für die letzten schönen Tage bei und mit Euch! Schön, dass ich Euch noch mal sehen konnte! Ich nehme Eure Wünsche und Gedanken an mich mit auf meine Reise und werde auch an Euch denken!

Heute habe ich meine letzten Besorgungen gemacht und den Rucksack fertig gepackt, wiegt um die 16Kilo plus Handgepäck ;)

Ich melde mich bei Euch, sobald ich eine australische Simkarte und Internet habe

Bis dahin!

Dankeschön

Mittwoch, 01.04.2015

An dieser Stelle ein ganz herzliches DANKESCHÖN an meine lieben, engagierten, ausdauernden Umzugshelfer! Ohne Euch hätte ich das nicht geschafft! Besonderen Dank an all jene die auch noch Sachen von mir eingelagert haben und mir damit meinen Schritt und die Enscheidung dafür eigentlich erst ermöglicht haben ♥

Das ALLERGRÖßTE Dankeschön geht allerdings an einen besonderen Freund, der mich 2Tage am Stück nicht nur tatkräftig und mit vollem Körpereinsatz unterstützt hat, sondern vor allem mit seiner ruhigen, immer gutgelaunten Art vom Durchdrehen abgehalten hat. Danke mein Bester ♥ ♥ ♥

Rucksack packen

Sonntag, 22.03.2015

Es sind noch 23 Tage bis zum Abflug und heute habe ich meinen Rucksack schon mal "Probegepackt", denn so langsam sind alle Teile und Dinge da die ich mitnehmen möchte. Und ich muss sagen ich bin ganz zufrieden. Er ist zwar voller als ich gehofft habe, aber ich konnte ihn noch relativ leicht verschließen und aufsetzen. Beim Probetragen hatte ich ihn ca 5 Minuten auf und empfand das als angenehmer als es sich anhört. Allerdings ist habe ich das Tragen ja noch nicht bei 30°C und für eine Stunde am Stück getestet, dann werde ich mich wahrscheinlich verfluchen was ich alles eingepackt habe. In Ermangelung einer Waage habe ich keine Ahnung was das Ding wirklich wiegt, aber Anheben mit einer Hand ist nicht ganz ohne. Genaues Gewicht werde ich wohl erst auf dem Flughafen bei Einchecken erfahren 😛 dazu kommt dann ja auch noch mein Handgepäck das ja auch noch was wiegt...

Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass nicht noch mehr Dinge dazu kommen, die mitwollen. Ein bissel Platz kann ja auch nicht schaden, denn ich denke mal, dass ich bei meiner Reise das eine oder andere Erinnerungsstück erstehen werde und die wollen dann ja auch irgendwohin gepack werden 😛

Werde jetzt weiter Umzugskisten packen.... 😉

Liebe Grüße

Reisevorbereitungs-Update

Montag, 02.03.2015

So, bevor es noch zu Tumulten kommt, weil ich noch nicht wieder einen Eintrag im Reisetagebuch geschrieben habe, hier mal wieder eine Statusmeldung:

 

-es sind jetzt noch 43Tage bis zum Abflug! :)

-Flug und Hostel sind gebucht

-Wohnung hat einen Nachmieter

-Jobs sind gekündigt

 

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und ich zerbreche mir den Kopf darüber was ich wohl vergessen haben könnte zu planen. Aber dann denke ich mir, ach was solls, in Australien ist man ja schließlich noch in der Zivilisation und kann sicher ggf. vergessenes nachholen und nachkaufen. An dieser Stelle dennoch nochmals Danke für das Survival-Buch, auch für Nicht-komplett-in-der-Wildnis-Reisende toll 🙂

Ich bin ganz froh, dass ich zeitig mit dem Planen begonnen habe! Allein das Auswählen eines Rucksackes ist ja eine Wissenschaft für sich. Ich habe mehrere Male einen großen Backpack für je ca eine Stunde "Probegetragen" (mit Gewicht darin) und verschiedene Modelle anprobiert, bis ich einen gefunden habe, der auf meinen Rücken passt. Ist ja schließlich mein "Zuhause" für die nächsten Monate. Aber, wer hätte das gedacht, die Auswahl des kleinen Rucksacks "Daypack" war noch komplizierter, gar nicht so einfach einen zu finden in den u.A. meine überdimensionale Trinkflasche (in ein Seitenfach) reinpasst. Auf dem Bild unten sind außerdem noch meine Reisehandtücher und das Schlafsackinley zu sehen.

Bis bald!

Reiseequipment

meine Kamera nimmt mir die Welt in Bildern auf

Freitag, 05.12.2014

Damit ich auf meiner Reise tolle Bilder machen kann, habe ich mir eine Systemkamera zugelegt, mit der ich jetzt fleißig am Üben bin. Hier schon mal ein paar Ergebnisse.

PS: die Bilder sind noch keine Bilder aus Australien 😛

 

Seestern Aquarium Wasserpflanze Nemo oder Marlin? Qualle

Bin schon mal online...

Montag, 10.11.2014

Meine erste Tat:

Blog erstellt! 😀

Auch wenn es noch ein Weilchen hin ist, bin ich schon mal offiziell online.

Willkommen auf meinem Blog zum Work&Travel Australien!